pückler fährt durch die niederlande: landschaft als garten & die kultivierung der heide / ‚briefe eines verstorbenen‘ von hermann von pückler-muskau

Rotterdam, den 25sten [september 1826]

[…], und wirklich von magischer Wirkung ist dagegen der weite Garten, welcher sich zwischen Arnheim und Rotterdam ausbreitet. Auf einer Chaussée, von Klinkern (sehr hart gebrannte Ziegel) gebaut, und mit feinem Sande überfahren, eine Straße, die durch nichts übertroffen werden kann, und nie auch nur die schwächste Spur eines Gleises annimmt, rollte der Wagen mit jenem leisen, stets den gleichen Ton haltenden Gemurmel des Räderwerks hin, das für die Spiele der Phantasie so einladend ist. Obgleich es in dem endlosen Park, den ich durchstrich, weder Felsen noch selbst Berge giebt, so gewähren doch die hohen Dämme, auf welche der Weg zuweilen hinansteigt, die Menge, große Massen bildender Landsitze, Gebäude und Thürme, wie die vielen aus Wiesen, Ebnen, oder über klare Seen auftauchenden kolossalen Baum-Gruppen, der Landschaft eben so viel Abwechselung von Höhe und Tiefe, als malerische Ansichten der verschiedensten Art; ja ihre größte Eigenthümlichkeit besteht eben in dieser unglaublichen Bewegung und Mannichfaltigkeit der Gegenstände, die ohne Aufhören die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Städte, Dörfer, Schlösser mit ihren reichen Umgebungen, Villen von jeder Bauart mit den niedlichsten Blumengärten, unabsehbare Grasflächen mit Tausenden weidender Kühe, Seen, die im Umfang von 20 Meilen blos durch Torfstich nach und nach entstanden sind, unzählige Inseln, wo das baumlange Schilf, zum Decken der Dächer sorgfältig angebaut, Myriaden von Wasservögeln zur Wohnung dient – alles bietet sich fortwährend die Hand zu einem freudigen Reigen, in dem man wie im Traume durch flüchtige Pferde fortgerissen wird, während immer neue Palläste, immer andere Städte am Horizont erscheinen, und ihre hohen gothischen Thürme in dämmernder Ferne mit den Wolken sich verschmelzen. Eben so läßt in der Nähe eine oft groteske und stets wechselnde Staffage keinem Gefühl der Einförmigkeit Raum. Bald sind es seltsam mit Schnitzwerk und Vergoldung verzierte Wagen ohne Deichsel, und von Kutschern regiert, die in blauen Westen, kurzen schwarzen Hosen, schwarzen Strümpfen und Schuhen mit ungeheuren silbernen Schnallen, auf einer schmalen Pritsche sitzen; oder zu Fuß wandernde Weiber mit sechs Zoll langen goldnen und silbernen Ohrringen behangen, und chinesischen Sommerhüten, gleich Dächern auf den Köpfen; bald zu Drachen und fabelhaften Ungethümen verschnittene Taxus-Bäume, oder mit weiß und bunter Oelfarbe angestrichene Lindenstämme, asiatisch mit vielfachen Thürmchen verzierte Feueressen, absichtlich schief liegend gebaute Häuser, Gärten mit lebensgroßen Marmor-Statuen in altfranzösischer Hofkleidung durch das Gebüsch lauschend, oder eine Menge 2 – 3 Fuß hoher, spiegelblank polirter Messingflaschen auf den grünen Wiesen am Wege stehend, die wie pures Gold im Grase blinken, und doch nur die bescheidne Bestimmung haben, die Milch der Kühe aufzunehmen, welche daneben von jungen Mädchen und Knaben emsig gemolken werden – kurz eine Menge ganz fremder ungewohnter und phantastischer Gegenstände bereiten jeden Augenblick dem Auge eine andere Scene, und drücken dem Ganzen ein vollkommen ausländisches Gepräge auf. Denke Dir nun dieses Bild noch überall in den Goldrahmen des schönsten Sonnenscheins gefaßt, geziert mit der reichsten Pflanzenwelt, von riesenhaften Eichen, Ahorn, Eschen, Buchen bis zu den kostbarsten ausgestellten Treibhaus-Blumen herab, so wirst Du Dir eine ziemlich genaue, und keineswegs übertriebene Vorstellung von diesem wunderbar herrlichen Theile Hollands machen können, und dem hohen Vergnügen meiner gestrigen Fahrt.

Nur ein Theil derselben machte, hinsichtlich der Vegetation und Mannichfaltigkeit eine Ausnahme, war mir aber in anderer Hinsicht, wenn auch nicht so angenehm, doch nicht weniger interessant. Nämlich zwischen Arnheim und Utrecht findet man 4 Meilen lang den Sand der Lüneburger Haide, so schlecht als die schlechtesten märkischen Ebnen. Demohngeachtet, und so viel wirkt verständige Cultur! Wachsen neben den Kiefern-Gebüschen, die der Boden nebst dürrem Haidekraut allein von selbst hervorbringt, die wohl bestandendsten Anpflanzungen von Eichen, Weiß- und Rothbuchen, Birken, Pappeln u. s. w. freudig auf. Wo der Boden zu wenig Kraft hat, werden sie nur als Strauchwerk benutzt, und alle 5 – 6 Jahre abgetrieben, wo er etwas besser ist, als Stämme in die Höhe gelassen. Die herrliche Straße ist hier durchgängig mit wohlerhaltenen dichten Alleen eingefaßt, und, was mir merkwürdig war, ich fand, daß trotz des dürren Sandes Eichen und Buchen noch besser als Birken und Pappeln zu gedeihen schienen. Eine Menge der so überaus netten holländischen Häuser und Villen waren mitten in der wüssten Haide aufgebaut; mehrere noch im Werden, so wie die Anlagen darum her. Ich konnte mir nicht erklären, daß so viele sich gerade dies unwirthbare Terrain zu kostspieligen Etablissements ausgesucht, erfuhr aber, daß das Gouvernement weise genug gewesen sey, diesen ganzen, bisher als unbrauchbar liegen gelassenen Landstrich den angränzenden Gutsbesitzern und andern Vermögenden auf 50 Jahr unentgeldlich und Abgabenfrei zu überlassen, mit der einzigen Bedingung, es sogleich durch Anpflanzungen oder Feldbau cultiviren zu müssen. Später zahlen ihre Nachkommen eine sehr billige, entsprechende Rente. Ich bin überzeugt, nach dem, was ich hier gesehen, daß der größte Theil unsrer hungrigen Kiefernwälder durch ähnliches Verfahren und fortgesetzte Cultur in hundert Jahren in blühende Fluren verwandelt, und die ganze todte Gegend dadurch wahrhaft umgeschaffen werden könnte.

hermann von pückler-muskau, ‚briefe eines verstorbenen. ein fragmentarisches tagebuch aus deutschland, holland und england, geschrieben in den Jahren 1826, 1827 und 1828‘, bd. 3. stuttgart 1831

 

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kulturlandschaften, wallhecken, gärten vor 100 jahren: bilder von hermann reichling

hermann reichling: naturschutz, politik & fotografie

ein naturschützer unterwegs mit der kamera in westfalen und, auf der flugroute der zugvögel, bis nach lappland. hermann reichling (1890-1948), promovierter ornithologe und naturschutzpionier, war von 1919-1948 direktor des provinzialmuseums für naturkunde in münster. mit einer unterberechung von 1933 -1945, von den nazis wegen „politischer unzuverlässigkeit“ abgesetzt: disziplinarverfahren und als „schutzhäftling“ von juni bis september 1934 im kz esterwegen im emsland, wo er bei der trockenlegung von mooren zwangsarbeiten musste und misshandelt wurde. nach seiner freilassung wurde er an den dümmer im oldenburger münsterland verbannt, „kaltgestellt“: nicht untätig, entstand bis 1945 dort eine einzigartige dokumentation der region. 1945 rehabilitiert und wieder direktor des naturkundemuseums starb er jedoch schon 1948 an den folgen der kz-haft.

in seiner amtszeit 1926-1933 als staatlicher kommissar für naturdenkmalpflege in der provinz westfalen, wurden fast 70 schutzgebiete ausgewiesen. 1932 befanden sich ca. ein fünftel aller naturschutzgebiete preussens in der provinz westfalen. reichling war gut vernetzt: er stand u.a. im kontakt mit max hugo weigold, gründer der vogelwarte helgoland, 1910, und später direktor der naturkunde-abteilung des provinzialmuseums in hannover, und mit hugo conwentz, direktor des westpreußischen provinzial-museums in danzig & autor des buches ‚die gefährdung der naturdenkmäler und vorschläge zu ihrer erhaltung‘ (berlin, 1904).

mehr als 10.000 negative, glasplatten, haben sich zwischen 1912 und 1948 im archiv angesammelt und einige filme, die reichling als pionier des naturfilms ausweisen. fotografiert hat reichling, neben den üblichen familienszenen, hauptsächlich bei erkundungen, der sich stetig durch den menschen verändernden kulturlandschaften und ihre fauna in nordwestdeutschland. ab 1926 wurde er von dem fotografen georg hellmund unterstützt, der bis 1966 für das naturkundemuseum arbeitete. die familie übergab den privaten nachlass an das lwl -museum für naturkunde (ehem. provinzialmuseums für naturkunde). das archiv wurde ab 2015 mit unterstützung der nrw-stiftung aufgearbeitet und digitalisiert. Weiterlesen

pflanzen im knick & „das Wilde in dem Künstlichen“ / ‚oeconomisch-practische anweisung‘ von nicolaus oest

Von der Besetzung der Erdwälle mit lebendigen Pflanzen.

[…]

§. 43.

Was die Wahl der Pflanzen anbetrift, so nimmt man überhaupt lieber die jungen, als die alten. Diejenige, welche eines guten Fingers Dicke haben, oder im Durchschnitt etwa einen Zoll halten, sind die besten. Je mehr Wurzeln daran sind, desto besser ist es, und je mehr Erde sie aus ihrem vorigen Lager mitbringen, desto gewisser werden sie bekleiben.

§. 44.

Welche Art von Heckenpflanzen man den Vorzug geben solle, wird vornehmlich von der Absicht desjenigen abhangen, der sie brauchen will. Manchem ist es nur um eine wehr= und dauerhafte, einem anderen zugleich um eine zierliche, noch anderen um eine Holz= und Fruchtbringende Hecke zu thun. Ersterer wir allen Arten von Dornen den Vorzug geben; der andere wir vornehmlich auf die Hagebuche verfallen und die letzteren gerne Ellern und Haselstauden haben wollen. Selten aber findet man, ausser in und um den Garten solche Hecken, die nur aus einer Pflanzenart bestünden. Man pflanzet vielmehr eines unter das andere, zuweilen wie es fällt, doch auch manchmahl mit einer gewissen Anordnung und Ueberlegung.

§. 45.

Von den hier gewöhnlichen Staudenarten, die man zu lebendigen Zäunen zu nehmen pflegt, habe folgendes angemerkt: […]

§. 46.

Der Weißdorn giebt eine dick durchgewachsene Hecke, und kann die scharfen Nordwinde gut aushalten, obgleich die zarte Frühlingssprossen von den kalten Winden und Nachtfrösten leichtlich Schaden nehmen, wodurch aber die Zweige desto stärker seitwärts treiben und den Busch dichter machen. Einige wollen sagen, daß wir hier zu Lande den rechten Weißdorn nicht oder sehr selten finden. Ich habe indessen angemerkt, daß wenn obige Art einen guten Boden und Schutz gegen die scharfen Winde hat, selbige eine weissere Rinde, grössere Blätter, längere Stachel und stärkeren Wachsthum habe, wie sonst.

[…]

§. 49.

Der Schleedorn macht an den Orten, wo er gerne wächset, ein Gewirre, dadurch so leicht nichts durchbrechen kann und steht im Sturm unbewegt. Er nimmt mit einem schlechten Boden vorlieb, wenn er nur leimicht ist. Weil er keine saserichte Wurzeln hat, so muß man von seinen langen Wurzeln zum wenigsten einen oder zwei Fuß mitnehmen, wenn man ihn verpflanzen will, und bei dem Setzen den Leim fest an die Wurzel treten. Sonst wird er schwerlich wachsen. Wo er aber anschlägt, da breitet er sich sehr aus. Daher ist es nöthig ihn durch einen Graben, oder durch fleißiges Aushacken in seinen Schranken zu halten. Er gibt sonst das allerbeste Buschwerk zu todten Zäunen.

§. 50.

Die Hagebuche empfiehlet sich theils durch ihre Schönheit, theils durch die gute Schutzwehr, die sie leistet, theils durch den nützlichen Gebrauch des Holzes. Denn es ist das feine Gesträuch nicht nur zu Besemen und Erbsenruthen, wie auch zum Brennen dienlich; sondern es dienet auch, wenn man es stärker werden lässet, wegen seiner Härte und Festigkeit den Tischlern und Drechslern zu verschiedenem Gebrauch, und den Müllern zu Zähnen oder Zacken in den Kammrädern.

[…]

§. 52.

Die Mastbuche thut ungeachtet ihrer höheren Bestimmung in den Hecken sehr gute Dienste, wenn man sie nur nicht zu hoch wachsen lässet und daher fleißig abkappet. Insbesondere hat eine Buchenhecke, die da beschnitten wird, dieses Vorzügliche, daß sie auch nicht einmahl im Winter durchsichtig ist, weil sie die welke Blätter behält, bis sie im Frühling wieder zu grünen anfängt, und die gelben Blätter gegen grüne vertauschet.

§. 53.

Die Hagebutte will keinen Beifall finden, weil sie sich selbst gelassen, im Untern die Hecke nicht verdicken, noch mit den übrigen Pflanzen in gesellige Ordnung treten will. Der Fliederbaum übet so gar über dieselbe Tyrannei aus. Vieleicht würden lauter Flieder sich am besten so wie lauter Habebutten zusammen schicken. Von letztern, (und zwar von der grossen Sorte,) habe ein Probe in dem Garten des Herrn Probsten Lüders gesehen, die mir sehr wohl gefiel. Die Gartenhagebutte kann nicht nur aus dem Kern, sondern auch aus Schnitzlingen, die man nur 6 bis 8 Zoll tief in die Erde steckt, vermehrt werden.

§. 54.

Die Haselstaude macht in den Hecken dieses Landes einen beträchtlichen Theil aus. Sie hält sich auch sehr gut, wenn sie auf Wällen steht, die von Osten nach Westen laufen. Haben diese aber ihre Richtung Süd und Nord, und die Westseite unbedeckt, so werden sie an dieser Seite kümmerlich stehen. Sind sie gleich an sich ncht sehr haltbar, welches größtentheils daher rühret, daß so wohl die schönsten Schöslinge, als auch die Früchte dem muthwilligsten Raube ausgesetzet sind; so verdienen sie doch wegen des Nutzens, den sie dem Besitzer leisten, eine vorzügliche Aufmerksamkeit und fleißige Wartung, welche vornehmlich darin bestehet, daß man den Graben oft vertirfe, und den Wall verstärke, als wodurch der Zaun am besten kann wehrhaft gemacht werden.

[…]

§. 57.

Von andern Pflanzen, die man hin und wieder in den Hecken findet, als Vogelbeer, Stechpalmen, Spillbaum, Ligustrum, Wesselbeer &c. wird nicht nöthig seyn besonders zu melden, weil man sie nicht leicht in solcher Menge beisammen findet, daß ganze Hecken daraus gemacht werden könnten. Ein fleißiger und curioser Landwirth macht vieles möglich, was man sonst nicht gesehen, und endecket manchen Vortheil, den voher niemand gewußt hat. […]

[…]

§. 59.

[…] Der Anfang ist, wie in allen Dingen, sehr unvollkommen gewesen. Von den ältesten Paatwerken findet man kaum eines, das nach der Schnur angelegt wäre. Sie sind vielmehr voller Buchten und Krümmen. […] Nachhero ist man bemühet gewesen, dem Werk nach und nach eine grössere Vollkommenheit zu geben. Nunmehr ist wohl nicht leichtlich ein Land zu finden, welches ein so Gartenmäßiges Ansehen hat, als Angeln. Wäre das Werk im Anfang nach einem allgemeinen Plan vorgenommen worden, welches leicht hätte geschehen können, wenn man durch einen General=Ackerumsatz die Ländereien bis getheilt und zugleich Wege und Zäune schnurrichtig gemacht hätte, so würde man einen Garten von 7 bis 8 Meilen im Umfang gesehen haben. Doch vielleicht wird ein Gartenliebhaber nach dem neusten Geschmack die krumme Wege und Hecken noch höher schätzen, weil das Wilde in dem Künstlichen durchschimmert, und dem Reisenden immer neue Gegenstände dargestellet werden.

nicolaus oest, ‘oeconomisch-practische anweisung zur einfriedigung der ländereien […]’, flensburg, 1767.

saisonende im pomarium anglicum

die letzten äpfel der saison im obstmuseum pomarium anglicum von karin und meinolf hammerschmidt in winderatt: alte obstsorten auf einer ehemaligen koppel in der angeliter knick-landschaft → „eingefriedigte parzellen, nicht größer als ein stück gartenland“.

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wildernesses / ‘the gardeners dictionary‘ von philip miller

WILDERNESSES, if rightly situated, artfully contrived, and judiciously planted, are very great ornaments to a fine garden; but it is rare to see these so well executed in gardens as could be wished, nor are they often judiciously situated; for they are frequently so situated as to hinder a distant prospect, or else are not judiciously planted; the latter of whichis farce ever to be found in any of our most magnificent  gardens, very few of their designers ever studying the natural growth of trees so as to place them in such manner, that they may not obstruct the sight from the several parts of the plantation which are presented to the view; I shall therefore briefly set down what has occurred to me from time to time, when I have considered these parts of gardens, whereby a person will be capable to form an idea of the true beauties which ought always to be studied in the contrivance of Wildernesses

1. Wildernesses should always be proportioned to the extent of the gardens in which they are made, that they may correspond in magnitude with the other parts of the garden; for it is very ridiculous to fee a large Wilderness planted with tall trees in a small spot of ground; and on the other hand, nothing can be more absurd, than to see little paltry squares, or quarters of Wilderness work, in a magnificent large garden.

2. As to the situation of Wildernesses, they should never be placed too near the habitation, becauce the great quantity of moisture which is perspired from the trees will cause a damp unwholesome air about the house, which is often of ill consequence. Nor should they be situated so as to obstruct any distant prospcet of the country, which should always be preserved wherever it can be obtained, there being nothing so agreeable to the mind as an unconfined prospect of the adjacent country; […]

3. The trees should always be adapted to the size of the plantation, for it is very absurd to see tall trees panted in small squares of a little garden; and so likewise, if in large designs are planted nothins but small srubs, it will have a mean appearance. It should also be observed, never to plant evergreen among deciduous trees, but always place the evergreens in a Wilderness, or a separate part of the Wilderness by themselves, and that chiefly in sight, because these afford a continual pleasure both in summer and winter, when in the latter season the deciduous trees do not appear so agreeable; therefore, if the borders of Wilderness quarters are skirted with evergreens, they will have a good effect.

4. The walks must also be proportioned to the size of the ground, and not make large walks in a small Wilderness (nor too many walks, though smaller) whereby the greatest part of the ground is employed in walks; nor should the grand walks of a large Wilderness be too small, both of which are equally faulty. These walks should not be entered immediately from those of the pleasure-garden, but rather be led into by a small private walk, which will render it more entertaining; or if the large walk be tutned in form of a serpent, so as not to shew its whole extent, the mind will be better pleased, than if the whole were to open to the view.

The old formal method of contriving Wildernesses was to divide the whole compass of ground, either into squares, angles, circles, or other figures, making the walks correspondent to them, planting the sides of the walks with hedges of Lime, Elm, Hornbeam, &c. and the quarters within were planted with various kinds of trees promiscuoufly without order; but this can by no means be esteemed a judicious method becauce first hereby there will be a great expence in keeping the hedges of a large Wilderness in good order by shearing them, which, instead of being beautiful, are rather the reverse; for as these parts of a garden should, in a great measure, be designed from nature, whatever has the stiff appearance of art, does by no mean correspond therewith ; besides, these hedges are generally trained up so high, as to obstrud the sight from the stems of the tall trees in the quarters, which ought never to be done.

In the next place the walks are commonly made to intersect each other in angles, which asfo shew too formal and trite for such plantations, and are by no means comparable to such walks as have the appearance of meanders or labyrinths, where the eye cannot discover more than twenty or thirty yards in length; and the more these walks are turned, the greater pleasure they will afford. These should now and then lead into an open circular piece of Grass, in the center of which may be placed either an obelifk, statue, or fountain; and if in the middle part of the Wilderness there be contrived a large opening, in the center of which may be erected a dome or banquetinghouse surrounded with a green plat of Grass, it will be a considerable addition to the beauty of the place. […]

In the distribution of these plantations, in those parts which are planted with deciduous trees, there may be planted next the walks and openings, Roses, Honeysuckles, Spiræa Frutex, and other kinds of low-flowering shrubs, which maybe always kept very dwarf, and may be planted pretty close together; and at the foot of them, near the sides of the walks, may be planted Primroses, Violets, Daffodils, and many other sorts of wood flowers, not in a strait line, but rather to appear accidental, as in a natural wood. Behind the first row of shrubs should be planted Syringas, Cytisuses, Althæa frutex, Mezereons, and other flowering shrubs of a middle growth, which may be backed with Laburnums, Lilacs, Guelder Roses, and other flowering shrubs of a large growth: these may be backed with other sorts of trees, rising gradually to the middle of the quatters, from whence they should always slope down every way to the walks.

By this distribulon you will have the pleasure of the flowering shrubs near the sight, whereby you will be regaled with their scent as you pass through the walks, which is seldom observed by those who plant Wildernesses, for nothing is more common than to see Roses, Honeysuckles, and other small flowering shrubs, placed in the middle of large quarters, under the droprping and shade of large trees, where they seldom thrive; and if they do, the pleasure of them is Iost, becaufe they are secluded from the sight. […]

But, beside these grand walks and openings, (which may be: laid with turf, and kept well mowed) there should be some smaller serpentine walks throuh the middle of the quarters, where persons may retire for privacy. […]

In the general design for these Wildernesses it should not be studied to make the several parts correspondent,for that is so formal and stiff, as to be now quite rejected. The greater diversity there is in the distribution of these parts, the more pleasure they will afford; and since, according to this method of designing and planting, the different parts never present themselves to the same views, it is no matter how different they are varied asunder; that part of them which is most in view from the house, or other parts of the garden, may be planted with evergreens, but the other parts may be planted with deciduous trees […].

The part planted with evergreens may be disposed in the follownig manner, viz. in the first line next the great walks may be placed Laurustinus, Boxes, Spurge Laurel, Juniper, Savin, and other dwarf evergreens; behind these may be planted Laurels, Hollies, Arbutuses, and other evergreens of a larger growth; next to these may be placed Alaternuses, Phyllireas, Yews, Cypresses, Virginian Cedars, and other trees of the fame growth; behind these may be planted Norway and Silver Firs, the True Pine, and other forts of the like growth; and in the middle should be planted Scotch Pines, Pinaster, and other of the largest growing evergreens, which will afford a most delightful prospect, if the different shades of their greens are curiously intermixed.[…]

In small gardens where there is not room for these magnificent Wildernesses, there may be some rising clumps of evergreens, fo designed as to make the gound appear much larger than it is in reality; and if in these there are some serpentine walks well contrived, it will greatly improve the places, and deceive those who are unacquainted with the ground as to its size. These clumps or little quarters of evergreens should be placed just beyond the plain opening of Grass before the house, where the eye will be carried from the plain surface of Grass to the regular slope ofevergreens, to the great pleasure of the beholder; but if there is a distant prospect of the adjacent country, from the house, then this should not be obstructed, but rather be left open for the prospect bounded on each side with these clumps, which may be extended to those parts of the ground, where no view is obstructed. These small quarters should not be surrounded with hedges, for the reasons before given; nor should they be cut into angles, or any other studied figures, but be designed rather in a rural manner, which is always preferable to the other, for these kinds of plantations.

In Wildernesses there is but little trouble or expence after their first planting, which is an addition to their value; the only labour required is to mow and roll the large Grass walks, and to keep the other ground walks free from weeds. And in the quarters, if the weeds are hoed down two or three times in a summer, it will still add to their neatness. The trees should also be pruned to cut out all dead wood, or irregular branches, where they cross each other, and just to preserve them with due bounds; and […], if the ground be (lightly dug between the trees, if will greatly promote their vigour. This being the whole labour of a Wilderness, it is no wonder they are so generally esteemed, especially when consider the pleasure they afford.

philip miller, ‘the gardeners dictionary: containing the best and newest methods of improving the kitchen, fruit, flower garden, and nursery; as also for performing the practical parts of agriculture: including the management of vinyards, […]. london, 1768 (8th edition).

botanik im schlossgarten, münster

botanischer_garten_ms_800 Weiterlesen

bluebells

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die bluebells unter der hainbuche treiben aus. hyacinthoides non-scripta / atlantisches hasenglöckchen, also die common bluebells, oder hyacinthoides hispanica / spanisches hasenglöckchen oder…? ein kleineres problem: in diesem jahr wird genau hingeschaut & als ersatz bluebell wood reicht es erst einmal… die zuordnung schien ein grösseres zu sein:

Résumé analytique. – Discussion critique des noms de genres Scilla L.emend. Bak., Chd., Endymion Dum. rev. Chd., Urginea Steinth., qui doivent être conservés. – Critique des noms d’espèces chez les Endymion: le Hyacinthus cernuus de Linné est au plus une race d’E. patulus Dum.; la Jacinthe des bois, ou Bluebell: E. nutans Dum. et Auct. gall., doit s’appeler E. Non-scriptus (L. pro parte !) Garcke. – Critique des noms d’espèces des Scilla de Linné, en particulier de S. lusitanica L., qui doit disparaître, ne correspondant à aucune espèce botanique.

Avant-propos. – Afin d’éclaircir les désignations, souvent confuses, des Liliacées bulbeuses que j’étudie depuis plus de douze ans, j’a i examiné les types mêmes de Linné, précieusement conservés à la Société Linnéenne de Londres. J’ai complété mon enquête par l’étude de l’herbier linnéen de l’Hortus Cliffortianus, conservé au British Museum, et par une copieuse bibliographie. Je me limiterai aujourd’hui à celles des espèces linnéennes que nous rangeons maintenant dans les genres Scilla et Endymion.

[…]

RÈSUMÈ. – De l’examen des textes, et des documents d’herbier laissès par Linné, il rÉsulte que: 1° le genre Scilla L. emend. auct. doit figurer sur son liste de nomina conservanda, l’espèce-type du genre ayant été reportée une liste les Urginea Steinh. 1834, nom qui doit figurer sur la même liste. – 2° Il y a de fortes raisons taxonomiques de conserver et d’érendre le genre Endymion Dum. (1827), tiré de Hyacinthus L. et de Scilla L. Ce nom Endymion Dum. Revis. Chd. Doit figurer sur une liste de nomina conservanda à l’encontre des noms antérieurs Usteria Medic. (1790) et Hyacinthoides Medic. (1791), l’un et l’autre tombés en complète désuétude, et la premier faisant, de plus, confusion avec un nom semblable et de même date dû à Willenow. – 3° Le Hyacinthus non scripta L. 1753 comprend en réalite au moins deux espèces de nos Endymion, dont l’un, bien connu sous le nom Endymion nutans Dum. 1827 (Jacinthe des bois, Bluebell), doit s’appeler, selon les règles, E. non-scriptus (L. pro parte!) Garcke (1849-1854). – 4° Le Hyacinthus cernuus L. 1753 doit passer au rang de variété, probablement d’orgine hybride et horticole, de l’Endymion patulus Dum. – Une révision de la taxonomie des Endymion section Hylomenes (Salisb. pro gen.) est donnée ici à cette occasion – 5° Scilla lusitanica L. 1767, attribuée successivement à six ou sept plantes différentens, est un nom qui doit disparaître, cat il ne correspond, comme type d’herbier, qu’à une anomalie horticole de Scilla bifolia L. 1753, et, comme description de Linné, qu’à un mélanfe de caractères empruntés à cet échantillon d’herbier, à des diagnoses d’anciens auteurs, et à une plante du Portugal reçue et égarée ensuite par Linné.

pierre chouard, ‚les noms linnéens des scilla et des endymion et leur véritable signification‘ in ‚bulletin de la société botanique de france‘, nr. 81, paris, 1934.

hortus_eystettensis_hyacinthus_anglicus_500   ill. aus basilius besler, ‚hortvs eystettensis‘, 1613.

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„Dieser Bauerngarten sagt mir mehr als Versailles und Sanssouci.“ / ‚makartbouquet und blumenstrauß‘ von alfred lichtwark & “Erinnerungen aus aller frühester Kindheit”

Auch in den Gärten fing man an, sich mit kritischem Blicke umzusehen und entdeckte, daß man sich an viele Abgeschmacktheiten hatte gewöhnen lassen. Es gab kaum noch andere Gärten als die sogenannten englischen oder freien, das heißt Nachahmungen der von Menschenhand unberührten Natur. Büsche und Bäume wurden auf engstem Raum unregelmäßig verteilt, daß es aussehen sollte, als wären sie von selber dort gewachsen. Ein Grasplatz, die Nachahmung der Wiese, war selbst bei den kleinsten Vorgärten nicht zu entbehren und Hügel und Thal wurden markiert, wo sich zwei Fuß Niveauunterschied gewinnen ließen. Verschwunden waren die alten Bauerngärten und mit ihnen die uralten edlen Kulturblumen, die Akelei, der Rittersporn, der Goldlack, der Rosenbusch. Man fand sie nur noch auf dem Lande und der moderne Gärtner verachtete sie tief – Bauernblumen, Pastorsblumen. Im kleinen englischen Garten mit den direktionslosen Wegen kamen die Blumen kaum anders als in den runden Beeten der Grasplätze vor, ein roter Fleck Begonien, ein grausamer blauer Fleck Lobelien, eine unruhige stockige Zusammenstellung hochstämmiger Rosen. Man durfte sich im eigenen Garten keinen Blumenstrauß schneiden. Nur in den aus historischer Pietät gepflegten Königsgärten wie zu Versailles und Sanssouci konnte man die Reste einer verschwundenen großen Gartenkunst der Vergangenheit studieren. Daß auch die Bauern unserer Marschen an dem alten Kulturbesitzt des regelmäßigen Gartens festgehalten hatten, war fast unbekannt.
Ich machte mir einmal die Freude, einen Freund aus Berlin den wohlgepflegten Garten eines reichen Bauern in der Hamburger Marsch zu zeigen. Um mich an seiner Überraschung zu weiden, hatte ich ihm kein Wort von meiner Absicht verraten.
Schon beim ersten Anblick stutzte der Fremde. Hastig, ohne ein Wort zu sagen, trat er aus der Hausthür und eilte nach dem geraden Weg, der auf die große, geschorene Laube im Hintergrund zuführt. Er ließ seine Blicke über die Blumenbeete schweifen, die den Weg begleiten, über die regelmäßigen Gemüsebeete dahinter, sah mich verblüfft an, wandte sich nach allen Seiten und brach dann nach seiner lebhaften Weise in Verwunderung aus.
Das ist alt? rief er. Wirklich? – Dann haben unsere Bauern und auch in ihren Gärten ein Stück Kultur am Leben erhalten wie in ihren Möbeln, Fayencen und den herrlichen alten Hamburger Öfen? Wissen sie, davon habe ich gar keine Ahnung gehabt! – Nein, wie das gemüthlich aussieht, diese geraden Wege und buchsgefassten Beete, diese geschorenen Hecken und der große Würfel der Laube, und diese klassische Verbindung von Blumen- und Gemüsegarten, wie menschlich. Ich kann den breiten Weg in der Mitte gar nicht ansehen, ohne daß ich auch den Bauer oder den Pastor vor mir habe, der langsam auf- und abgeht, an der Buchseinfassung der Beete herumstutzt, eine Lilie anbindet oder ein Unkraut ausreißt. Gehen Sie doch ein paar Schritte nach der Laube zu – noch etwas weiter – nein! Wie famos eine menschliche Gestalt auf diesem flachen Boden, in dieser ruhigen Umgebung aussieht! Das ist alles auf den Menschen zugeschnitten. Haben Sie einmal darauf geachtet, wie zusammenhanglos ein Mensch über das schwankende Terrain unserer Stadtgärtchen wandelt? Man hat da eigentlich in seinem Garten gar nichts verloren und passt gar nicht hinein.
Merkwürdig, ich vermisse den Grasplatz gar nicht – dies ist einmal ein wirklicher Blumengarten, sehen Sie nur, wie der Rittersporn da auf dem Beete steht, unten mit schweren Blättern, oben alles leicht. Und das ist die Akelei, sagen Sie? Aber das ist ja eine der schönsten Blumen, die es überhaupt giebt. Und wie jede Pflanze zu ihrem Recht kommt! – Dabei die ganze Anlage – das ist ja einfach groß – eine solche Raumwirkung hätte ich bei so bescheidenen Abmessungen nicht für möglich gehalten. Hier gehe ich gar nicht wieder weg.
Und ich musste ihn gewähren lassen, bis er den Garten von allen Ecken und Winkeln betrachtet hatte. […]
Wollen Sie glauben, sagte er, ich fühle mich förmlich aufgewühlt. Was für eine Perspektive eröffnet dieser Rest ältester Kunstübung für die Wiederbelebung einer Gartenbaukunst, die ihren Namen verdient.
Dieser Bauerngarten sagt mir mehr als Versailles und Sanssouci. Auch im Garten ist die Monumentalität nicht an räumliche Ausdehnung gebunden. Alles ist groß in dieser Anlage, weil sie gute Verhältnisse hat. Da ist die Laube als beherrschender Mittelpunkt, sie ist an sich über das Maß entwickelt, aber der Garten enthält nichts größeres, deshalb wirkt sie mächtig. Große wilde Bäume daneben würden sie klein machen. Alle Büsche, die Johannisbeeren, die Stachelbeeren, sind von Natur klein, die Hecke wird von der Schere gebändigt. Wie fein sind diese Massen abgewogen!
Und diese Harmonie ist auf Dauer angelegt, wie es sich bei einem Kunstwerk gehört. Thut die Schere ihre Pflicht, so sieht der Garten in hundert Jahren aus wie heute, wo er wohl mehr als ein Jahrhundert ohne wesentliche Änderung steht. […]
Der alte Bauer, der diesen Garten angelegt hat, wußte auch, was Licht und Schatten bedeutet. Da sehen Sie nur, wie der dunkle, im Bogen geschlossene Eingang der Laube großartig und ernst in der Laubwand steht, er beherrscht eigentlich den ganzen Eindruck – und wie milde liegt das Sonnenlicht auf dem Rücken der Hecke und den runden Häuptern der Johannisbeer- und Stachelbeerbüsche.
[…] Wenn man aus Erfahrung klug werden kann, sollte bei der künstlerischen Umgestaltung des Gartens vom entgegengesetzten Ende angefangen werden. Denken Sie sich in diesen grünen Garten ein paar graue Steinvasen in edlen Umrissen, oder gegen die Wände der Laube zwei schöne Sandsteinfiguren – nicht wahr, das wäre überwältigend. Und käme dann das Wasser hinzu, in regelmäßigen Spiegeln steingefaßter Becken – oder als Springbrunnen, die Hecke überschneidend – ich möchte jubeln, wenn ich daran denke, daß ich die Zeit, die das wieder auferstehen läßt, noch erleben kann.
Sie sagen, es giebt hier herum noch Bauerngärten mit alten Statuen? – Nicht möglich! – Aber das müssen Sie mir noch zeigen. […]
Seine Begeisterung für den alten Garten that meinem Herzen wohl, und in meiner Seele wachten Erinnerungen aus aller frühester Kindheit auf, wo die geschorenen Hecken eines solchen Gartens meine Welt eingeschlossen hatten. Auf diesem Weg war der Liebe Gott gewandelt am Abend, da es kühl ward, hier hatte er sich umgesehen über die Stachelbeer- und Johannisbeerbüsche und hatte gerufen: „Adam, wo bist du?“ – während Adam und Eva sich in der dunklen Laube versteckt hielten, angstvoll und schuldbeladen, den sie hatten Äpfel weggenommen.

alfred lichtwark, ‚makartbouquet und blumenstrauß‘, münchen, 1894.

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von den vier- und marschlanden ins münsterland:

gartenlaube_alst_500   eine gartenlaube in einem münsterländer bauerngarten als hintergrund für ein hochzeitsfoto (ausschnitt), bauerschaft alst, albersloh,  januar 1914. die hecken und lauben eines westfälischen bauerngartens waren zumeist aus carpinus betulus / hainbuche. über 50 jahre später „Erinnerungen aus aller frühester Kindheit, wo die geschorenen Hecken eines solchen Gartens meine Welt eingeschlossen hatten“: die beeteinfassungen aus buxus / buchsbaum im garten meiner grossmutter…

der westfälische bauerngarten

der westfälische bauerngarten