„Die Natur wird erst rein Gegenstand für den Menschen, …“ / ‚grundrisse der kritik der politischen ökonomie‘ von karl marx

So schafft das Kapital erst die bürgerliche Gesellschaft und die universelle Aneignung der Natur wie des gesellschaftlichen Zusammenhangs selbst durch die Glieder der Gesellschaft. Hence the great civilising influence of capital; seine Produktion einer Gesellschaftsstufe, gegen die alle frühren nur als lokale Entwicklungen der Menschheit und als Naturidolatrie erscheinen. Die Natur wird erst rein Gegenstand für den Menschen, rein Sache der Nützlichkeit; hört auf, als Macht für sich anerkannt zu werden; und die theoretische Erkenntnis ihrer selbständigen Gesetze erscheint selbst nur als List, um sie den menschlichen Bedürfnissen, sei es als Gegenstand des Konsums, sei es als Mittel der Produktion, zu unterwerfen.

karl marx, ‚grundrisse der kritik der politischen ökonomie‘, (oktober 1857 bis mai 1858), zitiert nach mew marx-engels-werke, band 42, berlin 1983

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„raus aus dem garten!“

mit anke schmitz (garten auf freigang) in der ausstellung ‚thomas gainsborough. die moderne landschaft‘ in der hamburger kunsthalle:

gruenesblut.net

 

marcel broodthaers. eine retrospektive: section botanique (les palmiers)

fig. 1 obere reihe, l.: das ständehaus, der ehemalige landtag des landes nrw, erbaut als provinziallandtag der preussischen rheinprovinz von julius raschdorff (1880) mit der glaskuppel von kiessler+partner (1995-2001) am kaiserteich in der parkanlage von maximilian weyhe; r.: ‚l’entrée de l’exposition‘: hoewa forsteriana, vorsicht kellertreppe … untere reihe, l.: ‚jardin d’hiver‘, phoenix roebelenii unterhalb der wasserlinie … & r.: adler in düsseldorf, auf der kö.

die retrospektive von marcel broodthaers, organisiert vom museum of modern art, new york, und dem museo nacional centro de arte reina sofia, madrid, ist auf ihrer letzten station dem k21 / kunstsammlung nrw angekommen, in düsseldorf, wo broodthaers von 1970 bis 1972 lebte und arbeitete.

der belgische künster hatte, bevor er 1964 entschied statt schriftsteller künstler zu sein, kontakt zur groupe surréaliste révolutionaire und rené magritte. er publizierte gedichte. 1964 verarbeitete er einen stapel flugblätter mit dem gedicht ‚pense bête‘ zu einer skulptur. im selben jahr entstand ‚la clef de l’horloge – un poème cinématographique en l’honneur de kurt schwitters‘, der erste film. von der poesie rimbauds und mallarmés zu magritte und schwitters. wort und bild, moules et frites, adler und palmen. Weiterlesen

gartenbücher (the secret life of the georgian garden)

der gestalterische ursprung unserer parks ist der english landscape garden des 18. jh, der garten der georgians. grosse rasenflächen (heute viel zu selten wiesen), etwas architektur (ein monopteros oder tempelchen hier, eine orangerie dort, grotten mit oder ohne ornamental hermit …alles follies ohne nutzung?), solitäre bäume oder baumgrupen und unterholz. vor der haustür die kontinentalen, von england beeinflussten, anlagen: der englische garten in münchen von friedrich ludwig sckell, der grosse tiergarten in berlin von peter joseph lenné (nicht zu vergessen klein-glienicke und die anlagen in sanssouci …), muskau und branitz von hermann von pückler-muskau, der wörlitzer park, etc. der einzige echte georgian garden auf den festland befindet sich in hannover: → der georgengarten, benannt nach george IV., king in englisch-hannoverscher personalunion, von franz christian schaumburg.

kate felus beschreibt in ihrem buch ‚the secret life of the georgian garden: beautiful objects and agreeable retreats‘ das leben im georgian garden, dem englischen landscape garden. die gärten von william kent, lancelot „capability“ brown, humphry repton und ihrer zeitgenossen. 123 jahre von der thronbesteigung des kurfürsten von braunschweig-lüneburg aka hannover als george I. auf den englischen thron 1714, über george II., III. & IV. bis zum tod von william IV. und der thronbesteigung von queen victoria, dem ende der personalunion 1837.

das leben in den country houses ist erforscht (mark girouard, ‚life in the english country house‘, 1978, etc.), die geschichte und gestaltung der parks in denen sie stehen ebenfalls. doch was passierte im garten? felus hat sich auf die bewohner und besucher der grossen häuser konzentriert und auf die art und weise, wie sie den garten nutzten. der garten war fluchtort vor der enge des hauses. die familie, die gäste und das personal sollten nicht alles mitbekommen oder mann/frau wollten von einzelnen gästen oder dem personal gerade mehr mitbekommen … der park als ansammlung von gartenzimmern. wie heute unsere unter denkmalschutz stehenden und/oder öffentlichen english landscape gardens für die flucht aus dem alltag genutzt werden, so war es schon im 18 jh.: „ich geh mal mit dem hund spazieren“ (= ich will meine ruhe haben!), treffen mit freunden (heute incl. grillen bis auf die grasnarbe und zumüllen der rasenfläche und der angrenzenden beete) bis zu grossen events mit music und fireworks (händel passt immer: für georgians und für parkbesucher im 21 jh.), sowie, gerade in öffentlichen parks, das verschwinden von unangeleinten hunden und spaziergängern im unterholz, nicht nur weil toiletten fehlen … Weiterlesen

gartenbücher (wunschliste)

beim abstauben des buchregals …

Das Passagen- garten-Werk walter benjamin & natürlich Das Kunstwerk blümchen im Zeitalter seiner technischen digitalen Reproduzierbarkeit

Les Règles de l’art des jardins: genèse et structure du champ littéraire horticole pierre bourdieu

The Ideology of the Aesthetic garden designs terry eagleton

A Portrait of the Artist gardener as a Young Man james joyce

Delirious New York garden rem koolhaas

Culture gardening and Imperialism edward said

The Fall of Public Man green richard sennett & The Uses of Disorder: Personal Identity and City garden Life

Complexity and Contradiction in Architecture the garden robert venturi

Brideshead rüschhaus Revisited evelyn waugh