Privatgärten; bürgerliche Gärten; Blumengärten. / ‘theorie der gartenkunst’ von christian cay lorenz hirschfeld

Privatgärten; bürgerliche Gärten; Blumengärten.

Diese Gattung ist sehr zahlreich; man findet sie fast bey allen wohlangebauten, stark bewohnten und sich gut nährenden Städten; am meisten rings um reiche Handelsplätze. […]

Die Parks des Adels verschönern die Landschaft, und die Gärten der Bürger die Nachbarschaft der Städte. Sehr viele ansehnliche und berühmte Städte gewinnen von den umliegenden Gärten und Sommerhäusern eine Lebhaftigkeit, einen Glanz, ein so reiches Gemälde von Wohlstand und Ergötzung, daß alle empfindsame Reisende davon bis zu einem hohen Grade entzückt und gerührt werden, wenn gleich dies Gefühl bey den Einwohnern selbst durch den Einfluß der Gewohnheit schwächer wird. […]

Vornehmlich sind es reiche Handelsplätze, um welche sich diese Gattung von Gärten zu häufen pflegt. Der Ueberfluß oder Wohlstand, den das Glück des Handels erzeugt, erregen sehr bald die Begierde, sich durch einen größern Aufwand in Wohnungen und Gärten, so wie in Gesellschaften und Gastmalen, auszuzeichnen. Auch suchte der Mann, der von der Last der Geschäfte und dem Gewühl des Handels ermüdet war, einen Ort, wo er an ruhigen Tagen sich wieder erholen, freyer athmen, sich selbst und seine Familie genießen konnte; er baute ein Landhaus in der Nähe der Stadt, und pflanzte sich einen Garten. So entstanden, nicht weniger aus Bedürfniß als aus Prachtsucht, die meisten Gärten um ansehnliche Handelsstädte, […].

Allein diese Gärten fiengen auch hier am ersten an, auszuarten. Der gute Geschmack ist nur selten im Gefolge des Reichthums. Der Hang zum Aufwand und zum Pomp handelt wenig mit Ueberlegung, und sucht sich bald durch jedes Mittel zu befriedigen, das er auf seinem Weg erhaschen kann. Er will Aufsehen und Bewunderung erregen; er will durchaus glänzen und übertreffen. Die Thorheit der Nachahmung gesellte sich zu ihm. Diese rieth ihm, die Gärten der Fürsten zu kopiren, und der Krämer blähete sich, wenn er, gleich ihnen, auf Wasserkünste und Statuen zeigen konnte. Der Genius des Orts rächte sich an der verwegenen Nachäffung. Der eingeschränkte Bezirk des Platzes machte die Unbesonnenheit nur desto sichtbarer. Was in einem ausgedehnten Garten schicklich oder erträglich war, ward hier lächerlich. Man eilte darauf von einer Thorheit zu der andern. Man bemalte den Boden mit Steinen und Muscheln, die Thüren mit Springwassern, und die bretterne Wand mit wilden Thieren; man schnitt aus Taxus Kanapees, und aus den Linden Fächel. […] Man verschwendete kostbare Spielwerke, und glänzte im Prunk lächerlicher Verzierungen; und überall stand zwischen dem Reichthum und dem Aufwand, die hier erschienen, ein Zeuge, der die Abwesenheit des Geschmacks anklagte.

christian cay lorenz hirschfeld, ‘theorie der gartenkunst’, bd. 5, leipzig, 1785.

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the roof garden commission: dan graham with günther vogt

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one of my favorite pavilions:

dia_rooftop_urban_park_graham_500

 

malus ‚?‘ / sortenbestimmung auf der europom 2013

malus '?' / sortenbestimmung

unbekannte apfelsorte in „unserem garten“. der apfelbaum unserer nachbarin im august. ein geschenk ohne sortenbezeichnung…

mit einem apfel ging es zur europom 2013:

nachbars_apfel_rubinette

wahrscheinlich eine ‚rubinette‘. der baum ist noch jung. zur endgültigen sortenbestimmung heisst es warten…

  • jan bade c/o obstmanufaktur / verein für ökologie, gesundheit und bildung e.V.