lenné, schwiegermuttersessel statt papphocker & die elbe

kloster berg garten

vom klostergarten zum volksgarten: auf dem gelände des ehemaligen klosters st. johannes der täufer auf dem berge oberhalb der elbe, einer ca. 970 gegründeten benediktiner-abtei, ab 1565 protestantisches stift und 1813 auf befehl napoleons endgültig abgerissen, entstand unter leitung des magdeburger stadtbaumeisters friedrich wilhelm wolff ab 1825 der erste volksgarten (in preussen). den entwurf für die anlage lieferte peter joseph lenné. von den ursprünglich 30 hektar sind 10 erhalten. friedrich-wilhelm-garten (nach friedrich wilhelm III. von preussen), ab 1921 bzw. 1990 klosterbergegarten mit einer unterbrechung als pionierpark. das gesellschaftshaus im park, ab 1828 nach entwürfen von karl friedrich schinkel erbaut, diente als pionierhaus der pionierorganisation ernst thälmann.

grusonii

am klosterbergegarten befinden sich die 1896 eröffneten gruson gewächs- und palmenhäuser der stadt magdeburg. erbaut für die pflanzensammlung des magdeburger industriellen hermann gruson. ende des 19. jh. die grösste kakteensammlung der welt. nach grusons tod schenkten die erben die sammlung der stadt magdeburg. im kakteen- und sukkulentenhaus: echinocactus grusonii, der goldkugelkaktus. das epitheton „grusonii“ für den schwiegermutterstuhl oder -sessel stammt von heinrich hildmann in der erstbescheibung (‚deutsche garten-zeitung. wochenschrift für gärtner und gartenfreunde‘, 5. jhg., 1886): eine hommage an hermann gruson. echinocactus grusonii ist in seinem ursprünglichen habitat, den mexikanischen bundesstaaten hidalgo und querétaro, vom aussterben bedroht, „critically endangered (cr)“ laut der roten liste gefährdeter arten (iucn). in magdeburg ist der goldkugelkaktus in den gewächshäuser geschützt und wird als sitzplatz jedoch nicht sonderlich geschätzt: der papphocker des kirchentages erfreute sich die letzten tage grösserer beliebtheit … Weiterlesen

erntedank / ‚das bauernlied‘ von matthias claudius

Der Vorsänger:
Im Anfang war’s auf Erden
Nur finster, wüst, und leer;
Und sollt was sein und werden,
Mußt es woanders her.

Coro. Alle Bauern:
Alle gute Gabe
Kam oben her, von Gott,
Vom schönen blauen Himmel herab!

Vorsänger:
So ist es hergegangen
Im Anfang, als Gott sprach;
Und wie sich´s angefangen,
So geht´s noch diesen Tag.

Coro:
Alle gute Gabe
Kömmt oben her, von Gott,
Vom schönen blauen Himmel herab!

Vorsänger:
Wir pflügen, und wir streuen
Den Samen auf das Land;
Doch Wachstum und Gedeihen
Steht nicht in unsrer Hand.

matthias claudius, ‚das bauernlied‘ aus ‚paul erdmanns fest‘ in ‚asmus omnia sua secum portans oder sämmtliche werke des wandsbecker bothen‘, 1783.

eine version findet sich im evangelischen gesangbuch: lied nr. 508 ‚wir pflü­gen und wir streu­en‘. im römisch-katholischen ‚gotteslob‘ ist das lied nicht vertreten.

english version: ‚we plow the fields‚ by jane montgomery camp­bell, 1861. in ‚a gar­land of songs‘ by charles s. bere, 1862.

‚the garden‘ von den einstürzenden neubauten

You will find me if you want me in the garden

unless it’s pouring down with rain


You will find me waiting waiting for the fall

You will find me waiting for the apples to ripen

You will find me waiting for them to fall

You will find me by the banks of all four rivers

You will find me at the spring of conciousness

You will find me if you want me in the garden

unless it’s pouring down with rain

irdisches vergnügen in gott

barthold heinrich brockes, irdisches vergnügen in gott, bestehend in physicalisch- und moralischen gedichten  (1721 - 1748)

barthold heinrich brockes, ‚irdisches vergnügen in gott, bestehend in physicalisch- und moralischen gedichten‘ (1721 – 1748). neun gedichte wurden von georg friedrich händel vertont. deutsche arien, hwv 202–210.