pflanzen im knick & „das Wilde in dem Künstlichen“ / ‚oeconomisch-practische anweisung‘ von nicolaus oest

Von der Besetzung der Erdwälle mit lebendigen Pflanzen.

[…]

§. 43.

Was die Wahl der Pflanzen anbetrift, so nimmt man überhaupt lieber die jungen, als die alten. Diejenige, welche eines guten Fingers Dicke haben, oder im Durchschnitt etwa einen Zoll halten, sind die besten. Je mehr Wurzeln daran sind, desto besser ist es, und je mehr Erde sie aus ihrem vorigen Lager mitbringen, desto gewisser werden sie bekleiben.

§. 44.

Welche Art von Heckenpflanzen man den Vorzug geben solle, wird vornehmlich von der Absicht desjenigen abhangen, der sie brauchen will. Manchem ist es nur um eine wehr= und dauerhafte, einem anderen zugleich um eine zierliche, noch anderen um eine Holz= und Fruchtbringende Hecke zu thun. Ersterer wir allen Arten von Dornen den Vorzug geben; der andere wir vornehmlich auf die Hagebuche verfallen und die letzteren gerne Ellern und Haselstauden haben wollen. Selten aber findet man, ausser in und um den Garten solche Hecken, die nur aus einer Pflanzenart bestünden. Man pflanzet vielmehr eines unter das andere, zuweilen wie es fällt, doch auch manchmahl mit einer gewissen Anordnung und Ueberlegung.

§. 45.

Von den hier gewöhnlichen Staudenarten, die man zu lebendigen Zäunen zu nehmen pflegt, habe folgendes angemerkt: […]

§. 46.

Der Weißdorn giebt eine dick durchgewachsene Hecke, und kann die scharfen Nordwinde gut aushalten, obgleich die zarte Frühlingssprossen von den kalten Winden und Nachtfrösten leichtlich Schaden nehmen, wodurch aber die Zweige desto stärker seitwärts treiben und den Busch dichter machen. Einige wollen sagen, daß wir hier zu Lande den rechten Weißdorn nicht oder sehr selten finden. Ich habe indessen angemerkt, daß wenn obige Art einen guten Boden und Schutz gegen die scharfen Winde hat, selbige eine weissere Rinde, grössere Blätter, längere Stachel und stärkeren Wachsthum habe, wie sonst.

[…]

§. 49.

Der Schleedorn macht an den Orten, wo er gerne wächset, ein Gewirre, dadurch so leicht nichts durchbrechen kann und steht im Sturm unbewegt. Er nimmt mit einem schlechten Boden vorlieb, wenn er nur leimicht ist. Weil er keine saserichte Wurzeln hat, so muß man von seinen langen Wurzeln zum wenigsten einen oder zwei Fuß mitnehmen, wenn man ihn verpflanzen will, und bei dem Setzen den Leim fest an die Wurzel treten. Sonst wird er schwerlich wachsen. Wo er aber anschlägt, da breitet er sich sehr aus. Daher ist es nöthig ihn durch einen Graben, oder durch fleißiges Aushacken in seinen Schranken zu halten. Er gibt sonst das allerbeste Buschwerk zu todten Zäunen.

§. 50.

Die Hagebuche empfiehlet sich theils durch ihre Schönheit, theils durch die gute Schutzwehr, die sie leistet, theils durch den nützlichen Gebrauch des Holzes. Denn es ist das feine Gesträuch nicht nur zu Besemen und Erbsenruthen, wie auch zum Brennen dienlich; sondern es dienet auch, wenn man es stärker werden lässet, wegen seiner Härte und Festigkeit den Tischlern und Drechslern zu verschiedenem Gebrauch, und den Müllern zu Zähnen oder Zacken in den Kammrädern.

[…]

§. 52.

Die Mastbuche thut ungeachtet ihrer höheren Bestimmung in den Hecken sehr gute Dienste, wenn man sie nur nicht zu hoch wachsen lässet und daher fleißig abkappet. Insbesondere hat eine Buchenhecke, die da beschnitten wird, dieses Vorzügliche, daß sie auch nicht einmahl im Winter durchsichtig ist, weil sie die welke Blätter behält, bis sie im Frühling wieder zu grünen anfängt, und die gelben Blätter gegen grüne vertauschet.

§. 53.

Die Hagebutte will keinen Beifall finden, weil sie sich selbst gelassen, im Untern die Hecke nicht verdicken, noch mit den übrigen Pflanzen in gesellige Ordnung treten will. Der Fliederbaum übet so gar über dieselbe Tyrannei aus. Vieleicht würden lauter Flieder sich am besten so wie lauter Habebutten zusammen schicken. Von letztern, (und zwar von der grossen Sorte,) habe ein Probe in dem Garten des Herrn Probsten Lüders gesehen, die mir sehr wohl gefiel. Die Gartenhagebutte kann nicht nur aus dem Kern, sondern auch aus Schnitzlingen, die man nur 6 bis 8 Zoll tief in die Erde steckt, vermehrt werden.

§. 54.

Die Haselstaude macht in den Hecken dieses Landes einen beträchtlichen Theil aus. Sie hält sich auch sehr gut, wenn sie auf Wällen steht, die von Osten nach Westen laufen. Haben diese aber ihre Richtung Süd und Nord, und die Westseite unbedeckt, so werden sie an dieser Seite kümmerlich stehen. Sind sie gleich an sich ncht sehr haltbar, welches größtentheils daher rühret, daß so wohl die schönsten Schöslinge, als auch die Früchte dem muthwilligsten Raube ausgesetzet sind; so verdienen sie doch wegen des Nutzens, den sie dem Besitzer leisten, eine vorzügliche Aufmerksamkeit und fleißige Wartung, welche vornehmlich darin bestehet, daß man den Graben oft vertirfe, und den Wall verstärke, als wodurch der Zaun am besten kann wehrhaft gemacht werden.

[…]

§. 57.

Von andern Pflanzen, die man hin und wieder in den Hecken findet, als Vogelbeer, Stechpalmen, Spillbaum, Ligustrum, Wesselbeer &c. wird nicht nöthig seyn besonders zu melden, weil man sie nicht leicht in solcher Menge beisammen findet, daß ganze Hecken daraus gemacht werden könnten. Ein fleißiger und curioser Landwirth macht vieles möglich, was man sonst nicht gesehen, und endecket manchen Vortheil, den voher niemand gewußt hat. […]

[…]

§. 59.

[…] Der Anfang ist, wie in allen Dingen, sehr unvollkommen gewesen. Von den ältesten Paatwerken findet man kaum eines, das nach der Schnur angelegt wäre. Sie sind vielmehr voller Buchten und Krümmen. […] Nachhero ist man bemühet gewesen, dem Werk nach und nach eine grössere Vollkommenheit zu geben. Nunmehr ist wohl nicht leichtlich ein Land zu finden, welches ein so Gartenmäßiges Ansehen hat, als Angeln. Wäre das Werk im Anfang nach einem allgemeinen Plan vorgenommen worden, welches leicht hätte geschehen können, wenn man durch einen General=Ackerumsatz die Ländereien bis getheilt und zugleich Wege und Zäune schnurrichtig gemacht hätte, so würde man einen Garten von 7 bis 8 Meilen im Umfang gesehen haben. Doch vielleicht wird ein Gartenliebhaber nach dem neusten Geschmack die krumme Wege und Hecken noch höher schätzen, weil das Wilde in dem Künstlichen durchschimmert, und dem Reisenden immer neue Gegenstände dargestellet werden.

nicolaus oest, ‘oeconomisch-practische anweisung zur einfriedigung der ländereien […]’, flensburg, 1767.

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wallhecken / ‚anweisung zur verbesserung des ackerbaues und der landwirthschaft [des] münsterlandes‘ von anton bruchausen

VI. Kapitel

Von Einschließungen und Einzäunungen der Aecker

NUM. 127.

Es sind zwar in vielen Gegenden Münsterlands die Aecker eingeschlossen, wodurch sie einen nicht geringen Vortheil erhalten; so fehlt doch noch

erstens diese gute Einrichtung an verschiedenen Orten, wo es füglich geschehen könnte, und

zweytens ist an vielen andern Orten die Einschließung mit Hecken nicht so gemacht, wie sie müßte gemacht werden.

NUM. 128.

Was das erste betrift, so scheint es, man wisse nicht überall, besonders im Niederstifte, wie groß der Nutzen sey, den die Einzäunung mit lebendigen Hecken dem Landmanne verschafft. Denn 1) wird ein jeder Eigenthümer dadurch mehr Herr und Meister mit seinem Felde anzufangen, wenn er will, was er will, und was ihm am nützlichsten ist, ohne daß er darin von seinem Nachbar gestört werde. Auch hierdurch werden die so oft entstandenen Processe und Streitigkeiten verhindert.

2) Wird durch Einschließen und Einzäunen das Vieh von dem Getraide sowohl, als anzubauenden Futterkräutern abgehalten, damit es keinen Schaden thue. Auch

3) die Hecken an und für sich betrachtet, sind da, wo Mangel an Brennholz ist, für den Bauer ein großer Vortheil, wenn er nur selbige zu hoch und zu dick anwachsen läßt, und die Wälle zu breit macht. Es wäre gut, wenn die aus dem Niederstifte in die Münsterische Normalschule kommenden Schulmeister durch Unterweisung und Anweisung auf die in der Gegend von Münster sich hier und da befindenden guten, kleinen und schmalen Hecken aufmerksam gemacht würden, und diese hier geschöpfte Lehre den Schulkindern und dem Landmanne beybrächten.

NUM. 129.

Was das zweyte oder diejenigen betrift, die wirklich ihre Felder eingeschlossen halten, oder sogenannte Kämpe haben, so findet man an vielen Gegenden, besonders im Amte Werne, Stromberg und Wolbeck, daß dieses durch unmaßig dicke und hohe Wallhecken, und dabey durch Hecken, welche auf allzu breiten Wällen stehen, geschehe. Nun aber sind

1stens für feuchte und nasse Ländereyen sowohl, als die dazwischen oft befindlichen Wege ganz dicke und hohe Wallhecken nicht gut; weilen hiedurch Luft, Wind und Sonne zum Theile abgehalten werden, und also das Austrocknen der nassen Ländereyen, der mannigmal einfallenden nassen Aernte, und der schlechten Wege größtentheils verhindert wird. Diese Leute können zwar von diesen sehr dicken Hecken mehr Brennholtz machen; allein insgemein, wo diese unmäßig dicke Hecken sind, fehlt es eines theils an Brennholtze nicht, und andern theils ist der Schade von den dicken Wallhecken und breiten Wällen an ihren Aeckern größer, als der Nutzen vom Brennholtze. Zudem halten sich Lüninge (Spatzen) und andere schädlich Vögel zu häufig in den dicken Wallhecken auf, und fressen das Korn weg.

Zweytens sind die Wälle, auf welchen dicke Hecken stehen, zu breit gemacht. Ich habe an verschiedenen Orten z.B. zu Steinfurt bemerkt, daß die Wälle eine Breite von 24 bis 26 Fuß haben. Ist das landwirthschaftlich? Entbehrt nicht hiedurch der Eigenthümer zu viel Land für Früchte, für Gras und Heuwuchs? Man denke daneben an den Schaden, welcher von dem darauf gepflanzten unmäßig dicken Holze und Hecken entsteht, und wovon ich so eben geredet habe.

NUM. 130.

Man sollte es billig an diesen Orten so machen, wie es wirklich zu Ittlingen im Amte Werne, wo man sonst Brennholz genug hat, eingerichtet ist. Da hat man die alten, dicken, schädlichen Hecken ausgerottet, die breiten Wälle, welche aus einer überaus fruchtbaren, und zum Theile vom Laube vermoderten Erde bestanden, abgegraben; man hat vorher die sich hier und da befundenen Vertiefungen im Lande mit gemeiner Erde ausgeglichen, dann die abgegrabene gute Wallerde aufs Land gefahren und auseinander gestreuet. Den Nutzen davon hat man nun schon bis ins 12te Jahr an den Früchten augenscheinlich verspührt. Dahingegen hat man an statt der dicken Wallhecken, gehörig breite und tiefe Graben ausgeworfen, und auf den kleinen schmalen und nicht hohen Wällen kleine Dornhecken, besonders von Weißdorn, welche geschwind wachsen, 4 bis 5 Fuß hoch gemacht. Durch diese neue kluge Einrichtung hat der Herr von Nagel zu Itlingen auf einer Strecke Landes von 20 Malter Einsaat 21/2 Malter Einsaat neues Kornland erworben. Ist das nicht rin großer Vortheil? Ist das nicht ein herrliches Beyspiel zur Nachahmung? Will man indessen doch an diesen Orten, anstatt der Dornhecken die gemeinen Wallhecken lieber beybehalten; so lasse man sie doch des großen Schadens halber nicht zu hoch, nicht zu dicke wachsen; man sorge besonders, daß gehörig breite und tiefe Heckengraben gemacht werden, welche die überflüssige Nässe aus den allzufeuchten Gründen ableiten, und in welchen sich mit der Zeit eine fette Modde zum herrlichen Dünger fürs Land setzet. […]

NUM. 132.

Auch sind unsere Kämpe an vielen Orten zu groß, zu weitläufig. Man sollte sie mit kleinen dünnen Hecken durchsetzen. […]

anton bruchausen, ‚anweisung zur verbesserung des ackerbaues und der landwirthschaft [des] münsterlandes. auf gnädigsten befehl seiner kurfürstlichen durchlaucht maximilian franz als fürstbischof zu münster für die landschulen und den landmanne des hochstiftes münster verfertiget […]‘, münster, 1790.

ostern im knick, glücksburg

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preussisch blau im „eigenen garten“? : centaurea cyanus

es flatterte eine samenmischung, ‚essbare blüten‘, ins haus… calendula officinalis / ringelblume, cosmos bipinnatus / schmuckkörbchen & … nun ja… centaurea cyanus / kornblume … gegen mehr blau im „eigenen garten“ ist eigentlich nichts zu sagen … jedoch: eine preussische blume in der nähe der ‚königin von dänemark‘ (→ rosa alba ‘königin von dänemark’ / eine rose zum 350. geburtstag von altona,…)

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feldeinfassung

Der Boden ist grüner geworden, offner das Feld. Unendlich steht, mit der freudigen Kornblume gemischt, der goldene Weizen da, […].

friedrich hölderlin, ‚hyperion oder der eremit in griechenland‘, tübingen, 1797/99.

an den feldrändern ist sie seit der jungsteinzeit als kulturfolger anzutreffen. bedingt durch die extensive landwirtschaft (pflanzengifte und düngung) wird die centaurea cyanus / kornblume immer seltener.

preussisch blau

Ich frage Sie, können Sie sich einen Handelsgärtner denken, der, sagen wir auf der Lichtenberger oder Rummelsburger Gemarkung, Kornblumen im Großen zieht, Kornblumen, dies Symbol königlich preußischer Gesinnung, und der zugleich Petroleur und Dynamitarde ist? Sie schütteln den Kopf und bestätigen dadurch mein »nein«. Und nun frage ich Sie weiter, was sind alle Kornblumen der Welt gegen eine Berliner Blaufabrik? Im Berliner Blau haben Sie das symbolisch Preußische so zu sagen in höchster Potenz, und je sicherer und unanfechtbarer das ist, desto unerläßlicher ist auch mein Verbleiben auf dem Boden des Conservatismus.

theodor fontane ‚frau jenny treibel oder „wo sich herz zum herzen find’t.“‘, berlin, 1893. Weiterlesen

„eingefriedigte Parzellen, nicht größer als ein Stück Gartenland“ / ‚der schleswig-hosteinische krieg im jahre 1864‘ von theodor fontane

Die Art der Bebauung, das Koppelsystem, schafft eigenthümliche Landschaftsbilder. Statt weiter Feldflächen wie bei uns [in brandenburg], die, im Winter kahl und traurig, bis zum Horizonte sich hin dehnen, begegnet man ausschließlich eingefriedigten Parzellen, nicht größer als ein Stück Gartenland, den sogenannten Koppeln, deren Umfassung aus einem zehn Fuß hohen, hoch mit Strauchwerk besetzten Erdwall besteht. Dies sind die vielgenannten „Knicks“. Ueber ihren Werth für die Landwirtschaft ist oft gestritten worden. Für Schleswig-Holstein sind die höchst wahrscheinlich unerläßlich; die Seewinde, die hier unaufhörlich wehn, werden durch diese hohen Mauern gebrochen und die Saaten vor dem Frost, wie die Felder selbst – wenigstens in der Nähe der Strand=Dünen – vor der Versandung geschützt. Ebenso wirkt der Graben, der die Knickwand umgiebt, als Abzugskanal für das Wasser. Was an Bodenfläche verloren geht (ein Punkt, der vorzugsweise betont worden ist), so darf dem gegenüber nicht vergessen werden, daß die Knicks selber wieder, mehr oder weniger direkt, der Landwirtschaft dienstbar gemacht werden. Die Wände außen und innen stehn dicht in Gras und das hohe Strauchwerk auf der Krone des Erdwalls, ersetzt diesen holzarmen Gegenden, wo die alten Wälder, der Sachsen=Wald, der dänische Wald („dänisch Wohld“) nur noch im Namen fortleben, das Quantum Holz, dessen die Landwirtschaft nicht entbehren kann. Wie wirthschaftlich die Ansichten über den Werth der Knicks auseinandergehn, so auch landschaftlich. Es ist wahr, sie beschränken den Blick ins Freie oder verbieten ihn auch wohl ganz, aber wenn dadurch einerseits die Möglichkeit verloren geht, in jedem Augenblick ein weites Landschaftsbild vor sich ausgebreitet zu sehn, so erweist sich dies Bild doch um so schöner, wo eine Hügelkuppe, irgend eine hoch gelegene Stelle des Weges, von Zeit zu Zeit Gelegenheit giebt, über den grünen, viel hunderfach quadrirten Teppich dieses Knick= und Koppel=Landes hinzublicken. Wer die Landschaft Angeln an schönen Maitagen passiert hat, wenn abwechselnd Sonnenglanz und leise Nebel über die grünen Felder hinziehn, wird nicht länger zweifeln auch an den landschaftlichen Vorzügen dieser viel bevorzugten Gegenden.

theodor fontane, ‚der schleswig-hosteinische krieg im jahre 1864‘, berlin, 1866.

Der Landmann hat mehr Schuld als die Witterung. Er kann von dieser nicht verlangen, daß sie sich nach seinem Willen und Wunsch richten soll. Er ist vielmehr schuldig, der Witterung nachzugeben, dieselbe nach allen möglichen Fällen zu kennen, und dahin zu sehen, damit er seine Einsicht und Erdhandlungen so einrichte, daß sie jedesmal im Stande sind, allen zufälligen Begebenheiten Widerstand zu leisten. Da er nun dieses nicht in allen Stücken thut, so ist der schlechte Erfolg mehr ihm beyzumessen, als der Witterung.

philipp ernst lüders, ‚vierzehn briefe über den leinbau, und über die beste art, denselben anzubauen‘, in ‚oeconomische gedanken zu weiterem nachdenken eröffnet. aus dem dänischen übersetzet von christian gottlob mengel‘, zweyter bandes, sechster theil, kopenhagen / leipzig, 1761

beschneidung: in der landschaft und im garten

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fig. 37 scie à main / handsäge, fig. 38 serpe / hippe, fig. 39 serpette / hippe oder gartenmesser. ill. (ausschnitt) aus ‚encyclopédie ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers‘, hrsg. von denis diderot und jean baptiste le rond d’alembert , paris, 1751 ff.

zeigt man dem durchschnittlichen gartenbesitzer die instrumente, kommen schnell die emotionen hoch: bäume und gehölze beschneiden? das ist doch natur! formschnitt, ars topiaria, ist verpönt (ausnahme: billige buchsbaumkugeln aus dem baumarkt). kopfweiden → salix im allgemeinen & “der Nutzen von denen Weiden …“ müssen heute schon unter naturschutz stehen, damit sie in form bleiben. bei obstbäumen und beerensträuchern bitte nur maniküre… runtergeschnitten werden nur einjährige und stauden sofort nach der blüte (ordnung muss sein!). bei den röschen fliesst schon mal ein tränchen. die vorhandenen gehölze im garten dürfen wachsen, bis aus dem einst sonnigen garten ein schattengarten geworden ist. kompensation bringt der neue laubbläser …

landschaft: wallhecken & knicks

beschnitte bäume und anderes gehölz finden sich in der klassischen agar-landschaft. wallhecken im münsterland und knicks in schleswig-holstein sind landschaftsbildend, bzw. waren es. durch die industrialisierung der landwirtschaft sind viele der hecken verschwunden. was übrig blieb, sind riesige felder, die ohne den windschutz der hecken zu abtrag und verlust der ackerkrume führen, bodenerosion. vom verlust der artenvielfalt in flora und fauna erst gar nicht zu sprechen… Weiterlesen

auf den spuren von propst lüders…

auf den spuren von philipp ernst lüders (* 1702 auf gut freienwillen, langballig – † 1786 in glücksburg): propst in munkbrarup, hofprediger in glücksburg, landwirtschaftsreformer & gründer der königlich dänischen ackerakademie. o.l.: rapsblüte beim gut freienwillen; o.r.: die propst-lüders-allee in glücksburg: 1900 nach dem kartoffelprobst benannt und damals vom örtlichen obstbauverein mit 60 apfelbäumen bepflanzt…; u.l.: reste einer obstbaumallee in glücksburg & war noch was? am 03/05 war weltfischbrötchentag. u.r.: fischbrötchen am hafen von maasholm (die besten!).

… von herrn pastor sien gaoren, jau, jau …

Sich genügen lassen. – Die erlangte Reife des Verstandes bekundet sich darin, dass man dorthin, wo seltene Blumen unter den spitzigsten Dornenhecken der Erkenntniß stehen, nicht mehr geht und sich an Garten, Wald, Wiese und Ackerfeld genügen läßt, in Anbetracht, wie das Leben für das Seltene und Außergewöhnliche zu kurz ist.

friedrich nietzsche, ‚menschliches, allzumenschliches – ein buch für freie geister‘, chemnitz, 1879.

i shop therefore i am (gardening): der kleine schwarze & na zdrowie!

der pflanzenmarkt im freilichtmuseum am kiekeberg, organisiert von der gesellschaft zur förderung der gartenkultur e.v. – zweig hamburg, ist zweimal in jahr die möglichkeit für entdeckungen & seine dealer zu treffen… shopping in den harburger bergen:

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der erste gang auf dem kiekeberg direkt zu tuingoed foltz & da stand er: sambucus nigra ‚black lace‘ / schwarzer holunder. der stand schon etwas länger oben auf der muss-ich-haben-liste: ein schwarzer schleier als hintergrund für mehr farbe & die hollunder(blüten)ernte…

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kiekeberg_dicksonia_antarctica_2   kiekeberg_dicksonia_antarctica_1

für die farn-sammlung zu wouter van dries & da stand er: ein weiterer kandidat auf der muss-ich-haben-liste. unter den top 3.  → dicksonia antarctica / baumfarn… in den zurückhaltungsmodus schalten: wohin? also erst mal einen kübel besorgen & den standort klären…

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kiekeberg_ginster_stacheln   kiekeberg_engl_ginster

ginster-mania bei der baumschule julia wilksen: ein ulex europaeus /europäischer stechginster für dekablog10 & ein genista anglica / englischer ginster for myself… l. der blühende stachelige auf dem kiekeberg & r. stellprobe für den englischen im „eigenen garten“.

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kiekeberg_kugeldistel   kiekeberg_rittersporn

dekablog10 bei der staudengärtnerei klingel & luckhardt: echinops bannaticus ’star frost‘  / kugeldistel & delphinium elatum-hybride ‚wintersonnenwende‘ / rittersporn.

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kiekeberg_mariengras   kiekeberg_römisch

kräuter von gottschling. das lieblingsgras der saison: hierochloe odorata /mariengras. eine weitere marienpflanze im garten. „das wäre doch was für…“ import/export:… mariengras wird auch bisongras genannt & das kommt zur aromatisierung in den guten polnischen wodka. das gras enthält cumarin, der wodka bekommt ein waldmeisteraroma. na zdrowie! & und ein beispiel für kommunikation beim shoppen: „der römische! fotografier [er meint knipsen!] mal das schild!“ bin gerade mit rasen beschäftigt (was selten vorkommt): chamaemelum nobilis var. ligulosa / römische rasenkamille. gekauft wird gerade anacyclus pyrethrum var. pyrethrum / römischer bertram…

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kiekeberg_osterlamm   kiekeberg_bunte_bentheimer

neben der flora gibt es fauna im freilichtmuseum: ein „süüüüüüssssseeees“ osterlamm am tag vor palmsonntag (mal ein feiertag mit botanik im namen) & „süüüüüüssssseeeee“ ferkel: bunte bentheimer schweine. schinkentiere beim mittagsschlaf…

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& ab durch hamburg:

tante_ersatz_brockenanemone   tante_pillnitz

schale für die tante bepflanzen. u.a. mit geranium maculatum ‚album‘ / gefleckter storchschnabel & geranium maculatum ‚espresso‘ / dunkler storchschnabel von der staudengärtnerei annemarie eskuche + eine pulsatilla vulgaris alba / weisse kuhschelle. eine pulsatilla alpina subsp. alba / brockenanemone für eine harzerin bekommt man ja nirgends → der brockengarten &… die tante hat jetzt einen ableger der pillnitzer kamelie / camellia japonica l. im garten. was soll ich sagen? NEID! die kommt auf die muss-ich-haben-liste. da ist wieder etwas platz…