„Frühlingsgeister“, juniperus communis, erica tetralix & die westfälische heidelandschaft / ‚annette freiin von droste-hülshoff als naturforscherin‘ von hermann landois

Der W a c h o l d e r, dieser Charakterstrauch unserer westfälischen Heiden, gehört zu den zweihäusigen Pflanzen. Die Staubgefäßblüten stäuben den Blütenstaub wolkig in die Luft:

„Unwillig schnauben die (die Rinder) den gelben Rauch,
Das Euter streifend am Wacholderstrauch.“
(Die Jagd, […])

Die harzigen Nadeln des Wacholders geben dem Feuer lodernde Nahrung:

„Da bricht ein starker Knabe
Aus des Gestrüppes Windel
Und schleifet nach im Trabe
Ein wüst Wacholderbündel.
Er läßt’s am Feuer kippen,
Hei, wie die Buben johlen
Und mit den Fingern schnippen
Die Funkengirandolen!

Und wie die Nadel spritzen
Und wie die Äste knattern.“
(„Das Hirtenfeuer“, […])

[…]

Ganz besondere Lieblinge unserer Dichterin sind die H e i d e b l u m e n, und es wäre überflüssig, die zahllosen Stellen hier anzuführen, wo sie dieser ihrer Lieblinge gedenkt. Aber über das Heideröschen, wie es oft genannt wird und welches nicht von allen Kennern und Erklärern Annettes richtig erklärt worden, muß umsomehr hier ein Wort gesprochen werden, als noch jüngst in einem wissenschaftlichen Vortrage das Heideröschen als die Klatschrose gedeutet worden ist. Abgesehen davon, daß diese stets unter Korn wachsende Blume nirgends auf der Heide vorkommt, verdiente diese Pflanze mit ihrem abfälligen, knallroten, das Auge fast beleidigenden Kronenblättern nicht die Aufmerksamkeit der Dichterin der Heide. Das Heideröschen ist gleichnamig mit dem „Heideglöckchen“, Erica tetralix L. der Botaniker. Auf westfälischen Heiden hat dieses sonst seltene Heidekraut die Oberhand. Seine zierlichen Sträuchlein tragen an der Spitze einen niedlichen doldigtraubigen Blütenstand, aus welchem die einzelnen Blütchen nickend niederhangen. Die glockenförmigen, rosenroten Kronen sind wie aus Wachs modelliert und sind so reich an köstlichem Nektar, daß aus ihnen die Bienen vorzugsweise den süßen Honigseim sammeln, und zur Gewinnung reichlichen Honigs allherbstlich die Imker des Landes ihre Bienenstöcke Wochen hindurch in der Heide aufstellen.

[…]

Der H e i d e l a n d s c h a f t ist von der Dichterin ein ganzes Buch Lieder unter dem Titel „Heidebilder“ gewidmet worden; und die Licht= und die Schattenseiten der stillen Heide sind mit gleicher Wärme geschildert und besungen. Begleiten wir die Dichterin zunächst auf die Heide nach dem Regen. Weiterlesen

Werbeanzeigen

gartenbücher: mit rosa luxemburg durch die botanik oder „Was ich lese?“

Was ich lese? Hauptsächlich Naturwissenschaftliches: Pflanzengeographie und Tiergeographie. Gestern las ich gerade über die Ursache des Schwindens der Singvögel in Deutschland: es ist die zunehmende rationelle Forstkultur, Gartenkultur und der Ackerbau, die ihnen alle natürlichen Nist- und Nahrungsbedingungen: hohle Bäume, Oedland, Gestrüpp, welkes Laub auf dem Gartenboden – – – Schritt für Schritt vernichten. Mir war es so sehr weh, als ich das las. Nicht um den Gesang für die Menschen ist es mir, sondern das Bild des stillen unaufhaltsamen Untergangs dieser wehrlosen kleinen Geschöpfe schmerzt mich so, […]

rosa luxemburg an sonjuscha (sophie liebknecht), wronke (zentralgefängnis der provinz posen), 02.05.1917,  zitiert nach ‚rosa luxemburg – briefe aus dem gefängnis‘, hrsg. vom exekutivkomitee der kommunistischen jugendinternationale, internationale jugendbibliothek no. 10, berlin 1920

am 15. januar 1919 wurden rosa luxemburg und karl liebknecht in der mannheimer strasse 27 in berlin-wilmersdorf von mitgliedern einer sogenannten „bürgerwehr“ entführt. man brachte beide in das eden-hotel (budapester strasse / kurfürstenstraße / nürnberger strasse) gegenüber dem aquarium des zoologischen gartens, dort residierte die garde-kavallerie-schützen-division. sie wurden „verhört” und anschliessend ermordet. die leiche von rosa luxemburg warf man in den landwehrkanal. erst am 31. mai 1919 wurde ihr leichnam dort gefunden und am 13. juni 1919, neben dem karl liebknechts, auf dem zentralfriedhof friedrichsfelde, berlin-lichtenberg, bestattet.

„Bestellte Arbeit? Die Bourgeoisie?” fragte nicht nur tucholsky in der “weltbühne”. an einer aufklärung der morde war in der weimarer republik (z.b. der reichspräsident friedrich ebert oder der vermeintliche anstifter der morde gustav noske, beide spd) und später niemand wirklich interessiert …

rosa luxemburgs briefe wurden sehr früh nach der ermordung publiziert. liest man diese, fällt auf, wenn man nicht nur nach politischen zitaten sucht, dass darin pflanzen eine grosse rolle spielen. während ihrer schutzhaft zur „abwendung einer gefahr für die sicherheit des reichs“, vom 1916 bis 1918 in berlin, wronke und breslau sowie 1915 in berlin wegen einer rede über “militarismus, krieg und arbeiterklasse” in frankfurt/m. schrieb sie neben dem aufsatz über „die krise der sozialdemokratie” (1916) regelmässig briefe und sammelte pflanzen bzw. liess sammeln.

luxemburg schickt z.b. ihre sekretärin und enge vertraute mathilde jacob vom gefängnis aus in den botanischen garten in dahlem, um zu erfahren was gerade blüht und erhält häufig mit deren briefen neue pflanzen. am 13. april 1915 (im weibergefängnis, dem frauengefängnis barnimstrasse) scheibt sie an jacob:

Herzlichen Dank für die Blumen, Sie pressen jetzt famos, mein Heft bereichert sich zusehends. Die Kuhschellen kamen ausgezeichnet an, auch das andere. […] Von nun ab nur Gepreßtes, ja?

freunde auf reisen waren ebenfalls nicht sicher: jakob, gerade in thüringen, wurde auf pflanzenexkursion geschickt (berlin, 30. märz 1915):

Vielleicht finden Sie schon in Thüringen etwas Blumen auf auf den Wiesen, obwohl in dieser Höhe die Vegetation sich wahrscheinlich verspätet. Am Genfer See gibt es schon zahlreiche Vergißmeinnicht, Veilchen und bald auch meine allerliebste Wiesenblume – Wiesenschaumkraut; Himmelsschlüssel nicht zu vergessen. Nächstes Jahr, wenn ich heil heraus bin [aus dem gefängnis], ist keine von diesen Genannten vor mir sicher. Also schauen Sie nach dem Rechten in Wald und Wiese, und beschreiben Sie mir genau, was es gab. Nehmen Sie mit, wie ich’s immer tue, den kleinen Pflanzenatlas „[bilderatlas der] Frühlingsblumen von H. Schumacher, Verlag Otto Maier, Ravensburg“, mit dem man sich sehr leicht orientiert.

rosa luxemburg ein blümchen-junkie? botanik und klassenkampf? Weiterlesen

gartenbücher (landscape as art and urbanism & …)

It may seem strange to you that a landscape architect from the tropics should come to propose to you, who live in a country with northern traditions and northern climate, solutions which, […], he has been seeking for gardens in Brazil.

brasilien? caipirinha & samba, favelas & tropische vegetation am amazonas. klischees sitzen. eines der ersten bilder, die man im kopf hat, ist die copacabana mit blick auf den zuckerhut. das wellenmuster der pflasterung der calçadão de copacabana, der promenade, die sich entlang der avenida atlântica und des strandes zieht, hat man vielleicht ebenfalls abgespeichert. 1970 von dem brasilianischen landschaftsarchitekten, maler und umweltschützer roberto burle marx entworfen. inspiriert durch traditionelle portugiesische pflasterung, calçada portuguesa. botaniker stolpern über burle-marxii in der nomenklatur. in unseren breiten finden wir burle-marxii vielleicht auf der fensterbank oder in gewächshäusern, u.a. bei begonia oder philodendron.

roberto burle marx? unsere wahrnehmung von gärten ist eurozentrisch. etwas nordamerikanische prairie oder vielleicht mal was exotisch-asiatisches. barock und landschaftsgärten des 18 jahrhunderts. südamerika? moderne? nachkriegsmoderne? war da was? die vom jewish museum in new york 2016 organisierte ausstellung „roberto burle marx: brazilian modernist“, die unter dem titel „roberto burle marx – tropische moderne“ 2017 auch in berlin zu sehen war, wurde in gartenkreisen kaum und wenn, eher als exotische oder modernistische kuriosität wahrgenommen.

als sohn eines auswanderes aus trier und einer brasilianerin, wuchs roberto burle marx in rio de janeiro auf. er studierte malerei, die er nie aufgab, entwarf schmuck und textilien. geprägt wurde er durch das europäische umfeld seiner eltern. die gärten der oberschicht in brasilien orientierten sich an den formalen europäischen vorbildern mit importierten pflanzen. erste gärtnerische versuche im garten seiner mutter, unterstützt von seiner „zweiten mutter“ anna piascek. die familie bezog ein abo der von karl foerster und camillo schneider herausgegebenen zeitschrift gartenschönheit. 1928/29 besuchte er mit seinen eltern berlin. wagner, kubismus und etwas roaring twenties. in den gewächshäusern des botanischen gartens in dahlem entdeckte er die vegetation brasiliens. das prinzip der pflanzengeographischen anordnung war noch nicht so alt und vom direktor des botanischen gartens, adolf engler, zuerst in kiel angewendet worden.

So, inspired by the work of Adolf Engler, who constructed the different groups of flowers in the Berlin-Dahlem Botanical Garden, I made my first ecological grouping and laid down lines along which i have traveled ever since, in many different fields of work.

der autodidakt arbeitete später mit lúcio costa, der ihm den auftrag für den ersten garten verschaffte, und mit oscar niemeyer an projekten in der neuen hauptstadt brasília. hier befindet sich auch der einzige von ihm gestaltete „deutsche“ garten. der garten der von hans scharoun geplanten deutschen botschaft (gebäude und grundstück einer ausländischen botschaft sind exterritorial). ein garten in berlin existiert leider nur auf dem papier. kurz vor seinem tod 1994 war burle marx vor ort, um sich das grundstück anzusehen, die pläne für die neugestaltung des rosa-luxemburg-platzes wurden nie realisiert. sein eigener garten auf der farm sítío santo antonio da bica, die er 1949 zusammen mit seinen bruder siegfried kaufte, wird heute als sítio roberto burle marx vom instituto do patrimônio histórico e artístico nacional verwaltet.

modernnism at its best. gärten und landschaftsarchitektur. klare moderne formen und eine üppige flora, die zu den artenreichsten der erde zählt. botanik und urbanismus. im verlag lars müller publishers sind jetzt die vorträge von roberto burle marx erschienen: „landscape as art and urbanism“. herausgegeben von gareth doherty, assistant professor of landscape architecture an der harvard graduate school of design, mit fotos des architekturfotografen leonardo finotti. Weiterlesen

alter botanischer garten, kiel

ursprünglich 1669 unter christian albrecht von schleswig-holstein-gottorf als hortus medicus von johann daniel major, wahrscheinlich nach dem vorbild des orto botanico di padova angelegt, mit pflanzen aus dem neuwerk in gottorf (schleswig) im garten des kieler schlosses gegründet. aus dem dann königlich dänischen botanischen garten, direktor ernst ferdinand nolte lieferte beiträge für die ‚flora danica‘, wurde ein königlich preußischer. nach umzügen wurde der jetzige alte botanische garten an seinem heutigen platz 1884 eröffnet. das areal, 1825 als english landscape garden in der endmoränenlandschaft vor der stadt angelegt, gestaltete adolf engler (prof. für systematische botanik an der christian-albrechts-universität zu kiel & ab 1889 direktor des botanischen garten in berlin, schöneberg später dahlem) diesen von 1878 bis 1884 in einen botanischen garten um. der erste botanische garten mit einer pflanzengeographie. ab 1975 zog der (neue) botanische garten auf den campus der universität um. übrig blieb eine öffentliche parkanlage … Weiterlesen

gartenbücher (pflanzen – kultur)

pflanzengesellschaften, matrix und drifts, borders. der blick auf einzelne pflanzen geht verloren. details gehen im farbrausch unter. zwei bücher schärfen den blick und rücken die kulturgeschichte der pflanzen in den vordergrund. wenn man sich mal wieder was buntes aus dem baumarkt oder eine seltene sorte vom pflanzenmarkt holt, bringt man nicht nur farbe in den garten. gleichzeitig kommt eine botanische und kulturelle geschichte ins beet. gartenkultur! zwei bücher, die nicht nur kulturell von interesse, sondern für emsige gartenbuchleser eine augenweide sind:

abutilon bis viola elatior: fotografie & botanik

walter benjamin schrieb, in seiner besprechung des buches ‚urformen der kunst‘ (→ ’neues von blumen‘ & blümchen), dass die fotos von karl blossfeldt „einen ganzen unvermuteten Schatz von Analogien und Formen“ erschliessen. blossfeldt veröffentlichte die bilder ohne beschreibung: „Man wird aber das Schweigen des Forschers ehren, der diese Bilder hier vorlegt. Vielleicht gehört sein Wissen zu jener Art, die den stumm macht, der es besitzt.“ ‚urformen der kunst‘ erschien 1928. 1932 folgte ‚wundergarten der natur‘. die rezeption der bilder blieb formal, auf analogien beschränkt. foto-ästhetik, neue sachlichkeit & l’art pour l’art. der band ‚karl blossfeldt – meisterwerke‘ mit einer auwahl aus dem blossfeldt archiv der stiftung ann und jürgen wilde bringt blossfeldt ein wenig zurück in die botanik. neben den grossen tafeln im buch finden sich im hinteren teil des bandes „botanische erläuterungen“ von hansjörg küster, professor für pflanzenökologie am institut für geobotanik der leibniz universität hannover, autor von bücher über die natur- und kulturgeschichte der elbe, der nord- und ostsee und ‚die entdeckung der landschaft‘ im allgemeinen. Weiterlesen

25 jahre gartengesellschaft: herbstpfad & einzug der gräser und stauden ins öffentliche grün

gartengesellschaft

die gesellschaft zur förderung der gartenkultur e.v. wurde vor 25 jahre in hamburg gegründet: aus einer initiative zur rettung des gartens der pädagogin, sozialreformerin und rosenexpertin alma de l’aigle entstand eine gesellschaft mit zweigen in rhein-main, berlin / brandenburg, schleswig-holstein, nordrhein-westfalen, mitte / fulda werra leine, schwaben, oberbayern und mecklenburg. gefeiert wurde in berlin.

festakt im rathaus charlottenburg am freitag, 21. oktober 2016: ein grusswort von maria böhmer, mdb etc. und ehemalige präsidentin des unesco welterbekomitees: gärten sind kultur! und nicht naturerbe. die frage „gartenkultur – vom aussterben bedroht?“: ein plädoyer für die gartenkultur von gabriele schabbel-mader, präsidentin der gartengesellschaft. ein visuelles feuerwerk aus gärten von ute und albrecht ziburski mit gartenbildern u.a. aus ihrem garten moorriem & händel. und die verleihung des alma de l’aigle-preises 2016 an gesa klaffke-lobsien und kaspar klaffke, die die idee des offenen gartens von england importierten und erstmals 1991 in hannover verbreiteten.

mitgliederversammlung am samstag im botanischen museum in lichterfelde / botanischer garten und botanisches museum berlin-dahlem. nach einem vortrag über den vor 150 jahren verstorbenen peter joseph lenné von christa hasselhorst und vor den regularien eines e.v. erstmal in den garten … Weiterlesen

querbeet im mai

querbeet_05_16 Weiterlesen

gartenbücher (wunschliste)

beim abstauben des buchregals …

Das Passagen- garten-Werk walter benjamin & natürlich Das Kunstwerk blümchen im Zeitalter seiner technischen digitalen Reproduzierbarkeit

Les Règles de l’art des jardins: genèse et structure du champ littéraire horticole pierre bourdieu

The Ideology of the Aesthetic garden designs terry eagleton

A Portrait of the Artist gardener as a Young Man james joyce

Delirious New York garden rem koolhaas

Culture gardening and Imperialism edward said

The Fall of Public Man green richard sennett & The Uses of Disorder: Personal Identity and City garden Life

Complexity and Contradiction in Architecture the garden robert venturi

Brideshead rüschhaus Revisited evelyn waugh

gartenbücher (alexander von humboldt & ein spaziergang nach telgte)

was ist ein gartenbuch? blümchen & deko? das wäre wohl die antwort, wenn man nach dem üblichen angebot in einer buchhandlung geht. gärten haben mit natur erstmal nichts zu tun. die „natur“ ist jedoch eine wichtiger bestandteil eines gartens. was ist „natur“? humboldt gibt einige antworten & jenseits des gartens: „natur“ und kulturlandschaft, ein spaziergang im münsterland.

gartenbücher_1_16_500

humboldt, alexander von

humboldt? das sind die beiden herren, die vor der gleichnamigen universität in berlin, unter den linden, auf sockeln sitzen (alexander und sein älterer bruder wilhelm). nach alexander ist eine architektonisch und finanziell fragwürdige schlossrekonstruktion in berlin benannt, einige schritte weiter über die spree. ihre inhaltliche konzeption ist noch schwammig. humboldt weltweit: humboldtstrom und der spheniscus humboldti / humboldt-pinguin, die lilium humboldtii / humboldt’s lily endemisch in kalifornien, humboldt county und humboldt river im us bundesstaat nevada (der ursprünglich humboldt heissen sollte), denkmäler im new yorker central park und in dem nach ihm benannten park in chicago. es gab sogar mal ein humboldt-jahr … gelesen und rezipiert wird er im deutschsprachigen raum wenig (im universitären kontext) bis gar nicht. Weiterlesen

syrische (bzw. persische) rosen mit asyl in europäischen gärten: rosa x damascena

geopolitik

der geografische ursprung, bzw. die herkunft, ist ein komplexes thema. die heutigen grenzen in der region sind, wie sich an den von den europäer mit dem lineal gezogenen grenzlinien ablesen lässt, ein künstliches gebilde. das antike persische grossreich (das altpersische, zu dem das heutige syrien gehörte, und das neupersisches reich der sassaniden). alexander der grosse. imperium romanum & byzantinisches reich. die eroberung durch die arabischen umayyaden. anfang des 16. jh. das osmanische reich & nach dessem untergang die europäer. das heutige syrien, zuletzt unter dem völkerbundmandat für syrien und libanon, mandat français en syrie, wurde 1946 unabhängig. religiöse fragen (cf. kreuzzüge) und grenzziehungen mal beiseite gelassen …

von persien ist uns unser vorstellung vom paradies geblieben: paradaidha (umgrenzter bereich), der altpersische begriff für garten wurde in den europäischen sprachen und im hebräischen übernommen/entlehnt.

das interesse des westens an den gebieten des ehemaligen persischen grossreiches ist vor allem einem exportprodukt zu verdanken: öl. erdöl. vor der industrialisierung europas war das gefragte luxusprodukt aus diesem gebiet ein anderes öl: rosenöl. im heutigen iran (veraltet persien) um kāschān in der provinz isfahan, um schiras (fars) und um kerman (in der gleichnamigen provinz) sowie in afghanistan in der provinz kabul wurde und wird die damaszener-rose angebaut, um rosenöl zu gewinnen. in afghanistan gibt es versuche, die rosenölproduktion zu forcieren, um andere alternative erwerbszweige zum traditionellen anbau von papaver somniferum / schlafmohn für die herstellung von opium zu schaffen.

in europa, im bulgarischen kasanlak, wird im tal der rosen (pозова долина) die rosa x damascena ‚trigintipetala‘, syn. ‚rose von kazanlik‘ oder ‚bulgarische ölrose‘ mit hell rosa blüten, die während des osmanischen reiches dort hin kam, für die gewinnung von rosenöl angebaut. in frankreich, um grasse, wird die rosa x centifolia / zentifolie oder provence-rose (von holländischen züchtern, zwischen dem 17. und 19. jhr) angebaut. eine kreuzung aus rosa gallica, r. moschata, r. canina und r. x damascena. Weiterlesen