gartenkunst: osterspaziergang im lwl-museum für kunst und kultur, münster

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l. o.: malus & ficus carica im garten eden: johann brabender, ‚adam und eva vom paradies des st. paulus-doms in münster‘, um 1545/50; r. o.: lilium candidum: ludger tom ring d. j., ‚vase mit lilien und iris, 1562; l. m.: sambucus nigra: carl gustav carus, ‚blühende holunderhecke im mondschein‘, um 1823; untere reihe v.l.n.r.: pavo am wannsee (gutspark neukladow): max slevogt, ‚blumengarten in neu-cladow‘, 1912; populus nigra ‚italica‘: ludger gerdes, model ’schiff für münster‘, skulptur projekte 1987 & warten auf 2017: jeremy deller, ’speak to the earth and it will tell you‘, skulptur projekte 2007.

 

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malus domestica: wæs þu hæl / wassailing the apple-trees

WASSAILING THE APPLE-TREES.

Writing on this subject, in the Antiquary, March, 1895, Mr. Harry Hems, of Exeter, introduces the reduced copy of an illustration which appears on the following page, and which he states was published in the Illustrated London News, January 11, 1851.

The picture (says Mr. Hems) „presents, as will be seen, a frosty, moonlight night, with a brilliantly-lit old farmhouse in the background. In the fore are leafless fruit-trees, and three men firing guns at them, whilst the jovial farmer and another man drink success to the year’s crop from glasses evidently filled from a jug of cider, which the latter also holds a-high. A crowd of peasants – men, women and children – are gathered around, and the following description is appended:-

„’Amongst the scenes of jocund hospitality in this holiday season, that are handed down to us, is one which not only presents an enlivening picture, but offers proof of the superstition that still prevails in the Western counties. On Twelfth-even, in Devonshire, it is customary for the farmer to leave his warm fireside, accompanied by a band of rustics, with guns, blunderbusses, &c., presenting an appearance which at other times would be somewhat alarming. Thus armed, the band proceeds to an adjoining orchard, where is selected one of the most fruitful and aged of the apple-trees, grouping round which they stand and offer up their invocations in the following quaint doggerel rhyme:-

‚Here’s to thee,

Old apple-tree!

Whence thou mayst bud,

And whence thou mayst blow,

And whence thou mayst bear

Apples enow:

Hats full,

Caps full,

Bushels, bushels, sacks full,

And my pockets full too! Huzza! huzza!‘

The cider-jug is then passed round, and, with many a hearty shout, the party fire off their guns, charged with powder only, amidst the branches, sometimes frightening the owl from its midnight haunt. With confident hopes they return to the farmhouse, and are refused admittance, in spite of all weather,

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till some lucky wight guesses aright the peculiar roast the maidens are preparing for their comfort. This done, all enter, and soon right merrily the jovial glass goes round, that man who gained admittance receiving the honour of King for the evening, and till a late hour he reigns, amidst laughter, fun, and jollity. The origin of this custom is not known, but it is supposed to be one of great antiquity.

„’The illustration is from a sketch by Mr. Colebrooke, Stockdale.’“

We may add that, in the seventeenth century, a similar custom seems to have been observed in some places on Christmas Eve, for in [robert] Herrick’s Hesperides [london, 1684] the wassailing of fruit trees is among the Christmas Eve ceremonies: –

„Wassail the trees, that they may beare

You many a plum, and many a peare;

For more or less fruits they will bring,

As you do give them wassailing.“

william frances dawson, ‚christmas: its origin and associations: together with its historical events and festive celebrations during nineteen centuries: […] derived from the most authentic sources, and arranged chronologically‘, london, 1902.

wassail kommt aus dem altenglischen oder angelsächsischen: wæs hæl / be you healthy. die ursprüngen liegen vor 1066, der normannischen eroberung unter william the conqueror.

wassailing ist ein fruchtbarkeitsritual. in der letzten der rauhnächte, twelfth night, wurde um eine gute ernte gebeten. die tradition hat sich besonders in den westlichen englischen grafschaften (devon, somerset, dorset, gloucestershire and herefordshire), in denen viel cider produziert wird, erhalten. als lektüre zum cider empfiehlt sich das 1676 in london erschienene buch ‚vinetum britannicum: or a treatise of cider‘ von john worlidge. als ersatz für das schiessen durch den baum kann man natürlich auch hüte durch die äste werfen, denn das sollte bei einem gut beschnittenen apfelbaum möglich sein.

das getränk wassail ist ein mulled cider, glühwein oder punch. es finden sich regional unterschiedliche rezepte. neben cider benötigt man auf jeden fall zucker, zimt, ingwer, und muskatnuss. bei der variante ‚lamb’s wool‘ bratäpfel. auf jeden fall gilt: wæs þu hæl / be in good health!

für den richtigen zeitpunkt bitte die umstellung des kalenders im jahre 1582 vom julianischen auf den gregorianischen beachten. twelfth night, heute die nacht vom 05. zum 06. januar, fiel nach julianischen kalender auf den heutigen 17. januar. noch genug zeit die zutaten zu besorgen …

buxus sempervirens / buchsbaum: „die feinsten Einfassungen vorzüglich zu kleinen Gärten“ / eine pflanzanleitung von henriette davidis

der buxus sempervirens / buchsbaum ist eine konstante als beeteinfassung in der gartengeschichte. von den gärten der römischen villen über den mittelalterlichen klostergarten. von den gärten des barock bis zum bauerngarten

So ein kleiner, bescheidener holsteinischer Bauerngarten mit seinem Blumenkunterbunt, mit seinen Buchseinfassungen, dem letzten Ueberbleibsel des Versailler Parkes, […]

detlev von liliencron ‚roggen und weizen‘, 1900

cylindrocladium buxicola / triebsterben, volutella buxi / buchsbaumkrebs, fusarium buxicola / buchswelke und dem cydalima perspectalis / buchsbaumzünsler zum trotz: eine pflanzanleitung von henriette davidis oder wie sie in ihren kochbücher zu sagen pflegt: „Man nehme …“

Es ist gar nicht in Abrede zu stellen, daß Einfassungen der Beete mit Sauerampfer, Thymian, Schnittlauch u. dergl., besonders in Gärten großer Haushaltungen auf dem Lande, den größten Nutzen für Menschen und Vieh hervorbringen; zugleich werden sie den Boden am wenigsten ausmagern, sind auch leicht zu reinigen, ohne große Mühe und Kosten umzupflanzen und leicht auszubessern. Dennoch gibt man, der Schönheit und Bequemlichkeit wegen, mit Recht Einfassungen aus Buxbaum den Vorzug. Derselbe kann bei günstiger Witterung das ganze Jahr hindurch verpflanzt werden; die beste Zeit zur Anlegung ist jedoch der März oder des Anfang des April, da man alsdann sicher sein kann, daß nicht einzelne Stellen in der Einfassung verdorren, was im Spätherbst oft der Fall ist. Denn der Buxbaum bedarf einer geraumen Zeit, ehe er gehörig angewachsen und die nöthige Kraft gewonnen hat, die strenge Kälte des Winters zu ertragen, die im entgegengesetzten Fall ihn ganz zu Grunde richtet.
Buxbaum von jungem Wuchs liefert die feinsten Einfassungen vorzüglich zu kleinen Gärten; in sehr großen Gärten jedoch, wo der Buxbaum dicker gelegt wird, kann auch altstämmiger benutzt werden. Um beim Zertheilen des Buxbaums recht vorsichtig zu Werke zu gehen, nehme man dazu ein Gartenmesser und theile die Stöcke so, daß jeder Theil eine Partie Saugwurzeln behält, welches das Anwachsen um so mehr sichert. Diese Mühe aber wird nicht Jeder sich geben, vielmehr es vorziehen, zu dieser Arbeit ein Beil zu gebrauchen, wobei es dann nöthig ist, solche Theile wegzuwerfen, die nicht gehörig mit Saug- oder Neben-Wurzeln versehen sind. Zugleich werde auch ein Theil der Blätter abgehauen, und nicht versäumt, die Quecken, welche sich etwa vorfinden sollten und die sich so gern beim Buxbaum einnisten, zu entfernen. Bleiben beim Zertheilen der Stöcke die Wurzeln nicht von gleicher Länge, so thut dies gar nichts zur Sache, und kommt es hier nur darauf an, daß die Einfassung eine gleiche Richtung und eine gleiche Höhe erhält.
Darnach werde nun der Buxbaum an eine schattige Stelle gelegt, und zum Auswerfen der Furchen übergegangen. Diese werden nach der Gartenschnur in ganz gerader Linie, nach den Wegen hin etwas schrägliegend gemacht, damit die Wurzeln ihre Nahrung nicht aus den Beeten, sondern aus den Wegen ziehen. Die Pflanzen werden nun gleichmäßig in die Furchen gelegt, die Wurzeln mit Erde bedeckt und gut angedrückt.
Um den Buxbaum stets recht schön zu erhalten, muß derselbe jedes Jahr, zum wenigsten alle zwei Jahre, geschoren werden,welches aber nicht bei trockener Witterung geschehen darf, weil er dadurch gar zu sehr leidet. Auch muß die Einfassung stets von Unkraut und anliegender Erde befreit, beim Umgraben der Beete sehr geschont, bei großer Dürre zuweilen gegossen, und alle acht Jahre erneuert werden.

henriette davidis, ‚der gemüse-garten – praktische anweisung zur kultur eines gemüsegartens unter berücksichtigung der schönheit und des reichlichsten ertrages; soe wie auch das nöthige über lage, boden, umzäunung, einrichtung, dünger, garten-geräthschaften, kultur der pflanzen und […] sowohl nach eigenen, als nach den langjährign erfahrungen praktischer gartenfreunde mit besonderer berücksichtigung der anfängerinnen und angehenden hausfrauen.‘, iserlohn (vierte verbesserte und vermehrte auflage), 1859 (erstausgabe 1850).

rosenlaube, f. eine von rosenbüschen gebildete laube / de kölsche mona lisa: ‚die muttergottes in der rosenlaube‘ von stefan lochner

Laube, als L. wird eine offene Säulenhalle oder ein Gang an einem Gebäud bezeichnet. Die L. im → Garten ist ein beranktes, schattenspendendes Gerüst, das als offener Gang gebildet sein kann (→ Laubenallee, → Pergola). […]

‘wörterbuch der europäischen gartenkunst’ von gabriele uerscheln und michaela kalusok, stuttgart, 2001

malus sepulcreti

malus sepulcretum   ein apfelbaum (sorte unbekannt) auf dem friedhof ( → Unter dem Ziegenberg / harzerfuhrherren.wordpress.com) neben der dorfkirche buntenbock, oberharz.

ein obstbaum auf dem friedhof? eine friedhofsbepflanzung mit langer tradition.

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Da namen sie den leichnam Jhesu / vnd bunden jn in leinen Tücher mit Specereien / wie die Jüden pflegen zu begraben. / Es war aber an der Stete / da er gecreutziget ward / ein Garte / vnd im garten ein new Grab / in welches niemand je gelegt war. / Da selbs hin legten sie Jhesum

johannes 19, 40-42. übersetzung von martin luther, 1545.

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r.: der st. galler klosterplan / codex sangallensis 1092, enstanden um 820 im kloster reichenau. heute in der stiftsbibliothek st. gallen. l. (detail): der friedhof der mönche im obstgarten oder der obstgarten der mönche als friedhof. der friedhof/obstgarten befindet sich auf dem gesamtplan o.r. neben dem gemüsegarten.

die beschriftung des planes:

friedhof:

Inter ligna soli haec semper sanctissima crux est / in qua perpetuae · Poma salutis olent / Hanc circum iaceant defuncta cadauera fratrum / Qua radiante iterum ·Regna poli accipiant

Unter diesen Hölzern der Erde ist das heiligst immer das Kreuz, / an dem duften die Früchte des ewigen Heils. / Um es herum sollen liegen die Leiber der verstorbenen Brüder; / wenn es wieder erglänzt, mögen sie empfangen die Reiche des Himmels

obstgarten:

M[alus] uel perarius / prunarius / sorbarius / mispolarius / laurus / castenarius / ficus / guduniarius / persicus / auellenarius / amendelarius / murarius / nugariu

Apfelbaum und Birnbaum / Pflaume / Speierling / Mispel / Lorbeer / Kastanie / Feige / Quitte / Pfirsich / Haselnuss / Mandelbaum / Maulbeerbaum / Walnuss

übersetzung nach walter berschin und walter horn.

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[…] ’s war Herbsteszeit,

Wieder lachten die Birnen weit und breit;

Da sagte von Ribbeck: „Ich scheide nun ab.

Legt mir eine Birne mit ins Grab.“

[…]
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus

Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,

Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,

Und in der goldenen Herbsteszeit

Leuchtet’s wieder weit und breit.

Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her,

So flüstert’s im Baume: „Wiste ’ne Beer?“

Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: „Lütt Dirn,

Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.“

So spendet Segen noch immer die Hand

Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

theodor fontane, ‚herr von ribbeck auf ribbeck im havelland‘, in ‚gedichte‘, stuttgart/berlin, 1889.

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Come, my spade. There is no ancient gentleman but gardeners, ditchers, and grave-makers: they hold up Adam’s profession.

william shakespeare, hamlet

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kloster michaelstein

kloster michaelstein

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hilde thoms, ‚der klostergarten michaelstein‘, schriftenreihe der stiftung kloster michaelstein, bd.1, 2005.

gartenlandschaft harz

gartenlandschaft harz