„Es ist die krankhafte Neigung des nördlichen Großstädters für „was Grünes“, […] / ‚impressionen‘ von walther rathenau

Es ist die krankhafte Neigung des nördlichen Großstädters für „was Grünes“, die ihn veranlaßt, drei dürre Kiefern mit Frühstückspapier als Wald und einen Asphalthof mit zwei Oleandertöpfen als Garten hinzunehmen. Gewiß wäre es erfreulich, wenn wir außer dem Thiergarten inmitten der Stadt ein paar schöne Stadtgärten halten könnten; über den Mangel werden uns aber die als Dorfkirchhof verkleideten öffentlichen Plätze, wo zwischen zwei Droschkenhaltestellen etliche Fliedersträucher siechen, nicht hinwegtäuschen.

walther rathenau, ‚impressionen‘, leipzig, 1902.

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