malus ‚dülmener herbstrosenapfel‘: „… süsswein-säuerlich, von sehr angenehmem edlen Geschmack.“

der apfel aus dem münsterland: der ‚dülmener rosenapfel‘ oder ‘dülmener herbstrosenapfel‘. ende des 19. jahrhunderts entdeckt und nach heutigem stand ein sämling des ‚gravensteiner‘. der gråsten-æble wiederum wurde als sämling von friedrich von ahlefeldt dem jüngeren ende des 17. jh. auf den gelände von gråsten slot, schloss gravenstein, an der flensburger förde angepflanzt. von hier verbreitete der ‚gravensteiner‘ und seine varianten/sämlinge sich schnell.

die erste beschreibung des dülmeners stammt aus dem jahre 1881:

Dülmener Rosenapfel, Luc.

ein vortrefflicher edler und sehr schöner Herbstapfel für Tafel und Küche.

Im Herbst 1878 sandte mir ein Herr Hafenmeister Broeser in Dülmen einige sehr schöne und gute Aepfel, von denen ich durchaus keine passende Beschreibung finden konnte, und damals schon als wahrscheinlich neu, d.h. noch nicht beschrieben bezeichnete und obigen Namen vorschlug. Ich bat mir zu weiterer Beobachtung einige Edelreiser aus, die mir auch Herr Boeser freundlichst zuschickte. Anfangs glaubte ich, und auch jetzt wieder, ich habe den bekannten guten Apfel Braunschweigs Tafelrambour vor mir, allein eine genauere Vergleichung und der eigenthümlich aromatische Duft dieser Frucht liessen mich erkennen, dass es eine andere Sorte sei die hier vorliege.

Wir wollen hier die Beschreibung und Durchschnittszeichnung geben, mit dem Bemerken, dass das Pomologische Institut [lehranstalt für gartenbau, obstkultur und pomologie, reutlingen] zum Frühjahr wohl Reiser wird abgeben können, da im Muttergarten dieser Apfel unter No. 697 angepflanzt ist. Herr Bröser schreibt mir: Die Bäumchen in meinem Garten sind so beliebt geworden, dass jeder, der die Frucht gesehen und gekostet, auch sie besitzen möchte.

Die systematische Beschreibung folgt nun hier.

C l a s s i f i c a t i o n: Rosenapfel, VI (VII) 3, b = Gestreifter rundlicher oder auch zugespitzter Herbstapfel mit halbgeöffnetem Kelch.

G e s t a l t: Stark mittelgrosser, hochgebaut kugelförmig, calvillartig gerippter schöner Herbstapfel. Der Bauch nimmt die Mitte und untere Hälfte der Frucht ein und verjüngt sich nach dem Kelch zu sanft abnehmend, während die Stielwölbung breit abgerundet erscheint. Vom Kelch ziehen sich mehrere, bald mehr, bald weniger stark vortretende Erhabenheiten über die Frucht hin.

K e l c h: halboffen, lang und spitzblätterig, straussförmig; Blättchen an der Basis grün bleibend, in enger, ziemlich tiefer unregelmässiger Einsenkung.

S t i e l: 2 – 3 cm. Lang, holzig, in glatter, tiefer, trichterförmiger Höhle.

S c h a l e: zart, etwas geschmeidig, abgerieben glänzend, stark duftend. Die Grundfarbe ist strohgelb, auf der Sonnenseite zeigen sich bald mehr bald weniger carmoisinrothe Streifen, zwischen denen die Schale noch fein rothpunktirt erscheint.

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F l e i s c h: weiss, sehr saftreich, süsswein-säuerlich, von sehr angenehmem edlen Geschmack.

K e r n h a u s: weit offen, die Kammern stark striemig, armsamig; Samen rundeiförmig, dunkelbraun. Kernhausader apfelförmig.

K e l c h r ö h r e: sehr weit, mitteltief; Staubfadenreste mittelständig.

R e i f e  u n d  N u t z u n g: Der Apfel zeitigt im October und hält den November durch; es ist eine schöne, äusserst angenehme, edle Tafelfrucht I. Ranges und ebenso brauchbar für die Küche und den Markt.

Der B a u m wächst kräftig, bildet eine flach kugelförmige Krone und trägt bald und reichlich.

Dr. L.

‚pomologische monatshefte. zeitschrift für förderung und hebung der obstkunde, obstcultur und obstbenutzung‘ redigirt von dr. [karl friedrich] ed[uard] Lucas, siebenter jahrgang, stuttgart, 1881.

die beste möglichkeit ihn zu testen bietet sich auf dem wochenmarkt in münster: auf münsterländer streuobstwiesen ist er zu finden, und das projekt obstwiesenschutz des nabu münster pflegt die wiesen und verkauft das obst und den saft des ‚dülmener herbstrosenapfels‘ auf dem markt.

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auf den spuren von propst lüders…

auf den spuren von philipp ernst lüders (* 1702 auf gut freienwillen, langballig – † 1786 in glücksburg): propst in munkbrarup, hofprediger in glücksburg, landwirtschaftsreformer & gründer der königlich dänischen ackerakademie. o.l.: rapsblüte beim gut freienwillen; o.r.: die propst-lüders-allee in glücksburg: 1900 nach dem kartoffelprobst benannt und damals vom örtlichen obstbauverein mit 60 apfelbäumen bepflanzt…; u.l.: reste einer obstbaumallee in glücksburg & war noch was? am 03/05 war weltfischbrötchentag. u.r.: fischbrötchen am hafen von maasholm (die besten!).

… von herrn pastor sien gaoren, jau, jau …

tag des baumes: malus domestica in den rieselfeldern

tag des baumes: malus domestica in den rieselfelden   ein alter apfelbaum mit überlebenswillen in den rieselfeldern, münster.

die rieselfelder dienten bis mitte der 70iger als kläranlage der stadt münster. aus den ehemaligen klärteichen (das abwasser wurde verrieselt) ist heute einer der wichtigsten rastplätze für zugvögel in europa geworden. neben der nutzung als kläranlage hatten viele gärtnereien hier ihre gemüsefelder. die reste der landwirtschaftlichen nutzung sind die alten obstbaum-bestände…

draussen_nur_äpfel_rieselfelder_500   pause im heidekrug. draussen nur äpfel: apfelsaft vom ‚dülmener herbstrosenapfel‘, der beste aller apfelsäfte von münsterländer streuobstwiesen, & ein apfelkuchen mit ‚elstar‘.

ein kleiner „sonn“tags-spaziergang im jenischpark…

jehnisch_malus_schleswiger   jehnisch_ buschwindröschen

l.: aufforstung auf der streuobstwiese: malus ‚gelbe schleswiger renette‘ mit blick auf die elbchaussee bei teufelsbrück (jaaaa,… die kirschbäume blühen…); r.: anemone nemorosa / buschwindröschen im naturschutzgebiet flottbektal.

jehnisch_buschwindröschen_gelbstern   jehnisch_bärlauch_lerchensporn

l.: anemone nemorosa / buschwindröschen auf der wiese mit gagea / gelbstern; r.: allium ursinum / bärlauch mit violetten farbklecken: corydalis / lerchensporn.

jehnisch_eiche_birke_1   jehnisch_eiche_birrke_2_detail

die „birkeneiche“: eine betula pendula / sandbirke wächst in einer gespaltenen quercus robur / stieleiche. blick richtung parkwärterhaus und dem kaisertor.

jehnisch_gärtnerhaus_fenster   & kaum sitzt man im parkwärterhaus kommt die sonne raus…

streuobstwiese mit aussicht

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bienenstöcke mit aussicht über die rheinebene in richtung nordschwarzwald und kraichgau: die streuobstwiese in rhodt unter rietburg an den hängen der haardt / pfälzerwald, zwischen der ehemaligen staatlichen rebveredelungsanstalt / alte rebschule und der rietaniahütte.

rhodt_streuobst_2_500   rhodt_streuobst_1_500

rhodt_streuobst_3_500   rhodt_streuobst_wiese_500

o.l. + r. und u.l.: die letzten äpfel; u.r.: wiesen-vegetaion im oktober: achillea millefolium / gemeine schafgarbe, tragopogon pratensis / wiesen-bocksbart und plantago lanceolata / spitzwegerich.

rhodt_ streuobst_info   informationstafel der gemeinde rhodt.

auf eine zigarette bei loki: malus, äpfel, apples, pommes, appel, æble, … europom 2013

malus, äpfel, apples, pommes, appel, æble, … europom 2013 im loki-schmidt-garten, hamburg.

unbekannte apfelsorten auf der europom 2013, 04 – 06/10/2013 im loki-schmidt-garten / botanischer garten der universität hamburg.

europom_13_knebusch   europom_13_schaalbyer

europom_13_perle_von_angeln   europom_13_dülmener_finkenwerder

o.l.: ‚knebusch‘ der apfel des jahres 2013 c/o eckart brandt / boomgarden; o.r.: ’schaalbyer rosen‘ eine alte sorte aus angeln c/o das apfelschiff; u.l.: ‚perle von angeln‘ c/o obstmuseum pomarium anglicum; u.r.: der ‚finkenwerder herbstprinz‚ aus hamburg & der ‚dülmener herbstrosenapfel‚ aus dem münsterland…

internationale apfelsorten im zelt des pomologen-verein e.v.:

europom_13_schone_van_boskop_nl   europom_13_nonnetit_fra_als_dk

europom_13_ross_nonpareil_rhs

o.l.: ’schone van boskop‘ c/o noordelijke pomologische vereniging, nl; o.r.: ’nonnetit fra als‘ c/o de gamle sorter, dk; u.l.: ‚ross nonpareil‘ c/o rhs fruit department / the royal horticultural society, uk.

auf_eine_zigarette_mit_loki_x   & auf eine zigarette mit loki… fürchterliche ‚büste‘: eine kreuzung aus breker und barlach.

dülmener herbstrosenapfel

dülmener herbstrosenapfel

kloster michaelstein

kloster michaelstein

thoms_michaelstein

hilde thoms, ‚der klostergarten michaelstein‘, schriftenreihe der stiftung kloster michaelstein, bd.1, 2005.