i shop therefore i am (gardening): der kleine schwarze & na zdrowie!

der pflanzenmarkt im freilichtmuseum am kiekeberg, organisiert von der gesellschaft zur förderung der gartenkultur e.v. – zweig hamburg, ist zweimal in jahr die möglichkeit für entdeckungen & seine dealer zu treffen… shopping in den harburger bergen:

kiekeberg_garten_black_lace_2

der erste gang auf dem kiekeberg direkt zu tuingoed foltz & da stand er: sambucus nigra ‚black lace‘ / schwarzer holunder. der stand schon etwas länger oben auf der muss-ich-haben-liste: ein schwarzer schleier als hintergrund für mehr farbe & die hollunder(blüten)ernte…

kiekeberg_garten_black_lace_1

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kiekeberg_dicksonia_antarctica_2   kiekeberg_dicksonia_antarctica_1

für die farn-sammlung zu wouter van dries & da stand er: ein weiterer kandidat auf der muss-ich-haben-liste. unter den top 3.  → dicksonia antarctica / baumfarn… in den zurückhaltungsmodus schalten: wohin? also erst mal einen kübel besorgen & den standort klären…

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kiekeberg_ginster_stacheln   kiekeberg_engl_ginster

ginster-mania bei der baumschule julia wilksen: ein ulex europaeus /europäischer stechginster für dekablog10 & ein genista anglica / englischer ginster for myself… l. der blühende stachelige auf dem kiekeberg & r. stellprobe für den englischen im „eigenen garten“.

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kiekeberg_kugeldistel   kiekeberg_rittersporn

dekablog10 bei der staudengärtnerei klingel & luckhardt: echinops bannaticus ’star frost‘  / kugeldistel & delphinium elatum-hybride ‚wintersonnenwende‘ / rittersporn.

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kiekeberg_mariengras   kiekeberg_römisch

kräuter von gottschling. das lieblingsgras der saison: hierochloe odorata /mariengras. eine weitere marienpflanze im garten. „das wäre doch was für…“ import/export:… mariengras wird auch bisongras genannt & das kommt zur aromatisierung in den guten polnischen wodka. das gras enthält cumarin, der wodka bekommt ein waldmeisteraroma. na zdrowie! & und ein beispiel für kommunikation beim shoppen: „der römische! fotografier [er meint knipsen!] mal das schild!“ bin gerade mit rasen beschäftigt (was selten vorkommt): chamaemelum nobilis var. ligulosa / römische rasenkamille. gekauft wird gerade anacyclus pyrethrum var. pyrethrum / römischer bertram…

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kiekeberg_osterlamm   kiekeberg_bunte_bentheimer

neben der flora gibt es fauna im freilichtmuseum: ein „süüüüüüssssseeees“ osterlamm am tag vor palmsonntag (mal ein feiertag mit botanik im namen) & „süüüüüüssssseeeee“ ferkel: bunte bentheimer schweine. schinkentiere beim mittagsschlaf…

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& ab durch hamburg:

tante_ersatz_brockenanemone   tante_pillnitz

schale für die tante bepflanzen. u.a. mit geranium maculatum ‚album‘ / gefleckter storchschnabel & geranium maculatum ‚espresso‘ / dunkler storchschnabel von der staudengärtnerei annemarie eskuche + eine pulsatilla vulgaris alba / weisse kuhschelle. eine pulsatilla alpina subsp. alba / brockenanemone für eine harzerin bekommt man ja nirgends → der brockengarten &… die tante hat jetzt einen ableger der pillnitzer kamelie / camellia japonica l. im garten. was soll ich sagen? NEID! die kommt auf die muss-ich-haben-liste. da ist wieder etwas platz…

fritillaria meleagris: „checkered most strangely“ / ‚the herball‘ by john gerard

fritillaria_meleagris_500   fritillaria meleagris / schachbrettblume: kariert kurz vor der blüte. die weissen blüten sind weiter..

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Of Turkie or Ginnie-hen Flower. Chap. 79

fritillaria_gerard_herball_500

The description.
1. The checkered Daffodill or Ginny hen flower, hath small narrow grassie leaves; among which there riseth vp a stalke three hands high, hauing at the top one or two flowers, and sometimes three, which consisteth of sixe small leaves, checkered most strangely: wherein nature or rather the Creator of all things hath kept a very woonderfull order, surpassing (as in all other things) the curiest painting that Art can set down. One square is
of a greenish yellow color, the other purple, keeping the same order as wel on the backside of the flower as one the inside, although they are blackish in one square, & of a violet colour in another: in so much that every leafe seemeth to be the feather of a Ginnie hen, whereof it tooke his name. The root is small, white, and of the bignesse of halfe a garden beane.
2. The second kinde of checkered Daffodill is like unto the former in each respect, fauing
that this hath his flowre dasht ouer with a light purple, and is somewhat greater than the other: wherein consisteth the difference.

The place.
These rare and beautifullk plants grow naturally wilde in the fields about Orleance and Lions in Fraunce, from whence they haue been brought into the most parts of Europe. The curious and painfull Herbalist of Paris John Robin, hath sent me many plants thereof for my garden, where they prosper as in their owne natiue countrey.

The time.
They flower from beginning of March unto the end of Aprill. The seede is ripe in June.

The names.
The Ginny hen flower is called Dodonæus, Flos Meleagris: of L’Obelius, Lilio-narcissus variegatus, for that it hath the flowerr of a Lillie, and the roote of Narcissus: it hath been called Frittillaria, of the table or boord upon which men plaie at chesse, which square checkers the flower doth very much resemble, some thinking that it was named Frittillus, where there is no certaintie, for Martialis seemeth to call Frittillus, Abacus, or the tables whereat men play at dice, in the first booke of his Epigrams, writing to Galla.

Iam tristis, nucibus relictis,
Clamoso reuocatur à magistro:
Et blando male proditus Frittillo
Arcana modo raptus è popina
AEdilem rogat udus aleator.

The fad boye, hauing his nuts forsaken,
of clamorous master called upon a maine,
And waxt starke nought by flattering tables traine,
And latley from the priuie kitchen taken
Being a drunke dice-plaier,
Doth aske to be furueiour.

In English we may call it Turkie hen, or Ginny hen Flower, and also Checkered Daffodill.

The temperature and vertues.
Of the facultie of these pleasant flowers there is nothing set downe in the antient or later writers, but are greatly esteemed for the beautifieing of our gardens, and the bosomes of the beautifull.

john gerard, ‚the herball or generall historie of plantes‘, london, 1597 (in vielen teilen eine übersetzung des herbariums von rembert dodoens, 1554).

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gerard beschreibt die fritillaria meleagris als gartenpflanze. eines ihrer grössten wilden oder verwilderten vorkommen in england ist in oxford zu finden. der zum magdalen college gehörenden addison’s walk umschliesst einen meadow mit fritillaria meleagris. die ersten zeugnisse über dieses vorkommen stammen aus den jahr 1785. ob aloysius hier zur blütezeit spazierengegangen ist, ist leider nicht überliefert…

map_addisons_walk_oxford_500  detail aus: l. longmade, ’new map of the city of oxford‘ aus ‚the antient and present state of the city of oxford‘ von anthony à wood & john pechell, 1773.

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fritillaria_meleagris_aussaat_500   auf dem weg zur schachbrettblumenwiese: die ersten, noch etwas mickrigen,  (selbst)ausgesäten fritillaria meleagris & das erste frühlingslaub: die magnolie verliert die blütenblätter.

juniperus communis / wacholder(schnaps, jenever, gin &c.)

[…]
Und weiter, weiter, Fuchs und Hund.
Der schwankende Wachholder flüstert,
Die Binse rauscht, die Haide knistert,
[…]

annette von droste-hülshoff, ‚haidebilder: die jagd‘ in ‚gedichte‘, stuttgart/tübingen, 1844.

regionale besonderheiten werden in der kindheit, teils unbewusst, abgespeichert und können die pflanzenauswahl für den garten & beim äten un drinken beeinflussen. das münsterland besitzt einige heideflächen und dort ist juniperus / wacholder zu finden: die klatenberge bei telgte oder, auf der anderen seite der ems, die wacholderbestände auf dem waldfriedhof lauheide, die westruper heide bei haltern am see, etc.

es muss nicht immer die lüneburger heide, 50iger heimatfilm-kitsch & hermann löns sein. eine andere beeindruckende wacholderlandschaft befindet sich in der eifel: der kalvarienberg bei alendorf, auf grund der germanischen italiensehnsucht als ‚eifel-toskana‘ bezeichnet. der kalvarienberg ist am besten über den eifelstieg zu erreichen. sollte es während der wanderung zu problemen mit füssen und gelenken kommen sei wacholdersalbe empfohlen…

doch zurück ins münsterland: clemens maria franz von bönninghausen ein cousin der dichterin annette von droste-hülshoff, homöopath und direktor des botanischen gartens in münster veröffentlichte die erste flora des münsterlandes:

JUNIPERUS. L. […]
J. communis. L. […]
In syvaticis ubique. – (Wachholder.) – Frutex, praecipe in apricis sabulosis mire ludens colore flavescente, purpurascente, atroviridi et glaucescente, atque ramorum varia directione, de qua indole polymorpha ccl. Linnæus ipse jamjam mentionem fecit in Flora sua Lapponica.
Obs. J. Sabinam L., quamvis in hortis rusticorum nimis frequens obvia sit, inter inquilinas non enumerandam putamus.

clemens maria franz von bönninghausen, ‚prodromus floræ monsteriensis westphalorum phanerogamia‘, münster, 1824

einige jahrzehnte später erschien die ‚flora von westfalen‘ des evang. theologen, mykologen und botanikers conrad beckhaus mit einer ausführlicheren beschreibung:

Juniperus (lat.), Wachholder (wach = lebendig, immer wieder ausschlagend), Machandelbaum, Ouakelstrauch.
J. communis, L.: Rinde der jungen Triebe grün, später rotbraun; B. hart, steif, fast stechend, sparrig zu 3., lineal-pfriemlich, zugespitzt, obers.flachrinnig, unterseits stumpf gestielt, meist 12 – 20 mm lang; Kätzchen klein. In den Bachseln; Trugbeere gespitzt-kugelig od. eif-kugelik, von der Grösse kleiner Erbsen, im 1. Jahr grün, im 2. schwarzblau, grau bereift, mit braunem, harzig-süsslichem Fleisch. 0,3 – 2 m u. höher, aber im Gebüsch, wo er baumartig wird, selten lange geschont: der männl. Baum schlanker, mit oft hangenden, kurzen Zweigen, der weibl. mit sparrig-bogigen Ästen, mehr ausgebreitet. 4 – 5, Fr. im Nov. des 2. Jahres. – Truppenweis, auch einzeln, in den Heiden der Ebenen, auf dürren Bergen, meist gemein, am schönsten auf Kalkbergen (um Astenberg nur spärlich bei Langewiese, auch im Ruhrgebiet schon ziemlich selten).
Var. subnána: Niedrig, mit sehr dichten Gezweig; B. sehr dicht, kürzer und breiter, schief aufrecht, stets kürzer als 10 mm (meist 5 – 6 mm) lang, lanz.-pfrieml., nur so lang wie d. Fr. dick. – Scheint von var. brevifolia, Sanio, nur durch die nicht abstehenden B., von nana, Willd., nur durch den aufrechten St. und die nicht eingekrümmten B. verschieden zu sein. – An den mit Wachholderbüschen bedeckten Südabhange des Weinberges bei Höxter vielfach, durch zahlreiche Übergänge mit der typischen Form verbunden.
Beeren (off. baccae Juniperi) zum Räuchern, auch bei rheumatischen Leiden, wirken innerlich stark auf Urin u. Ausdünstung, magenstärkend, zu Wachholder-Branntwein (Genévre), auch als Gewürz. – Holz sehr dauerhaft, oft schön maserig, zu Drechlerarbeiten. – Oleum Juniperi, Spiritus Jun., Succus Jubiperi inspissatus.
(J. Sabina, L., Sabina officinalis, Garcke, Sadebaum: Triebe sehr dünn; B. kl., herablaufend, gegenständig-4reihig, dichtdachziegelig; Fr. an gekrümmten Stiel hangend. 1 – 3 m hoch. – Oft auf Kirchhöfen angepfl. Im Königreich Preussen darf eigentlich in Gemässheit des Medicinal-Polizeigesetzes der Strauch nicht im Freien geduldet werden. Der Sadebaum wird zu den scharfen Giftgewächsen gezählt. Eine Abkochung der beblätterten Zweige wirkt mehr oder weniger stark auf die Absonderung der vegetativen Organe und kann zum tötlichen Gift werden. Off. Summitates Sabinae.)

konrad beckhaus, ‚flora von westfalen – die in der provinz westfalen wild wachsenden gefäss-pflanzen.‘ nach des verfassers tode hrsg. von l.a.w. haase, münster, 1893.

äten un drinken hölt lief un seele bineene: neben wacholderschinken ist sicherlich der wacholderschnaps das wichtigste wacholder-produkt an das man denkt. das älteste gedruckte rezept findet sich in dem buch ‚een constelijck distileerboec om alderhande wateren der cruyden, bloemen, ende wortelen te leeren distileren‘ von philippus hermanni, 1552 in antwerpen erschienen. von flandern und über die niederlander ist es nicht weit bis nach westfalen und ins münsterland. die engländer, die ihren gin so schätzen, haben das getränk ebenfalls den niederländern zu verdanken: 1668 wurde aus dem stadhouder willem III van oranje king william III of england. willem zog aus seinen barockgarten in het loo nach hampton court, liess sich einen privy garden anlegen & aus jenever wurde gin.

gin_lane_westf_sonne_500   da will man sich belohnen & dann ist der lieblings-wacholder alle… & william hogarth ‚gin lane‘, 1751: katalog der ausstellung in der tate gallery, london, 2007.

de gouden eeuw im alten garten

hamburg_schwerin_500_   postkarten: ‚palastterrasse mit vertumnus und pomona‚ von peeter gijels & ‚kopf eines fuchses‘ von jean-baptiste oudry, staatliches museum schwerin. flyer zur ausstellung ‚kosmos der niederländer‘ mit ’stillleben mit früchten und einem toten vogel‘ von harmen steenwyck. der ableger als multiples ready-made: plectranthus fruticosus / mottenkönig & marcel duchamp c/o duchamp-forschungszentrum.

‚kosmos der niederländer – die schenkung christoph müller‘: ein brueghel (jan der ältere). vermeer, rembrandt und rubens fehlen. die können sich heute weder museen noch privatsammler leisten, was einen erfreulichen nebeneffekt hat: kein event-geschiebe von einem kalenderblatt- zum nächsten billig-poster-motiv…

zusammen mit der, von herzog christian II. ludwig angelegten, sammlung niederländischer malerei, ist christoph müllers schenkung von 155 holländischen und flämischen gemälden des gouden eeuw eine der grössten sammlungen ihrer art, neben der des rijksmuseum amsterdam und des louvre.

müller, ehemaliger verleger des „schwäbischen tagblatts”, stiftete die sammlung, die bisher in seiner berliner privat wohnung hing, mit klaren auflagen: die freitreppe des klassizistischen museums muss renoviert werden, und der eingang im ersten stock wird geöffnet. hinzu kommt eine, angesichts der politischen verhältnisse in mecklenburg-vorpommern, weise einschränkung: „Im Falle einer NPD-Mitregierung, in welcher Konstellation auch immer, ist der Vertrag ungültig.“

neben den klassischen motiven des gouden eeuw – stillleben, seestücke, genre und kircheninterieurs – sind einige landschaftsbilder und gartenmotive zu sehen. zwei früchte-stillleben stechen heraus: ’stilleben mit früchten und einem toten vogel‘ von harmen steenwyck und das oktagonal gerahmte ’stilleben mit pfirsichen und marillen‘ & einer raupe von jacob van der merck. der garten eden ist mit ‚die erschaffung evas‘ von raphael coxcie vertreten. bei den landschaften ist eines der kleinsten bilder eine entdeckung: ‚bewaldete flusslandschaft mit fischern‘ von jasper van der lanen. schließlich eröffnet das bild  ‚palastterrasse mit vertumnus und pomona‘ von peeter gijels den blick auf eine üppig arrangierte gartenszenerie: lorbeer, rosen, schwertlilien und tulpen in kübeln neben einer reichen ernte an früchten und sorgfältig angelegten beeten.

  • svetlana alpers, ‚the art of describing – dutch art in the seventeenth century‘, chicago, 1983.
  • erwin panofsky, ‚early netherlandish painting‘, cambridge, ma, 1953.

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das staatliche museum schwerin hat die adresse ‚alter garten‘. der alte garten bildete den übergang zwischen der schweriner altstadt und der burg (ehemalige slawenburg, von heinrich dem löwen zerstört und neu aufgebaut), das heutige schloss. unter johann albrecht I., herzog zu mecklenburg-güstrow und -schwerin, wurde hier im 16. jh. mit der anlage eines gartens begonnen. nachdem das areal als exerzierplatz im gebrauch war wurde um 1750 wurde ein lustgarten, gesäumt von einer lindenallee, angelegt. am platz stand das ballhaus. heute befindet sich an dieser stelle das klassizistische schauspielhaus – mecklenburgisches staatstheater schwerin. ab 1877 wurde das großherzogliche museum erichtet .

momentan lande ich ständig in museen die auf/in gärten gebaut sind → berlin: paare im “garten” & “Ich gehe täglich etliche mal blos darum aus dem Garten in meine Stube,…”

schwerin_alter_garten_1764_500   plan des alten gartens von 1764: ‚plan der sogenandten faulen grube hier des Canals welcher ehedem zwischen der alt stad schwerin und dem alten garten aus der burg see bis in die große see gezogen, […]‘ von august friedrich schumacher jun.

Der neue Herzog [christian II. ludwig] begann noch in diesem Jahre [1747] dem Bau der Gemälde-Gallerie auf dem Schlosse, eines in Holz gemauerten Gebäudes über dem gewölbten Erdgeschosse der Auffahrt und der Küsterwohnung. 1756 war dieselbe vollendet und wurde von dem kunstliebenden Herzoge mit Gemälden geschmückt, welche er vorzugsweise in den Niederlanden aufkaufen ließ und die noch jetzt eine Zierde der großherzoglichen Sammlungen bilden.
1749 wurde der Garten vor dem Schlosse, der i. J. 1708 angelegte Schloßgarten, bedeutend erweitert und verschönert; auch der Alte Garten wurde neu angelegt und in der Mitte mit Springbrunnen geschmückt. Dieser Alte Garten umfaßte damals den Raum, welcher jetzt noch unter diesem Namen begriffen wird, bis zu dem Wege, welcher aus der Stadt zum Schlosse führt. Er war mit einer Allee von schönen Lindenbäumen umgeben und mit Rasenplätzen und Blumenparthieen geschmückt. An der Stelle des jetzigen Schauspielhauses stand damals das im Jahre 1698 erbaute fürstliche Ball- später Reithaus, dasselbe Gebäude, welches i. J. 1788 zum alten Schauspielhause eingerichtet wurde. Auf der südwestlichen Hälfte des alten Gartens lag das alte Reithaus, der f.g. „lange Stall“ mit der offenen Reitbahn davor,welche erst i.J. 1842 einging.

ludwig fromm, ‚chronik der haupt- und residenzstadt schwerin: mit benutzung der neuesten forschungen‘, schwerin, 1862.

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maritus_schwerin_1819_detail_500   detail: kupferstich ’schwerin nebst umgebungen, aufgenommen und gezeichnet von c. f. v. maritus. 1819′.

das schweriner schloss (A) , heute der sitz des landtages von mecklenburg-vorpommern, mit seiner orangerie bildet die verbindung zwischen dem alten garten, mit dem schauspielhaus (C), und dem schlossgarten. der barocke schlossgarten wurde ab 1748 von dem architekten & kupferstecher jean laurent legeay für christian II. ludwig, herzog zu mecklenburg-schwerin, angelegt und mitte des 19. jh. nach plänen von peter joseph lenné erweitert.

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chelsea physic garden / ‚the apothecaries and their garden‘: lecture by rosie atkins, royal society

hyacinthus orientalis / hyazinthen im glas gegen den winterblues: ‚garten-bluhmen, aus blossem wasser, sonder erde, gewachsen‘ von barthold heinrich brockes

der_neu-angekommene_holländische_gärtner_ill_500   „Wann sich die Kunst und Fleiß zusammen fügen / So können Sie fast die Natur besiegen“: titelkupfer aus (anonym) ‚der neu-ankommende holländische gärtner: oder gründlicher und deutlicher unterricht, wie die holländische blumenzwiebel, als tulipen, hyacinthen, narcissen, jonquillen, irides, martagons, ranunculn, anemonen etc. in unserem ober-teutschland am sichersten zu pflegen, zu warten und zu vermehren sind. ein werk, so sich um […], nebst einen anhang, wie blumen ausser der zeit mitten im winter in einem wasser-glas, ohne schaden der zwiebel, hervorzubringen […]‘, 1737

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[…]

So rief ich, als mein Freund, den die gelehrte Welt
Fast für ein Wunder hält,
Mein Richey, der hieselbst mit solchem Ruhme lehret,
Mir etwas, so ich nie gesehn,
Und welches doch so rar, als schön,
Jüngst zugeschicket und verehret.
Ein angenehmes Frühlings-Kind,
Das, ohne Mutter, war gebohren,
Zu einer Zeit, da alles noch gefroren,
Ein‘ Ambra-volle Hyacinth‘,
Die unvergleichlich blüht‘, auch unvergleichlich roch,
Und die, o Wunder! jedennoch
Die Erde nie in ihrem Schooß geheget,
Noch sie, mit ihrem Nahrungs-Saft
Und der in ihr verborg’nen Kraft,
Gesäugt, ernährt, verpfleget,
Sah ich vor meinen Augen stehn.
Die Zwiebel war, so wie die Bluhme, bloß,
Ohn‘ Erd‘, in freyer Luft zu sehn.
Ein Glas, so nicht besonders groß,
Erfüllt mit klarer Feuchtigkeit,
Ließ mir, zu gleicher Zeit,
Die Wurtzeln, die so weiß, wie Silber, schauen.
Sie sahen selbst fast wie ein Bluhmen-Straus,
In den so angenehm geschlung’nen Zäsern, aus.
Kaum konnt‘ ich meinen Augen trauen.

Was die Natur uns bis daher versteckt,
Und was sie gleichsam recht mit Sorgen,
Im Schooß der Erden, uns verborgen.
Wie sie die Wurtzeln zeugt, ernähret, dehnt und streckt,
Wird unsern Augen nun entdeckt.
Wie sehr bewundert‘ ich, daß etwas wachsen könnte
Gantz ausser seinem Elemente;
Ja was noch mehr, daß menschlicher Verstand,
In so viel tausend Jahren,
Dergleichen niemahls noch erkannt,
Und nichts davon erfahren,
Da es jedoch so leicht, daß jedermann,
Der es nur einmahl sieht und hört, es machen kann!

Man setzet auf ein Glas,
Das voller Wasser ist,
Die Bluhmen-Zwiebel auf, so daß sie kaum das Naß,
Mit ihrem untern Theil, berühret.

Das ist die gantze Kunst, worauf, in kurtzer Frist,
Das Glas voll Wurtzeln wird, der Stiel sich aufwärts führet;
Und kommt sodann, in wenig Zeit,
Die Bluhme zur Vollkommenheit.
Derselben fehlet nichts an Farb‘, an Zierlichkeit,
An lieblichem Geruch, der kräftig, uns zu rühren.

Mein Gärtner hat, hiedurch bewogen,
Auf gleiche Weise, Lilien,
Narcissen, Kaiser-Kron- und Tulpen aufgezogen.
[…]

barthold heinrich brockes, ‚garten-bluhmen, aus blossem wasser, sonder erde, gewachsen‘, 1727, aus ‚irdisches vergnügen in gott, bestehend in physicalisch- und moralischen gedichten’, 1721 – 1748

  • michael richey: ein freund brockes und autor des buches ‚idioticon hamburgense oder wörter-buch zur erklärung der eigenen, in und um hamburg gebräuchlichen nieder-sächsischen mund-art‘, 1755

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george_voorhelm_traité_sur_la_jacinthe_ill_500   hyazinthen im glas und im blumentopf, wahrscheinlich delfts blauw. ill. aus george voorhelm, ‚traité sur la jacinte: contenant la maniere de la cultiver suivant l’experience qui en a été faite‘ 1762

auf eine zigarette bei loki: malus, äpfel, apples, pommes, appel, æble, … europom 2013

malus, äpfel, apples, pommes, appel, æble, … europom 2013 im loki-schmidt-garten, hamburg.

unbekannte apfelsorten auf der europom 2013, 04 – 06/10/2013 im loki-schmidt-garten / botanischer garten der universität hamburg.

europom_13_knebusch   europom_13_schaalbyer

europom_13_perle_von_angeln   europom_13_dülmener_finkenwerder

o.l.: ‚knebusch‘ der apfel des jahres 2013 c/o eckart brandt / boomgarden; o.r.: ’schaalbyer rosen‘ eine alte sorte aus angeln c/o das apfelschiff; u.l.: ‚perle von angeln‘ c/o obstmuseum pomarium anglicum; u.r.: der ‚finkenwerder herbstprinz‚ aus hamburg & der ‚dülmener herbstrosenapfel‚ aus dem münsterland…

internationale apfelsorten im zelt des pomologen-verein e.v.:

europom_13_schone_van_boskop_nl   europom_13_nonnetit_fra_als_dk

europom_13_ross_nonpareil_rhs

o.l.: ’schone van boskop‘ c/o noordelijke pomologische vereniging, nl; o.r.: ’nonnetit fra als‘ c/o de gamle sorter, dk; u.l.: ‚ross nonpareil‘ c/o rhs fruit department / the royal horticultural society, uk.

auf_eine_zigarette_mit_loki_x   & auf eine zigarette mit loki… fürchterliche ‚büste‘: eine kreuzung aus breker und barlach.