querbeet im september

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glücksburg (herzoglich-exotisch & privat)

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„et la vérité totale de ces semaines glaciales mais déjà fleurissantes, […]“ / ‚à l’ombre des jeunes filles en fleurs‘ von marcel proust

Quand le printemps approcha, ramenant le froid, au temps des Saints de glace et des giboulées de la Semaine Sainte, comme Mme Swann trouvait qu’on gelait chez elle, il m’arrivait souvent de la voir recevant dans des fourrures, ses mains et ses épaules frileuses disparaissant sous le blanc et brillant tapis d’un immense manchon plat et d’un collet, tous deux d’hermine, qu’elle n’avait pas quittés en rentrant et qui avaient l’air des derniers carrés des neiges de l’hiver plus persistants que les autres, et que la chaleur du feu ni le progrès de la saison n’avaient réussi à fondre. Et la vérité totale de ces semaines glaciales mais déjà fleurissantes, était suggérée pour moi dans ce salon, où bientôt je n’irais plus, par d’autres blancheurs plus enivrantes, celles, par exemple, des „boules de neige“ assemblant au sommet de leurs hautes tiges nues comme les arbustes linéaires des préraphaélites, leurs globes parcellés mais unis, blancs comme des anges annonciateurs et qu’entourait une odeur de citron. Car la châtelaine de Tansonville savait qu’avril, même glacé, n’est pas dépourvu de fleurs, que l’hiver, le printemps, l’été, ne sont pas séparés par des cloisons aussi hermétiques que tend à le croire le boulevardier qui jusqu’aux premières chaleurs s’imagine le monde comme renfermant seulement des maisons nues sous la pluie. Que Mme Swann se contentât des envois que lui faisait son jardinier de Combray, et que par l’intermédiaire de sa fleuriste „attitrée“ elle ne comblât pas les lacunes d’une insuffisante évocation à l’aide d’emprunts faits à la précocité méditerranéenne, je suis loin de le prétendre et je ne m’en souciais pas. Il me suffisait pour avoir la nostalgie de la campagne, qu’à côté des névés du manchon que tenait Mme Swann, les boules de neige (qui n’avaient peut-être dans la pensée de la maîtresse de la maison d’autre but que de faire, sur les conseils de Bergotte, „symphonie en blanc majeur“ avec son ameublement et sa toilette) me rappelassent que l’Enchantement du Vendredi Saint figure un miracle naturel auquel on pourrait assister tous les ans si l’on était plus sage, et aidées du parfum acide et capiteux de corolles d’autres espèces dont j’ignorais les noms et qui m’avait fait rester tant de fois en arrêt dans mes promenades de Combray, rendissent le salon de Mme Swann aussi virginal, aussi candidement fleuri sans aucune feuille, aussi surchargé d’odeurs authentiques, que le petit raidillon de Tansonville.

marcel proust, ‚à l’ombre des jeunes filles en fleurs‘, paris, 1918.

Als der nahende Frühling wieder Kälte mitbrachte, zur Zeit der Eisheiligen und österlichen Unwetter, fand Frau Swann, daß man zu Hause erfriere; und oft sah ich sie in Pelzen empfangen, ihre Hände und Schultern fröstelnd unter dem weißen schimmernden Hermelinteppich eines flachen Riesenmuffs und eines Kragens verschwinden; die hatte sie vom Spaziergange anbehalten, sie waren die letzten Stücke des Winterschnees, welche die andern überdauerten und weder am Feuer noch unter der vorgeschrittenen Jahreszeit hinschmolzen. Das wahre Wesen dieser eisigen und doch schon blühenden Wochen leuchtete mir in dem Salon, in den ich nun bald nicht mehr gehen sollte, durch anderes berauschenderes Weiß ein, zum Beispiel das der „Schneebälle“, die auf dem Gipfel ihrer hohen nackten Stiele – nackt wie die linearen Stauden der Präraffaeliten – ihre parzellierten, doch einheitlichen Kugeln trugen, weiß wie Verkündigungsengel, von Zitronengeruch umwittert. Die Schloßherrin von Tansonville wußte, daß auch ein eisiger April nicht ganz ohne Blumen ist, daß Winter, Frühling und Sommer nicht durch hermetische Scheidewände voneinander getrennt sind, wie der Großstädter zu glauben geneigt ist, der, bis die ersten warmen Tage kommen, wähnt, die Welt enthalte nichts als Häuser, welche nackt im Regen stehen. Daß Frau Swann sich mit den Sendungen ihres Gärtners aus Combray begnügte und nicht durch Vermittlung ihrer ständigen Blumenhändlerin die Lücken mit Anleihen bei der mittelländischen Frühreife ausfüllte, will ich durchaus nicht behaupten, und darüber machte ich mir auch keine Sorgen. Um Heimweh nach der Natur zu bekommen, genügte es, daß neben dem Firnenschnee von Frau Swanns Muff die Schneebälle (welche vielleicht der Dame des Hauses nur dazu dienten, auf Bergottes Rat mit ihren Möbeln und ihrer Toilette eine „Symphonie in Weiß-Dur“ zu machen) mich gemahnten, der Karfreitagszauber stelle ein natürliches Wunder dar, dem man alljährlich beiwohnen könnte, wenn man nur weiser wäre; sie machten zusammen mit dem herb berauschenden Duft von Blumenkronen anderer Arten, deren Namen ich nicht wußte (und hatte im Spazierengehn bei Combray dennoch oft vor ihnen eingehalten), aus dem Salon von Frau Swann ein ebenso jungfräuliches blätterloses, von authentischen Gerüchen durchzogenes Blütenreich, wie es der kleine Hügelweg von Tansonville war.

marcel proust, ‚im schatten der jungen mädchen‘, übersetzt von walter benjamin und franz hessel, berlin, 1927.

eine rose und wintergemüse am küchenfester

verblühte gelbe rose von dekablog10 (sorte? eine züchtung vom platzhirschen aus dem hamburger speckgürtel…) & der letzte apium graveolens var. dulce / bleich-, stauden- oder stangensellerie. in den fens (in lincolnshire, cambridgeshire und norfolk) , dem hauptanbaugebiet in england, gab es ende des 19. / anfang des 20. jh. spezielle celery vases um den fenland celery frisch zu halten… dieser hier ist wahrscheinlich aus den vier- und marschlanden bei hamburg. eine celery vase würde jedoch passen…

„Où des bouquets …“ / ‚les fleurs du mal‘ von charles baudelaire

[…]
Dans une chambre tiède où, comme en une serre,
L’air est dangereux et fatal,
Où des bouquets mourants dans leurs cercueils de verre,
Exhalent leur soupir final,
[…]

charles baudelaire, ‚une martyre. dessin d’un maître inconnu‘ in ‚les fleurs du mal‘, paris, 1875

convallaria majalis: pflanzensymbolik & pflanzennamen deut./engl. / ‚die traumdeutung‘ von sigmund freud

„I arrange the centre of a table with flowers for a birthday.“ (Ich richte die Mitte eines Tisches mit Blumen für einen Geburtstag her.) Auf Fragen gibt sie an, sie sei im Traume wie in ihrem Heim gewesen (das sie zur Zeit nicht besitzt) und habe ein Glücksgefühl empfunden.
Die „populäre“ Symbolik ermöglicht mir, den Traum für mich zu übersetzen. Er ist der Ausdruck ihrer bräutlichen Wünsche: der Tisch mit dem Blumenmittelstück ist symbolisch für sie selbst und das Genitale; sie stellt ihre Zukunftswünsche erfüllt dar, indem sie sich bereits mit dem Gedanken an die Geburt eines Kindes beschäftigt; die Hochzeit liegt also längst hinter ihr.
Ich mache sie darauf aufmerksam, daß „the centre of a table“ ein ungewöhnlicher Ausdruck sei, was sie zugibt, kann hier aber natürlich nicht direkt weiterfragen. Ich vermied es sorgfältig, ihr die Bedeutung der Symbole zu suggerieren, und fragte sie nur, was ihr zu den einzelnen Teilen des Traumes in den Sinn komme. Ihre Zurückhaltung wich im Verlaufe der Analyse einem deutlichen Interesse an der Deutung und einer Offenheit, die der Ernst des Gespräches ermöglichte. – Auf meine Frage, was für Blumen es gewesen seien, antwortete sie zunächst: „expensive flowers; one has to pay for them“ (teuere Blumen, für die man zahlen muß), dann, es seien „lilies of the valley, violets and pinks or carnations“gewesen (Maiglöckchen, wörtlich: Lilien vom Tale, Veilchen und Nelken). Ich nahm an, daß das Wort Lilie in diesem Traume in seiner populären Bedeutung als Keuschheitssymbol erscheine; sie bestätigte diese Annahme, indem ihr zu „Lilie“ „purity“ (Reinheit) einfiel. „Valley“, das Tal, ist ein häufiges weibliches Traumsymbol; so wird das zufällige Zusammentreffen der beiden Symbole in dem englischen Namen für Maiglöckchen zur Traumsymbolik, zur Betonung ihrer kostbaren Jungfräulichkeit – expensive flowers, one has to pay for them – verwendet und zum Ausdruck der Erwartung, daß der Mann ihren Wert zu würdigen wissen werde.

sigmund freud, ‚die traumdeutung‘, leipzig und wien, 4. vermehrte und revidierte auflage, 1914 (erstausgabe1900).

 

2x fritillaria imperialis

fritillaria_imperialis_dom_ms_500   fritillaria_imperialis_altona_garten_500

l.: im st.-paulus-dom, münster. die schranken der drei galenschen kapellen sind u.a. mit kaiserkronen in töpfen/vasen geschmückt (→ ‘garten-bluhmen, aus blossem wasser, sonder erde, gewachsen’). die kapellen wurden von christoph bernhard von galen, fürstbischof von münster, in auftrag gegeben und zwischen 1661 und 1663 gebaut. r.: dekablog10’s fritillaria imperialis und fritillaria persica im „eigenen garten“.

tulipa clusiana ‚lady jane‘

tulipa_clusiana_lady_jane_maschendraht_500   immer dieser maschendrahtzaun: ‚lady jane‘ unter den weinstöcken als ersatz-weinbergtulpe.

tulipa_clusiana_lady_jane_schachbrett_500   ‚lady jane‘ meets fritillaria meleagris.

tulipa_clusiana_lady_jane_jasper_500   die hippe ist immer in der tasche: ‚lady jane‘ in jasper blue.