gartenbücher (wunschliste)

beim abstauben des buchregals …

Das Passagen- garten-Werk walter benjamin & natürlich Das Kunstwerk blümchen im Zeitalter seiner technischen digitalen Reproduzierbarkeit

Les Règles de l’art des jardins: genèse et structure du champ littéraire horticole pierre bourdieu

The Ideology of the Aesthetic garden designs terry eagleton

A Portrait of the Artist gardener as a Young Man james joyce

Delirious New York garden rem koolhaas

Culture gardening and Imperialism edward said

The Fall of Public Man green richard sennett & The Uses of Disorder: Personal Identity and City garden Life

Complexity and Contradiction in Architecture the garden robert venturi

Brideshead rüschhaus Revisited evelyn waugh

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blackbox-gardening: mit luhmann im garten?

vortrag von jonas reif bei der gesellschaft zur förderung der gartenkultur e.v., zweig hamburg: blackbox-gardening. das gleichnamige buch von reif, verantwortlicher redakteur der zeitschrift ‚gartenpraxis‘, und christian kreß, inhaber der gärtnerei sarastro-stauden in ort im innkreis, oberösterreich, erschien im letzten jahr bei ulmer. die meisten fotos stammen von jürgen becker. die marketing-abteilung des verlages ging bei erscheinen in die vollen: „Das erste Buch zum völlig neuen Gartenthema.“

blackbox

zum thema blackbox empfehle ich ‚cybernetics: or the control and communication in the animal and the machine‘ von norbert wiener (cambridge, mass, 1948) und ’soziale systeme. grundriß einer allgemeinen theorie‘ von niklas luhmann (frankfurt/m., 1984).

gardening

lassen wir das schlagwort aus dem kybernetischen und systemtheoretischen diskurs einmal bei seite, konzentrieren uns auf gardening (cf. → gartenarbeit vs gardening / kulturelle unterschiede…) und bleiben beim untertitel: „Mit versamenden Pflanzen Gärten gestalten“. also wachsen lassen und das rausreissen (eine lieblingsbeschäftigung!), was stört…

Gardens that give space to self-sowers have a comfortable, personal feel. These plants fill a gap and are wonderful accessories in our overall aim of keeping the show going.

Many people are frightened of self-sowers, thinking that, if allowed, they will lose control and that their garden will look a mess. So they apply thick mulches to prevent this. What they are missing!

[…]

You need to think of self-sowers as allies that need to be controlled. You‘ ll probably be weeding out 95 per cent of them. That’s all right. Those that remain will do their job all the better for not having too much competition.

christopher lloyd, succession planting: self-sowers‘ in the guardian, 27/03/2004, reprinted in ‘cuttings – a year in the garden with christopher lloyd’, london, 2007.

nicht ganz so neu… in anbetracht der aktuellen diskussionen über wilde gärten (pflichtlektüre: william robinson, ‚the wild garden‘, london, 1870), dutch wave, prairie gardens oder welches schlagwort gerade benutzt wird, ist es nicht verwunderlich das ein buch nur über selbstversamende pflanzen erscheint. um nicht zu sagen überfällig. Weiterlesen

the line of beauty (to commemorate the 250th anniversary of mr hogarth’s death)

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hogarth, the line of beauty & trump: ‚william hogarth, painted by w. hogarth, engraved by benj[amin] smith, from the original picture in the collection of john & josiah boydell, published june 4 ,1795 […] at the shakespeare gallery pall mall‘. kupferstich nach ‚the painter and his pug‘, 1745 (heute in der tate gallery, london).

PREFACE.

[…], in the year 1745, [i] published a frontispiece to my engraved works, in which I drew a serpentine line lying on a painter’s pallet, with these words under it, THE LINE OF BEAUTY. The bait soon took; and no Egyptian hierogliphic ever amused more than it did for a time, […]

CHAP. VII

Of LINES

It is to be observed, that straight lines vary only in length, and therefore are least ornamental.
That curved lines as they can be varied in their degrees of curvature as well as in their lengths, begin on that account to be ornamental.
That straight and curv’d lines join’d, being a compound line, vary more than curves alone, and so become somewhat more ornamental.
That the waving line, or line of beauty, varying still more, being composed of two curves contrasted, becomes still more ornamental and pleasing, insomuch that the hand takes a lively movement in making it with pen or pencil.
And that the serpentine line, by its waving and winding at the same time different ways, leads the eye in a pleasing manner along the continuity of its variety, if I may be allowed the expression; and which by its twisting so many different ways, may be said to inclose (tho‘ but a single line) varied contents; and therefore all its variety cannot be express’d on paper by one continued line, without the assistance of the imagination, […] where that sort of proportion’d, winding line, which will hereafter be call’d the precise serpentine line, or line of grace, is represented by a fine wire, properly twisted round the elegant and varied figure of a cone. […]

CHAP. IX

Of COMPOSITON, with the WAVING-LINE

[…] Though all sorts of waving-lines are ornamental, when properly applied; yet, strictly speaking, there is but one precise line, properly to be called the line of beauty, which in the scale of them [fig. 49, plate I] is number 4: the lines 5, 6, 7, by their bulging too much in their curvature becoming gross and clumsy; and, on the contrary, 3, 2, 1, as they straighten, becoming mean and poor, […]

william hogarth, ‚the analysis of beauty‘, london, 1753

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fig. 49, ‚plate I, the sculptor’s yard‘ aus ‚the analysis of beauty‘.

Es handelt sich darum, die Endgültigkeit der Erkenntnis zum Allgemeingut zu machen, daß der architektonisch regelmäßige und der natürliche Gartenstil, der von den Standortgenossenschaften der Pflanzen und den Vordergrundanblicken der wilden Natur ausgeht, einander in alle Zeit hinaus ebenbürtig sind. Sie sind aber nicht nur gleichberechtigt, sondern dazu bestimmt, sich gegenseitig immer mehr auf unausdenkbare Weise zu durchdringen, ohne daß hier falsche Stilvermischungen entstehen.

karl foerster, ‚garten als zauberschlüssel‘, berlin, 1934

If a plant bores you, something must be done about it. The simplest course, if it belongs to you, is to throw it out. If it is someone else’s, look the other way. If it belongs to someone you rather dislike anyway, don’t be ashamed to let it confirm you in an inclusive repulsion. At the least, you must react somehow. If you accept all your surroundings meekly, something in you will die.

christopher lloyd, ‚colour clash‘ in ‚the guardian‘, 01/10/2005

Je länger wir über das Problem der Ökologie und Ästhetik nachdenken, desto tiefer geraten wir in Paradoxien, und zwar auf beiden Seiten des Begriffspaares: Die Ökologie befindet sich in einer Debatte um ihre Ziele, und die Seite der Ästhetik, der Wahrnehmbarkeit und Darstellung der Natur, befindet sich in einer tiefen Krise, der Krise der heutigen Gartenkunst. Woher kommt diese Entwicklung, was hat sich in unserer Welt oder unserer Gesellschaft verändert, daß so normal scheinende Begriffe wie Natürlichkeit und gärtnerische Schönheit in Zweifel, ins Wanken geraten?
[…]
Daß wir heute ökologisch gärtnern, erscheint mir eine Selbstverständlichkeit. Ökologisches Gärtnern ist aber noch keine Darstellung, keine Wahrnehmbarmachung von Natur. Die Mittel einer solchen neuen Gartenkunst müssen erst erarbeitet werden.

lucius burckhardt, ‚ästhetik und ökologie‘ zuerst in bauwelt # 81/39, 1990, wiederabgedruckt in ‚warum ist landschaft schön? die spaziergangswissenschaft‘, hrsg. von markus ritter und martin schmitz, berlin, 2006.

„[…], und der kleine Garten am Hause kann wieder nach künstlerischen Grundsätzen […] angelegt werden“ / ‚blumenkultus‘ von alfred lichtwark

Die Tage des englischen Gartens sind gezählt, so bald bei uns eine wirkliche Blumenliebhaberei wieder erwacht , wie sie das siebzehnte und achtzehnte Jahrhundert gekannt haben, und die bei den jetzt üblichen Gartenanlagen keine Befriedigung finden kann. Wo soll man die Blumen unterbringen? Die Blume, heute das Stiefkind unseres Gartens, muss wieder wie in alten Zeiten seine Herrin werden.
Und wenn ein Blumenfreund mit dem Gedanken umgeht, sich draussen ein Haus zu bauen, so wird er vom Garten ausgehend das Haus gestalten, wie es in einen Blumengarten passt, und mit den architektonischen Motiven rechnen, die unsere alte, behagliche Bauweise ihm zur Verfügung stellt.
So kann die Liebe zur Blume uns schliesslich sogar zu einer liebenswürdigen, künstlerischen Weise des Hausbaues zurückführen, denn so bald der Hausherr von seinem Garten wieder Blumen verlangt, ist die klägliche Nachahmung der englischen Landschaft überwunden, und der kleine Garten am Hause kann wieder nach künstlerischen Grundsätzen mit geraden Wegen und Blumenbeeten angelegt werden; und wenn wir erst den künstlerischen Garten haben, muss in der Architektur wieder ein künstlerischer Geschmack zur Geltung kommen.

alfred lichtwark, ‚der garten am hause‘ in ‚blumenkultus – wilde blumen‘, dresden, 1897.

M M X I V

planungen für den „eigenen“ garten und/oder den blog (nicht zu verwechseln mit sogenannten „guten vorsätzen“):

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wilfried hansmann, ‚das gartenparterre – gestaltung und sinngehalt nach ansichten, plänen und schriften aus sechs jahrhunderten‘, quellen und forschungen zur gartenkunst bd. 28, worms, 2009

robin whalley and anne jennings, ‚knot gardens and parterres – a history of the knot garden and how to make one today‘, foreword by the marchioness of salisbury, london, 1998

gabrielle voigt, ‚blankenburg – residenz / lustgarten / kleines schloss‘, hrsg. vom museum kleines schloss, stadt blankenburg, blankenburg/harz, 1996

johann conrad schlaun (postkarte: porträt j.c.sch., undatiert u. unsigniert, kopie nach einem original aus dem 18. jh., stadtmuseum münster): → ‚plan vom ganzen platz und vorplatz des rüschhauses nebst denen beyden gartens.‘, 1745; → lustgarten auf der twickelschanze (heute engelenschanze) in münster, 1729/31.

zweiter versuch: hamamelis x intermedia ‚jelena‘ / zaubernuss

da sind noch samen: silybum marianum / mariendistel

wir basteln uns ein alpinum: eryngium alpinum / alpen-mannstreu & carlina acaulis / silberdistel

&c. pp

[…]

As the garden grew with the plan

So does the plan with the garden.

[…]

berthold brecht, ‚garden in progress‘ (über den garten seines freundes charles laughton), los angeles, 1944

If a man were to look over the fence on one side of his garden and observe that the neighbor on his left had laid his garden path round a central lawn; and were to look over the fence on the other side of his garden and observe that the neighbor on his right had laid his path down the middle of the lawn, and were then to lay his own garden path diagonally from one corner to the other, that man’s soul would be lost. Originality is only to be praised when not prefaced by the look to right and left.

quentin crisp, the naked civil servant‘, 1968.