„Garten des Wissens“ / ‚vom nutzen und nachtheil der historie für das leben‘ von friedrich nietzsche

Gewiss, wir brauchen Historie, aber wir brauchen sie anders, als sie der verwöhnte Müssiggänger im Garten des Wissens braucht, mag derselbe auch vornehm auf unsere derben und anmuthlosen Bedürfnisse und Nöthe herabsehen.

friedrich nietzsche, ‚unzeitgemässe betrachtungen. zweites stück: vom nutzen und nachtheil der historie für das leben.‘, leipzig 1874

garteneskapismus

was ist los hinter den gartenmauern, den -hecken und -zäunen (oder gabionen)? giessen und rasenmähen werden gerade esoterisch zu wellness verklärt. gärtnereien müssen die bestellfunktion auf ihren websites blockieren, weil sie nicht mehr nachkommen. bei royal flora holland in aalsmeer und anderen blumengrossmärkten bzw. direkt in den gärtnereien, wurden für den frühling vorproduzierte pflanzen vernichtet. sehr bunt und viel verpackung. plastikmüll. zum glück hatten die baumärkte weiter geöffnet … der traffic auf den diy-accounts bei facebook war noch nie so hoch. die wartelisten für einen kleingarten, weiterhin von der städtebaulichen verdichtung in der zeit der distanzierung bedroht, werden noch länger. in den öffentlichen parkanlagen sieht es aus wie in der fussgängerzone am samstag. neben dem obligatorischen grillmüll auf der teilweise verbrandten grasnarbe, findet man jetzt auch coronamüll in den beeten und rabatten. naturschutzgebiete werden überrannt. „natur“ und so …

der garten wird gerade wieder zum pairi daēza, zum paradies emotionalisiert. ein hortus conclusus. was jenseits des eingezäunten, umgrenzten, eigenen grundstücks passiert wird ausgeblendet. blümchen, etwas sogenannte selbstversorgung & eskapismus.

der besitz eines gartens ist luxus. besonders in den städten und ballungsräumen. stadtplanungen wie beim garden city movement wären heute nicht mehr durchzusetzen: verschwendung von bauplätzen. da muss eine grünstreifen, dessen pflegebudget meist nicht mitkalkuliert wird, zwischen den gebäuden reichen.

und auf der anderen seite des gartenzauns? neben covid-19 wandelt sich das klima weiter, auf den strassen in den usa und anderswo geht es um black lives matter, polizeigewalt und den kolonialismus. was hat das mit blümchen und dem eigenen kleinen paradies zu tun? viel!

die meisten der pflanzen sind produkte des kolonialismus und des europäischen imperialismus. so verklärte forscher und botaniker wie johann & georg forster, alexander von humboldt & aimé bonpland, joseph banks oder philibert commerson, hätten ohne die imperialistischen strukturen ihre reisen nicht machen und neue pflanzen „entdecken“ und sammeln können. es handelte sich keineswegs um gartenreisen …

gerade werden statuen von ihren sockeln geholt. im garten blühen die rosen. fast jeder zweit- oder drittrosenbesitzer hat wahrscheinlich eine ’souvenir de la malmaison‘ im beet. oh, joséphine! der rosengarten am château de malmaison … geboren wurde marie josèphe rose tascher de la pagerie aka de beauharnais auf martinique, kleine antillen, département d’outre-mer et région d’outre-mer und gehört damit zur europäischen union. die tochter eines zuckrohrplantagenbesitzers war sich sehr bewusst, wie so ein betrieb funktioniert: mit sklaven. 1794, nach der revolution, wurde die sklaverei in den französischen kolonien abgeschafft. napoleon führte sie 1802 wieder ein. im park la savanne in fort-de-france steht eine statue zu ehren der „impératrice des roses“. kopflos. die bevölkerung von martinique, ca. 80% sind afrikanischer herkunft, findet das ganz ok. nicht gerade beliebt die dame …

in gewächshäusern gibt es immer etwas zu entdecken. besonders in den grossen wie den serres royales de laeken / koninklijke serres van laken. die prunkbauten am königlichen schloss, offizielle residenz der belgischen könige, wurden in der regierungszeit von leopold II. erbaut. finanziert aus den erträgen der privatherrschaft des belgischen königs im kongo. eines heisst passender weise „serre du congo“. sehr imposant …

eine endlose liste …

geschichtliches bewusstsein beschränkt sich häufig auf kontextlose besuche in barock-, landschafts- oder sogenannten bauerngärten. der blick über den eigenen gartenzaun ist eher verpönt, es sei denn, es ist die fortführung des kolonialismus mit anderen mitteln: des tourismus. die gartenreise: ein platz an der sonne (wahlweise eine gartenbank im schatten) & blümchen.

spuren des kolonialismus, imperialismus und des orientalism (edward said) finden wir in vielen gärten und parks. das chinesische teehaus im park von sanssouci in potsdam oder der chinesische turm im englischen garten in münchen, die moschee im schwetzinger schlossgarten, … bei architektur und der deko kann man es kaum oder nur bewusst übersehen, etwas exotik mit politischer vergangenheit. chinoserien findet man heute in form eines buddhas im garten. bei der frage über die herkunft dieser „skulptur“ und nach den dortigen arbeitsbedingungen, ist die reaktion weit entfernt von einem om … deko und blümchen sind eine sehr emotionale angelegenheit. und die der provenienz der pflanzen?

bald ist herbst: astern … oder symphyotrichum oder eurybia? s. novi-belgii, die neubelgische, oder s. novae-angliae, die neuengland-aster, sind importe. produkte des europäischen kolonialismus. die botaniker hatten die bereits von vergil erwähnte aster amellus, die berg- oder kalk-aster, vor augen. der eurozentrische blick durch die botanische brille …

kann man sich langfristig im garten hinter hecken, zäunen oder mauern mit ein paar blümchen und „etwas“ deko einbunkern? machen gartenhistoriker ewig so weiter mit formalen spielchen ohne referenz auf den sozialen, politischen und historischen kontext? ist „garten“ nichts anderes als sinnloser und -freier eskapismus???

münsterlandschaft / ‘westphälische schilderungen aus einer westphälischen feder’ von annette von droste-hülshoff

Allmählich bereiten sich indessen freundlichere Bilder vor, – zerstreute Grasflächen in den Niederungen, häufigere und frischere Baumgruppen begrüßen uns als Vorposten nahender Fruchtbarkeit, und bald befinden wir uns in dem Herzen des Münsterlandes, in einer Gegend, die so anmuthig ist, wie der gänzliche Mangel an Gebirgen, Felsen und belebten Strömen dieses nur immer gestattet, und die wie eine große Oase, in dem sie von allen Seiten, nach Holland, Oldenburg, Cleve zu, umstäubenden Sandmeer liegt. – In hohem Grade friedlich, hat sie doch nichts von dem Charakter der Einöde, vielmehr mögen wenige Landschaften so voll Grün, Nachtigallenschlag und Blumenflor angetroffen werden, und der aus minder feuchten Gegenden Einwandernde wird fast betäubt vom Geschmetter der zahllosen Singvögel, die ihre Nahrung in dem weichen Kleiboden finden. – Die wüsten Steppen haben sich in mäßige, mit einer Haidenblumendecke farbig überhauchte Weidestrecken zusammengezogen, aus denen jeder Schritt Schwärme blauer, gelber und milchweißer Schmetterlinge aufstäuben läßt. – Fast jeder dieser Weidegründe enthält einen Wasserspiegel, von Schwertlilien umkränzt, an denen Tausende kleiner Libellen wie bunte Stäbchen hängen, während die der größeren Art bis auf die Mitte des Weihers schnurren, wo sie in die Blätter der gelben Nymphäen, wie goldene Schmucknadeln in emaillierte Schalen niederfallen, und dort auf die Wasserinsekten lauern, von denen sie sich nähren. – Das Ganze umgränzen kleine, aber zahlreiche Waldungen. – Alles Laubholz, und namentlich ein Eichenbestand von tadelloser Schönheit, der die holländische Marine mit Masten versieht – in jedem Baume ein Nest, auf jedem Aste ein lustiger Vogel, und überall eine Frische des Grüns und ein Blätterduft, wie dieses anderwärts nur nach einem Frühlingsregen der Fall ist. – Unter den Zweigen lauschen die Wohnungen hervor, die langgestreckt, mit tief niederragendem Dache, im Schatten Mittagsruhe zu halten und mit halbgeschlossenem Auge nach den Rindern zu schauen scheinen, welche hellfarbig und gescheckt wie eine Damwildherde sich gegen das Grün des Waldbodens oder den blassen Horizont abzeichnen, und in wechselnden Gruppen durcheinander schieben, da diese Haiden immer Allmenden sind, und jede wenigstens sechzig Stück Hornvieh und darüber enthält. – Was nicht Wald und Haide ist, ist Kamp, d.h. Privateigenthum, zu Acker und Wiesengrund benützt, und, um die Beschwerde des Hütens zu vermeiden, je nach dem Umfange des Besitzes oder der Bestimmung, mit einem hohen, von Laubholz überflatterten Erdwalle umhegt. – Dieses begreift die fruchtbarsten Grundstrecken der Gemeinde, und man trifft gewöhnlich lange Reihen solcher Kämpe nach- und nebeneinander, durch Stege und Pförtchen verbunden, die man mit jener angenehmen Neugier betritt, mit der man die Zimmer eines dachlosen Hauses durchwandelt. Wirklich geben auch vorzüglich die Wiesen einen äußerst heitern Anblick durch die Fülle und Mannigfaltigkeit der Blumen und Kräuter, in denen die Elite der Viehzucht, schwerer ostfriesischer Rasse, übersättigt wiederkaut, und den Vorübergehenden so träge und hochmüthig anschnaubt, wie es nur der Wohlhäbigkeit auf vier Beinen erlaubt ist. Gräben und Teiche durchschneiden auch hier, wie überall, das Terrain, und würden, wie alles stehende Gewässer, widrig sein, wenn nicht eine weiße, von Vergißmeinnicht umwucherte Blütendecke und der aromatische Duft des Münzkrautes dem überwiegend entgegenwirkten; auch die Ufer der träg schleichenden Flüsse sind mit dieser Zierde versehen, und mildern so das Unbehagen, das ein schläfriger Fluß immer erzeugt. – Kurz diese Gegend bietet eine lebhafte Einsamkeit, ein fröhliches Alleinsein mit der Natur, wie wir es anderwärts noch nicht angetroffen. – Dörfer trifft man alle Stunde Weges höchstens eines, und die zerstreuten Pachthöfe liegen so versteckt hinter Wallhecken und Bäumen, daß nur ein ferner Hahnenschrei, oder ein aus seiner Laubperücke winkender Heiligenschein sie dir andeutet, und du dich allein glaubst mit Gras und Vögeln, wie am vierten Tage der Schöpfung, bis ein langsames »Hott« oder »Haar« hinter der nächsten Hecke dich aus dem Traume weckt, oder ein grell anschlagender Hofhund dich auf den Dachstreifen aufmerksam macht, der sich gerade neben dir, wie ein liegender Balken durch das Gestripp des Erdwalls zeichnet. – So war die Physiognomie des Landes bis heute, und so wird es nach vierzig Jahren nimmer sein. – Bevölkerung und Luxus wachsen sichtlich, mit ihnen Bedürfnisse und Industrie. Die kleinern malerischen Haiden werden geteilt; die Cultur des langsam wachsenden Laubwaldes wird vernachlässigt, um sich im Nadelholze einen schnellern Ertrag zu sichern, und bald werden auch hier Fichtenwälder und endlose Getraidseen den Charakter der Landschaft teilweise umgestaltet haben, wie auch ihre Bewohner von den uralten Sitten und Gebräuchen mehr und mehr ablassen; fassen wir deshalb das Vorhandene noch zuletzt in seiner Eigentümlichkeit auf, ehe die schlüpferige Decke, die allmählich Europa überfließt, auch diesen stillen Erdwinkel überleimt hat.

annette von droste-hülshoff, anonym als ‘westphälische schilderungen aus einer westphälischen feder’ in ‘historisch-politische blätter für das katholische deutschland’, 16. band, münchen 1845

„Sei’s! auch die Bäume grünen schon wieder, …“ / ‚ein sommer in london‘ von theodor fontane

Ein Gang durch den leeren Glaspalast

Es ist ein Etwas im Menschen, was ihn den Herbst und das fallende Laub mehr lieben läßt als den Frühling und seine Blüthenpracht, was ihn hinauszwingt aus dem Geräusch der Städte in die Stille der Friedhöfe und unter Efeu und Trümmerwerk ihn wonniger durchschauert als angesichts aller Herrlichkeit der Welt. Ein ähnliches Gefühl mocht‘ es sein, was mich zum Glaspalast zog. Kaum zwei Stunden in London – und schon saß ich wieder auf meinem alten Lieblingsplatz, hoch oben neben dem Omnibuskutscher und das vor mir ausgeschüttete Füllhorn englischen Lebens wie einen langentbehrten Freund nach rechts und links hin grüßend, rollt‘ ich Regent-Street und Piccadilly hinab bis zu seinem Schlußstein, Apsley-House.

Ich trat in den Hyde-Park; die Sonne stand in Mittag und unter ihrem Strahlenstrom glühte die noch ferne Kuppel des Krystallhauses auf wie ein „Berg des Lichts“, wie der echte und einzige Kohinur. Es brauchte kein Fragen und Suchen nach ihm: er war sein eigener Stern. Aber welche Stille um ihn her! verlaufen der bunte Strom der Gäste, kein Fahren und Rennen, kein Drängen am Eingang; gähnend vor Langerweile hält ein einziger Konstabel die nutzlose Wache und zerlumpte Kinder lagern am Gitter und bieten Medaillen feil oder betteln. Keiner künstlichen Vorrichtung bedarf es mehr, um die Eintretenden zu zählen; die Augen und das Gedächtnis einer alten Frau würden ausreichen, die Kontrolle zu führen, aber niemand kümmert sich um die Handvoll Nachzügler, die wie letzte Funken eines niedergebrannten Feuers, hier und dorthin den weiten Raum durchhuschen.

Wir treten ein. Wie eine Riesenleiche streckt sich dieser Glasleib aus, dessen Seele mit jenen farbenreichen Shawls und Teppichen entflohn, die einst wie Phantasien ihn durchglühten und dessen geistiges Leben mit jenen tausend Meß- und Rechenkräften dahin ist, die eisern und unbeirrt ihr Urteil fällten.

Es ist etwas Eigentümliches um die bloße Macht des Raums! Das Meer und die Wüste – sie haben diesen Zauber, und leise fühlt‘ ich mich von ihm berührt, als mein Auge die ungeheueren Dimensionen dieses Palastes durchmaß. Der Eindruck mag schöner, erquicklicher gewesen sein, als eine ganze Welt ihr Bestes hier ausgebreitet hatte, – imposanter war er nicht. Und als ich nun von Säule zu Säule diesen Raum durchschritt, und fast ermüdet durch die völlige Gleichheit und stete Wiederkehr aller einzelnen Teile, doch nicht aufhören konnte, das riesenhafte Ganze zu bewundern, da erschien mir dies Glashaus wie das Abbild Londons selbst: abschreckende Monotonie im einzelnen, aber vollste Harmonie des Ganzen.

Nur weniges erinnert noch an die Bestimmung des Gebäudes; die Tafeln und Inschriften sind abgebrochen, und nur in der Nähe der Kuppel – wie um dem späteren Beschauer als Fingerzeig zu dienen – lesen wir in großen Lettern “van Diemensland“. Aber, daß dem Ernsten der Humor nicht fehle: eben hier wo der rote Federmantel eines neuseeländischen Häuptlings, oder wohl gar ein ausgestopfter Kasuar die Blicke Neugieriger auf sich gezogen haben mochte, hier saß im Schmucke lang herabhängender Locken, den unvermeidlichen meergrünen Schleier halb zur Seite geschlagen, eine blasse Tochter Albions und war eifrig bemüht, die Welt mit der tausendundeinten Abbildung des „Exhibition-Houses“ zu beglücken, noch dazu in Öl.

Ich nannte das Glashaus einen Leib, dessen Seele entflohn. Aber es ist nicht der Leib der schönen Fasterade, der Geliebten Kaiser Karl’s, die einen Zauberring trug und im Tode blühte wie im Leben. Unsere Zeit eilt schnell: sie ist rasch im Schaffen wie im Zerstören; noch ein Winter und – das Glashaus ist eine Ruine. Schon dringen Wind und Staub durch hundert zerbrochene Scheiben, schon ist das rothe Tuch der Bänke verblaßt und zerrissen, und schon findet die Spinne sich ein und webt ihre grauen Schleier, die alten Fahnen der Zerstörung. Sei’s! auch die Bäume grünen schon wieder, die Paxtons kühne Hand mit in seinen Glasbau hineinzog und sprechen von Verjüngung; und möge Wind und Sand durch die Fensterlücken wehn, auch die Schwalben flattern mit herein und erzählen sich unter Trümmern von dem Leben und der Liebe, die nicht stirbt.

theodor fontane, ‚ein sommer in london‘, dessau 1854

„Frühlingsgeister“, juniperus communis, erica tetralix & die westfälische heidelandschaft / ‚annette freiin von droste-hülshoff als naturforscherin‘ von hermann landois

Der W a c h o l d e r, dieser Charakterstrauch unserer westfälischen Heiden, gehört zu den zweihäusigen Pflanzen. Die Staubgefäßblüten stäuben den Blütenstaub wolkig in die Luft:

„Unwillig schnauben die (die Rinder) den gelben Rauch,
Das Euter streifend am Wacholderstrauch.“
(Die Jagd, […])

Die harzigen Nadeln des Wacholders geben dem Feuer lodernde Nahrung:

„Da bricht ein starker Knabe
Aus des Gestrüppes Windel
Und schleifet nach im Trabe
Ein wüst Wacholderbündel.
Er läßt’s am Feuer kippen,
Hei, wie die Buben johlen
Und mit den Fingern schnippen
Die Funkengirandolen!

Und wie die Nadel spritzen
Und wie die Äste knattern.“
(„Das Hirtenfeuer“, […])

[…]

Ganz besondere Lieblinge unserer Dichterin sind die H e i d e b l u m e n, und es wäre überflüssig, die zahllosen Stellen hier anzuführen, wo sie dieser ihrer Lieblinge gedenkt. Aber über das Heideröschen, wie es oft genannt wird und welches nicht von allen Kennern und Erklärern Annettes richtig erklärt worden, muß umsomehr hier ein Wort gesprochen werden, als noch jüngst in einem wissenschaftlichen Vortrage das Heideröschen als die Klatschrose gedeutet worden ist. Abgesehen davon, daß diese stets unter Korn wachsende Blume nirgends auf der Heide vorkommt, verdiente diese Pflanze mit ihrem abfälligen, knallroten, das Auge fast beleidigenden Kronenblättern nicht die Aufmerksamkeit der Dichterin der Heide. Das Heideröschen ist gleichnamig mit dem „Heideglöckchen“, Erica tetralix L. der Botaniker. Auf westfälischen Heiden hat dieses sonst seltene Heidekraut die Oberhand. Seine zierlichen Sträuchlein tragen an der Spitze einen niedlichen doldigtraubigen Blütenstand, aus welchem die einzelnen Blütchen nickend niederhangen. Die glockenförmigen, rosenroten Kronen sind wie aus Wachs modelliert und sind so reich an köstlichem Nektar, daß aus ihnen die Bienen vorzugsweise den süßen Honigseim sammeln, und zur Gewinnung reichlichen Honigs allherbstlich die Imker des Landes ihre Bienenstöcke Wochen hindurch in der Heide aufstellen.

[…]

Der H e i d e l a n d s c h a f t ist von der Dichterin ein ganzes Buch Lieder unter dem Titel „Heidebilder“ gewidmet worden; und die Licht= und die Schattenseiten der stillen Heide sind mit gleicher Wärme geschildert und besungen. Begleiten wir die Dichterin zunächst auf die Heide nach dem Regen. Weiterlesen

gartenbücher: orangeriekultur mit schmuddelwetter und in der hauptstadt des regens etc.

meine herrschaft, meine maîtresse en titre, meine orangerie … orangerien und die pflanzen, bzw. deren früchte, waren luxus. statussymbole der besitzer. südfrüchte kommen heute im container nach norddeutschland und werden im hamburger hafen oder in bremerhaven gelöscht. geerntet werden sie unreif, der reifeprozess wird für den transport unterbrochen, damit sie „frisch“ und zu jeder jahreszeit verfügbar in den regalen der supermärkte landen. orangen- und zitronenbäume im kübel findet man in historischen und botanischen gärten oder als urlaubserinnerung auf den terrassen der reihenhaussiedlungen. jeden herbst fragt sich der besitzer: wohin damit bis zur kalten sophie?

die goldenen „äpfel“ der hesperiden. die von theophrastos von eresos erwähnte citrus medica, die als erste citrus nach europa eingeführt wurde. und die bedeutungen des begriffs „orangerie“: „1. Ein Platz, ein Quartier im Garten, wo Orangenbäume aufgestellt sind. […]“; „2. Die Bezeichnung Orangerie für ein wie auch immer gebautes festes Gebäude, wurde erst um 1690 gebräuchlich. […] & „3. Zu Beginn stand der Begriff „Orangerie“ für eine botanische Sammlung verschiedener kälteempfindlicher Pflanzen, dazu gehörten Orangenbäume. […]“. im ersten beitrag des neue bandes der schriftenreihe des arbeitskreises orangeriekultur in deutschland e.v.,“nicht nur zur weihnachtszeit – orangerien in nordwest-deutschland“, gibt margita m. meyer (gartendenkmalpflege, landesamt für denkmalpflege schleswig-holstein) einen guten überblick über die geschichte der sammlung von exoten und ihrer unterbringung. meyer beschreibt auch die einflüsse aus italien, frankreich und den niederlanden. hier, in der republik der zeven verenigde provinciën, hat(te) es die orangeriekultur zur staatssymbolik gebracht, oranje. die handelswege im norden und die heiratspolitik des hauses oranje-nassau führten bereits im 17. jh. zu einer dutch wave: oranienbaum im heutigen gartenreich dessau-wörlitz, oranienburg bei berlin oder oranienstein an der lahn & neben bloembollen kamen gartenbücher mit dem nötigen know-how.

„Ein neblichtes und schlackriges Wetter“ Weiterlesen

175 jahre pfäzerwald & der baum des jahres 2018: die keschde

geologisch gehören die französischen vogesen und der deutsche pfälzerwald zusammen. kelten und römer zogen noch keine grenze: „silva vosegus“ oder „mons vosegus“, benannt nach dem keltischen waldgott vosegus. er war namensgeber des massif des vosges, den vogesen, oder, im deutschsprachigen gebiet, des wasgenwaldes bzw. des wasgau.

der name „pfälzerwald“ wurde im 19. jh in bayern geprägt. die landschaft gilt heute als das grösste zusammenhängende waldgebiet deutschlands. der linksrheinische teil der pfalz, die rheinpalz, im gegensatz zur rechtsrheinischen kurpfalz, war seit dem wiener kongress teil des königreichs bayern. 1843 fand im forsthaus johanniskreuz ein treffen von forstbeamten statt, um regeln für die bewirtschaftung des gebietes aufzustellen. 1845 wurde die ‚forstlich-charakterischtische skizze‘ publiziert und die heute gültige bezeichnung der landschaft festgeschrieben: „waldungen auf dem bunten sandsteingebirge der pfalz, welche hier unter dem namen „pfälzerwald“ bezeichnet werden“. 175 jahren pfälzerwald.

am ostrand des pfälzerwaldes zieht sich das ca. 30 km lange haardtgebirge hin. die haardt (vom althochdeutschen hart für „bewaldeter hang“) bildet den übergang vom mittelgebirge zur rheinebene, vom wald zu den weinbergen. hier, wie im angrenzendem elsass, wächst die castana sativa, die edel- oder esskastanie. für pfälzer: die keschde. wahrscheinlich mit dem wein von den römer ‚eingeschleppt‘ bzw. neu angesiedelt: pollenfunde belegen die existenz der castanea sativa bereits vor der eiszeit. die bestände an der haardt sind jedoch seit ein paar jahren durch rindenkrebs (cryphonectria parasitica), die tintenkrankheit und die japanische esskastanien-gallwespe (dryocosmus kuriphilus), bedroht. trotz alledem gilt die castanea sativa dank ihrer trockenheitverträglichkeit als einer der zukunftsbäume für parks und grosstadtgrün. früchte können mittlerweile wegen des klimawandels auch weiter nördlich ausreifen. die castanea sativa ist nicht ohne grund der baum des jahres 2018.

mit dem naturpark pfälzerwald, dem grenzüberschreitenden biosphärenreservat pfälzerwald-vosges du nord und der, entlang der haardt verlaufenden deutschen, in diesem teil südlichen weinstrasse, wird die gegend nicht nur forstwirtschaftlich, sondern auch touristisch genutzt.

   

quercus petraea / traubeneiche auf der burg neukastel mit blick in den pfälzerwald & der keschdeweg im modenbachtal.

Bezeichnung des Gegenstandes,

von dem es sich handelt.

Die nördlichste Verlängerung der Vogesen dringt fast auf der ganzen Ausdehnung der südlichen Grenze der bayerischen Pfalz in diese ein, und verbreitet sich von dort aus über den größeren Theil derselben. Das preußisch=bayerische Steinkohlengebirg, von Westen gegen Osten streichend, erstreckt sich über den nördlichen Theil dieser bayerischen Provinz.

Abgesehen etwa vom Rheinthale, geben diese beiden Gebirgszüge dem Land die Gestaltung seiner Oberfläche; sie geben ihm seinen Boden und sein örtliches Klima.

[…]

Das bunte Sandsteingebirg, aus welchem der pfälzische Antheil der Vogesen besteht und welcher, mit unbestimmten Begriffen über die Verbreitung desselben, gemeinhin das Hardtgebirg genannt wird, enthält in der Hauptsache nur absolutes Waldland, daher dort ganz große zusammenhängende Waldmassen, verhältnißmäßig aber eine sehr geringe Bevölkerung; dagegen dringen dichte in der Nähe wohnende Volksmassen begünstigt durch zahlreiche Thäler und wohleingerichtete Floßbäche, tief und in alle Theile des Waldgebirges ein.

Im Steinkohlgebirg gewährt die Steinkohle ein reichliches Surrogat für Brennhölzer. […]

Dagegen wird das Holz und Streuwerk, welches die Hardtgebirgsforsten erzeugen, von einer zahlreichen, oft weit entfernt wohnenden Bevölkerung für leichte Felder, vor allem für den Weinbau dringend in Anspruch genommen.

Selbst das Ausland tritt mit in die Concurrenz, und so werden die Forstprodukte dieser Landschaft Gegenstand des Handels und der Speculation.

[…]

  

pinus sylvestris / wald-kiefer auf bundsandsteinfelsen bei busenberg, dahner felsenland, & keschde.

§. 16. Räumliches Vorkommen der Waldbestandsformen, und Einfluß derselben auf die Forstwirthschaft

[…]

f) Die Kastanie (castanea vesca).

Die Kastanie ist schon seit alten Zeiten am östlichen Fuße des Hardtgebirges d.h. am Saume des Pfälzerwaldes zu Hause. Dieselbe reicht von der Grenze des Weinbaues noch mehrere hundert Fuß an den Gehängen der Berge aufwärts, und bringt auch auf ½ – 1 Stunde in die Thäler ein. In Mulden und Einschlägen steigt dieselbe wohl etwas höher hinan. Man kann annehmen, daß diese Holzart bis auf 12 – 1400′ Höhe noch gut gedeihe, und etwa 1000 – 1200′ Höhe in gewöhnlichen Jahren auf einem im übrigen entsprechenden Standorte noch Früchte reife. Weiterlesen

gärten & landschaft: max slevogt in der pfalz / ’scherz und laune‘ von johannes guthmann

[…]; indessen die beiden Knaben [max slevogt, * 8. oktober 1868, und sein älterer bruder] flugs die Treppe hinab und in den Garten entwischten, den altfränkisch abgezirkelten Garten, wo in quadratisch und kreisrund von schuhhohem altem Buchs eingefaßten Beeten und Rabatten Beerensträucher und Blumen und traulich sonnendurchlichteten Schatten darüberbreitend die Kirsch- und Zwetschgenbäume standen – oder stehen, denn Haus und Garten [der grosstante in burrweiler] sind heute noch erhalten. […]

Es konnte aber auch ein ander Mal geschehen, daß Max über die Beete und das Mäuerchen hinweg den Blick an die Ferne verlor und vom erhöhten Garteneck aus in die gewaltige weite, in gesegneter Fruchtbarkeit strotzende Rheinebene mit den langen, sich seitwärts fern und ferner wiederholenden Linien der Hänge des Haardtgebirges hinausstarrte. Früh schon scheint ihn die komplizierte Schlichtheit dieses großartigen Landschaftbildes betroffen zu haben, denn aus seinem achten Lebensjahre bereits existiert eine Zeichnung, in der er es festzuhalten versucht hat, wobei der Sinn des Kindes für das Handgreiflich-Gegenständliche die in Wirklichkeit eben noch sichtbare Maxburg [das hambacher schloss] mit klotziger Überdeutlichkeit auf eine der Bergsilhouetten gesetzt hat, wenn man will: Slevogts früheste Pfälzer Landschaft. […]

Wie kam da seiner Indianer- und Raubritter-Romantik der Wasgenwald [pfälzerwald] entgegen, wenn er in den Landauer Ferienwochen zu Verwandten der Verwandten in die nahen Berge und auf den Neukasteller Hof durfte. Hoch ragt darüber aus Waldeshöhen der bunte Sandsteinfelsen empor, der einst ein römisches Kastell und dann die Reichsfeste Neukastell trug, bis sie nach wechselvollen Geschicken bei den Raubzügen Ludwigs XIV. von Grund aus zerstört ward. Ein Halbgewachsener war er, in den Jahren des Schweifens und Stöberns, als er zum ersten Male dorthin kam – wo er heute als Herr schaltet – und er entsinnt sich noch genau, mit welchen Indianergefühlen er sich zusammen mit den Kameraden den mühsamen Weg durch das Unterholz der Kiefern und Edelkastanien und all das Geranke von Brombeeren und Heiderosen, die den Anstieg zum roten Felsen vergittern, gewühlt hat, wie der versteckte Zugang und dann die verwegene Lage der Ruine mit ihrer Felsenkammer und den vielen erklärlichen und unerklärlichen Spuren der einstigen Ritterfeste die kecken Einfälle und Streiche in ihm entzündet haben. Und ringsum Wald, nach Westen zu unermeßlich der Wasgenwald! Aus solcher Waldesstimmung, vom regen Bürschchen in Schlichen und Gefahren Jahr für Jahr erlebt, vom reifen Manne nie vergessen, sind später dann die Illustrationen zum Lederstrumpf entstanden.

[…]

In Frühjahr 1898 heiratete er. Er heiratete die Freundin und Vertraute aus dem Haus in der Pfalz, wo er so viele glückliche Ferienwochen als Knabe und als junger Mann verbracht hatte. Nun zog er abermals den Waldweg hinauf zum Neukasteller Hof [der slevogthof & der garten oberhalb von leinsweiler sind heute wegen renovierung geschlossen …], […].

  

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pückler fährt durch die niederlande: landschaft als garten & die kultivierung der heide / ‚briefe eines verstorbenen‘ von hermann von pückler-muskau

Rotterdam, den 25sten [september 1826]

[…], und wirklich von magischer Wirkung ist dagegen der weite Garten, welcher sich zwischen Arnheim und Rotterdam ausbreitet. Auf einer Chaussée, von Klinkern (sehr hart gebrannte Ziegel) gebaut, und mit feinem Sande überfahren, eine Straße, die durch nichts übertroffen werden kann, und nie auch nur die schwächste Spur eines Gleises annimmt, rollte der Wagen mit jenem leisen, stets den gleichen Ton haltenden Gemurmel des Räderwerks hin, das für die Spiele der Phantasie so einladend ist. Obgleich es in dem endlosen Park, den ich durchstrich, weder Felsen noch selbst Berge giebt, so gewähren doch die hohen Dämme, auf welche der Weg zuweilen hinansteigt, die Menge, große Massen bildender Landsitze, Gebäude und Thürme, wie die vielen aus Wiesen, Ebnen, oder über klare Seen auftauchenden kolossalen Baum-Gruppen, der Landschaft eben so viel Abwechselung von Höhe und Tiefe, als malerische Ansichten der verschiedensten Art; ja ihre größte Eigenthümlichkeit besteht eben in dieser unglaublichen Bewegung und Mannichfaltigkeit der Gegenstände, die ohne Aufhören die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Städte, Dörfer, Schlösser mit ihren reichen Umgebungen, Villen von jeder Bauart mit den niedlichsten Blumengärten, unabsehbare Grasflächen mit Tausenden weidender Kühe, Seen, die im Umfang von 20 Meilen blos durch Torfstich nach und nach entstanden sind, unzählige Inseln, wo das baumlange Schilf, zum Decken der Dächer sorgfältig angebaut, Myriaden von Wasservögeln zur Wohnung dient – alles bietet sich fortwährend die Hand zu einem freudigen Reigen, in dem man wie im Traume durch flüchtige Pferde fortgerissen wird, während immer neue Palläste, immer andere Städte am Horizont erscheinen, und ihre hohen gothischen Thürme in dämmernder Ferne mit den Wolken sich verschmelzen. Eben so läßt in der Nähe eine oft groteske und stets wechselnde Staffage keinem Gefühl der Einförmigkeit Raum. Bald sind es seltsam mit Schnitzwerk und Vergoldung verzierte Wagen ohne Deichsel, und von Kutschern regiert, die in blauen Westen, kurzen schwarzen Hosen, schwarzen Strümpfen und Schuhen mit ungeheuren silbernen Schnallen, auf einer schmalen Pritsche sitzen; oder zu Fuß wandernde Weiber mit sechs Zoll langen goldnen und silbernen Ohrringen behangen, und chinesischen Sommerhüten, gleich Dächern auf den Köpfen; bald zu Drachen und fabelhaften Ungethümen verschnittene Taxus-Bäume, oder mit weiß und bunter Oelfarbe angestrichene Lindenstämme, asiatisch mit vielfachen Thürmchen verzierte Feueressen, absichtlich schief liegend gebaute Häuser, Gärten mit lebensgroßen Marmor-Statuen in altfranzösischer Hofkleidung durch das Gebüsch lauschend, oder eine Menge 2 – 3 Fuß hoher, spiegelblank polirter Messingflaschen auf den grünen Wiesen am Wege stehend, die wie pures Gold im Grase blinken, und doch nur die bescheidne Bestimmung haben, die Milch der Kühe aufzunehmen, welche daneben von jungen Mädchen und Knaben emsig gemolken werden – kurz eine Menge ganz fremder ungewohnter und phantastischer Gegenstände bereiten jeden Augenblick dem Auge eine andere Scene, und drücken dem Ganzen ein vollkommen ausländisches Gepräge auf. Denke Dir nun dieses Bild noch überall in den Goldrahmen des schönsten Sonnenscheins gefaßt, geziert mit der reichsten Pflanzenwelt, von riesenhaften Eichen, Ahorn, Eschen, Buchen bis zu den kostbarsten ausgestellten Treibhaus-Blumen herab, so wirst Du Dir eine ziemlich genaue, und keineswegs übertriebene Vorstellung von diesem wunderbar herrlichen Theile Hollands machen können, und dem hohen Vergnügen meiner gestrigen Fahrt.

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über gartenTourismus / ‚the innocents abroad‘ von mark twain

VERSAILLES! It is wonderfully beautiful! You gaze, and stare, and try to understand that it is real, that it is on the earth, that it is not the Garden of Eden—but your brain grows giddy, stupefied by the world of beauty around you, and you half believe you are the dupe of an exquisite dream. The scene thrills one like military music! A noble palace, stretching its ornamented front block upon block away, till it seemed that it would never end; a grand promenade before it, whereon the armies of an empire might parade; all about it rainbows of flowers, and colossal statues that were almost numberless, and yet seemed only scattered over the ample space; broad flights of stone steps leading down from the promenade to lower grounds of the park—stairways that whole regiments might stand to arms upon and have room to spare; vast fountains whose great bronze effigies discharged rivers of sparkling water into the air and mingled a hundred curving jets together in forms of matchless beauty; wide grass-carpeted avenues that branched hither and thither in every direction and wandered to seemingly interminable distances, walled all the way on either side with compact ranks of leafy trees whose branches met above and formed arches as faultless and as symmetrical as ever were carved in stone; and here and there were glimpses of sylvan lakes with miniature ships glassed in their surfaces. And every where—on the palace steps, and the great promenade, around the fountains, among the trees, and far under the arches of the endless avenues, hundreds and hundreds of people in gay costumes walked or ran or danced, and gave to the fairy picture the life and animation which was all of perfection it could have lacked.

It was worth a pilgrimage to see. Every thing is on so gigantic a scale. Nothing is small—nothing is cheap. The statues are all large; the palace is grand; the park covers a fair-sized county; the avenues are interminable. All the distances and all the dimensions about Versailles are vast. I used to think the pictures exaggerated these distances and these dimensions beyond all reason, and that they made Versailles more beautiful than it was possible for any place in the world to be. I know now that the pictures never came up to the subject in any respect, and that no painter could represent Versailles on canvas as beautiful as it is in reality. I used to abuse Louis XIV. for spending two hundred millions of dollars in creating this marvelous park, when bread was so scarce with some of his subjects; but I have forgiven him now.

mark twain ‚the innocents abroad, or, the new pilgrim’s progress; being some account of the steamship quaker city’s pleasure excursion to europe and the holy land; with descriptions of countries, nations, incidents and adventures […]‘, 1869