„raus aus dem garten!“

mit anke schmitz (garten auf freigang) in der ausstellung ‚thomas gainsborough. die moderne landschaft‘ in der hamburger kunsthalle:

gruenesblut.net

 

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gartenbücher (meadows – at great dixter and beyond)

wiesen? blumenwiesen, mager- oder trockenrasen, feuchtwiesen & natürlich, die beste aller wiesen: die streuobstwiese. die durch intensive nutzung, d.h. düngung, entstehenden fettwiesen und maritime salzwiesen (salzwiesenlamm + salicornia / queller) lassen wir mal beiseite. rasenflächen die für sogenannte sportarten angelegt selbstverständlich ebenfalls (ein golfplatz ist so ökologisch wertvoll wie ein zubetonierter parkplatz).

eine wiese ist eine halbkulturformation, eine durch menschen geschaffene pflanzengesellschaft. ohne eingriffe des menschen könnte sie nicht überleben. wiesen sind nicht „natur“. die wiese ist kulturlandschaft. wird nicht gemäht oder beweidet, droht verbuschung.

im landscape garden des 18 jh. ein wichtiges gestaltungselement, wenn auch nicht so erhaben wie ein gebirge …

Wiesen, die zum Theil zu den Ebenen gehören, sind, selbst bey einer beträchtlichen Länge und Ausbreitung, keines erhabenen Charakters fähig; sie bleiben in dem Bezirk einer mittlern Beschaffenheit und mäßiger Bewegungen. Indessen sind sie überaus sanfte, ruhige und einnehmende Auftritte der Natur, deren Charakter in dem Freyen und Ländlichen besteht; sie rufen die lieblichen Bilder der arkadischen Hirtenwelt zurück, und scheinen auf eine vorzügliche Art der Empfindung der Ruhe und der stillen Ergötzung des Landlebens gewidmet zu seyn.

Die Schönheit der Wiesen besteht zuvörderst in den sanftgekrümmten Linien, die ihren Umkreis bezeichnen. Alles Regelmäßige, Eckige, Scharfe muß von ihrer Figur ausgeschlossen seyn; aber kleine Rundungen und mäßige Einbiegungen helfen der Einförmigkeit mit dem Genuß der Abwechselung ab. Demnächst wird ihre Schönheit durch das Lebhafte und Frische ihres Grüns, durch Unterbrechungen und Schattirungen mit einzelnen Bäumen, und durch ihre Einfassung und Verbindung mit Hügeln, Felsen und Gehölz bestimmt. Bey ausgebreiteten Wiesen fallen kleine Unterbrechungen, die schon an sich den Ueberdruß des Einförmigen und Leeren hemmen, sehr angenehm ins Auge; sie müssen aber kein niedriges Gesträuch und Buschwerk seyn, sondern wenige, edel gewachsene, nicht zu nah zusammengedrängte Bäume mit einem Laub, das gegen die Farbe der Wiese absticht. Nackte, rauhe, vorüberhangende Felsen an der Seite einer mit allen Reizen ausgeschmückten Wiese bilden durch Contrast und Sonderbarkeit einen Theil von romantischer Gegend. Gehölze, die gewöhnlichsten Einfassungen der Wiesen, erhöhen durch ihre Schatten noch mehr die Empfindung der Einsamkeit und Ruhe. Ein klarer Bach oder Fluß, der sich allmählig dahinwälzt, verbreitet Licht und Erfrischung, und wandelt die ruhige Behagung der Seele in eine lebhaftere Bewegung, in die Bewegung der Freude.

christian cay lorenz hirschfeld, ‘theorie der gartenkunst’, bd. 1, leipzig, 1779.

platz für landscape haben wenige im garden. und was die ebenen betrifft, sei ein verweis auf almen und bergwiesen erlaubt → wiesenbau im oberharz im allgemeinen & …  man muss nicht im konventions-system (→ gartenbücher romantisch & …) der aufklärung gefangen bleiben, um aus rasen einen meadow zu machen: wiese statt rasen, sense statt rasenmäher …

es ist zur zeit ein trend zu spüren: weniger grüner beton, rasen, und mehr wildblumen. bienenfreundliche saatmischungen bietet mittlerweise fast jeder händler an. langfristig ist es mit einer einer aussaat jedoch nicht getan.

gerade ist ein klassiker der wiesen-literatur wieder aufgelegt worden: ‚meadows – at great dixter and beyond‘ von christopher lloyd. zuerst 2004 erschienen und jetzt mit neuen fotos von jonathan buckley und carol casselden sowie einem vorwort des headgardeners von great dixter, fergus garrett, erweitert. erschienen bei pimpernel press (eine verlagsneugründung, die nach den ersten drei programmen viel erwarten lässt). Weiterlesen

syrische (bzw. persische) rosen mit asyl in europäischen gärten: rosa x damascena

geopolitik

der geografische ursprung, bzw. die herkunft, ist ein komplexes thema. die heutigen grenzen in der region sind, wie sich an den von den europäer mit dem lineal gezogenen grenzlinien ablesen lässt, ein künstliches gebilde. das antike persische grossreich (das altpersische, zu dem das heutige syrien gehörte, und das neupersisches reich der sassaniden). alexander der grosse. imperium romanum & byzantinisches reich. die eroberung durch die arabischen umayyaden. anfang des 16. jh. das osmanische reich & nach dessem untergang die europäer. das heutige syrien, zuletzt unter dem völkerbundmandat für syrien und libanon, mandat français en syrie, wurde 1946 unabhängig. religiöse fragen (cf. kreuzzüge) und grenzziehungen mal beiseite gelassen …

von persien ist uns unser vorstellung vom paradies geblieben: paradaidha (umgrenzter bereich), der altpersische begriff für garten wurde in den europäischen sprachen und im hebräischen übernommen/entlehnt.

das interesse des westens an den gebieten des ehemaligen persischen grossreiches ist vor allem einem exportprodukt zu verdanken: öl. erdöl. vor der industrialisierung europas war das gefragte luxusprodukt aus diesem gebiet ein anderes öl: rosenöl. im heutigen iran (veraltet persien) um kāschān in der provinz isfahan, um schiras (fars) und um kerman (in der gleichnamigen provinz) sowie in afghanistan in der provinz kabul wurde und wird die damaszener-rose angebaut, um rosenöl zu gewinnen. in afghanistan gibt es versuche, die rosenölproduktion zu forcieren, um andere alternative erwerbszweige zum traditionellen anbau von papaver somniferum / schlafmohn für die herstellung von opium zu schaffen.

in europa, im bulgarischen kasanlak, wird im tal der rosen (pозова долина) die rosa x damascena ‚trigintipetala‘, syn. ‚rose von kazanlik‘ oder ‚bulgarische ölrose‘ mit hell rosa blüten, die während des osmanischen reiches dort hin kam, für die gewinnung von rosenöl angebaut. in frankreich, um grasse, wird die rosa x centifolia / zentifolie oder provence-rose (von holländischen züchtern, zwischen dem 17. und 19. jhr) angebaut. eine kreuzung aus rosa gallica, r. moschata, r. canina und r. x damascena. Weiterlesen

my private #RHSchelsea

my private #RHSchelsea

diy: hm the queen attending the chel… ottensen windowsill flower show: the figs (→ ficus carica / pfälzer feige → ottensener feigen) & the elder (→ sambucus nigra… more soon!) not ready for chelsea…

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#RHSchelsea / #chelseaflowershow / #RHSChelseaflowershow via social media. at first glance:

back to the roots: paradaidha. ‚the paradise garden‘ by @clevewest for @MandGGarden. want to see more of the fountain…

@mattiechilds for @brewindolphin. great arches & planting as far as one can see.

#cavepavilion by @walkergarden with plants from @crugfarmplants, sponsored by @GardenMuseumLDN. about plant collecting… a contemporary wardian case.

oh yes plants & collecting: i guess i need a #neptunsgold / eryngium ’neptune’s gold‘. #newplants by @NeilAlcock / @hardyplants / @grahampfe.

& not to miss @ChelseaFringe!

phoenix dactylifera / dattelpalme: der samen für einen persischen garten…

phoenix_dactylifera_bam_250   ein dattelkern aus ‏bam.

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kaempfer_amoenitatum exoticarum_dattelernte_500   dattelernte in persien, ill. aus ‚amoenitatum exoticarum‘.

in seinem buch ‚ amoenitatum exoticarum politico-physico-medicarum fasciculi v, quibus continentur variae relationes, observationes & descriptiones rerum persicarum & ulterioris asiae, multâ attentione, in peregrinationibus per universum orientum, […], lemgo, 1712, beschreibt engelbert kaempfer – 1651 im lippischen lemgo geboren – die dattelpalme ausführlich. im kapitel ‚ relationes botanica-historicas de palma dactylifera, in perside crescente‘ findet sich neben der botanischen beschreibung eine ganze kulturgeschichte – ‚palmæ historia naturalis & œconomica‘.

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& die neugierde auf einen anderen persischen garten steigt: a contemporary paradise garden by cleve west for the chelsea flower show 2014.

„Le jardin, c’est la plus petite parcelle du monde et puis c’est la totalité du monde.“ / ‚des espace autres‘ par michel foucault

L’hétérotopie a le pouvoir de juxtaposer en un seul lieu réel plusieurs espaces, plusieurs emplacements qui sont en eux-mêmes incompatibles. C’est ainsi que le théâtre fait succéder sur le rectangle de la scène toute une série de lieux qui sont étrangers les uns aux autres ; c’est ainsi que le cinéma est une très curieuse salle rectangulaire, au fond de laquelle, sur un écran à deux dimensions, on voit se projeter un espace à trois dimensions ; mais peut-être que l’exemple le plus ancien de ces hétérotopies, en forme d’emplacements contradictoires, est le jardin. Il ne faut pas oublier que le jardin, étonnante création maintenant millénaire, avait en Orient des significations très profondes et comme superposées. Le jardin traditionnel des Persans était un espace sacré qui devait réunir à l’intérieur de son rectangle quatre parties représentant les quatre parties du monde, avec un espace plus sacré encore que les autres, qui était comme l’ombilic, le nombril du monde en son milieu (c’est là qu’étaient la vasque et le jet d’eau) ; et toute la végétation du jardin devait se répartir dans cet espace, dans cette sorte de microcosme. Quant aux tapis, ils étaient à l’origine des reproductions de jardins : le jardin, c’est un tapis où le monde tout entier vient accomplir sa perfection symbolique, et le tapis, c’est une sorte de jardin mobile à travers l’espace. Le jardin, c’est la plus petite parcelle du monde et puis c’est la totalité du monde. Le jardin c’est, depuis le fond de l’antiquité, une sorte d’hétérotopie heureuse et universalisante (de là nos jardins zoologiques).

michel foucault, ‚des espace autres‘, conférence au cercle d’études architecturale, 1967