frühling: blumenzwiebeln & gras / ‚the wild garden‘ von william robinson

How many of us really enjoy the beauty which a judicious use of a profusion of good and cheap Spring Bulbs is certain to throw around a country seat or villa garden? How many get beyond the miserable conventionalities of modern gardening, with its edgings and patchings, and taking up, and drying, and mere playing with our beautiful Spring Bulbs? How many enjoy the exquisite beauty afforded by Spring flowers of this type, established naturally, and croping up full of beauty, without troubling us for attention at any time? None. The subject of decorating with Spring Bulbs is merely in its infancy; at present we merely place a few of the showiest of them in geometrical lines. The little we do leads to such a very poor end, that numbers of people, alive to the real charms of a garden too, scarcely notice Spring Bulbs at all, regarding them as things which require endless trouble, as interfering with the “bedding–out,” and in fact, as not worth the pains they occasion. This is likely to be the case so long as the most effective and satisfactory of all modes of arranging them is unused by the body of the gardening public; that way is the placing of them in wild and semi–wild parts of country seats and gardens, and in the rougher parts of a garden, no matter where it may be situated or how it may be arranged. It is a way never practised now, but which I venture to say will yield more real interest and exquisite beauty than any other.

Look, for instance, at the wide and bare belts of grass that wind in and around the shrubberies in nearly every country place; generally, they never display a particle of plant–beauty, and are merely places to be roughly mown now and then. But if planted here and there with the Snowdrop, the blue Anemone, the Crocus, Squills, and Winter Aconite, they would in spring surpass in attractiveness to the tasteful eye the primmmest and gayest of spring gardens. Cushioned among the grass, these would have a more congenial medium in which to unfold than is offered by the beaten sticky earth of a border; in the budding emerald grass of spring, their natural bed, they would look far better than ever they do when arranged on the brown earth of a garden. Once carefully planted, they – while an annual source of the greatest interest – occasion no trouble whatever. Their leaves die down so early in spring that they would scarcely interfere with the mowing of the grass, if that were desired, but I should not attempt to mow the grass in such places till the season of vernal beauty had quite passed by.

Surely it is enough to have the lawn as smooth as a carpet at all times, without sending the mower to shave the “long and pleasant grass” of the remoter parts of the grounds. It would indeed be worth while to leave many parts of the grass unmown for the sake of growing many beautiful plants in it.

william robinson, ‚the wild garden or, our groves & shrubberies made beautiful by the naturalization of hardy exotic plants: with a chapter on the garden of british wild flowers‘, london, 1870.

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gartenbücher (pflanzen – kultur)

pflanzengesellschaften, matrix und drifts, borders. der blick auf einzelne pflanzen geht verloren. details gehen im farbrausch unter. zwei bücher schärfen den blick und rücken die kulturgeschichte der pflanzen in den vordergrund. wenn man sich mal wieder was buntes aus dem baumarkt oder eine seltene sorte vom pflanzenmarkt holt, bringt man nicht nur farbe in den garten. gleichzeitig kommt eine botanische und kulturelle geschichte ins beet. gartenkultur! zwei bücher, die nicht nur kulturell von interesse, sondern für emsige gartenbuchleser eine augenweide sind:

abutilon bis viola elatior: fotografie & botanik

walter benjamin schrieb, in seiner besprechung des buches ‚urformen der kunst‘ (→ ’neues von blumen‘ & blümchen), dass die fotos von karl blossfeldt „einen ganzen unvermuteten Schatz von Analogien und Formen“ erschliessen. blossfeldt veröffentlichte die bilder ohne beschreibung: „Man wird aber das Schweigen des Forschers ehren, der diese Bilder hier vorlegt. Vielleicht gehört sein Wissen zu jener Art, die den stumm macht, der es besitzt.“ ‚urformen der kunst‘ erschien 1928. 1932 folgte ‚wundergarten der natur‘. die rezeption der bilder blieb formal, auf analogien beschränkt. foto-ästhetik, neue sachlichkeit & l’art pour l’art. der band ‚karl blossfeldt – meisterwerke‘ mit einer auwahl aus dem blossfeldt archiv der stiftung ann und jürgen wilde bringt blossfeldt ein wenig zurück in die botanik. neben den grossen tafeln im buch finden sich im hinteren teil des bandes „botanische erläuterungen“ von hansjörg küster, professor für pflanzenökologie am institut für geobotanik der leibniz universität hannover, autor von bücher über die natur- und kulturgeschichte der elbe, der nord- und ostsee und ‚die entdeckung der landschaft‘ im allgemeinen. Weiterlesen

gartenbücher (the secret life of the georgian garden)

der gestalterische ursprung unserer parks ist der english landscape garden des 18. jh, der garten der georgians. grosse rasenflächen (heute viel zu selten wiesen), etwas architektur (ein monopteros oder tempelchen hier, eine orangerie dort, grotten mit oder ohne ornamental hermit …alles follies ohne nutzung?), solitäre bäume oder baumgrupen und unterholz. vor der haustür die kontinentalen, von england beeinflussten, anlagen: der englische garten in münchen von friedrich ludwig sckell, der grosse tiergarten in berlin von peter joseph lenné (nicht zu vergessen klein-glienicke und die anlagen in sanssouci …), muskau und branitz von hermann von pückler-muskau, der wörlitzer park, etc. der einzige echte georgian garden auf den festland befindet sich in hannover: → der georgengarten, benannt nach george IV., king in englisch-hannoverscher personalunion, von franz christian schaumburg.

kate felus beschreibt in ihrem buch ‚the secret life of the georgian garden: beautiful objects and agreeable retreats‘ das leben im georgian garden, dem englischen landscape garden. die gärten von william kent, lancelot „capability“ brown, humphry repton und ihrer zeitgenossen. 123 jahre von der thronbesteigung des kurfürsten von braunschweig-lüneburg aka hannover als george I. auf den englischen thron 1714, über george II., III. & IV. bis zum tod von william IV. und der thronbesteigung von queen victoria, dem ende der personalunion 1837.

das leben in den country houses ist erforscht (mark girouard, ‚life in the english country house‘, 1978, etc.), die geschichte und gestaltung der parks in denen sie stehen ebenfalls. doch was passierte im garten? felus hat sich auf die bewohner und besucher der grossen häuser konzentriert und auf die art und weise, wie sie den garten nutzten. der garten war fluchtort vor der enge des hauses. die familie, die gäste und das personal sollten nicht alles mitbekommen oder mann/frau wollten von einzelnen gästen oder dem personal gerade mehr mitbekommen … der park als ansammlung von gartenzimmern. wie heute unsere unter denkmalschutz stehenden und/oder öffentlichen english landscape gardens für die flucht aus dem alltag genutzt werden, so war es schon im 18 jh.: „ich geh mal mit dem hund spazieren“ (= ich will meine ruhe haben!), treffen mit freunden (heute incl. grillen bis auf die grasnarbe und zumüllen der rasenfläche und der angrenzenden beete) bis zu grossen events mit music und fireworks (händel passt immer: für georgians und für parkbesucher im 21 jh.), sowie, gerade in öffentlichen parks, das verschwinden von unangeleinten hunden und spaziergängern im unterholz, nicht nur weil toiletten fehlen … Weiterlesen

gartenbücher (meadows – at great dixter and beyond)

wiesen? blumenwiesen, mager- oder trockenrasen, feuchtwiesen & natürlich, die beste aller wiesen: die streuobstwiese. die durch intensive nutzung, d.h. düngung, entstehenden fettwiesen und maritime salzwiesen (salzwiesenlamm + salicornia / queller) lassen wir mal beiseite. rasenflächen die für sogenannte sportarten angelegt selbstverständlich ebenfalls (ein golfplatz ist so ökologisch wertvoll wie ein zubetonierter parkplatz).

eine wiese ist eine halbkulturformation, eine durch menschen geschaffene pflanzengesellschaft. ohne eingriffe des menschen könnte sie nicht überleben. wiesen sind nicht „natur“. die wiese ist kulturlandschaft. wird nicht gemäht oder beweidet, droht verbuschung.

im landscape garden des 18 jh. ein wichtiges gestaltungselement, wenn auch nicht so erhaben wie ein gebirge …

Wiesen, die zum Theil zu den Ebenen gehören, sind, selbst bey einer beträchtlichen Länge und Ausbreitung, keines erhabenen Charakters fähig; sie bleiben in dem Bezirk einer mittlern Beschaffenheit und mäßiger Bewegungen. Indessen sind sie überaus sanfte, ruhige und einnehmende Auftritte der Natur, deren Charakter in dem Freyen und Ländlichen besteht; sie rufen die lieblichen Bilder der arkadischen Hirtenwelt zurück, und scheinen auf eine vorzügliche Art der Empfindung der Ruhe und der stillen Ergötzung des Landlebens gewidmet zu seyn.

Die Schönheit der Wiesen besteht zuvörderst in den sanftgekrümmten Linien, die ihren Umkreis bezeichnen. Alles Regelmäßige, Eckige, Scharfe muß von ihrer Figur ausgeschlossen seyn; aber kleine Rundungen und mäßige Einbiegungen helfen der Einförmigkeit mit dem Genuß der Abwechselung ab. Demnächst wird ihre Schönheit durch das Lebhafte und Frische ihres Grüns, durch Unterbrechungen und Schattirungen mit einzelnen Bäumen, und durch ihre Einfassung und Verbindung mit Hügeln, Felsen und Gehölz bestimmt. Bey ausgebreiteten Wiesen fallen kleine Unterbrechungen, die schon an sich den Ueberdruß des Einförmigen und Leeren hemmen, sehr angenehm ins Auge; sie müssen aber kein niedriges Gesträuch und Buschwerk seyn, sondern wenige, edel gewachsene, nicht zu nah zusammengedrängte Bäume mit einem Laub, das gegen die Farbe der Wiese absticht. Nackte, rauhe, vorüberhangende Felsen an der Seite einer mit allen Reizen ausgeschmückten Wiese bilden durch Contrast und Sonderbarkeit einen Theil von romantischer Gegend. Gehölze, die gewöhnlichsten Einfassungen der Wiesen, erhöhen durch ihre Schatten noch mehr die Empfindung der Einsamkeit und Ruhe. Ein klarer Bach oder Fluß, der sich allmählig dahinwälzt, verbreitet Licht und Erfrischung, und wandelt die ruhige Behagung der Seele in eine lebhaftere Bewegung, in die Bewegung der Freude.

christian cay lorenz hirschfeld, ‘theorie der gartenkunst’, bd. 1, leipzig, 1779.

platz für landscape haben wenige im garden. und was die ebenen betrifft, sei ein verweis auf almen und bergwiesen erlaubt → wiesenbau im oberharz im allgemeinen & …  man muss nicht im konventions-system (→ gartenbücher romantisch & …) der aufklärung gefangen bleiben, um aus rasen einen meadow zu machen: wiese statt rasen, sense statt rasenmäher …

es ist zur zeit ein trend zu spüren: weniger grüner beton, rasen, und mehr wildblumen. bienenfreundliche saatmischungen bietet mittlerweise fast jeder händler an. langfristig ist es mit einer einer aussaat jedoch nicht getan.

gerade ist ein klassiker der wiesen-literatur wieder aufgelegt worden: ‚meadows – at great dixter and beyond‘ von christopher lloyd. zuerst 2004 erschienen und jetzt mit neuen fotos von jonathan buckley und carol casselden sowie einem vorwort des headgardeners von great dixter, fergus garrett, erweitert. erschienen bei pimpernel press (eine verlagsneugründung, die nach den ersten drei programmen viel erwarten lässt). Weiterlesen

gartenbücher (romantisch & post-wild)

romantisch

kinder und ein garten vor den toren der stadt, im hintergrund die türme der hamburger hauptkirchen. ‚die hülsenbeckschen kinder‘ von philipp otto runge in der hamburger kunsthalle, landlust anno 1805. kindheit im garten wird gern verklärt, romantisiert. diese kinder der frühromantik spielen (bzw. arbeiten) nicht im garten: ein mädchen und ein junge ziehen einen bollerwagen mit dem jüngsten bruder, der nach einer sonnenblume am weg greift. hinter ihnen der gartenzaun und dahinter der garten. den romantischen „bauerngarten“ haben sie hinter sich gelassen, hinaus in die romantische, wilde natur, …

die suche nach der reinen, erhabenen natur und die flucht aufs land begannen schon im 18. jh., der zeit der aufklärung. man lese nur ‚das landleben‘ (1767) von christian cay lorenz hirschfeld. die industrialisierung und das wachsen der städte führte am ende des 18 jh. zur suche nach der blauen blume. die flucht in die natur endete häufig in einem elegischen eskapismus, grossen gefühlen und der suche nach dem „inneren Afrika“ (Jean Paul). gärten findet man auf den bildern der maler der romantik selten und wenn, sind sie ersatz für stimmungen. sowohl die englischen, wie william turner oder john constable, oder die deutschen bevorzugten landschaften, natur. caspar david friedrich montierte sich seine romantische natur aus versatzstücken zusammen wie es schon die gärtner im landscape garden gemacht hatten …

der landschaftsgarten des 18. jh. war eine ansammlung von versatzstücken, kulissen, follies in einer der natur nachgebildeten künstlichen landschaft. er löste als ausdruck der rationalen aufklärung den barockgarten des ancien régime ab, der von mathematischen weltsicht des 17. jh. geprägt war. der übergang vom barocken parterre über die in barocken formen eingefasste „natur“ der bosques bis zur geplanten landschaft des landscape gardens, lässt sich am besten im schlossgarten in schwetzingen (→ „lehrreich und gleichsam enzyklopädisch“) studieren. vom schloss blickt man über die geschichte der gartenkunst im 18. und frühen 19. jh. auf einer achse, die vom odenwald zur grossen kalmit im pfälzerwald führt: der romantiker überquert den rhein (richtig romantisch wird der rhein erst flussabwärts) und geht im mittelgebirge wandern … Weiterlesen

wildernesses / ‘the gardeners dictionary‘ von philip miller

WILDERNESSES, if rightly situated, artfully contrived, and judiciously planted, are very great ornaments to a fine garden; but it is rare to see these so well executed in gardens as could be wished, nor are they often judiciously situated; for they are frequently so situated as to hinder a distant prospect, or else are not judiciously planted; the latter of whichis farce ever to be found in any of our most magnificent  gardens, very few of their designers ever studying the natural growth of trees so as to place them in such manner, that they may not obstruct the sight from the several parts of the plantation which are presented to the view; I shall therefore briefly set down what has occurred to me from time to time, when I have considered these parts of gardens, whereby a person will be capable to form an idea of the true beauties which ought always to be studied in the contrivance of Wildernesses

1. Wildernesses should always be proportioned to the extent of the gardens in which they are made, that they may correspond in magnitude with the other parts of the garden; for it is very ridiculous to fee a large Wilderness planted with tall trees in a small spot of ground; and on the other hand, nothing can be more absurd, than to see little paltry squares, or quarters of Wilderness work, in a magnificent large garden.

2. As to the situation of Wildernesses, they should never be placed too near the habitation, becauce the great quantity of moisture which is perspired from the trees will cause a damp unwholesome air about the house, which is often of ill consequence. Nor should they be situated so as to obstruct any distant prospcet of the country, which should always be preserved wherever it can be obtained, there being nothing so agreeable to the mind as an unconfined prospect of the adjacent country; […]

3. The trees should always be adapted to the size of the plantation, for it is very absurd to see tall trees panted in small squares of a little garden; and so likewise, if in large designs are planted nothins but small srubs, it will have a mean appearance. It should also be observed, never to plant evergreen among deciduous trees, but always place the evergreens in a Wilderness, or a separate part of the Wilderness by themselves, and that chiefly in sight, because these afford a continual pleasure both in summer and winter, when in the latter season the deciduous trees do not appear so agreeable; therefore, if the borders of Wilderness quarters are skirted with evergreens, they will have a good effect.

4. The walks must also be proportioned to the size of the ground, and not make large walks in a small Wilderness (nor too many walks, though smaller) whereby the greatest part of the ground is employed in walks; nor should the grand walks of a large Wilderness be too small, both of which are equally faulty. These walks should not be entered immediately from those of the pleasure-garden, but rather be led into by a small private walk, which will render it more entertaining; or if the large walk be tutned in form of a serpent, so as not to shew its whole extent, the mind will be better pleased, than if the whole were to open to the view.

The old formal method of contriving Wildernesses was to divide the whole compass of ground, either into squares, angles, circles, or other figures, making the walks correspondent to them, planting the sides of the walks with hedges of Lime, Elm, Hornbeam, &c. and the quarters within were planted with various kinds of trees promiscuoufly without order; but this can by no means be esteemed a judicious method becauce first hereby there will be a great expence in keeping the hedges of a large Wilderness in good order by shearing them, which, instead of being beautiful, are rather the reverse; for as these parts of a garden should, in a great measure, be designed from nature, whatever has the stiff appearance of art, does by no mean correspond therewith ; besides, these hedges are generally trained up so high, as to obstrud the sight from the stems of the tall trees in the quarters, which ought never to be done.

In the next place the walks are commonly made to intersect each other in angles, which asfo shew too formal and trite for such plantations, and are by no means comparable to such walks as have the appearance of meanders or labyrinths, where the eye cannot discover more than twenty or thirty yards in length; and the more these walks are turned, the greater pleasure they will afford. These should now and then lead into an open circular piece of Grass, in the center of which may be placed either an obelifk, statue, or fountain; and if in the middle part of the Wilderness there be contrived a large opening, in the center of which may be erected a dome or banquetinghouse surrounded with a green plat of Grass, it will be a considerable addition to the beauty of the place. […]

In the distribution of these plantations, in those parts which are planted with deciduous trees, there may be planted next the walks and openings, Roses, Honeysuckles, Spiræa Frutex, and other kinds of low-flowering shrubs, which maybe always kept very dwarf, and may be planted pretty close together; and at the foot of them, near the sides of the walks, may be planted Primroses, Violets, Daffodils, and many other sorts of wood flowers, not in a strait line, but rather to appear accidental, as in a natural wood. Behind the first row of shrubs should be planted Syringas, Cytisuses, Althæa frutex, Mezereons, and other flowering shrubs of a middle growth, which may be backed with Laburnums, Lilacs, Guelder Roses, and other flowering shrubs of a large growth: these may be backed with other sorts of trees, rising gradually to the middle of the quatters, from whence they should always slope down every way to the walks.

By this distribulon you will have the pleasure of the flowering shrubs near the sight, whereby you will be regaled with their scent as you pass through the walks, which is seldom observed by those who plant Wildernesses, for nothing is more common than to see Roses, Honeysuckles, and other small flowering shrubs, placed in the middle of large quarters, under the droprping and shade of large trees, where they seldom thrive; and if they do, the pleasure of them is Iost, becaufe they are secluded from the sight. […]

But, beside these grand walks and openings, (which may be: laid with turf, and kept well mowed) there should be some smaller serpentine walks throuh the middle of the quarters, where persons may retire for privacy. […]

In the general design for these Wildernesses it should not be studied to make the several parts correspondent,for that is so formal and stiff, as to be now quite rejected. The greater diversity there is in the distribution of these parts, the more pleasure they will afford; and since, according to this method of designing and planting, the different parts never present themselves to the same views, it is no matter how different they are varied asunder; that part of them which is most in view from the house, or other parts of the garden, may be planted with evergreens, but the other parts may be planted with deciduous trees […].

The part planted with evergreens may be disposed in the follownig manner, viz. in the first line next the great walks may be placed Laurustinus, Boxes, Spurge Laurel, Juniper, Savin, and other dwarf evergreens; behind these may be planted Laurels, Hollies, Arbutuses, and other evergreens of a larger growth; next to these may be placed Alaternuses, Phyllireas, Yews, Cypresses, Virginian Cedars, and other trees of the fame growth; behind these may be planted Norway and Silver Firs, the True Pine, and other forts of the like growth; and in the middle should be planted Scotch Pines, Pinaster, and other of the largest growing evergreens, which will afford a most delightful prospect, if the different shades of their greens are curiously intermixed.[…]

In small gardens where there is not room for these magnificent Wildernesses, there may be some rising clumps of evergreens, fo designed as to make the gound appear much larger than it is in reality; and if in these there are some serpentine walks well contrived, it will greatly improve the places, and deceive those who are unacquainted with the ground as to its size. These clumps or little quarters of evergreens should be placed just beyond the plain opening of Grass before the house, where the eye will be carried from the plain surface of Grass to the regular slope ofevergreens, to the great pleasure of the beholder; but if there is a distant prospect of the adjacent country, from the house, then this should not be obstructed, but rather be left open for the prospect bounded on each side with these clumps, which may be extended to those parts of the ground, where no view is obstructed. These small quarters should not be surrounded with hedges, for the reasons before given; nor should they be cut into angles, or any other studied figures, but be designed rather in a rural manner, which is always preferable to the other, for these kinds of plantations.

In Wildernesses there is but little trouble or expence after their first planting, which is an addition to their value; the only labour required is to mow and roll the large Grass walks, and to keep the other ground walks free from weeds. And in the quarters, if the weeds are hoed down two or three times in a summer, it will still add to their neatness. The trees should also be pruned to cut out all dead wood, or irregular branches, where they cross each other, and just to preserve them with due bounds; and […], if the ground be (lightly dug between the trees, if will greatly promote their vigour. This being the whole labour of a Wilderness, it is no wonder they are so generally esteemed, especially when consider the pleasure they afford.

philip miller, ‘the gardeners dictionary: containing the best and newest methods of improving the kitchen, fruit, flower garden, and nursery; as also for performing the practical parts of agriculture: including the management of vinyards, […]. london, 1768 (8th edition).

„Underneath the mistletoe …“: viscum album / weißbeerige mistel

§. 14. Bey denen Eichen ist nicht vorbey zugehen der Mistel oder Mispel / als welches ein seltsam Gewächse / da Holz wieder auf Holz wächset.

Fronde virere nova, quod non sua seminat Arbor, [vergil, aeneis, VI, 206]

[…] Dieses Mispels Zweige sind alle in form eines Creutzes / haben Blätter / gleich dem Buchs=Baum / länglicht als wie Zungen gestaltet / so aber im Winter abfallen / sie tragen auch Beere / so dem Menschen schädlich / aus welchem ein Leim bereitet wird / wenn sie aber mit Rauten gesotten und eingenommen werden / treiben sie den Schweiß / und sollen denen so mit der fallenden Seuche beladen / dienlich seyn / wie [joachim] Camerarius [d. j., kreutterbuch] schreibet. Mit diesen Mistel wird vielerley Aberglauben getrieben / und solcher den Kindern / wider den schwehren Gebrechen und Beherung an den Halß gehenget / wie DODONAUS [rembert dodoens, cruydeboeck] schreibet / siehe hiervon weiter [johannes heinrich] URSIN[us] Arbor[etum] Bibl[icum: cum continuatione historiae plantarum biblicae] Sect. 2 cap. 15 p. 236 sqq.

hans carl von carlowitz, ‘sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche nachricht und naturmäßige anweisung zur wilden baum-zucht, […]‘, leipzig, 1713.

typisch für europa ist die viscum album / weißbeerige mistel oder laubholz-mistel. ein immergrüner strauch und halbschmarotzer der seiner wirtspflanze wasser und mineralien entzieht. neben der viscum album subsp. album / laubholz-mistel sind unterarten zu finden: viscum album subsp. abietis / tannen-mistel auf abies alba / weisstannen und viscum album subsp. austriacum / kiefern- oder föhren-mistel auf pinus sylvestris / waldkiefern und pinus nigra / schwarzkiefern. dazu die im herbst laubabwerfende loranthus europaeus / eichenmistel mit gelben beeren die vor allem auf quercus / eichen und teilweise auf castanea sativa / edelkastanien wächst. viscum album ist auf eichen eher selten, deshalb wahrscheinlich um so heiliger. Weiterlesen

michaelmas daisies / ‚wood and garden‘ von gertrude jekyll (incl. ‚veilchenkönigin‘, foerster)

The early days of October bring with them the best bloom of the Michaelmas* Daisies, the many beautiful garden kinds of the perennial Asters. They have, as they well derserve to have, a garden to themselves. Passing along the wide path in front of the big flower border, and through the pergola that forms its continuation, with eye and brain full of rich, warm colouring of flower and leaf, it is a delightful surprise to pass through the pergola’s last right-hand opening, and to come suddenly upon the Michaelmas Daisy garden in full beauty. Its clean, fresh, pure colouring, of pale and dark lilac, strong purple, and pure white, among masses of pale-green foliage, forms a contrast almost startling after the warm colouring of nearly everything else; and the sight of a region where the flowers are fresh and newly opened, and in glad spring-like profusion, when all else is on the verge of death and decay, gives an impression of satisfying refreshment that is hardly to be equalled throughout the year. Their special garden is a wide border on each side of a path, its lenght bounded on one side by a tall hedge of filberts [corylus maxima / lambertshasel], and on the other side by clumps of yew [taxus / eibe], holly [ilex / stechpalme], and other shrubs. It is so well sheltered that the strongest wind has its destructive power broken, and only reaches it as a refreshing tree-filtered breeze. […] Tall-growing kinds like Novi Belgi [symphyotrichum novi-belgii syn. aster novi-belgii / glattblatt-aster or new york aster], Robert Parker, are kept rather toward the back, while those of delicate and graceful habit, as Cordifolius [symphyotrichum cordifolium syn. aster cordifolius] elegans and its good variety Diana are allowed to come forward. The fine dwarf Aster amellus [berg-aster or european michaelmas daisy, manchmal als vergils aster – cf. ‚georgica‘, IV, 271 ff. – bezeichnet] is used in rather large quantity, coming quite to the front in some places, and running in and out between the clumps of other kinds.

gertrude jekyll, ‘wood and garden – notes and thoughts, practical and critical, of a working amateur’, london, 1899. Weiterlesen

syrische (bzw. persische) rosen mit asyl in europäischen gärten: rosa x damascena

geopolitik

der geografische ursprung, bzw. die herkunft, ist ein komplexes thema. die heutigen grenzen in der region sind, wie sich an den von den europäer mit dem lineal gezogenen grenzlinien ablesen lässt, ein künstliches gebilde. das antike persische grossreich (das altpersische, zu dem das heutige syrien gehörte, und das neupersisches reich der sassaniden). alexander der grosse. imperium romanum & byzantinisches reich. die eroberung durch die arabischen umayyaden. anfang des 16. jh. das osmanische reich & nach dessem untergang die europäer. das heutige syrien, zuletzt unter dem völkerbundmandat für syrien und libanon, mandat français en syrie, wurde 1946 unabhängig. religiöse fragen (cf. kreuzzüge) und grenzziehungen mal beiseite gelassen …

von persien ist uns unser vorstellung vom paradies geblieben: paradaidha (umgrenzter bereich), der altpersische begriff für garten wurde in den europäischen sprachen und im hebräischen übernommen/entlehnt.

das interesse des westens an den gebieten des ehemaligen persischen grossreiches ist vor allem einem exportprodukt zu verdanken: öl. erdöl. vor der industrialisierung europas war das gefragte luxusprodukt aus diesem gebiet ein anderes öl: rosenöl. im heutigen iran (veraltet persien) um kāschān in der provinz isfahan, um schiras (fars) und um kerman (in der gleichnamigen provinz) sowie in afghanistan in der provinz kabul wurde und wird die damaszener-rose angebaut, um rosenöl zu gewinnen. in afghanistan gibt es versuche, die rosenölproduktion zu forcieren, um andere alternative erwerbszweige zum traditionellen anbau von papaver somniferum / schlafmohn für die herstellung von opium zu schaffen.

in europa, im bulgarischen kasanlak, wird im tal der rosen (pозова долина) die rosa x damascena ‚trigintipetala‘, syn. ‚rose von kazanlik‘ oder ‚bulgarische ölrose‘ mit hell rosa blüten, die während des osmanischen reiches dort hin kam, für die gewinnung von rosenöl angebaut. in frankreich, um grasse, wird die rosa x centifolia / zentifolie oder provence-rose (von holländischen züchtern, zwischen dem 17. und 19. jhr) angebaut. eine kreuzung aus rosa gallica, r. moschata, r. canina und r. x damascena. Weiterlesen

crambe maritima / meer- oder strandkohl: vom strand in den garten

an den küsten des nordatlantiks, am ärmelkanal, an der nord- und besonders an der ostsee, bis zum schwarzen meere kommt der crambe maritima / meer- oder strandkohl natürlich vor. wie bei den meisten pflanzen, unter schwieriger werdenden bedingungen …

am strand und im garten

denkt man an crambe maritima und interessiert sich nicht gerade für alte gemüsesorten, fällt zuerst der name eines gartens: prospect cottage. eine der besten plätze sea kale zu sehen ist auf der landzunge dungeness in kent. auf der suche nach locations für seinen film ‚the garden‘ (1990) entdeckte derek jarman zusammen mit tilda swinton und seinem lebengefährten keith collins, der sich heute um prospect cottage kümmert, die fischerhütte auf dungeness. in dem von jarman ab 1986 angelegte garten und der umgebung hat crambe maritima seinen auftritt als gartenpflanze (zusammen mit dem als zierpflanze häufiger in gärten anzutreffenden crambe cordifolia / riesen-schleierkraut) und im natürlichen habitat, die übergänge sind fliessend …

botanik & gemüse (chelsea & göttingen)

eine prominente botanische erwähnung hatte der crambe maritima 1731 im ‚gardener’s dictionary‘ von philip miller, von 1722 bis 1770 chief gardener des chelsea physic garden: Weiterlesen