michaelmas daisies / ‚wood and garden‘ von gertrude jekyll (incl. ‚veilchenkönigin‘, foerster)

The early days of October bring with them the best bloom of the Michaelmas* Daisies, the many beautiful garden kinds of the perennial Asters. They have, as they well derserve to have, a garden to themselves. Passing along the wide path in front of the big flower border, and through the pergola that forms its continuation, with eye and brain full of rich, warm colouring of flower and leaf, it is a delightful surprise to pass through the pergola’s last right-hand opening, and to come suddenly upon the Michaelmas Daisy garden in full beauty. Its clean, fresh, pure colouring, of pale and dark lilac, strong purple, and pure white, among masses of pale-green foliage, forms a contrast almost startling after the warm colouring of nearly everything else; and the sight of a region where the flowers are fresh and newly opened, and in glad spring-like profusion, when all else is on the verge of death and decay, gives an impression of satisfying refreshment that is hardly to be equalled throughout the year. Their special garden is a wide border on each side of a path, its lenght bounded on one side by a tall hedge of filberts [corylus maxima / lambertshasel], and on the other side by clumps of yew [taxus / eibe], holly [ilex / stechpalme], and other shrubs. It is so well sheltered that the strongest wind has its destructive power broken, and only reaches it as a refreshing tree-filtered breeze. […] Tall-growing kinds like Novi Belgi [symphyotrichum novi-belgii syn. aster novi-belgii / glattblatt-aster or new york aster], Robert Parker, are kept rather toward the back, while those of delicate and graceful habit, as Cordifolius [symphyotrichum cordifolium syn. aster cordifolius] elegans and its good variety Diana are allowed to come forward. The fine dwarf Aster amellus [berg-aster or european michaelmas daisy, manchmal als vergils aster – cf. ‚georgica‘, IV, 271 ff. – bezeichnet] is used in rather large quantity, coming quite to the front in some places, and running in and out between the clumps of other kinds.

gertrude jekyll, ‘wood and garden – notes and thoughts, practical and critical, of a working amateur’, london, 1899. Weiterlesen

bornimer feldflur, am raubfang 6: karl foersters garten im herbst

der erste garten von karl foerster war in kreuzberg. sein vater, wilhelm foerster, war direktor der neuen berliner sternwarte (nach ihm wurde die wilhelm-foerster-sternwarte auf dem insulaner in berlin-schöneberg benannt). an der sternwarte am enckeplatz in berlin-kreuzberg hatten die kinder eigene kleine gärten. karl foerster absolvierte eine gärtnerlehre in der schlossgärtnerei in schwerin und eine ausbildung in der königlichen gärtnerlehranstalt am wildpark zu potsdam. 1903 gründete er eine staudengärtnerei in berlin-westend.

potsdam-bornim. am raubfang 6. in der von peter joseph lenné und hermann sello ab 1842 landschaftlich als ornamented farm / ferme ornée gestalten bornimer feldflur liegt der garten von karl foerster, heute verwaltet von der marianne foerster-stiftung in der deutschen stiftung denkmalschutz. foerster erwarb 1910 ackerland im südlich von sanssouci gelegenen bornim. 1911 entstand das von hermann muthesius beeinflusste wohnhaus im landhausstil und der garten. ein schaugarten und anzuchts- und versuchsflächen, der „enttäuschungsfilter“, für seine staudenzüchtungen & die gärtnerei (später veb bornimer staudenkulturen, 1993 von wolfgang härtel und gerd berthe zusammen mit marianne foerster als foerster-stauden gmbh neugegründet).

neben william robinson und gertrude jekyll war foerster stilistisch von willy lange beeinflusst. lange, garteninspektor in dahlem, war einer der wichtigsten vertreter des aufkommenden „naturnahen gartens“ mit u.a. heimischen wildpflanzen, eine ideologie die ihn weltanschaulich braun werden liess. in den 1930iger wurde der garten von hermann mattern umgestaltet. später durch hermann göritz, einem schüler von foerster, und schliesslich 2001 anlässlich der bundesgartenschau in potsdam von martin heisig, der eine gärtnerlehre bei foerster gemacht hat, restauriert. der steingarten wurde 2008 von norbert kühn, tu berlin – fachgebiet vegetationstechnik und pflanzenverwendung, neukonzipiert. das herbstbeet erhielt 2010 eine neue bepflanzung von christian meyer.

der garten wurde in den 1920iger und 30igern ein treffpunkt: zum „bornimer kreis“ gehörten u.a. hermann mattern & dessen damalige frau herta hammerbacher (1934 gründung der „arbeitsgemeinschaft gartengestaltung“ von foerster, mattern & hammerbacher), richard hansen (der gründer des sichtungsgartens weihenstephan) und die architekten hans poelzig, hans scharoun und otto bartning sowie dessen nichte esther bartning, deren bilder auf vielen der kataloge-titel von foersters gärtnerei zu finden sind.

die einflüsse, netzwerke & freundschaften waren international, mit den nazis und der mauer wurden die kontakte schwieriger. foerster war mit bonne ruys befreundet und hatte kontakt mit dessen tocher mien → thee zetten und mien ruys (& karl foerster) lesen: …). ohne die stauden und gräser aus bornim wären die gärten der ‚dutch wave‘, des ’new perennial movement‘, oder was immer man für ein schlagwort nimmt, nicht denkbar. Weiterlesen