querbeet im februar

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obere reihe l. grosses bild: erster arbeitseinsatz; l.o.: sambucus nigra ‚black lace‘; l.u.: ornithogalum umbellatum / dolden-milchstern & selbst ausgesäte fritillaria meleagris? (beim ramschfloristen blühen die schachbrettblumen schon für € 2,95 im deko-töpfchen …); untere reihe l.o.: rosa x alba ‚königin von dänemark‘ mit unscharfer abies nordmanniana / recycelter weihnachtsbaum; l.u.: calamagrostis x acutiflora ‚karl foerster‘ (nach rückschnitt mit austrieb), lunaria annua / einjähriges silberblatt (im zweiten jahr …) & morina longifolia / langblättrige kardendistel ; grosses bild: ein versuch den traffic zu erhöhen … galanthophilie für die statistik …

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auf eine zigarette bei loki & shopping …

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auf eine zigarette bei loki: pflanzen- und informationsbörse im botanischen gartens hamburg / loki-schmidt-garten. tanacetum balsamita / frauenminze oder balsamkraut, erstmal in den „eigenen garten“ & dann im gebetbuch testen… mit deschampsia flexuosa ‚tatra gold‘ / drahtschwiele. ein weiterer versuch mit morina longifolia / langblättrige kardendistel & carex grayi / morgenstern-segge & cynoglossum officinale / gewöhnliche hundszunge, salvia sclarea ‚vatican white‘ / muskateller-salbei, potentilla atrosanguinea var. argyrophylla / himalajafingerkraut.

 

blackbox-gardening: mit luhmann im garten?

vortrag von jonas reif bei der gesellschaft zur förderung der gartenkultur e.v., zweig hamburg: blackbox-gardening. das gleichnamige buch von reif, verantwortlicher redakteur der zeitschrift ‚gartenpraxis‘, und christian kreß, inhaber der gärtnerei sarastro-stauden in ort im innkreis, oberösterreich, erschien im letzten jahr bei ulmer. die meisten fotos stammen von jürgen becker. die marketing-abteilung des verlages ging bei erscheinen in die vollen: „Das erste Buch zum völlig neuen Gartenthema.“

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zum thema blackbox empfehle ich ‚cybernetics: or the control and communication in the animal and the machine‘ von norbert wiener (cambridge, mass, 1948) und ’soziale systeme. grundriß einer allgemeinen theorie‘ von niklas luhmann (frankfurt/m., 1984).

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lassen wir das schlagwort aus dem kybernetischen und systemtheoretischen diskurs einmal bei seite, konzentrieren uns auf gardening (cf. → gartenarbeit vs gardening / kulturelle unterschiede…) und bleiben beim untertitel: „Mit versamenden Pflanzen Gärten gestalten“. also wachsen lassen und das rausreissen (eine lieblingsbeschäftigung!), was stört…

Gardens that give space to self-sowers have a comfortable, personal feel. These plants fill a gap and are wonderful accessories in our overall aim of keeping the show going.

Many people are frightened of self-sowers, thinking that, if allowed, they will lose control and that their garden will look a mess. So they apply thick mulches to prevent this. What they are missing!

[…]

You need to think of self-sowers as allies that need to be controlled. You‘ ll probably be weeding out 95 per cent of them. That’s all right. Those that remain will do their job all the better for not having too much competition.

christopher lloyd, succession planting: self-sowers‘ in the guardian, 27/03/2004, reprinted in ‘cuttings – a year in the garden with christopher lloyd’, london, 2007.

nicht ganz so neu… in anbetracht der aktuellen diskussionen über wilde gärten (pflichtlektüre: william robinson, ‚the wild garden‘, london, 1870), dutch wave, prairie gardens oder welches schlagwort gerade benutzt wird, ist es nicht verwunderlich das ein buch nur über selbstversamende pflanzen erscheint. um nicht zu sagen überfällig. Weiterlesen

disteln & karden

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distel oder karde?: morina longifolia / langblättrige kardendistel oder steppendistel (wird auch als elfendistel bezeichnet. da es in „unserem garten“ jedoch keine elfen gibt bevorzuge ich die bezeichnung steppendistel).

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echinops bannaticus ’star frost‘ / weisse kugeldistel.

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silybum marianum / mariendistel rückkehr in den garten: …

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dipsacus sylvestris syn. dipsacus fullonum / wilde karde.

auf eine zigarette bei loki: botanische exkursion nach klein flottbek

der botanische garten in hamburg, loki-schmidt-garten, vermehrt seinen bestand an pflanzen. was für die eigenen schaubeete nicht gebraucht wird, wird jährlich auf der pflanzen- und informationsbörse gegen eine spende abgegeben: exotische und /oder einheimische pflanzen für den „eigenen garten“.

pflanzen, die wir als einheimisch bezeichen, wurden seit der antike gesammelt. wissenschaftlich belegt im 16., 17. & 18. Jh., brachten botaniker von ihren exkursionen pflanzen nach europa und in den botanischen gärten wurden sie vermehrt. dank unseres kurzzeitgedächtnisses halten wir viele mittlerweile für einheimisch. was hätten joseph banks, aimé bonpland oder johann und georg forster aus unseren heutigen botanischen gärten mitgenommen? sie hatten noch mit unbekannten geografischen & klimatischen bedingungen & manchmal wilden tiere zu kämpfen. heute reicht eine fahrt mit der s-bahn & der pflanzen kaufende mensch wird zum wilden tier…

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nachher weiss man die vorzüge eines hortus conclusus zu schätzen!

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erstmal eine pause im bauerngarten: beute und ein #selfie.

Es war daher kein Wunder, daß wir die wenigen Tage über, welche wir in hiesiger Gegend verblieben, diesen Ort zum Mittelpunct unsrer botanischen Creutzzüge machten. Wir waren auf diesen letztern sehr glücklich und brachten immer so ansehnliche Ladungen mit nach Hause, daß wir im Ernste besorgt wurden, es möchte, alles unermüdeten Fleißes ohnerachtet, uns beyden allein, dennoch nicht möglich seyn, eine solche Menge von Pflanzen zu sammlen, zu beschreiben, zu zeichnen und aufzubewahren, als wir in jenen unbesuchten Ländern zu finden hoften, und die dem Anschein nach größtentheils noch neu und unbeschrieben seyn mußten.

georg forster, ‚johann reinhold forster’s […] reise um die welt während den Jahren 1772 bis 1775. in dem von seiner itztregierenden großbrittannischen majestät auf entdeckungen ausgeschickten und durch den capitain cook geführten schiffe the resolution unternommen. beschrieben und herausgegeben von dessen sohn und reisegefährten george forster.‘, bd. I, berlin, 1778.

zeiten ändern sich. beschrieben sind die pflanzen & knipsen geht schneller als zeichnen. nach dem sammeln stellt sich jetzt die frage des aufbewahrens: „wohin damit?“ platz in den beeten suchen oder kübel besorgen… wie auch immer: bald werden sie schon immer im „eigenen garten“ oder, um es mit ms jekyll zu sagen, in der → collection gewesen sein.

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ps.: bei der gesellschaft der freunde des botanischen gartens hamburg e.v. gab es giersch-limonade:

1 kräuterstrauss aus: 10 blättern giersch, 1 ranke gundermann + 1 stengel pfefferminze. 1 l. apfelsaft, 1/2 flasche mineralwasser + den saft einer zitrone.

kräuterstrauss in den apfelsaft hängen, kräftig drücken und kühl stellen. nach min. drei stunden den strauss herausnehmen, zitronensaft und mineralwasser dazugeben.

gute art den giersch zu de­zi­mie­ren! …mit einem schuss wodka?