querbeet im august

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obere reihe, grosses bild: knipsen wird dieser pflanze nicht gerecht, angelica gigas / rote engelwurz ist ein fall für karl blossfeldt (→ ’neues von blumen‘ & blümchen / walter benjamin über ‚urformen der kunst‘ …); r.o.: es hätte schlimmer – bunter, viel bunter (→ dahliamania …) – kommen können: NICHT dahlia ‚bishop of llandaff‘ …; r.u.: → vom ätna auf den eschberg: genista aetnensis / ätna-ginster. untere reihe, r.o.: die ersten astern im unterholz: eurybia divaricata (ehem. aster divaricatus) / weisse wald-aster; r.u.: die erste aussaat: lunaria annua / einjähriges silberblatt & grosses bild: neuer platz für mehr als nur bunte blümchen querbeet …

wallhecken / ‚anweisung zur verbesserung des ackerbaues und der landwirthschaft [des] münsterlandes‘ von anton bruchausen

VI. Kapitel

Von Einschließungen und Einzäunungen der Aecker

NUM. 127.

Es sind zwar in vielen Gegenden Münsterlands die Aecker eingeschlossen, wodurch sie einen nicht geringen Vortheil erhalten; so fehlt doch noch

erstens diese gute Einrichtung an verschiedenen Orten, wo es füglich geschehen könnte, und

zweytens ist an vielen andern Orten die Einschließung mit Hecken nicht so gemacht, wie sie müßte gemacht werden.

NUM. 128.

Was das erste betrift, so scheint es, man wisse nicht überall, besonders im Niederstifte, wie groß der Nutzen sey, den die Einzäunung mit lebendigen Hecken dem Landmanne verschafft. Denn 1) wird ein jeder Eigenthümer dadurch mehr Herr und Meister mit seinem Felde anzufangen, wenn er will, was er will, und was ihm am nützlichsten ist, ohne daß er darin von seinem Nachbar gestört werde. Auch hierdurch werden die so oft entstandenen Processe und Streitigkeiten verhindert.

2)Wird durch Einschließen und Einzäunen das Vieh von dem Getraide sowohl, als anzubauenden Futterkräutern abgehalten, damit es keinen Schaden thue. Auch

3) die Hecken an und für sich betrachtet, sind da, wo Mangel an Brennholz ist, für den Bauer ein großer Vortheil, wenn er nur selbige zu hoch und zu dick anwachsen läßt, und die Wälle zu breit macht. Es wäre gut, wenn die aus dem Niederstifte in die Münsterische Normalschule kommenden Schulmeister durch Unterweisung und Anweisung auf die in der Gegend von Münster sich hier und da befindenden guten, kleinen und schmalen Hecken aufmerksam gemacht würden, und diese hier geschöpfte Lehre den Schulkindern und dem Landmanne beybrächten.

NUM. 129.

Was das zweyte oder diejenigen betrift, die wirklich ihre Felder eingeschlossen halten, oder sogenannte Kämpe haben, so findet man an vielen Gegenden, besonders im Amte Werne, Stromberg und Wolbeck, daß dieses durch unmaßig dicke und hohe Wallhecken, und dabey durch Hecken, welche auf allzu breiten Wällen stehen, geschehe. Nun aber sind

1stens für feuchte und nasse Ländereyen sowohl, als die dazwischen oft befindlichen Wege ganz dicke und hohe Wallhecken nicht gut; weilen hiedurch Luft, Wind und Sonne zum Theile abgehalten werden, und also das Austrocknen der nassen Ländereyen, der mannigmal einfallenden nassen Aernte, und der schlechten Wege größtentheils verhindert wird. Diese Leute können zwar von diesen sehr dicken Hecken mehr Brennholtz machen; allein insgemein, wo diese unmäßig dicke Hecken sind, fehlt es eines theils an Brennholtze nicht, und andern theils ist der Schade von den dicken Wallhecken und breiten Wällen an ihren Aeckern größer, als der Nutzen vom Brennholtze. Zudem halten sich Lüninge (Spatzen) und andere schädlich Vögel zu häufig in den dicken Wallhecken auf, und fressen das Korn weg.

Zweytens sind die Wälle, auf welchen dicke Hecken stehen, zu breit gemacht. Ich habe an verschiedenen Orten z.B. zu Steinfurt bemerkt, daß die Wälle eine Breite von 24 bis 26 Fuß haben. Ist das landwirthschaftlich? Entbehrt nicht hiedurch der Eigenthümer zu viel Land für Früchte, für Gras und Heuwuchs? Man denke daneben an den Schaden, welcher von dem darauf gepflanzten unmäßig dicken Holze und Hecken entsteht, und wovon ich so eben geredet habe.

NUM. 130.

Man sollte es billig an diesen Orten so machen, wie es wirklich zu Ittlingen im Amte Werne, wo man sonst Brennholz genug hat, eingerichtet ist. Da hat man die alten, dicken, schädlichen Hecken ausgerottet, die breiten Wälle, welche aus einer überaus fruchtbaren, und zum Theile vom Laube vermoderten Erde bestanden, abgegraben; man hat vorher die sich hier und da befundenen Vertiefungen im Lande mit gemeiner Erde ausgeglichen, dann die abgegrabene gute Wallerde aufs Land gefahren und auseinander gestreuet. Den Nutzen davon hat man nun schon bis ins 12te Jahr an den Früchten augenscheinlich verspührt. Dahingegen hat man an statt der dicken Wallhecken, gehörig breite und tiefe Graben ausgeworfen, und auf den kleinen schmalen und nicht hohen Wällen kleine Dornhecken, besonders von Weißdorn, welche geschwind wachsen, 4 bis 5 Fuß hoch gemacht. Durch diese neue kluge Einrichtung hat der Herr von Nagel zu Itlingen auf einer Strecke Landes von 20 Malter Einsaat 21/2 Malter Einsaat neues Kornland erworben. Ist das nicht rin großer Vortheil? Ist das nicht ein herrliches Beyspiel zur Nachahmung? Will man indessen doch an diesen Orten, anstatt der Dornhecken die gemeinen Wallhecken lieber beybehalten; so lasse man sie doch des großen Schadens halber nicht zu hoch, nicht zu dicke wachsen; man sorge besonders, daß gehörig breite und tiefe Heckengraben gemacht werden, welche die überflüssige Nässe aus den allzufeuchten Gründen ableiten, und in welchen sich mit der Zeit eine fette Modde zum herrlichen Dünger fürs Land setzet. […]

NUM. 132.

Auch sind unsere Kämpe an vielen Orten zu groß, zu weitläufig. Man sollte sie mit kleinen dünnen Hecken durchsetzen. […]

anton bruchausen, ‚anweisung zur verbesserung des ackerbaues und der landwirthschaft [des] münsterlandes. auf gnädigsten befehl seiner kurfürstlichen durchlaucht maximilian franz als fürstbischof zu münster für die landschulen und den landmanne des hochstiftes münster verfertiget […]‘, münster, 1790.

der georgengarten: ein besuch bei leibniz & grossstadtgrün

die herrenhäuser gärten: barocke gartenkunst im grossen garten, botanik im berggarten & ein öffentlicher park. der georgengarten, benannt nach george IV. king of of the united kingdom &c. und könig von hannover. überschwemmungsgebiet der leine, gärten des adels in der nähe der sommerresidenz der kurfürsten von braunschweig-lüneburg, 1768 durch johann ludwig von wallmoden-gimborn zum wallmodengarten zusammengefasst, ab 1828 zum english landscape garden umgestaltet (ab 1835 durch franz christian schaumburg), seit 1921 städtisch …

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obere reihe, l.o. unter linden in die sommerfrische: die herrenhäuser allee; l.u. sockel der büste im leibniztempel: gottfried wilhelm leibniz gibt im jübiläumsjahr († 1716) die sphinx, nasenlos & mit etwas make-up …; grosses bild: blick durch salix / weiden auf den monopteros von johann daniel ramberg, 1787–1790. untere reihe, grosses bild: reminiszenz an die über die ufer getretene leine …; r.o. deformierte (andricus quercuscalicis / knoppergallwespe) eichel an den georgseichen: zwei quercus roburn / stieleichen 1839 am wallmodenschloss (wilhelm-busch-museum) anlässlich des 20. geburstags von kronprinz georg (georg V. von hannover) gepflanzt; r.u.: keine zugang zum grossen garten über die friederikenbrücke (georg ludwig friedrich laves, 1839/40): der zugang für hunde (in hannover bitte an der leine führen!), fahrrädern uns alles andere über die graft ist verschlossen …

querbeet im juli

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obere reihe l.: hemerocallis fulva / bahnwärter-taglilie und dipsacus fullonum / wilde karde; r.: helenium ‚moerheim beauty‘ vor calamagrostis x acutiflora ‚karl foerster‘. untere reihe l.: jungfräuliches weiss mit klerus (→ lilium candidum / madonnenlilie mit phlox paniculata ‚kirchenfürst‘ / hohe beet-flammenblume); r.: blaue blume → „romantisch“ verschleiert: cichorium intybus / wegwarte durch calamagrostis x acutiflora ‚overdam‘ geknipst.

gartenbücher (meadows – at great dixter and beyond)

wiesen? blumenwiesen, mager- oder trockenrasen, feuchtwiesen & natürlich, die beste aller wiesen: die streuobstwiese. die durch intensive nutzung, d.h. düngung, entstehenden fettwiesen und maritime salzwiesen (salzwiesenlamm + salicornia / queller) lassen wir mal beiseite. rasenflächen die für sogenannte sportarten angelegt selbstverständlich ebenfalls (ein golfplatz ist so ökologisch wertvoll wie ein zubetonierter parkplatz).

eine wiese ist eine halbkulturformation, eine durch menschen geschaffene pflanzengesellschaft. ohne eingriffe des menschen könnte sie nicht überleben. wiesen sind nicht „natur“. die wiese ist kulturlandschaft. wird nicht gemäht oder beweidet, droht verbuschung.

im landscape garden des 18 jh. ein wichtiges gestaltungselement, wenn auch nicht so erhaben wie ein gebirge …

Wiesen, die zum Theil zu den Ebenen gehören, sind, selbst bey einer beträchtlichen Länge und Ausbreitung, keines erhabenen Charakters fähig; sie bleiben in dem Bezirk einer mittlern Beschaffenheit und mäßiger Bewegungen. Indessen sind sie überaus sanfte, ruhige und einnehmende Auftritte der Natur, deren Charakter in dem Freyen und Ländlichen besteht; sie rufen die lieblichen Bilder der arkadischen Hirtenwelt zurück, und scheinen auf eine vorzügliche Art der Empfindung der Ruhe und der stillen Ergötzung des Landlebens gewidmet zu seyn.

Die Schönheit der Wiesen besteht zuvörderst in den sanftgekrümmten Linien, die ihren Umkreis bezeichnen. Alles Regelmäßige, Eckige, Scharfe muß von ihrer Figur ausgeschlossen seyn; aber kleine Rundungen und mäßige Einbiegungen helfen der Einförmigkeit mit dem Genuß der Abwechselung ab. Demnächst wird ihre Schönheit durch das Lebhafte und Frische ihres Grüns, durch Unterbrechungen und Schattirungen mit einzelnen Bäumen, und durch ihre Einfassung und Verbindung mit Hügeln, Felsen und Gehölz bestimmt. Bey ausgebreiteten Wiesen fallen kleine Unterbrechungen, die schon an sich den Ueberdruß des Einförmigen und Leeren hemmen, sehr angenehm ins Auge; sie müssen aber kein niedriges Gesträuch und Buschwerk seyn, sondern wenige, edel gewachsene, nicht zu nah zusammengedrängte Bäume mit einem Laub, das gegen die Farbe der Wiese absticht. Nackte, rauhe, vorüberhangende Felsen an der Seite einer mit allen Reizen ausgeschmückten Wiese bilden durch Contrast und Sonderbarkeit einen Theil von romantischer Gegend. Gehölze, die gewöhnlichsten Einfassungen der Wiesen, erhöhen durch ihre Schatten noch mehr die Empfindung der Einsamkeit und Ruhe. Ein klarer Bach oder Fluß, der sich allmählig dahinwälzt, verbreitet Licht und Erfrischung, und wandelt die ruhige Behagung der Seele in eine lebhaftere Bewegung, in die Bewegung der Freude.

christian cay lorenz hirschfeld, ‘theorie der gartenkunst’, bd. 1, leipzig, 1779.

platz für landscape haben wenige im garden. und was die ebenen betrifft, sei ein verweis auf almen und bergwiesen erlaubt → wiesenbau im oberharz im allgemeinen & …  man muss nicht im konventions-system (→ gartenbücher romantisch & …) der aufklärung gefangen bleiben, um aus rasen einen meadow zu machen: wiese statt rasen, sense statt rasenmäher …

es ist zur zeit ein trend zu spüren: weniger grüner beton, rasen, und mehr wildblumen. bienenfreundliche saatmischungen bietet mittlerweise fast jeder händler an. langfristig ist es mit einer einer aussaat jedoch nicht getan.

gerade ist ein klassiker der wiesen-literatur wieder aufgelegt worden: ‚meadows – at great dixter and beyond‘ von christopher lloyd. zuerst 2004 erschienen und jetzt mit neuen fotos von jonathan buckley und carol casselden sowie einem vorwort des headgardeners von great dixter, fergus garrett, erweitert. erschienen bei pimpernel press (eine verlagsneugründung, die nach den ersten drei programmen viel erwarten lässt).

fergus garrett beschreibt – eigentlich ein nachwort – die entwicklung der meadows in dixter und stellt einige aktuelle wiesenprojekte auf der kleinen insel am rande europas vor. christopher lloyd beginnt sein buch mit einem (kunst)historischen überblick. meadows haben eine lange tradition. lloyd verweist auf zwei gobelins mit wiesenpflanzen: ‚the unicorn is in captivity and no longer dead‘ (zwischen 1495 und 1505) und heute in the cloisters / metropolitan museum of art, new york, und ‚la dame à la licorne‘ (um 1480) der sich im musée national du moyen âge (musée de cluny) in paris befindet. beide entstanden in flandern. literarisch wird es mit ‚hypnerotomachia poliphili‘ von francesco colonna (venedig,1499) und im deutschsprachigen kontext der von albertus magnus in seinem buch ‚de vegetabilibus‘ (um 1260) beschriebene garten. jenseits von europa gab es obstgärten mit wiesen in persien, wie dem von kyros II. in pasargadae (cf. penelope hobhouse, ‚gardens of persia‘), & eine streuobstwiese bleibt das wahre paradaidha / paradies.

bei der gartenliteratur zitiert lloyd neben ‚the wild garden‘ und ‚the english flower garden‘ von william robinson das ‚lehrbuch der gartenkunst, oder lehre von der anlage, ausschmückung und künstlerischen unterhaltung der gärten und freien anlagen‘ (berlin / leipzig 1877) von hermann jäger:

Verwilderte Blumen im Walde und auf Wiesen machen den landschaftlichen Garten erst vollkommen, und oft erfreut das prächtige Blumenbeet nicht so, wie die unvermuthet am Wege blühende schöne Waldblume oder die blumige Wiese. Nachahmung der Natur ist hier die einzige Regel. Man suche nicht nur die schönsten in der Gegend wildwachsenden im Gebüsch und auf Wiesen mehr zu verbreiten, sondern pflanze auch fremde Wald= und Wiesenpflanzen in der Nähe der Wege und Plätze an. […] Auf eigentlichen Wiesen suche man einige Pflanzen mit lebhaft rothen und blauen Farben anzubringen, da unsere Wiesen zu viel Weiß und Gelb haben.

Such has been my own experience“ kommentiert christopher lloyd.

die erfahrung von christopher lloyd mit wiesen in great dixter ist reichhaltig. im zweiten teil des buches – ‚A Gardener’s Meadow‘ – nimmt er den leser mit auf einen wiesenrundgang durch den garten. der durch artikel in gartenzeitschriften und büchern konditionierte besucher von great dixter, konzentriert sich zumeist auf die long border, die meadows werden als beiwerk gesehen oder gar nicht beachtet (fergus garrett erging es bei seinem ersten besuch in dixter als student ebenfalls so …). betritt man dixter, führt der erste weg zum haus und dem pot display. wenige besucher schauen beim gang zum haus nach rechts oder links: der front meadow. ein „vorgarten“ muss nicht, wie in vielen amerikanischen suburbs, aus grünem beton bestehen.

also zur long border. dieser sollte man einfach mal den rücken zu drehen: the orchard, die streuobstwiese. von märz (narcissusprinceps‚) bis mai (narcissus poeticus var. recurvus / pfauenaugen-narzisse) dominieren im noch kurzen gras die narzissen. später werden wege durch das hohe gras gemäht:

Not only does this involve you more closely with it, and allow easy access, buth paths confirm the message that the meadow is meant to be there, and add: ‚this meadow is to explore, but I will direct you‘. […] But there should not be too many mown paths, fussing the area up. They should not wiggle meaninglessly. They should have some relevance to countours and, if they take on a curve, it should be to avoid obstacle, probably a tree. Sometimes a straight path will seem correct, leading to some feature at its end. Not necessarily a seat or statue or a sundial or fountain. A plant will often be meaningful enough.

der upper moat war ursprünglich ein auffangbecken für wasser und wurde trockengelegt. lloyds mutter daisy nannte ihn ihren ‘botticelli garden’, nach dem bild ‚la primavera‘ von sandro botticelli (um 1482/1487, galleria degli uffizi) das sie in florenz gesehen hatte. noch heute ist am pflanzenbestand die alte nutzung ablesbar: fritillaria meleagris / schachblume, die vom oberen teil in den feuchteren unteren bereich gewandert sind, und primroses (primula vulgaris). eine der feuchtwiesen des gartens.

der ungewöhnliste meadow ist der topiary lawn der, wie garrett richtig bemerkt „an act of brilliance“ ist. „Wenige, edel gewachsene, nicht zu nah zusammengedrängte Bäume mit einem Laub, das gegen die Farbe der Wiese absticht,“ empfiehlt hirschfeld. die edelste „gewachsene“ form unter den gehölzen ist ars topiaria, topiary, die kunst des formschitts. häufig anzutreffen in great dixter seit der zeit von nathaniel lloyd und edwin lutyens. der topiary lawn war ursprünglich wirklich ein lawn, ein rasenplatz. christopher lloyds vater nathaniel nutzte diese rasenfläche zwischen den in form geschnittenen taxus baccata / europäische eiben als putting green, übungsgrün zum golfen … fergus garrett erinnert sich in seinem vorwort an die „entstehung“ dieses meadows:

I remember the moment he dicided to let the grass grow in what was once a formal lawn. I was on nursery duty, it was Sunday morning, and Christopher was sitting with a friend, Graham Harvey, on the Lutyens-designed family pew (which seats at least twelve), which looks out on to this area. The lawn had not been looked after in the proper sense, having been mown regularly but not given much in the way of feeding or weeding. It was under stress, covered with moss in the shady corner down by the nursery and riddled with broadleaved weeds (this of course came to work in our favour). Christo stopped as i was walking up from the nursery to check the pot display and told me what he wanted to do (it was Graham’s idea). At that moment i couldn’t quite see that this was an act of brilliance, but I knew well enough not to doubt him. He could easily see that this would be a quick turnaround. We got on our hands and knees and on inspection we could see dandelions, clover, yarrow, bird’s-foot trefoil, sea-heal, ox-eye daisies and buttercups mixed in with the fine lawn.

die eiben haben in den letzten jahren gesellschaft durch einen cotinus coggygria / perückenstrauch bekommen & für die vollständige lektüre zum topiary lawn fehlt jetzt nur noch ein reprint von ‚garden craftsmanship in yew and box‘ (london, 1925) von nathaniel lloyd …

um hier nur vier der meadows in great dixter zu erwähnen. in den folgenden kaptiteln beschreibt lloyd wie ein meadow angelegt werden kann und die schwierigkeiten, die das vorhandene pflanzenmaterial und die geografische lage mit sich bringt. mit „einfach wachsen lassen“ ist es nicht getan. die beschreibung der wiesenpflanzen ist, wie immer bei lloyd, ein vergnügen: auf den punkt gebracht, keine sentimentalitäten, … im kapitel ‚The Wider Landscape‘ gibt es exkurse über urbane vegetation, strassen-und waldränder. was aus heutiger perspektive verwundert bzw. zu kopfschütteln führt, ist der unreflektierte einsatz von pflanzengiften, sowohl bei lloyd als auch bei fergus garrett.

den rasen mähen oder wachsen lassen? rhinanthus minor / kleiner klappertopf säen, den rasen wachsen lassen, rasenmäher verschrotten, dengeln üben, abwarten und tee trinken …

christopher lloyd, ‚meadows – at great dixter and beyond‘, vorwort von fergus garrett, fotos von jonathan buckley und carol casselden, 240 s., geb., pimpernel press, london 2016.

glücksburg: rosen, etc.

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obere reihe im garten, grosses bild: verblühte rose (de resht) nach dem regen; r.o.: aegopodium podagraria / giersch & alchemilla / frauenmantel; r.u.: ribes rubrum / rote johannisbeere. mittlere reihe, l.o.: rosen-event (für ca. 10 min. … trotz besserem wissens … zur bestätigung der vorurteile …) im rosarium (ehem. ingwer j. jensen), deko-wahn & häppchen-orgie … & l.u.: verregnete rosa ‚lykkefund‘, grosses bild: orange(rie) → schlossgarten glücksburg. untere reihe,grosses bild: invasive rose (rosa rugosa / kartoffel-, apfel- oder japan-rose) an der strandpromenade mit blick auf die okseøerne; r.o.: zeitgenössische seebad-gestaltung & r.u.: ein geist am strassenrand …

sommergarten / ‘theorie der gartenkunst’ von christian cay lorenz hirschfeld

Der Charakter des Sommers hat seine ausgezeichneten Unterscheidungstheile. Alle Gewächse schwelgen nun in der ganzen Stärke ihres Wachsthums, und die Früchte der Fluren und der Bäume glühen ihrer Reifung entgegen. Tausend Blumen stehen in der Fülle ihrer Schönheit aufgeschlossen. Ueberall schwebt das überschattende Laubwerk umher, ganz enthüllt und ausgewickelt zu reichen Wölbungen; das Grün hat seine völlige Farbenkraft erreicht. Die Wälder wallen in der stolzen Schönheit ihres Laubes. Die Wiesen verhauchen einen Reichthum von Düften, und beleben sich mit den frohen Scenen der Einsammlung des Grases, wo unter den Geschäfften der Schnitter und der Garbenbinderinnen bald ein ländlicher Scherz, bald ein Lied von Liebe, bald der Schlag der nachbarlichen Wachtel ertönt. Mit ihnen wechseln die Auftritte der mannigfaltigen Kornärndte. […] Alle Scenen der Natur erscheinen in ihrer ganzen Pracht und Vollkommenheit. Die Gewitter bilden in den Wolken die herrlichsten Schauspiele für das Auge. Mit der steigenden Hitze vermehrt sich der erquickende Schatten, mit dem längern Lichte die tiefere Dunkelheit der Wälder.

[…]

Wir suchen in dieser Zeit die Erquickungen des Schattens. Ein dichter Wald voll Buchen oder Eichen ist demnach ein treffliches Geschenk der Natur. Aber auch der Fleiß muß hier oft pflanzen. Gedrängte Gruppen und Hayne von Bäumen, die durch die Größe und den Reichthum des Laubes eine angenehme Bedeckung anbieten, müssen den Sommergarten überschatten.

[…]

Mit allen diesen Bäumen und Sträuchern können Stauden, Zwiebelgewächse und einjährige Pflanzen mit Blumen, wovon der Sommer eine so große Menge für die Zierde der Gärten hervorbringt, in Gruppen, Haynen, Spatziergängen, Lauben und Ruhesitzen, zur Bildung sehr reizender Scenen, verbunden werden. Außerdem geben auch die Sommerblumen auf Rasen und am Rande des Wassers, worinn sie den Wiederschein ihrer Farben bilden, Verzierungen von einer großen Anmuth und Lebhaftigkeit.

Auch können in die Pflanzungen des Sommers mit gutem Geschmack solche Obstbäume eingestreut werden, die ihre in dieser Zeit reifende Früchte lieblich färben, als der Apricosenbaum, der Kirschbaum, und einige frühzeitige Arten von Aepfelbäumen. Sie erfrischen das Auge mit einer reizenden Abwechselung, und erhöhen die Vorstellung von der mannigfaltigen Fruchtbarkeit der Jahreszeit.

[…]

Gebäude sind selbst ein Bedürfniß des Sommergartens; allein sie können zugleich sehr wichtige Gegenstände der Verschönerung seyn. Sie sollen zunächst Schirm vor der Hitze und Genuß der Ruhe gewähren; ihre Lage sey schattigt und kühl. Bey dem vollen Reichthum des Laubes, der dieser Jahrszeit eigen ist, können sie, besonders durch ihre Lage, Farbe und Verbindung mit Bäumen und Wasser, überaus malerische Gegenstände werden. Sie können außerdem von mannigfaltigen Charakteren seyn. In einer reichen und fruchtbaren Gegend prange ein Tempel, der Ceres oder der erzeugenden Natur gewidmet; in einem waldigten Dickigt sey es ein rohes Borkhaus, und nahe bey einer Weide eine kleine niedliche Milchhütte, die bezeichnend die Scene verschönere. Auch ein Badhäuschen ist in einem Sommergarten mehr, als ein bloßer Gegenstand des Vergnügens.

christian cay lorenz hirschfeld, ‘theorie der gartenkunst’, bd. 4, leipzig, 1782.