gartenbücher: superbistorta, wonder sanguisorba, spider-helianthus & die anderen

ein ratgeber? jein. nicht im klassischen sinn. kein coffeetablebook für ein wenig garten-smalltalk über blümchen mit bastelanleitung. die meisten sogenannten ratgeber sind nichts anderes, als schnell produzierte büchlein zum durchblättern: die neuesten deko-trends und die üblichen pflänzchen, die jeder baumarkt saisonal vorrätig hält. angaben von sorten sind schon zu komplex, und die seiten werden lieber mit photoshopbildchen aus den ewig gleichen bekannten gärten gefüllt. gärten und pflanzpläne, die eher einen bezug zum gartentourimus – muss man gesehen haben! – haben, als zum eigenen grundstück und dessen lage.

problemzonen hat jeder garten, wenn man ein problem daraus macht. ignoriert man das grundstück mit seinen unterschiedlichen standorten für pflanzen und will nur mal schnell die neuerwerbungen vom shoppingtrip aus dem baumarkt oder der gärtnerei (für fortgeschrittene) unterbringen, hat man bald einen „garten“ mit problemen. oder man denke an die beliebte art der gartenplanung, die darin besteht, tropische pauschalurlaubsimpressionen im eigenen mitteleuropäischen vorgarten zu dekorieren.

die beschaffenheit des bodens, schatten mit und ohne wurzeldruck von gehölzen, schlechte drainage oder, seit diesem sommer hat wohl jeder seine eigenen erfahrungen damit gemacht, trockenheit. doch lieber gleich rollrasen & schotter? es gibt eine gute nachricht: „und es wächst doch!“ stauden, gräser & gehölze. Weiterlesen

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gartenbücher (#avantgardening)

weite, flache kulturlandschaft, kopfweiden & pappelalleen, deiche & windräder. der niederrhein. linke rheinseite, fast niederländisch. die „landlust“ von daniela pawert und torsten matschiess hatte akustische gründe. endlich musik hören, ohne den nervigen kleinkrieg mit hellhörigen nachbarn in der stadt. 2004 beginnt alles mit einen garten am haus incl. altem baumbestand. 2011 vergrössert ein ehemaliges maisfeld, 5.300 m², den garten auf 8.200 m². ein junger garten. kein rückzug in die private ländliche idylle. der garten ist offen zur ihm umgebenden kulturlandschaft inkl. strommasten & windrädern, neben geräuschen und gerüchen der landwirtschaft, häufige gründe der schnell abflauenden „landlust“. einer der digitalsten gärten im deutschsprachigen raum: ein privatgarten mit öffentlichkeit durch website & facebook account. digitale offene gartenpforte. jetzt ist ein buch über den garten alst bzw. „ein plädoyer für gegenwärtiges gärtnern“ in der neuen edition gartenpraxis des ulmer verlages erschienen. keine garten-monografie und ebenso wenig ein diy-ratgeber mit den bekannten, aus dem kontext gerissenen, gestalterischen versatzstücken. wer ein buch aus der beliebten reihe alle-mal-hersehen-MEIN-garten oder einen der unzähligen ratgeber erwartet, liegt falsch. das buch ist eine hybride. es geht ums prinzip.

avant

avantgardening? avant-garde? herrscht krieg im garten? eine militärische vorhut im ruhigen, beschaulich vor sich hin blühenden blümchenreich? eine neue künstlerische bewegung, wie die avantgardistischen des 20 jh. konstruktivismus, dadaismus oder expressionismus in gärten bzw auf grundstücken? wobei jeder neue -ismus schon immer nur der kampf um die anerkennung der institution war … ein neuer ismus in der grenzregion von new german style und dutch wave?

gardening

stauden, gräser, rosen und einige gehölze. keine lauschige sitzecke. vereinzelt ein alter stuhl oder ein korbsessel. gemulchte wege führen durch die „beete“, sind aber in der üppigen bepflanzung häufig nicht sofort zu erkennen. struktur, und damit an einigen stellen sichtschutz, bietet die bepflanzung. keine aufgeräumte „die kleinen vorne, die grossen hinten“ blühaufstellung. keine klassischen sichtachsen. jedoch der „fotografische“ blick versucht hier, sowohl beim autor selbst als auch bei jürgen becker, immer wieder ordnung zu schaffen: windräder und strommasten ausserhalb des gartens sind als endpunkt einer sichtachse einfach zu verlockend. leider wird der himmel bei diesen aufnahmen häufig auf dramatisch gefiltert, less is more . symbolik, traditionell z.b. durch skulpturen oder deko erzeugt, fehlt. bis auf die benennung eines weges: ed snowden boulevard. der garten ist, jedenfalls wenn man mit den antrainierten scheuklappen an ihn heran geht, sperrig. die bepflanzung endet an der grenze des grundstücks & manchmal schaut etwas schwarzbuntes herüber. Weiterlesen