„Underneath the mistletoe …“: viscum album / weißbeerige mistel

§. 14. Bey denen Eichen ist nicht vorbey zugehen der Mistel oder Mispel / als welches ein seltsam Gewächse / da Holz wieder auf Holz wächset.

Fronde virere nova, quod non sua seminat Arbor, [vergil, aeneis, VI, 206]

[…] Dieses Mispels Zweige sind alle in form eines Creutzes / haben Blätter / gleich dem Buchs=Baum / länglicht als wie Zungen gestaltet / so aber im Winter abfallen / sie tragen auch Beere / so dem Menschen schädlich / aus welchem ein Leim bereitet wird / wenn sie aber mit Rauten gesotten und eingenommen werden / treiben sie den Schweiß / und sollen denen so mit der fallenden Seuche beladen / dienlich seyn / wie [joachim] Camerarius [d. j., kreutterbuch] schreibet. Mit diesen Mistel wird vielerley Aberglauben getrieben / und solcher den Kindern / wider den schwehren Gebrechen und Beherung an den Halß gehenget / wie DODONAUS [rembert dodoens, cruydeboeck] schreibet / siehe hiervon weiter [johannes heinrich] URSIN[us] Arbor[etum] Bibl[icum: cum continuatione historiae plantarum biblicae] Sect. 2 cap. 15 p. 236 sqq.

hans carl von carlowitz, ‘sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche nachricht und naturmäßige anweisung zur wilden baum-zucht, […]‘, leipzig, 1713.

typisch für europa ist die viscum album / weißbeerige mistel oder laubholz-mistel. ein immergrüner strauch und halbschmarotzer der seiner wirtspflanze wasser und mineralien entzieht. neben der viscum album subsp. album / laubholz-mistel sind unterarten zu finden: viscum album subsp. abietis / tannen-mistel auf abies alba / weisstannen und viscum album subsp. austriacum / kiefern- oder föhren-mistel auf pinus sylvestris / waldkiefern und pinus nigra / schwarzkiefern. dazu die im herbst laubabwerfende loranthus europaeus / eichenmistel mit gelben beeren die vor allem auf quercus / eichen und teilweise auf castanea sativa / edelkastanien wächst. viscum album ist auf eichen eher selten, deshalb wahrscheinlich um so heiliger. Weiterlesen

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wiesenbau im oberharz im allgemeinen & pfingsten auf den buntenböcker bergwiesen

bergwiesen? als erstes denkt man an eine alm (bayerisch) oder alp (alemannisch) in den alpen:

Wann nun von Titans Glanz die Wiesen sich entzünden,

Und in dem falben Gras des Volkes Hofnung reift;

So eilt der muntre Hirt nach den bethauten Gründen;

Eh‘ noch Aurorens Gold der Berge Höh durchstreift.

Aus ihrem holden Reich wird Flora nun verdränget,

Den Schmuck der Erde fällt der Sense krummer Lauf,

Ein lieblicher Geruch aus tausenden vermenget,

Steigt aus der Bunten Reyh gehäufter Kräuter auf,

Der Ochsen schwerer Schritt führt ihre Winter=Speise,

Und frohlockend Lied begleitet ihre Reise.

albrecht von haller, ‘die alpen’, 1729, in ‘versuch schweizerischer gedichte’, göttingen, 1751 (sechste, regelmässige, vermehrte und veränderte auflage), erstausgabe 1732.

bergwiesen im oberharz

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buntenbock mit bergwiesen. blick vom hasenbacher teich mit einem garten auf den wiesen. l. der ziegenberg; r. der clausberg; dazwischen m. das flurstück ‚taube frau‘; im hintergund der höhenzug ‚auf dem acker‘. postkarte (poststempel 1943). Weiterlesen

pflanzplan(ung): oranjebruin, braunrot & noch eine ’ne dronning

prokrastination bei der aussaat oder keine lust die fensterbank vollzustellen. nach kontrollgängen im beet die ersten anzeichen von frühlingshaftem pflanzenkaufrausch… normalerweise sind pflanzenmärkte (nächster termin 18./19. april 2015: pflanzenmarkt am kiekeberg) die hauptquellen. mit einer liste von stand zu stand laufen ist mühselig und langweilig. auf dem markt werden die augen für zufallsfunde offengehalten. da in der nähe keine gärtnereien (jedenfalls keine händler die diese bezeichnung verdienen würden…) existieren und der einkauf im umland ohne auto kompliziert ist (was nicht heisst das ein wurzelnackter apfelbaum, halbstamm, nicht mit bus und u-bahn zu transportieren ist…) mit der liste vor dem rechner:

oranjebruin: helenium ‚moerheim beauty

eine züchtung von bonne ruys aus den jahre 1930. benannt nach seiner gärtnerei:

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blick auf die gebäude der koninklijke kwekerij moerheim v/h b. ruys b.v, dedemsvaart, postkarte (1930iger).

seine tochter mien beschreibt die beauty wie folgt:

Helenium (L.) – Sonnenbraut – Compositae. Nordamerika. Bekannte, sonnenblumenartige, buschige Stauden. Blätter lanzettförmig. Blüten gelb oder rotbraun. 50 – 200 cm. Juli – September.

Helenium blüht während einer langen Periode, besonders, wenn die abgeblühten Blumen stets entfernt werden. Standplatz sonnig, kommt auf trockenem Boden; eine der besten Garten- und Schnittblumen.

[…]

autumnale Moerheim Beauty. Entstanden aus einem Sport von Julisonne. Blüten rot. Die Blüten erheben sich über die Blätter. 80 – 120 cm. Juni – September.

Etwas kräftiger und straffer im Wuchs als [automnale grandicephalum Julisonne], muß aber auch etwas gestützt und aufgebunden werden. Hat den Vorteil, schon im ersten Jahr nach dem Pflanzen große Stöcke zu formen. Wächst auf sozusagen jedem Boden in sonniger Lage. Paßt besonders gut zu Salvia superba, Achilea filipendulina [goldgarbe] und Solidago Leraft [goldrute]. Von den Phloxsorten paßt nur Marie s’Jacob und Wanadis dazu.

mien, jan daniel und theo ruys, ‘die stauden’, mit einem geleitwort von bonne ruys und einem vorwort von karl foerster, erlenbach-zürich, 1951. deutschsprachigen ausgabe von ‘het vaste planten boek’, amsterdam, 1950.

mal sehen: dort wo sie hin sollen steht ein phlox paniculata ‘kirchenfürst’ (karl foerster, 1936) in der nachbarschaft…

braunrot: hemerocallis fulva

ein versuch mit taglilien: die rotbraunen bahnwärter-taglilie. karl foerster hat die hemerocallis, ständig zitiert, als „die Pflanze des intelligenten Faulen“ bezeichnet. seine tochter sah das etwas anders:

Bereits zu Zeiten meiner Eltern gab es die morgendliche Aufgabe: die „Hems“ putzen, das heißt alle verwelkten Blüten entfernen und diese Arbeit ist bei machen Sorten eine Geduldsprobe.

marianne foerster, ‚der garten meines vaters karl foerster‘, hrsg. von ulrich timm, münchen, 2005.

geputzt wird im „eigenen garten“ garantiert nicht, die betonung liegt hier auf faul…

noch ’ne dronning: miscanthus sinensis ‚dronning ingrid‘

ein chinaschilf mit rotbraunen blüten und rötlichem laub. in kombination mit der → rosa alba ‘königin von dänemark’ / eine rose zum 350. geburtstag von altona, … den züchter konnte ich bisher nicht heraus bekommen, bzw. den grund dieses miscanthus nach ingrid av sverige, verh. dronning ingrid af danmark, zu benennen. die anpflanzung der rosa alba im ”eigenen garten” ist ein lokalpolitischer, anti-preussisch und -hanseatischer, verweiss auf hendes majestæt dronning margrethe II (wenn auch nicht nach ihr benannt). pølser-romantik. ein versuch die mutter als begleitpflanze für die tochter zu nutzen. danke an annette lepple, die mich auf diese variante des chinaschilfs gebracht hat.

erstmal online suchen…

die elemente & jahreszeiten im garten des rüschhauses

rüschhaus_über_die_gräfte   blick über die gräfte (westf. für wassergraben) in den garten.

erde / frühling

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ein spaten, ein hase ( → hase mit kohlblatt: osterhase…) & vorausschauend: ein korb mit früchten und ähren im haar.

luft / sommer

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ein mörser mit kugel, ein falke & ein reiher.

feuer / herbst

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helm und schild sowie kriegsgeräte, eine fackel & ein feuersalamander.

wasser / winter

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schilf im haar, ein wasserkrug, ein karpfen (aus der gräfte zu weihnachten…) & eine muschel mit perle.

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die putti im garten des rüschhauses stammen ursprünglich aus dem garten des stadthauses von johann conrad schlaun in münster. wahrscheinlich handelt es sich um arbeiten von johann christoph manskirch. nach dem tod schlauns liess sein sohn die skulpturen im garten des rüschhauses aufstellen. heute sind sie fast der einzige jahreszeitliche schmuck in der restaurierten barocken gartenstruktur…

rüschhaus_putto_obstbäume   postkarte (undatiert): der garten vor der barocken rekonstruktion. blühende obstbäume im frühling…

(fortsetzung folgt)

 

schlüsselblume

primula veris / echte schlüsselblume oder primula elatior / hohe schlüsselblume ?: die erste des frühlings (primus = der erste, ver = frühling). foto von max baur. postkarte aus dem verlag max baur, wernigerode (ca. 1928 bis 1934. danach in potsdam…).

  • cf. ‚max baur. fotografien 1925-1960 im geist des bauhaus.‘ hrsg. v. stephan steins. essay von william a. ewing. zürich/new york, 2001.

de gouden eeuw im alten garten

hamburg_schwerin_500_   postkarten: ‚palastterrasse mit vertumnus und pomona‚ von peeter gijels & ‚kopf eines fuchses‘ von jean-baptiste oudry, staatliches museum schwerin. flyer zur ausstellung ‚kosmos der niederländer‘ mit ’stillleben mit früchten und einem toten vogel‘ von harmen steenwyck. der ableger als multiples ready-made: plectranthus fruticosus / mottenkönig & marcel duchamp c/o duchamp-forschungszentrum.

‚kosmos der niederländer – die schenkung christoph müller‘: ein brueghel (jan der ältere). vermeer, rembrandt und rubens fehlen. die können sich heute weder museen noch privatsammler leisten, was einen erfreulichen nebeneffekt hat: kein event-geschiebe von einem kalenderblatt- zum nächsten billig-poster-motiv…

zusammen mit der, von herzog christian II. ludwig angelegten, sammlung niederländischer malerei, ist christoph müllers schenkung von 155 holländischen und flämischen gemälden des gouden eeuw eine der grössten sammlungen ihrer art, neben der des rijksmuseum amsterdam und des louvre.

müller, ehemaliger verleger des „schwäbischen tagblatts”, stiftete die sammlung, die bisher in seiner berliner privat wohnung hing, mit klaren auflagen: die freitreppe des klassizistischen museums muss renoviert werden, und der eingang im ersten stock wird geöffnet. hinzu kommt eine, angesichts der politischen verhältnisse in mecklenburg-vorpommern, weise einschränkung: „Im Falle einer NPD-Mitregierung, in welcher Konstellation auch immer, ist der Vertrag ungültig.“

neben den klassischen motiven des gouden eeuw – stillleben, seestücke, genre und kircheninterieurs – sind einige landschaftsbilder und gartenmotive zu sehen. zwei früchte-stillleben stechen heraus: ’stilleben mit früchten und einem toten vogel‘ von harmen steenwyck und das oktagonal gerahmte ’stilleben mit pfirsichen und marillen‘ & einer raupe von jacob van der merck. der garten eden ist mit ‚die erschaffung evas‘ von raphael coxcie vertreten. bei den landschaften ist eines der kleinsten bilder eine entdeckung: ‚bewaldete flusslandschaft mit fischern‘ von jasper van der lanen. schließlich eröffnet das bild  ‚palastterrasse mit vertumnus und pomona‘ von peeter gijels den blick auf eine üppig arrangierte gartenszenerie: lorbeer, rosen, schwertlilien und tulpen in kübeln neben einer reichen ernte an früchten und sorgfältig angelegten beeten.

  • svetlana alpers, ‚the art of describing – dutch art in the seventeenth century‘, chicago, 1983.
  • erwin panofsky, ‚early netherlandish painting‘, cambridge, ma, 1953.

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das staatliche museum schwerin hat die adresse ‚alter garten‘. der alte garten bildete den übergang zwischen der schweriner altstadt und der burg (ehemalige slawenburg, von heinrich dem löwen zerstört und neu aufgebaut), das heutige schloss. unter johann albrecht I., herzog zu mecklenburg-güstrow und -schwerin, wurde hier im 16. jh. mit der anlage eines gartens begonnen. nachdem das areal als exerzierplatz im gebrauch war wurde um 1750 wurde ein lustgarten, gesäumt von einer lindenallee, angelegt. am platz stand das ballhaus. heute befindet sich an dieser stelle das klassizistische schauspielhaus – mecklenburgisches staatstheater schwerin. ab 1877 wurde das großherzogliche museum erichtet .

momentan lande ich ständig in museen die auf/in gärten gebaut sind → berlin: paare im “garten” & “Ich gehe täglich etliche mal blos darum aus dem Garten in meine Stube,…”

schwerin_alter_garten_1764_500   plan des alten gartens von 1764: ‚plan der sogenandten faulen grube hier des Canals welcher ehedem zwischen der alt stad schwerin und dem alten garten aus der burg see bis in die große see gezogen, […]‘ von august friedrich schumacher jun.

Der neue Herzog [christian II. ludwig] begann noch in diesem Jahre [1747] dem Bau der Gemälde-Gallerie auf dem Schlosse, eines in Holz gemauerten Gebäudes über dem gewölbten Erdgeschosse der Auffahrt und der Küsterwohnung. 1756 war dieselbe vollendet und wurde von dem kunstliebenden Herzoge mit Gemälden geschmückt, welche er vorzugsweise in den Niederlanden aufkaufen ließ und die noch jetzt eine Zierde der großherzoglichen Sammlungen bilden.
1749 wurde der Garten vor dem Schlosse, der i. J. 1708 angelegte Schloßgarten, bedeutend erweitert und verschönert; auch der Alte Garten wurde neu angelegt und in der Mitte mit Springbrunnen geschmückt. Dieser Alte Garten umfaßte damals den Raum, welcher jetzt noch unter diesem Namen begriffen wird, bis zu dem Wege, welcher aus der Stadt zum Schlosse führt. Er war mit einer Allee von schönen Lindenbäumen umgeben und mit Rasenplätzen und Blumenparthieen geschmückt. An der Stelle des jetzigen Schauspielhauses stand damals das im Jahre 1698 erbaute fürstliche Ball- später Reithaus, dasselbe Gebäude, welches i. J. 1788 zum alten Schauspielhause eingerichtet wurde. Auf der südwestlichen Hälfte des alten Gartens lag das alte Reithaus, der f.g. „lange Stall“ mit der offenen Reitbahn davor,welche erst i.J. 1842 einging.

ludwig fromm, ‚chronik der haupt- und residenzstadt schwerin: mit benutzung der neuesten forschungen‘, schwerin, 1862.

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maritus_schwerin_1819_detail_500   detail: kupferstich ’schwerin nebst umgebungen, aufgenommen und gezeichnet von c. f. v. maritus. 1819′.

das schweriner schloss (A) , heute der sitz des landtages von mecklenburg-vorpommern, mit seiner orangerie bildet die verbindung zwischen dem alten garten, mit dem schauspielhaus (C), und dem schlossgarten. der barocke schlossgarten wurde ab 1748 von dem architekten & kupferstecher jean laurent legeay für christian II. ludwig, herzog zu mecklenburg-schwerin, angelegt und mitte des 19. jh. nach plänen von peter joseph lenné erweitert.

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der brockengarten & die pulsatilla alpina subsp. alba / brockenanemone

[…] und fröhlich stieg ich den Berg hinauf. Bald empfing mich eine Waldung himmelhoher Tannen, für die ich, in jeder Hinsicht, Respekt habe. Diesen Bäumen ist nämlich das Wachsen nicht so ganz leicht gemacht worden, und sie haben es sich in der Jugend sauer werden lassen. Der Berg ist hier mit vielen großen Granitblöcken übersäet, und die meisten Bäume mußten mit ihren Wurzeln diese Steine umranken oder sprengen, und mühsam den Boden suchen, woraus sie Nahrung schöpfen können. Hier und da liegen die Steine, gleichsam ein Thor bildend, über einander, und oben darauf stehen die Bäume, die nackten Wurzeln über jene Steinpforte hinziehend, und erst am Fuße derselben den Boden erfassend, so daß sie in der freyen Luft zu wachsen scheinen. Und doch haben sie sich zu jener gewaltigen Höhe empor geschwungen, und, mit den umklammerten Steinen wie zusammengewachsen, stehen sie fester als ihre bequemen Collegen im zahmen Forstboden des flachen Landes. […] Auf den Zweigen der Tannen kletterten Eichhörnchen und  unter denselben spatzierten die gelben Hirsche. […] Allerliebst schossen die goldenen Sonnenlichter durch das dichte  Tannengrün. Eine natürliche Treppe bildeten die Baumwurzeln. Ueberall schwellende Moosbänke; denn die Steine sind fußhoch von den schönsten Moosarten, wie mit hellgrünen Sammetpolstern, bewachsen. Liebliche Kühle und träumerisches Quellengemurmel. Hier und  da sieht man, wie das Wasser unter den Steinen silberhell hinrieselt  und die nackten Baumwurzeln und Fasern bespült. Wenn man sich  nach diesem Treiben hinab beugt, so belauscht man gleichsam die geheime Bildungsgeschichte der Pflanzen und das ruhige Herzklopfen  des Berges. An manchen Orten sprudelt das Wasser aus den Steinen  und Wurzeln stärker hervor und bildet kleine Kaskaden. Da läßt sich gut sitzen. […]
Je höher man den Berg hinauf steigt, desto kürzer, zwerghafter werden die Tannen, sie scheinen immer mehr und mehr zusammen zu  schrumpfen, bis nur Heidelbeer- und Rothbeersträuche und Bergkräuter übrig bleiben. Da wird es auch schon fühlbar kälter. Die wunderlichen Gruppen der Granitblöcke werden hier erst recht sichtbar; diese  sind oft von erstaunlicher Größe. […], und ich war froh, als ich endlich das langersehnte Brockenhaus zu Gesicht  bekam. […]

heinrich heine, ‚die harzreise‘, 1827

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postkarte_brockengarten_500der brockengarten mit brockenhotel und observatorium. postkarte, um 1920.

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[…]Der B. ist auch in botan. Hinsicht interessant, denn außer verschiedenen Orchisarten sind hier zu finden: Cetaria islandica Ach. (Isländisches Moos, s. d.), auch Brockenmoos genannt, die Anemone alpina L. oder Brockenblume, Empetrum nigrum L. oder Brockenmyrte, die Linnaea borealis L., Geum montanum L. oder Bergnelkenwurz u. s. w. Eine besondere Rolle spielt in dieser Beziehung das sog. Schneeloch, eine tiefe Kluft, in der man im Hochsommer die botan. Erzeugnisse aller Jahreszeiten vereint antrifft. Neuerdings hat man mit Erfolg zu Göttinger Universitätszwecken alpine Pflanzen auf dem B. Kultiviert. […]

brockhaus‘ konversationslexikon, 14. Auflage, 1894-1896 , bd. 3: bill – catulus, brocken

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der brockengarten wurde am 8. Juni 1890 von prof. dr. albert peter, direktor des botanischen gartens in göttingen , unter mitwirkung des späteren „amerikanischen“ dendrologen alfred rehder, als schau- und versuchsgarten gegründet – der erste alpine botanische garten in deutschland. oberhalb der baumgrenze auf der brockenkuppe gelegen, ist der garten heute von mitte mai bis mitte oktober geöffnet. 1.800 pflanzenarten auf 1.141 m über n.n., im durchschnitt 2,9 °c, 171 frosttage und 1.814 l. niederschlag pro qm im jahr, an 176 tagen eine geschlossene schneedecke. ein garten unter alpinen bedingungen von 1.600–2.200 m höhe bzw. des klimas islands.

bis 1945 – mit unterbrechungen in den jahren 1914 bis 1934 und 1945 bis 1950 – wurde der brockengarten von der universität göttingen betreut. nach der deutschen teilung, ab 1950, wurde das areal von der universität in halle gepflegt. 1961 wurde der garten für die öffentlichkeit geschlossen. 1971 mussten alle gärtnerischen arbeiten eingestellt werden: der brocken wurde militärisches sperrgebiet. um den plateaubereich wurde eine 3 meter hohe mauer errichtet, und neben den abhöranlagen des sowjetischen militärgeheimdienstes und der stasi (die „stasi-moschee“, heute das brockenhaus / informationszentrum des nationalsparks harz) wurde ein neues wegenetz aus panzerplattenstrassen angelegt. ein teil des verwaisten brockengartens verschwand unter beton. nach den fall der berliner mauer stürmten am 3. dezember 1989 ca. 6.000 demonstranten bei einer sternwanderung das eingemauerte brockenplateau. eine salix helvetica / schweizer weide ist heute eine der letzten pflanzen die den kalten krieg überlebt haben.

ab 1990 wurde die brockenkuppe renaturiert und der garten vom nationalpark harz in kooperation mit den universitäten halle-wittenberg und göttingen rekonstruiert bzw. neu angelegt.

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die erste beschreibung der vegetation des harzes stammt bereits aus dem jahr 1588: ’sylva hercynia: sive catalogus plantarum sponte nascentium in montibus & locis plerisque hercyniae sylvae quae respicit saxoniam‘ von johannes thal, arzt und botaniker in stolberg. das buch, die erste gebietsflora, enthält alle pflanzen der region und nicht, wie bis dahin üblich, nur heilpflanzen. in dem werk findet sich auch die erste beschreibung der brockenanemone.

anton_hartinger_atlas_der_alpenflora_anemone_alpina_500   die brockenanemone oder kleine alpen-kuhschelle / pulsatilla alpina subsp. alba, syn. anemone alpina l.. ill. von anton hartinger aus ‚atlas der alpenflora‘, hrsg. vom deutschen und österreichischen alpenverein, 1882.

das florale wahrzeichen des brockens und des brockengartens ist die brockenanemone – pulsatilla alpina subsp. alba, syn. anemone alpina l.. clusius erwähnt die pflanze bereits in seinem werk ‚rariorum aliquot stirpium, per pannoniam, austriam, & vicinas quasdam provincias observatarum historia ‚, 1583. carl von linné spezifiziert sie in ’species plantarum, exhibentes plantas rite cognitas, ad genera relatas, cum differentiis specificis, nominibus trivialibus, synonymis selectis, locis natalibus, secundum systema sexuale digestas‘, 1753. am ende des 19. jahrhundert war die population der pflanze noch so stark, das ab mai der brocken von weitem noch mit schnee bedeckt zu sein schien: die weissen brockenanemonen blühten.

Oben auff dem Berg ist die Pulsatilla in grosser menge / were zu wünschen / daß man zu der Zeit hinauff kommen köndte / da sie blühet / weil sie vielleicht unterschiedlicher Farben Blumen trägt / ist aber wegen vieles Schnees nicht fast müglich.

johann royer, ‚beschreibung des gantzen fürstlichen braunschweigischen gartens zu hessem / […]. auch ordentliche richtige specification aller derer simplicium und gewächse / so von anno 1607 biß in das 1647 jahr darinnen mit grosser lust und verwunderung gezeuget worden‘, halberstadt, 1648.

eine der grössten bedrohungen für die brockenanemone und die gesamte vegetation auf dem brockenplateau sind die touristen, die seit 1991 wieder mit der brockenbahn auf den berg fahren können und stündlich den brocken überschwemmen: abseits der gekennzeichneten wege wird alles platt getreten, was unter die badelatschen und high heels kommt …

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am besten erreicht man den brockengarten zu fuss auf der klassischen route, dem goetheweg, vom torfhaus über den quitschenberg. ein muss: die übernachtung auf dem brocken beim brockenwirt. zwischen ca. 18 uhr am abend und ca. 10 uhr am morgen ist der berg am schönsten, d.h. zwischen der abfahrt der letzten und ankunft der ersten brockenbahn mit den tagestouristen … der abstieg führt über den heinrich-heine-weg nach ilsenburg (in der richtung wie heine ihn gegangen ist: bergab! die obige beschreibung ist der weg vom torfhaus auf den brocken).

von münster durch die münsterländer parklandschaft und den garten in den gartensalon des rüschhauses

So wanderten wir an einem schönen Frühlingsnachmittage zum Thore hinaus – in nordwestliche Richtung – und vertieften uns zwischen die Wallhecken und Kämpe einer westfälischen Landschaft, in der ein Spaziergang immer seine angenehmen kleinen Abenteuer hat. Denn bald gilt es, durch acrobatische Tapferkeit irgend ein „Heck“ oder einen Schlagbaum zu nehmen, bald einen drohend heranschreitenden jungen Stier, in dessen Gebiet wir eingedrungen sind, durch beschleunigten Rückzug seinen, durch unser Erscheinen gestörten Seelenfrieden zurückzugeben… Durch ein Gehölz endlich führte der Weg, dann durch eine kurze Eichenallee, zuletzt an ein hohes hölzernes Gitterthor, das den Uebergang über einen schmalen Graben abschloß, welcher letztere den kleinen Edelsitz „Rüschhaus“ umgab. Das Gebäude hatte etwas Eigenthümliches; es hatte wenig gemein mit den anderen adeligen Häusern, wie sie gewöhnlich in unserem Lande aussehen; es war ein Bau, vollständig wie das das echte altherkömmliche sächsische Bauernhaus, nur mit dem Unterschiede, daß es größer und ganz massiv von Steinen ausgeführt war, und daß es an der entgegengesetzten Seite, an seinem Ende, zu einer sehr hübschen, wenn auch kleinen, herrschaftlichen Wohnung ausgebaut war. Dieser Seite schloß sich ein Garten von mäßigem Umfang an, den einige Steinfiguren schmückten. Eine hohe Treppe führte aus diesem, von Wasser und Gehölz umgebenen Garten in den Gartensalon […]

levin schücking, ‚annette von droste – ein lebensbild‘, 1862

le_coq_topographische karte_500   detail aus carl ludwig von le coq, ‚topographische karte in XXII blaettern den grösten theil von westphalen enthaltend […], section XII: karte vom westlichen theil des fürsth-münster der grafsch. steinfurt u. der herrsch. gemen u. gronau welche zugleich einen theil der herzogl. looz-corswareschen herzogl. croyschen fürst. salmschen u. rheingräf. salmschen neuen besitzungen enthält.‘, 1805-1813.

wenn sich johann conrad schlaun, der erbauer des rüschhauses und sein erster bewohner, auf den weg von seinen stadthaus in münster zu seinem sommersitz auf dem land machte, durchquerte er die ‚münsterländer parklandschaft ‚: durch eine von wallhecken strukturierte agrarlandschaft erreichte er seinen durch buchsbaum-hecken strukturierten barocken garten. wallhecken bilden landschaftliche gartenräume:

Was nicht Wald und Haide ist, ist Kamp, d.h. Privateigenthum, zu Acker und Wiesengrund benützt, und, um die Beschwerde des Hütens zu vermeiden, je nach dem Umfange des Besitzes oder der Bestimmung, mit einem hohen, von Laubholz überflatterten Erdwalle umhegt. – Dieses begreift die fruchtbarsten Grundstrecken der Gemeinde, und man trifft gewöhnlich lange Reihen solcher Kämpe nach- und nebeneinander, durch Stege und Pförtchen verbunden, die man mit jener angenehmen Neugier betritt, mit der man die Zimmer eines dachlosen Hauses durchwandelt.

annette von droste-hülshoff, anonym als ‘westphälische schilderungen aus einer westphälischen feder’ in ‘historisch-politische blätter für das katholische deutschland’, münchen, 16. band, 1845.

die damalige landschaftsstruktur ist auf dem plan ‚grundlage des frey adelichen hausses rüschhauss wie selbes von 1745 bis 1749 neu erbauet und mit neuen plantagen angeleget, samt um sich liegenden adelich-freien grundstücken‘, zeichnung von joseph schmeddes, gut zu erkennen.

fährt man heute – wandern ist in dieser gegend nicht angesagt: ohne leeze (masematte f. fahrrad) geht nichts – von der stadt zum rüschhaus ist von der parklandschaft und „agrar“ nicht mehr viel zusehen. vorstadtmonotonie prägt das bild. statt heck und schlagbaum markieren heute jägerzäune die flurgrenzen. die bewohner dieser „landschaft“ finden ihren seelenfrieden mit hilfe von rasenmähern und laubbläsern.

erreicht man über die ‚100 schlösser route‘ die zum haus führende eichenallee steht man vor dem ‚dialog with johann conrad schlaun‘ (1996) von richard serra. der zweite dialog von serra mit den architekten ‚trunk – johann conrad schlaun recomposed‚, vor dem erbdrostenhof in münster, hat die skulptur projekte 1987 leider nicht überlebt.

den charakter des bauernhauses erahnt man bereits bei einem blick auf die pflasterung des hofes: die lage der beiden misthaufen ist heute noch ablesbar.

und weiter in den garten…

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plannung für 2014 – pättkestour (pättkes: westf. f. „kleine pfade“ z.b. feldwege, tour mit den fahrrad) zum rüschhaus: ‚westfälische kunststätten. heft 40: haus rüschhaus‘ hrsg. westfälischer heimatbund in verbindung mit dem lwl – amt für denkmalpflege, münster, 2007. mit dem ‚plan vom ganzen platz und vorplatz des rüschhauses nebst denen beyden gartens‘ von johann conrad schlaun, 1745. plan der ‚100 schlösser route‘ von münsterland e.v. (#60 das fürstbischöfliche schloss mit dem botanischen garten & #62 der erbdrostenhof, beide von schlaun. #61 das rüschhaus & #39 die burg hülshoff). postkarten (der gartensalon & ‚dialog with johann conrad schlaun‘) schreiben & proviant nicht vergessen:

Hunger und Durst können [die westfalen] nicht leiden, und essen mehr als andere Nationen; wiewohl sie mit einfältiger Kost zufrieden sind, und nichts weniger als prächtig essen.

hermann von kerssenbroick, ‘geschichte der wiedertäufer zu münster in westphalen nebst einer beschreibung der hauptstadt dieses landes’, 1771.

berlin: paare im „garten“ & „Ich gehe täglich etliche mal blos darum aus dem Garten in meine Stube,…“

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es wird angenommen das es sich bei dem abgebildeten paar um echnaton und gemahlin nofretete handelt oder meriaton und ihr gatte semenchkare. eine andere theorie hält das paar für tutanchamun und anches-en-amun. die königin hält eine nymphaea caerulea / blauer lotus in der hand: ein auf einer lotosblüte sitzendes kind symbolisierte die geburt des sonnengottes aton.

zum relief cf.: rolf krauss, ‚der berliner „spaziergang im garten“ – antiker murks oder moderne fälschung?‚, palarch’s journal of archaeology of egypt/egyptology, 6(1), 2009.

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das bild wurde erstmals 1879 auf dem salon de peinture et de sculpture in paris gezeigt:

M. Manet a eu, cette année, ses deux toiles reçues. L’une, intitulée D a n s  l a  s e r r e, représente une femme assise sur un banc ver, écoutant un monsieur penché sur le dossier. De tous côtés, des grandes plantes, et à gauche des fleurs rouges. La femme, un peu engoncée et rêvante, vêtue d’une robe qui semble faite à grands coups, au galop, – oui, allez-y voir ! – et qui est superbe d’exécution; l’homme, nu-tête, avec des coups de lumière se jouant sur le front, frisant çà et là, touchant aux mains enlevées en quelques traits et tenant un cigare. Ainsi posée, dans un abandon de causerie, cette figure est vraiment belle: elle flirte et vit. L’air circule, les figures se détachent merveilleusement de cette enveloppe verte qui les entoure. C’est là une œuvre moderne très attirante, une lutte entreprise et gagnée contre le poncif appris de la lumière solaire, jamais observée sur la nature.

joris-karl huysmans, ‚le salon de 1879‘ in ‚l’art moderne,‘ 1883

1896 erwarb der neue direktor der nationalgalerie hugo von tschudi – auf einem shopping trip mit max liebermann in paris – das bild:

Kurz nach seiner Ernennung zum Direktor reisten Tschudi und ich nach Paris: er wollte die dortige Kunst, vor allem aber die Pariser Künstler näher kennen lernen. In der Galerie Durand-Ruel erblickte er zum ersten Male Manets Werke in ihrer ganzen Originalität. Manets Genius offenbarte ihm eine neue Welt und wie eine plötzliche Erleuchtung kam ihm der Gedanke, daß die Kenntnis der neueren französischen Kunst absolut nötig sei, um die Entwicklung der zeitgenössischen deutschen Kunst zu verstehen. […] Seine bestrickende Liebenswürdigkeit läßt ihn Freunde und Gönner finden, die ihm die Mittel darbieten, um die Bilder anzukaufen, für die Staatsmittel nicht vorhanden sind. Als erstes kauft er La Serre von Manet, und ein Amateur kann keine größere Freude über ein neuerworbenes Stück haben, als Tschudi über dieses Bild. (Notabene würde es jetzt mit dem zehnfachen Preise bezahlt werden.) Wie den Geruch einer kostbaren Havanna oder den Geschmack einer leckeren Frucht sog er die Schönheiten eines Manet […] in sich ein. Allen Ärger, alle Ekelhaftigkeit ertrug der sonst so stolze Mann, wenn es galt, ein gutes Bild zu erwerben: der Rest war ihm Hekuba.

max liebermann, ‚hugo von tschudi „kunst und künstler“‘, 1912, in ‚gesammelte schriften‘, berlin, 1922.

der erste museumsankauf eines bildes von manet. was wilhelm II. – ein liebhaber akademischer historienschinken – zu einer verfügung veranlasste: schenkungen (das geld hatten stifter zur verfügung gestellt) an das museum musste nun von ihm persönlich genehmigt werden. die neuen bilder wanderten in den 3. stock der (heute alten) nationalgalerie, sozusagen auf den dachboden. ein paar im schwülen klima eines wintergartens, das war in preussen zu erotisch…

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memhardt_plan_1652_500   als berlin schon eine provinzstadt war & die heutige museumsinsel noch ein garten: johann gregor memhardt, ‚grundriss der beyden churf. residentz stätte berlin und cölln an der spree‘, 1652.

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in der alten nationalgalerie läuft z.z. die ausstellung ‚anton graff – gesichter einer epoche‘. im 3. stock – dem ehemaligen dachgeschoss für impressionisten – sind porträts von garten-besitzern (prinz heinrich von preussen und sein älterer bruder), eines gartenhaus-bewohners und von august friedrich von sivers, der den ersten englischen landschaftsgarten in estland anlegen liess, versammelt.

unter den porträts befindet sich ein bild der söhne von anton graff: ‚die söhne des künstlers beim seifenblasenspiel'(1778). das bild war ein geschenk an den grossvater, graffs schwiegervater, den schweizer theologen und philosophen johann georg sluzer – autor der ‚allgemeinen theorie der schönen künste‘ (1771 -1774). sulzer war professor der mathematik am joachimsthalschen gymnasium in berlin und mitglied der königlichen akademie der wissenschaft. 1763 kehrte er in die schweiz zurück. friedrich II. bewog ihn zu einem erneuten umzug nach berlin: als dank erhielt er vom preussischen könig ein garten-grundstück auf der heutigen museumsinsel:

Mein lieber Graff. Ihre beyden Knaben sind wohl behalten hier angekommen und haben mir größes Vergnügen gemacht. Ich finde sie nicht nur sehr ähnlich, sondern auch den Ausdruck in den Gesichtern der Handlung, die Sie zu der Vorstellung gewählt haben, sehr wohl angemessen. Schade ist’s doch, daß Sie [es folgt eine ausführliche bildkritik…] Allein dieses hindert nicht, daß das Stück dennoch fürtrefflich sey. Ich gehe täglich etliche mal blos darum aus dem Garten in meine Stube, um das Bild eine Weile anzusehen, und habe Ihnen also für das Vergnügen, das ich täglich daran genieße, viel Obligation.

johann georg sulzer, brief an anton graff. berlin 21. august 1778

meno_hass_ les_petite_physiciens_500   ein grund den garten zu verlassen: johann meno haas nach anton graff, ‚les petits physiciens‘ , 1789.

bln_schmettau_plan   berlin zur zeit friedrich II. – die heutige museumsinsel; der lustgarten als preussischer paradeplatz; links an der spree das joachimsthalsche gymnasium & der berliner garten des prinzen heinrich (heute die humboldt-universität): samuel graf von schmettau, ‚plan de la ville de berlin. capitale de l’electorat de brandenbourg et la residence ordinaire du roi de prusse. […]‘, 1748.

gärten & landschaften in der (hamburger) kunst(halle)

gärten & landschaften in der (hamburger) kunst(halle)

kein garten- oder museumsbesuch ohne kaffeepause…