gartenhaus: „la petite cabane rustique“ / ‚essai sur l’architecture‘ von marc-antoine laugier

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charles-dominique-joseph eisen, frontispiz der 2. aufl. des ‚essai‘, 1755.

L’homme veut se faire un logement qui le couvre sans l’ensevelir. Quelques branches abattues dans la forêt sont les matériaux propres à son dessein. Il en choisit quatre des plus fortes, qu’il élève perpendiculairement et qu’il dispose en carré. Au-dessus, il en met quatre autres en travers, & sur celles-ci, il en élève qui s’inclinent & qui se réunissent en pointe des deux côtés. Cette espèce de toit est couverte de feuilles assez serrées, pour que le soleil ni la pluie ne puissent y pénétrer; & voilà l’homme est logé. Il est vrai que le froid et le chaud lui feront sentir incommodité dans sa maison ouverte de toutes parts mais alors, il remplira l’entre deux des piliers, & il se trouvera garanti.
Telle est la marche de la simple nature; c’est à l’imitation de ses proédés que L’art doit sa naissance. La petite cabane rustique que je viens de décrire, est le modele sur lequel on a imaginé toutes les magnificences de l’Architecture, […]
Ne perdons point de vue notre petite cabane rustique. Je n’y vois que des colonnes, un plancher ou entablement, un toit pointu dont les deux extrêmités forment chacune ce que nous nommons un fronton. Jusqu’ici point de voûte, encore moins d’arcade, point de piédestaux, point d’attique, point de porte même, point de fenêtre. Je conclus donc, & je dis : dans tout ordre d’Architecture, il n’y a que la colonne, l’entablement & le fronton qui puissent entrer essentiellement dans sa composition. Si chacune de ces trois parties se trouve placée dans la situation & avec la forme qui lui convient, il n’y aura rien à ajouter pour que l’ouvrage soit parfait.

marc-antoine laugier, ‚essai sur l’architecture‘, 1752

 

georgeobelisk – „the making of…“ revealed

It is towering and mad and fun; a gimcrack, a sham, but in that 18th-century way.

todd longstaffe-gowan quoted by ed cumming, ‚georgian garden at the british library‚, the telegraph

blankenburg

blankenburg

BIankenburg ist die Hauptstadt des gleichnamigen Fürstenthums und uralt wie sein einfaches Schloss, das auf einem aus dunkeln Schiefer steigenden, blanken Kalkfelsen recht trotzig dasteht. Es hatte einst eigene gleichnamige Grafen, dann ererbten es die Reinsteiner, nach deren Aussterben es die Herzoge von Braunschweig als erloschenes Lehen einzogen. Schon im 10ten Jahrhunderte nach Christo halte es Kirchen und Mauern; ein Graf Siegfried begleitete den Löwenherzog [heinrich der löwe] nach Jerusalem; 1182 belagerte Friedrich Barbarossa die Stadt, nahm und zerstörte sie; im dreissigjährigen Religionskriege litt sie durch die fanatischen Reichstruppen; dagegen gab sie im siebenjährigen Kriege ihre flüchtigen Fürstenstamme einen sichern Schutzort , und des blutbefleckten Frankreichs Erbe. Louis der achtzehnte fand in ihrer deutschen Gastlichkeit einen Trost und in einem schlichten Bürgerhause, das man noch zeigt, ein Asyl, wo er in gelehrten Studien auf eine Weile die bösesten Erinnerungen zu vergessen suchte, bis ihn sein Schicksal weiter riss. 1836 zerstörte im Augustmonat eine nächtliche Feuersbrunst an 60 Wohnhäuser. Wahrhaft in fürstlicher Majestät schauet das Schloss von seinem Kalkfelsen hernieder und liegt noch höher als das Wernigeröder. Bis zur Mitte des Steines steigt zu ihm der terassenförmige Schlossgarten hinan […] Der eingezäunte Thiergarten dehnt sich weit bis zur Sägemühle des Schieferberges hinüber, und zu ihm gehört auf dem nahen Kalvinusberge die kleine Luisenburg, ein achteckigtes Lusthäuschen, das erbaut war, um eine noch schönere und freiere Aussicht zu gewinnen. Und die Verführung dazu lag nahe, denn diese Aussicht gibt jener vom Wernigeröder Schlosse nichts nach, ja wir möchten ihr den Vorzug an Abwechselung malerischer Gruppirung zugestehen. Wir müssen mit einem frühern Beschreiber übereinstimmen, dass dieser Aufenthalt ganz geeignet ist, ein fürstliches Gemüth, welches durch die Wirren des Lebens ermattet, durch die Befeindungen der Nachbarn erbittert, durch Volksundank empört, hieher floh, zu sänftigen und für künftige Tage zu erkräfligen. […] Dass hier die Mutter [elisabeth christina von braunschweig-wolfenbüttel]der grossen Kaiserin Maria Theresia, eine Tochter des Herzogs Ludwig Rudolph von Braunschweig, geboren ist, bleibt als historische Notiz interessant.

Leider kamen wir zu spät, um uns an den weitberühmten Blankenburger Kirschen zu erfrischen, und zu früh um die Früchte der herrlichen Wallnussbäume zu kosten, die man hier in auffallender Menge und im üppigsten Wuchse antrifft.

wilhelm blumenhagen, ‚wanderung durch den harz‘, leipzig 1838