saisonende im pomarium anglicum

die letzten äpfel der saison im obstmuseum pomarium anglicum von karin und meinolf hammerschmidt in winderatt: alte obstsorten auf einer ehemaligen koppel in der angeliter knick-landschaft → „eingefriedigte parzellen, nicht größer als ein stück gartenland“.

pomarium_anglicum_800 Weiterlesen

Advertisements

frühlingsgarten / ‘theorie der gartenkunst’ von christian cay lorenz hirschfeld

[…]

Dies ist die Feyerzeit der Blühen und der Blumen; mit ihnen prange vornehmlich der Garten des Frühlings. Bäume und Sträucher und Pflanzen, die in dieser Jahreszeit ihre Blumen in der Mannigfaltigkeit ihrer Farbenpracht enthüllen, müssen hier das zarte Grün der Rasen mit Blüthen und wankenden Schatten zieren. Sie mögen sich bald auf dem sanften Teppich einzeln zerstreuen; bald sich in Gruppen sammeln, dicke Massen voll glänzender Farben mit Wohlgeruch bilden, oder sich in schönen Pyramidalformen erheben, woraus ein reich blühender Gipfel emporsteigt, indessen auf den Seiten umher mannigfaltige Blumenbüschel niedriger Sträucher herabhangen; bald sich zu lieblichen Haynen, dem Frühling geheiligt, vereinigen. Der Gartenkünstler wähle die Geschlechter und Arten, die eine Folge von Blumen gewähren, und verbinde sie unter einander, daß die Scene nicht so bald leer werde. Allein weil die Zeit der Blüthen doch nur kurz ist, so sehe er zugleich auf Stämme von schönen Formen, damit sie, wenn sie ihrer Blumen entblößt sind, und ihr Laub sich noch nicht ganz enthüllt hat, noch fortfahren können, dem Auge einen gefälligen Anblick zu verschaffen. Die Gruppen müssen durch ihre Gestalt und durch ihre Stellung noch angenehme Theile in dem Ganzen des Gemäldes bleiben, wenn sie gleich ihrer Blüthen beraubt sind; der Spatziergang unter ihnen muß noch immer Ergötzung für die übrigen Monate behalten.

Wie viele schön blühende Bäume und Sträucher und Pflanzen liefert nicht die Natur für Spatziergänge, für Lauben, für Gruppen und Hayne des Frühlings! Und welche reiche Gemälde lassen sich nicht daraus zusammensetzen!

[…]

Außer diesen Bäumen und Sträuchern gehören noch mit vorzüglichem Rechte in Frühlingsscenen die Obstbäume; die durch die Schönheit ihrer Blüthen so sehr das Auge entzücken, vornehmlich die Aprikosen, die Pfirschen und die Aepfelbäume. Selbst die mit der einfärbigen Weiße überstreuten Kirschbäume, Pflaumenbäume und Birnbäume stellen eine sehr heitre Scene dar, zumal wenn sie in Wiesen oder auf Rasen stehen, deren aufsprießendes Grün dagegen einen lieblichen Hintergrund bildet. Ein Obstgarten sollte daher wenigstens den Frühlingsscenen zur Seite liegen, wo das Auge die ganze Wonne der Blüthen überschauen kann.

christian cay lorenz hirschfeld, ‘theorie der gartenkunst’, bd. 4, leipzig, 1782.

fagus sylvatica var. suentelensis / ‚die süntelbuche‘ von clementine von münchhausen

Die Süntelbuche.

(Fagus silvatica tortuosa Willkomm, forstl. Flora 1887, S. 439.)

Von Clementine Freifrau von Münchhausen, geb. v. d. Gabelentz, Hannover.

„Wir fahren zur Süntelbuche,“ heißt es, wenn ein neuer Gast uns in Apelern [wasserschloss münchhausen] besucht und ihm das Interessanteste, was die Gegend bietet, vorgeführt werden soll, – sei es nun, daß er Naturfreund ist und Verständnis hat, oder daß ihm Verständnis und Naturfreundschaft erst beigebracht werden müssen, was aber erfreulicherweise nicht oft nötig ist. […]

„Ein Haufen Buchenheister“, sagt der Forstmann. Das ist die Süntelbuche. Sie steht nahe der Höhe des Süntel auf einem Abhang, der sich nach Norden zu sanft zu Tale senkt.[…]

Über ihre Vorgeschichte kann ich leider wenig sagen. Mein Mann hat Apelern und das dazu gehörige Nienfeld erst im Jahr 1886 aus dem Erbe eines entfernten Lehnsvetters angenommen, so daß in mündlicher Überlieferung nichts auf uns gekommen ist.

Wir fanden die schöne eigenartige Buche damals als alten, in der ganzen Gegend bekannten Baum dort vor.

Um den Stamm herum war auch damals schon eine Rasenbank (ohne Rasen bei dem dichten Schatten!), die der Baum zum Glück nicht übel genommen zu haben scheint.

Steht man darunter, so ist der Blick in das Astwerk überaus interessant. Da wächst so ein Ast ein paar Meter lang zielbewußt nach Westen, dann fällt ihm ein, das könnte doch ein Irrtum sein, und er biegt rasch entschlossen im rechten Winkel um nach Süden. Und nach noch nicht einem halben Meter kommt ihm eine neue Laune, und wieder biegt er im rechten Winkel ab, vielleicht nach Osten zurück — das alles in ungefähr horizontaler Lage —, und dann fällt ihm ein, daß Luft und Licht auch schöne Dinge sind, und er strebt nach oben, — womit er aber nicht weit kommt.

Diese älteste Süntelbuche hat 1 m über der Erde einen Umfang von 4,40 m, Kronenumfang gut 77 m, Höhe des Baumes, wie der Förster schreibt, über 12 m. Hiernach wächst sie noch freudig. Denn ich entsinne mich von einer früheren Messung um 1890 bestimmt auf 1 1 m Höhe und 60 m Kronenumfang. Sie teilt sich 2 m über der Erde in zwei Hauptstämme, die sich bald weiter verästeln. Der eine davon ist etwas hochwüchsiger als der andere, so daß von einer gewissen Entfernung, von Norden aus gesehen, der Baum wie ein Berg mit einem nach Osten damit verwachsenen etwas niedrigeren Vorberg aussieht. Die Äste hängen jetzt ganz bis zur Erde, was früher durch Verbiß der Schafe nicht der Fall war.

Die früher gelegentlich gehörte Behauptung, jede auf den Süntel gepflanzte Buche verwandele sich in eine Süntelbuche, ist durchaus unrichtig. An drei Seiten steht Buchenhochwald gar nicht weit von unserer entfernt. Und ein zweites, vielleicht nicht viel jüngeres Exemplar steht sogar am Rand eines dieser Bestände.

Die nächste, schon erwähnte Süntelbuche ist eine Ruine, d. h. ein starker aufrechter Stamm scheint noch ganz gesund, aber unmittelbar über der Erde ist von einem eher stärker gewesenen Stamme, der anscheinend in rein horizontaler Richtung wuchs, nur noch ein morscher Stummel übrig.

[…]

Von dem Förster, den wir 1886 vorfanden, und der als Sohn seines Vorgängers die Süntelbuche von Kind auf kannte, erfuhren wir, daß etwa 30 % der Samen wieder richtige Süntelbuchen ergäbe oder mehr kugelige Zwischenformen, wie deren Freund Beißner bei seinem Besuche in Apelern mich auf ein paar aufmerksam machte.

Leider sind auf einem Nachbargrundstück einige hübsche ältere Exemplare später geschlagen. […]

Weitere Süntelbuchen, die mir bekannt geworden, sind die folgenden: In dem Kurpark von Bad Nenndorf soll eine stehen, jedenfalls kein auffallendes Exemplar; ich besinne mich nicht sie gesehen zu haben, obgleich ich oft dort war, ich bin allerdings sehr schlecht zu Fuß.

[…]

Das Holz dürfte nicht anders zu benutzen sein als anderes Buchenholz. Dort, wo sie vorkommen, gibt es aber gerade Buchenstämme genug, so daß die wenigen Krüppelbuchen gewiß alle ins Brennholz gewandert sind.

Der Wert als Nutzholz – etwa für abenteuerlich geformte Naturmöbel – tritt jedenfalls ganz zurück gegen den Wert als Parkbaum. Hier ist die Süntelbuche am Platze, d. h. wo man Platz genug hat, denn sie ist etwas raumgefräßig. Sie wird aber für die Nachkommen eine prachtvolle Laube, ja Gesellschaftssaal abgeben, und ihre geringe Höhe erlaubt es auch, ihr etwa einen Platz in der Nähe des Wohnhauses auf geneigtem Terrain anzuweisen, wo höhere Stämme die Aussicht stören würden.

clementine freifrau von münchhausen ‚die süntelbuche‘. in: ‚mitteilungen der deutschen dendrologischen gesellschaft‘, nr. 20, 1911.

die hier beschriebene tilly-buche stand am nordostrand des namensgebenden süntels (weserbergland). um 1843, als im zuge der verkopplung (heute würden man flurbereinigung sagen) grössere bestände gerodet wurden, blieb sie als einzelner baum stehen. 1929 wurde der baum zum naturdenkmal erklärt. 1994 brach der solitär, mit ca. 250 jahren, pilzbedingt zusammen. der namensgeber, johann t’serclaes von tilly, hat im dreissigjährigen krieg wohl kaum unter ihr gerastet…

die süntelbuchenallee im kurpark von bad nenndorf wude ende der 1920iger aus sämlingen der tilly-buche, von dem dendrologen und leiter des kurparks carl thon, gepflanzt. aus ca. 30 pflanzen wurden durch absenkung der äste um die 100.

bloomsday: „He went out through the backdoor into the garden: […]“ / ‚ulysses‘ von james joyce

[…]
He went out through the backdoor into the garden: stood to listen towards the next garden. No sound. Perhaps hanging clothes out to dry. The maid was in the garden. Fine morning.
He bent down to regard a lean file of spearmint growing by the wall. Make a summerhouse here. Scarlet runners. Virginia creepers. Want to manure the whole place over, scabby soil. A coat of liver of sulphur. All soil like that without dung. Household slops. Loam, what is this that is? The hens in the next garden: their droppings are very good top dressing. Best of all though are the cattle, especially when they are fed on those oilcakes. Mulch of dung. Best thing to clean ladies‘ kid gloves. Dirty cleans. Ashes too. Reclaim the whole place. Grow peas in that corner there. Lettuce. Always have fresh greens then. Still gardens have their drawbacks. That bee or bluebottle here Whitmonday.
He walked on. Where is my hat, by the way?
[…]

james joyce, ‚ulysses‘, paris, 1922

lonicera caprifolium: „Die Geißblattlaube – Ein Sommerabend – […]”

auf dem weg zur geissblattlaube…

geissblatt_500

viel zu hartes licht zum knipsen. der schatten einer gartenlaube fehlt: lonicera caprifolium / geissblatt oder jelängerjelieber. stecklinge aus glücksburg von zwei verschiedenen sorten: eine weiss, die andere rot blühend. leider schafft es nur die variante mit dem dunklen laub & der… welche blütenfarbe war das noch?

___

geissblatt gilt als symbol für treue: jelängerjelieber. eines der bekanntesten bilder einer geissblattlaube ist das selbstporträt von rubens mit seiner verlobten isabella brant. ein geschenk an die zukünftige schwiegermutter…

rubens_geissblattlaube_detail_500

detail: peter paul rubens, ‚rubens und isabella brant in der geissblattlaube‘, um 1609, alte pinakothek , münchen.

___

eine laube war und ist ein guter platz im garten für treffen jeglicher art: romantische & um hinter dem geissblatt versteckt tratsch zu lauschen:

Hero
Good Margaret runne thee to the parlour,
There shalt thou finde my Cosin Beatrice,
Proposing with the Prince and Claudio,
Whisper her eare, and tell her I and Vrsula,
Walke in the Orchard, and our whole discourse
Is all of her, say that thou ouer-heardst vs,
And bid her steale into the pleached bower,
Where hony-suckles ripened by the sunne,
Forbid the sunne to enter: like fauourites,
Made proud by Princes, that aduance their pride,
Against that power that bred it, there will she hide her,
To listen our purpose, this is thy office,
Beare thee well in it, and leaue vs alone

Marg.
Ile make her come I warrant you presently

william shakespeare, ‚much ado about nothing‘,act III, scene I, first folio, london, 1623.

___

 nabu-naturgarten_geissblattlaube_500

die pragmatische anwendung: container für gartengeräte im nabu-naturgarten in hamburg. seitenwände und spitzdach aus drahtelementen als klettergerüst für das geissblatt…

___

ps.: das mit der romantischen stimmung in der geissblattlaube an einem sommerabend kann auch schief gehen:

Wiedersehen

Die Geißblattlaube – Ein Sommerabend –
Wir saßen wieder wie ehmals am Fenster –
Der Mond ging auf, belebend und labend –
Wir aber waren wie zwei Gespenster.

[…]

heinrich heine, ‚romanzero‘, hamburg, 1851

 ___

„Dieser Bauerngarten sagt mir mehr als Versailles und Sanssouci.“ / ‚makartbouquet und blumenstrauß‘ von alfred lichtwark & “Erinnerungen aus aller frühester Kindheit”

Auch in den Gärten fing man an, sich mit kritischem Blicke umzusehen und entdeckte, daß man sich an viele Abgeschmacktheiten hatte gewöhnen lassen. Es gab kaum noch andere Gärten als die sogenannten englischen oder freien, das heißt Nachahmungen der von Menschenhand unberührten Natur. Büsche und Bäume wurden auf engstem Raum unregelmäßig verteilt, daß es aussehen sollte, als wären sie von selber dort gewachsen. Ein Grasplatz, die Nachahmung der Wiese, war selbst bei den kleinsten Vorgärten nicht zu entbehren und Hügel und Thal wurden markiert, wo sich zwei Fuß Niveauunterschied gewinnen ließen. Verschwunden waren die alten Bauerngärten und mit ihnen die uralten edlen Kulturblumen, die Akelei, der Rittersporn, der Goldlack, der Rosenbusch. Man fand sie nur noch auf dem Lande und der moderne Gärtner verachtete sie tief – Bauernblumen, Pastorsblumen. Im kleinen englischen Garten mit den direktionslosen Wegen kamen die Blumen kaum anders als in den runden Beeten der Grasplätze vor, ein roter Fleck Begonien, ein grausamer blauer Fleck Lobelien, eine unruhige stockige Zusammenstellung hochstämmiger Rosen. Man durfte sich im eigenen Garten keinen Blumenstrauß schneiden. Nur in den aus historischer Pietät gepflegten Königsgärten wie zu Versailles und Sanssouci konnte man die Reste einer verschwundenen großen Gartenkunst der Vergangenheit studieren. Daß auch die Bauern unserer Marschen an dem alten Kulturbesitzt des regelmäßigen Gartens festgehalten hatten, war fast unbekannt.
Ich machte mir einmal die Freude, einen Freund aus Berlin den wohlgepflegten Garten eines reichen Bauern in der Hamburger Marsch zu zeigen. Um mich an seiner Überraschung zu weiden, hatte ich ihm kein Wort von meiner Absicht verraten.
Schon beim ersten Anblick stutzte der Fremde. Hastig, ohne ein Wort zu sagen, trat er aus der Hausthür und eilte nach dem geraden Weg, der auf die große, geschorene Laube im Hintergrund zuführt. Er ließ seine Blicke über die Blumenbeete schweifen, die den Weg begleiten, über die regelmäßigen Gemüsebeete dahinter, sah mich verblüfft an, wandte sich nach allen Seiten und brach dann nach seiner lebhaften Weise in Verwunderung aus.
Das ist alt? rief er. Wirklich? – Dann haben unsere Bauern und auch in ihren Gärten ein Stück Kultur am Leben erhalten wie in ihren Möbeln, Fayencen und den herrlichen alten Hamburger Öfen? Wissen sie, davon habe ich gar keine Ahnung gehabt! – Nein, wie das gemüthlich aussieht, diese geraden Wege und buchsgefassten Beete, diese geschorenen Hecken und der große Würfel der Laube, und diese klassische Verbindung von Blumen- und Gemüsegarten, wie menschlich. Ich kann den breiten Weg in der Mitte gar nicht ansehen, ohne daß ich auch den Bauer oder den Pastor vor mir habe, der langsam auf- und abgeht, an der Buchseinfassung der Beete herumstutzt, eine Lilie anbindet oder ein Unkraut ausreißt. Gehen Sie doch ein paar Schritte nach der Laube zu – noch etwas weiter – nein! Wie famos eine menschliche Gestalt auf diesem flachen Boden, in dieser ruhigen Umgebung aussieht! Das ist alles auf den Menschen zugeschnitten. Haben Sie einmal darauf geachtet, wie zusammenhanglos ein Mensch über das schwankende Terrain unserer Stadtgärtchen wandelt? Man hat da eigentlich in seinem Garten gar nichts verloren und passt gar nicht hinein.
Merkwürdig, ich vermisse den Grasplatz gar nicht – dies ist einmal ein wirklicher Blumengarten, sehen Sie nur, wie der Rittersporn da auf dem Beete steht, unten mit schweren Blättern, oben alles leicht. Und das ist die Akelei, sagen Sie? Aber das ist ja eine der schönsten Blumen, die es überhaupt giebt. Und wie jede Pflanze zu ihrem Recht kommt! – Dabei die ganze Anlage – das ist ja einfach groß – eine solche Raumwirkung hätte ich bei so bescheidenen Abmessungen nicht für möglich gehalten. Hier gehe ich gar nicht wieder weg.
Und ich musste ihn gewähren lassen, bis er den Garten von allen Ecken und Winkeln betrachtet hatte. […]
Wollen Sie glauben, sagte er, ich fühle mich förmlich aufgewühlt. Was für eine Perspektive eröffnet dieser Rest ältester Kunstübung für die Wiederbelebung einer Gartenbaukunst, die ihren Namen verdient.
Dieser Bauerngarten sagt mir mehr als Versailles und Sanssouci. Auch im Garten ist die Monumentalität nicht an räumliche Ausdehnung gebunden. Alles ist groß in dieser Anlage, weil sie gute Verhältnisse hat. Da ist die Laube als beherrschender Mittelpunkt, sie ist an sich über das Maß entwickelt, aber der Garten enthält nichts größeres, deshalb wirkt sie mächtig. Große wilde Bäume daneben würden sie klein machen. Alle Büsche, die Johannisbeeren, die Stachelbeeren, sind von Natur klein, die Hecke wird von der Schere gebändigt. Wie fein sind diese Massen abgewogen!
Und diese Harmonie ist auf Dauer angelegt, wie es sich bei einem Kunstwerk gehört. Thut die Schere ihre Pflicht, so sieht der Garten in hundert Jahren aus wie heute, wo er wohl mehr als ein Jahrhundert ohne wesentliche Änderung steht. […]
Der alte Bauer, der diesen Garten angelegt hat, wußte auch, was Licht und Schatten bedeutet. Da sehen Sie nur, wie der dunkle, im Bogen geschlossene Eingang der Laube großartig und ernst in der Laubwand steht, er beherrscht eigentlich den ganzen Eindruck – und wie milde liegt das Sonnenlicht auf dem Rücken der Hecke und den runden Häuptern der Johannisbeer- und Stachelbeerbüsche.
[…] Wenn man aus Erfahrung klug werden kann, sollte bei der künstlerischen Umgestaltung des Gartens vom entgegengesetzten Ende angefangen werden. Denken Sie sich in diesen grünen Garten ein paar graue Steinvasen in edlen Umrissen, oder gegen die Wände der Laube zwei schöne Sandsteinfiguren – nicht wahr, das wäre überwältigend. Und käme dann das Wasser hinzu, in regelmäßigen Spiegeln steingefaßter Becken – oder als Springbrunnen, die Hecke überschneidend – ich möchte jubeln, wenn ich daran denke, daß ich die Zeit, die das wieder auferstehen läßt, noch erleben kann.
Sie sagen, es giebt hier herum noch Bauerngärten mit alten Statuen? – Nicht möglich! – Aber das müssen Sie mir noch zeigen. […]
Seine Begeisterung für den alten Garten that meinem Herzen wohl, und in meiner Seele wachten Erinnerungen aus aller frühester Kindheit auf, wo die geschorenen Hecken eines solchen Gartens meine Welt eingeschlossen hatten. Auf diesem Weg war der Liebe Gott gewandelt am Abend, da es kühl ward, hier hatte er sich umgesehen über die Stachelbeer- und Johannisbeerbüsche und hatte gerufen: „Adam, wo bist du?“ – während Adam und Eva sich in der dunklen Laube versteckt hielten, angstvoll und schuldbeladen, den sie hatten Äpfel weggenommen.

alfred lichtwark, ‚makartbouquet und blumenstrauß‘, münchen, 1894.

________

von den vier- und marschlanden ins münsterland:

gartenlaube_alst_500   eine gartenlaube in einem münsterländer bauerngarten als hintergrund für ein hochzeitsfoto (ausschnitt), bauerschaft alst, albersloh,  januar 1914. die hecken und lauben eines westfälischen bauerngartens waren zumeist aus carpinus betulus / hainbuche. über 50 jahre später „Erinnerungen aus aller frühester Kindheit, wo die geschorenen Hecken eines solchen Gartens meine Welt eingeschlossen hatten“: die beeteinfassungen aus buxus / buchsbaum im garten meiner grossmutter…

„le plus pressé, c’était le jardin“ oder landlust im 19. jh. / ‘bouvard et pécuchet’ von gustave flaubert

„Nous y voilà donc! Quel bonheur! Il me semble que c’est un rêve!“

Bien qu’il fût minuit, Pécuchet eut l’idée de faire un tour dans le jardin. Bouvard ne s’y refusa pas. Ils prirent la chandelle, et l’abritant avec un vieux journal, se promenèrent le long des plates-bandes. Ils avaient plaisir à nommer tout haut les légumes: „Tiens! des carottes! Ah! des choux.“

Ensuite, ils inspectèrent les espaliers. Pécuchet tâcha de découvrir des bourgeons. Quelquefois une araignée fuyait tout à coup sur le mur; – et les deux ombres de leur corps s’y dessinaient agrandies, en répétant leurs gestes. Les pointes des herbes dégouttelaient de rosée. La nuit était complètement noire; et tout se tenait immobile dans un grand silence, une grande douceur. Au loin, un coq chanta.

[…]

Puis ils se mirent à la croisée, pour voir le paysage.

On avait en face de soi les champs, à droite une grange, avec le clocher de l’église, – et à gauche un rideau de peupliers.

Deux allées principales, formant la croix, divisaient le jardin en quatre morceaux. Les légumes étaient compris dans les plates-bandes, où se dressaient, de place en place, des cyprès nains et des quenouilles. D’un côté, une tonnelle aboutissait à un vigneau, de l’autre un mur soutenait les espaliers; – et une claire-voie, dans le fond, donnait sur la campagne. Il y avait au delà du mur un verger, après la charmille un bosquet, derrière la claire-voie un petit chemin.

[…]

Les deux Parisiens désiraient faire leur inspection, […]

Ils s’en revinrent par la cavée, sous une avenue de hêtres. La maison montrait, de ce côté-là, sa cour d’honneur et sa façade.

[…]

Les quatre chambres au premier s’ouvraient sur le corridor qui regardait la cour. Pécuchet en prit une pour ses collections; la dernière fut destinée à la bibliothèque; et comme ils ouvraient les armoires, ils trouvèrent d’autres bouquins, mais n’eurent pas la fantaisie d’en lire les titres. Le plus pressé, c’était le jardin.

Bouvard, en passant près de la charmille, découvrit sous les branches une dame en plâtre. Avec deux doigts, elle écartait sa jupe, les genoux pliés, la tête sur l’épaule, comme craignant d’être surprise. – „Ah! pardon! Ne vous gênez pas!“ Et cette plaisanterie les amusa tellement que vingt fois par jour pendant plus de trois semaines, ils la répétèrent.

Cependant, les bourgeois de Chavignolles désiraient les connaître – on venait les observer par la claire-voie. Ils en bouchèrent les ouvertures avec des planches. La population fut contrariée.

Pour se garantir du soleil, Bouvard portait sur la tête un mouchoir noué en turban, Pécuchet sa casquette; et il avait un grand tablier avec une poche par devant, dans laquelle ballottaient un sécateur, son foulard et sa tabatière. Les bras nus, et côte à côte, ils labouraient, sarclaient, émondaient, s’imposaient des tâches, mangeaient le plus vite possible, – mais allaient prendre le café sur le vigneau, pour jouir du point de vue.

S’ils rencontraient un limaçon, ils s’approchaient de lui, et l’écrasaient en faisant une grimace du coin de la bouche, comme pour casser une noix. Ils ne sortaient pas sans leur louchet, – et coupaient en deux les vers blancs d’une telle force que le fer de l’outil s’en enfonçait de trois pouces. Pour se délivrer des chenilles, ils battaient les arbres, à grands coups de gaule, furieusement.

Bouvard planta une pivoine au milieu du gazon – et des pommes d’amour qui devaient retomber comme des lustres, sous l’arceau de la tonnelle.

Pécuchet fit creuser devant la cuisine, un large trou, et le disposa en trois compartiments, où il fabriquerait des composts qui feraient pousser un tas de choses dont les détritus amèneraient d’autres récoltes, procurant d’autres engrais, tout cela indéfiniment; – et il rêvait au bord de la fosse, apercevant dans l’avenir, des montagnes de fruits, des débordements de fleurs, des avalanches de légumes. Mais le fumier de cheval si utile pour les couches lui manquait. Les cultivateurs n’en vendaient pas; les aubergistes en refusèrent. Enfin, après beaucoup de recherches, malgré les instances de Bouvard, et abjurant toute pudeur, il prit le parti „d’aller lui-même au crottin!“

[…]

Puis les mauvais jours survinrent, la neige, les grands froids. Ils s’installèrent dans la cuisine, et faisaient du treillage; ou bien parcouraient les chambres, causaient au coin du feu, regardaient la pluie tomber.

Dès la mi-carême, ils guettèrent le printemps, et répétaient chaque matin: – „Tout part.“ Mais la saison fut tardive; et ils consolaient leur impatience, en disant: – „Tout va partir.“

Ils virent enfin lever les petits pois. Les asperges donnèrent beaucoup. La vigne promettait.

Puisqu’ils s’entendaient au jardinage, ils devaient réussir dans l’agriculture; […]

gustave flaubert, ‚bouvard et pécuchet‘, posthum veröffentlicht, paris, 1881.

der westfälische bauerngarten

der westfälische bauerngarten