der georgengarten: ein besuch bei leibniz & grossstadtgrün

die herrenhäuser gärten: barocke gartenkunst im grossen garten, botanik im berggarten & ein öffentlicher park. der georgengarten, benannt nach george IV. king of the united kingdom &c. und könig von hannover. überschwemmungsgebiet der leine, gärten des adels in der nähe der sommerresidenz der kurfürsten von braunschweig-lüneburg, 1768 durch johann ludwig von wallmoden-gimborn zum wallmodengarten zusammengefasst, ab 1828 zum english landscape garden umgestaltet (ab 1835 durch franz christian schaumburg), seit 1921 städtisch …

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dahliamania im 100jährigen altonaer volkspark

in hamburg wird gefeiert: 100 jahre stadtpark. das zweite jubiläum geht etwas unter: 100 jahre altonaer volkspark. eine austellung über den stadtpark( → ‘park pioniere. 100 jahre stadtpark’) & das 750. jubiläum der stadtrechte für altona (→ rosa alba ‘königin von dänemark’ / eine rose zum 350. geburtstag von altona,…) rücken den volkspark in den hintergrund. ich muss gestehen, dies war mein erster besuch. am rand gelegen und abgeschnitten von der autobahn, abgeschreckt durch die massenveranstaltungs-locations – eine hiess einmal volksparkstadion – am rande des parks, habe ich ihn nie sonderlich wahrgenommen…

1913 beschloss der magistrat der stadt altona, auf initiative des ‚komitees zur förderung der idee der einrichtung eines volksparks in altona‘,  die anlage eines park im seit 1890 zu altona gehörenden bahrenfeld. mittlerweile gut preussisch, sollte er nach kaiser wilhelm II. (zum 25. thronjubiläum 1913) benannt werden. altona war dicht besiedelt, und es fehlte an grünflächen. die möglichkeit zur freizeitgestaltung der arbeiter in altona und die damals sogenannte volksgesundheit waren wichtig für die planungen. man berief ferdinand tutenberg, u.a. mit erfahrungen als obergehilfe in den königlichen gärten in herrenhausen und als garteninspektor in bochum – zum gartendirektor. gestalterisch sollte der altonaer park sich von dem gleichzeitig entstehenden hamburger stadtpark absetzen. ab 1914, parallel zur grossen gartenausstellung in altona, fingen ca. 1000 „notstandsarbeiter“, d.h. arbeitslose, mit den ersten geländearbeiten, unter berücksichtigung der topografischen gegebenheiten, an. nach unterbrechungen im 1. weltkrieg wurden die arbeiten ab november 1918 wieder aufgenommen. 1920 war die parkanlage grösstenteils fertig. mit seinen heute 205 hektar ist er hamburgs grösster öffentlicher park.

zum 100. ein besuch im dahliengarten. 1920 wurde im volkspark die erste dahlienpflanzung angelegt. nach einem umzug auf dem areal des parks befindet er sich seit 1932 an der heutigen stelle. es ist der älteste bestehende dahliengarten in europa.

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ferdinand tutenberg, ‚der neue dahliengarten im volkspark altona‘.

dahlien stammen ursprünglich aus mittelamerika (mexico und guatemala). die erste schriftlichen aufzeichnungen, ende des 16. jh., stammen von dem spanischen arzt francisco hernandez de toledo. die ersten dahlien in europa blühten im real jardín botánico de madrid. ihren namen erhielten sie 1791 von antonio josé cavanilles, direktor des botanischen gartens in madrid, zu ehren des schwedischen botanikers anders dahl, einem schüler von carl von linné.

Wenn man von dem Central-Plateau von Mexico in 7000 Fuß mittlerer Höhe nach den Weizenfeldern von Valladolid de Michuacan, nach dem anmuthigen See von Patzcuaro mit dem bewohnten Inselchen Janicho und in die Wiesen um Santiago de Ario, die wir ([aimé] Bonpland und ich) mit den nachmals so berühmt gewordenen Georginen (Dahlia, Cav.) geschmückt fanden, herabsteigt; […]

alexander von humboldt, ‚kosmos – entwurf einer physischen weltbeschreibung‘, stuttgart/augsburg, 1845 -1862. bd. IV, 1858.

1804 bringt alexander von humboldt samen von seiner süd- und mittelamerika expedition mit nach berlin und paris und trägt damit zur verbreitung der pflanze in europäischen gärten bei (cf. ’schreiben des herrn a. v. humboldt an den französischen übersetzer‘ in joseph paxton, ‚die cultur der georginen (dahlien)‘, weimar, 1839. dt. ausgabe von ‚a practical treatise on the cultivation of the dahlia‘ , london, 1838.)

Ich kann mich gar nicht entscheiden,
ist alles so schön bunt hier.

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l.: aus dem münsterland: schmuck-dahlie ‚dahliendorf legden‘ (wilhelm schwieters, 2006); r.: showy & chatty wie die meisten, die hirschgeweih-dahlie ’show ‘n’ tell‘ (jack almand, 1985).

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l.: harz? nein nicht hexen. eine fee! dekorative dahlie ‚harzfee‘. taucht im beet auch mit der zuordnung seerosen-dahlie auf: bisher noch keine sichtung im oberharzer wasserregal… (VEG ‚August Bebel‘, 1987); nicht gekennzeichnete sorte im beet ‚lübeck‘, eine der schönsten…

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anarchistische mutanten im beet: r. dekorative dahlie ‚mythos‘ (gerhard wirth, 2004), die mutation ist dekorativer als die dunkelrote sortenreine blüte…; l. einfache dahlie ’saitenspiel‘, rot setzt sich durch (prof. michael otto, 2005).

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typische hamburger garten- und parkmöblierung: der us-amerikanische adirondack chair wurde in hamburg seit der internationalen gartenschau 1953, zum hummelstuhl. r. als trio; l. mit dekablog10 & the one and only bishop…

für meine verhältnisse zu bunt! bestätigung, dass ich wie bei anderen pflanzen die alten bzw. ungefüllten sorten bevorzuge: trotz frühkindlicher sensibilisierung für den show-effekt der pflanze im münsterländischen legden, wo jährlich ein grosses dahlienfest incl. dahlienkönigin & einem karnevalsmässigem blumenkorso stattfindet…

back to basics:

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‚Bishop of Llandaff‘ is famed for its purple, deeply fern-cut leaves supporting small, semi-double red flowers. Even the deepest-dyed of anti-dahlia snobs allows a place for that.

christopher lloyd, ‚dahlias‘ in the guardian, 06/04/1996, reprinted in ‚cuttings – a year in the garden with christopher lloyd‘, london, 2007.

es gab schon einen versuch mit der paeonienblütigen ‚bishop of llandaff‘ – eine züchting von treseder & sons, cardiff , 1928 – im „eigenen garten“. hatte jedoch keine lust die knollen im herbst auszugraben und zu überwintern… verdammt arbeitsintensiv diese pflanze! projekt 2015: bischof im kübel (dann muss man nicht im beet rumwühlen und die schnecken sind besser im zaum zu halten) & auf der muss-ich-noch-lesen-liste rückt ‚the plant lover’s guide to dahlias‘ von andy vernon (portland /london, 2014) nach oben. ein platz für den (die?) kübel & im überfüllten buchregal wird sich finden…

‚park pioniere. 100 jahre stadtpark‘

‚park pioniere. 100 jahre stadtpark‘ im hamburg museum von 16/06/2014 bis 23./02/2015.  ab herbst erweitert durch aktuelle tendenzen der parkgestaltung… beitrag über den stadtpark & die ausstellung folgt. hier ein rückblick: → “Nicht nur die Rücksicht auf die Brauchbarkeit, […], auch die auf die Kunstform verlangt Bedacht” alfred lichtwark / 2014: 100 jahre hamburger stadtpark.

„Nicht nur die Rücksicht auf die Brauchbarkeit, […], auch die auf die Kunstform verlangt Bedacht“ alfred lichtwark / 2014: 100 jahre hamburger stadtpark

[…]
Nicht nur die Rücksicht auf die Brauchbarkeit, die noch so viele Probleme bietet, auch die auf die Kunstform verlangt Bedacht. Einmal, weil sie aus dem Bedürfnis entwickelt werden muß und erst feste Umrisse gewinnen kann, wenn wir genau wissen, was wir brauchen. Dann aber, weil wir, was niemand leugnen kann, mitten in einer Krisis der Formensprache schweben. Wir haben angefangen, die Gesetze des kleinen Hausgartens wieder zu finden und anzuwenden. Die künstlerischen Mittel, einen großen Park in allem Einzelnen von Grunde aus zu gestalten, sollen erst erprobt werden.
Einen Teil, das Allgemeinste, werden wir aus dem klassischen Garten des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts entnehmen können: die Gliederung des unübersehbaren und deshalb eigentlich unsichtbaren Geländes in größere und kleinere Einzelräume, die […] noch als Ganzes empfunden werden werden können. Sodann den Kunstgriff, durch eine mittlere Perspektive den ganzen Raum übersehbar zu machen und daneben in den Achsen der Einzelräume Durchblicke in die Nachbarräume zu schaffen, um stets, selbst bei den geschlossenen Einzelgärten, an das Dasein der Gesamtanlage zu erinnern. Nach diesem Gesetz waren einst auch in Hamburg die verhältnismäßig kleinen Gärten der Landhäuser angelegt. Was es bewirken will, läßt sich am raschesten erkennen durch einen Blick auf dies so viel kleinere Raumgebilde. Am Haus, im Schutz hoher Hecken der Blumengarten mit Springbrunnen, spiegelndem Wasserbecken, grauen Vasen und Statuen; dahinter der Gemüsegarten mit Beerensträuchern und niedrigen kostbaren Obstarten, zur Belebung Fischteiche regelmäßiger Form darin, an den Mauern oder Planken rund umher Spalierobst; und als dritten Teil die große Wiese mit regelmäßig verteilten hohen Obstbäumen, von Hecken eingeschlossen und mit dem Lusthaus oder der Laube am äußerstem Ende als Abschluß des einen geraden Weges, der vom Haus her durch alle drei Gärten geführt war. Wer aus dem Gartensaal des Hauses trat, sah durch die Oeffnung der Hecken oder Mauern, die den ersten und den zweiten Garten einhegten, am Ende des Langen Weges die weißen Türen und Fensterrahmen unter dem roten Dach des fernen Lusthauses. Der Garten hatte drei Akte wie ein Drama, war als Ganzes durch den mittleren Weg und seinen Abschluß im Gartenhaus zusammengehalten, aber genossen wurde er immer nur in der Betrachtung der Einzelgärten.
Diese bescheidene Kunstform war das Endergebnis einer uralten Gartenkultur. Jeder Teil hatte seinen eigenen Charakter und war zugleich gegen den anderen abgestimmt. Vom Blumengarten strengster Form ging es durch den einfacheren Nutzgarten in den blumenlosen Baumgarten des letzteren Teils, der vom Lusthause aus zurück auf das Haus einen Blick mit umgekehrter Steigerung öffnete: Die Kunstform des Hauses, über Hecken und Bäume aufstrebend und über den mittleren Weg bis zu den Füßen sichtbar.
Das Gesetzt dieses Künstlerischen Gartens ist das natürliche, weil es unserer menschlichen Natur entspricht, unseren Augen, die sich so niedrig über den Boden erheben, daß sie des Standortes auf einem Turme bedürfen, um den einfachen Komplex eines größeren Hausgartens als Ganzes zu genießen, und dann, weil es unserem Verstand und Gefühl gemäß ist, die Rhythmus, Ordnung, Maß und begrenzte Raumformen verlangen.
Ein Gelände von der Größe des Hamburger Stadtparks kann nur durch Aufteilung in einzelne stets umrissene übersehbare Räume genossen werden.
[…]

alfred lichtwark, ‚die probleme des hamburger stadtparks‘ zuerst im ‚jahrbuch der gesellschaft hamburgischer kunstfreunde, bd. 14, hamburg, 1908, wiederabgedruckt in a.l. ‚park- und gartenstudien‘, berlin, 1909

___

stadtpark_hh_schumacher_gothein_500 plan von fritz schumacher für den hamburger stadtpark, aus: marie luise gothein, ‚geschichte der gartenkunst‘, bd. 2, jena 1926.

christopher park / ‚gay liberation‘ by george segal

cf. joseph disponzio ‚george segal’s sculpture on a theme of gay liberation and the sexual-political equivocation of public consciousness‘ in ‚critical issues in public art : content, context, and controversy‘ edited by harriet f. senie and sally webster.

christopher park on the website of the n.y.c. parks department

parks & gärten im film: burnham park in ‚powers of ten‘ von charles und ray eames

The interstellar roler-coaster ride of Powers of Ten does what the analogous sequence in 2011: A Space Odyssey should have: it gives the full impact – instinctual as well as cerebral – of contemporary scientific theories. … It popularizes (in the best sense of the word), post-Einsteinian thought the way the telescope popularized Copernicus; and the effect is almost as upsetting. The spectator is in perspectiveless space; there is no place where he can objectively judge another place. … the time-space traveler of Powers of Ten thinks of himself as a citizen of the universe, an unbounded territory. … Powers of Ten… concretizes a concept of the universe true to contemporary experience. And that ides is covetable.

paul schrader, ‚poetry of ideas: the films of charles eames‚ in film quarterly, spring 1970

Powers of Ten takes us on an adventure in magnitudes. Starting at a picnic by the lakeside in Chicago [Burnham Park], this famous film transports us to the outer edges of the universe. Every ten seconds we view the starting point from ten times farther out until our own galaxy is visible only as a speck of light among many others. Returning to Earth with breathtaking speed, we move inward- into the hand of the sleeping picnicker – with ten times more magnification every ten seconds. Our journey ends inside a proton of a carbon atom within a DNA molecule in a white blood cell.

powers of ten website

‚lines in four directions in flowers‘ von sol lewitt

parterre im fairmount park, philadelphia. philadelphia museum of art.

pflanzenliste auf dem blog von olin:

Framed by a Green Mountain Boxwood hedge, flowers within each color palette are as follows (by common plant names):

– White: Bellflower [Campanula ‚Chettle Charm‘], Guara, Obedient Plant, White Coneflower, Phlox ‘David’
– Yellow: False Indigo , Perennial Sunflower [Heliopsis ‚Tuscan Sun‘], Yellow Coneflower, Yarrow
– Red: Red Yarrow, Blanket Flower [Gaillardia ‚Gallo Red‘] , Red Sage, Cardinal Flower, Red Avens
– Blue: Great Blue Lobelia, Russian Sage, Sea Holly, False Indigo [Baptisia ‚Midnight Prairieblues‘] , Woodland Sage

parks & gärten im film: maryon park in ‚blow-up‘ von michelangelo antonioni

The oblong patch of rough grass and strip of woodland where Thomas [David Hemmings] the fashion photographer inadvertently stumbled across canoodling lovers and a grisly murder are still there. The fence has disintegrated, but the wind still hisses through the trees just as it did in the haunting opening sequence of the cult movie Blow-Up, back in 1966.

Down some steep steps lie the tennis courts where the flower children – student extras recruited from nearby Goldsmiths College – acted out a silent game of tennis without a ball. But the simple plaque commemorating the filming in the summer of 1966 has been wrenched away.

Welcome to little-known Maryon Park, Charlton, location for Michelangelo Antonioni’s ground-breaking art-house film, whose fans arecelebrating its 40th anniversary. To mark the event, the Photographers‘ Gallery in London is staging an exhibition of rare images connected with the making of the movie.

robert nurden, ‚on the trail of the swinging sixties‚ in the independet

blow-up revisited‚ auf youtube