pflanzen im knick & „das Wilde in dem Künstlichen“ / ‚oeconomisch-practische anweisung‘ von nicolaus oest

Von der Besetzung der Erdwälle mit lebendigen Pflanzen.

[…]

§. 43.

Was die Wahl der Pflanzen anbetrift, so nimmt man überhaupt lieber die jungen, als die alten. Diejenige, welche eines guten Fingers Dicke haben, oder im Durchschnitt etwa einen Zoll halten, sind die besten. Je mehr Wurzeln daran sind, desto besser ist es, und je mehr Erde sie aus ihrem vorigen Lager mitbringen, desto gewisser werden sie bekleiben.

§. 44.

Welche Art von Heckenpflanzen man den Vorzug geben solle, wird vornehmlich von der Absicht desjenigen abhangen, der sie brauchen will. Manchem ist es nur um eine wehr= und dauerhafte, einem anderen zugleich um eine zierliche, noch anderen um eine Holz= und Fruchtbringende Hecke zu thun. Ersterer wir allen Arten von Dornen den Vorzug geben; der andere wir vornehmlich auf die Hagebuche verfallen und die letzteren gerne Ellern und Haselstauden haben wollen. Selten aber findet man, ausser in und um den Garten solche Hecken, die nur aus einer Pflanzenart bestünden. Man pflanzet vielmehr eines unter das andere, zuweilen wie es fällt, doch auch manchmahl mit einer gewissen Anordnung und Ueberlegung.

§. 45.

Von den hier gewöhnlichen Staudenarten, die man zu lebendigen Zäunen zu nehmen pflegt, habe folgendes angemerkt: […]

§. 46.

Der Weißdorn giebt eine dick durchgewachsene Hecke, und kann die scharfen Nordwinde gut aushalten, obgleich die zarte Frühlingssprossen von den kalten Winden und Nachtfrösten leichtlich Schaden nehmen, wodurch aber die Zweige desto stärker seitwärts treiben und den Busch dichter machen. Einige wollen sagen, daß wir hier zu Lande den rechten Weißdorn nicht oder sehr selten finden. Ich habe indessen angemerkt, daß wenn obige Art einen guten Boden und Schutz gegen die scharfen Winde hat, selbige eine weissere Rinde, grössere Blätter, längere Stachel und stärkeren Wachsthum habe, wie sonst.

[…]

§. 49.

Der Schleedorn macht an den Orten, wo er gerne wächset, ein Gewirre, dadurch so leicht nichts durchbrechen kann und steht im Sturm unbewegt. Er nimmt mit einem schlechten Boden vorlieb, wenn er nur leimicht ist. Weil er keine saserichte Wurzeln hat, so muß man von seinen langen Wurzeln zum wenigsten einen oder zwei Fuß mitnehmen, wenn man ihn verpflanzen will, und bei dem Setzen den Leim fest an die Wurzel treten. Sonst wird er schwerlich wachsen. Wo er aber anschlägt, da breitet er sich sehr aus. Daher ist es nöthig ihn durch einen Graben, oder durch fleißiges Aushacken in seinen Schranken zu halten. Er gibt sonst das allerbeste Buschwerk zu todten Zäunen.

§. 50.

Die Hagebuche empfiehlet sich theils durch ihre Schönheit, theils durch die gute Schutzwehr, die sie leistet, theils durch den nützlichen Gebrauch des Holzes. Denn es ist das feine Gesträuch nicht nur zu Besemen und Erbsenruthen, wie auch zum Brennen dienlich; sondern es dienet auch, wenn man es stärker werden lässet, wegen seiner Härte und Festigkeit den Tischlern und Drechslern zu verschiedenem Gebrauch, und den Müllern zu Zähnen oder Zacken in den Kammrädern.

[…]

§. 52.

Die Mastbuche thut ungeachtet ihrer höheren Bestimmung in den Hecken sehr gute Dienste, wenn man sie nur nicht zu hoch wachsen lässet und daher fleißig abkappet. Insbesondere hat eine Buchenhecke, die da beschnitten wird, dieses Vorzügliche, daß sie auch nicht einmahl im Winter durchsichtig ist, weil sie die welke Blätter behält, bis sie im Frühling wieder zu grünen anfängt, und die gelben Blätter gegen grüne vertauschet.

§. 53.

Die Hagebutte will keinen Beifall finden, weil sie sich selbst gelassen, im Untern die Hecke nicht verdicken, noch mit den übrigen Pflanzen in gesellige Ordnung treten will. Der Fliederbaum übet so gar über dieselbe Tyrannei aus. Vieleicht würden lauter Flieder sich am besten so wie lauter Habebutten zusammen schicken. Von letztern, (und zwar von der grossen Sorte,) habe ein Probe in dem Garten des Herrn Probsten Lüders gesehen, die mir sehr wohl gefiel. Die Gartenhagebutte kann nicht nur aus dem Kern, sondern auch aus Schnitzlingen, die man nur 6 bis 8 Zoll tief in die Erde steckt, vermehrt werden.

§. 54.

Die Haselstaude macht in den Hecken dieses Landes einen beträchtlichen Theil aus. Sie hält sich auch sehr gut, wenn sie auf Wällen steht, die von Osten nach Westen laufen. Haben diese aber ihre Richtung Süd und Nord, und die Westseite unbedeckt, so werden sie an dieser Seite kümmerlich stehen. Sind sie gleich an sich ncht sehr haltbar, welches größtentheils daher rühret, daß so wohl die schönsten Schöslinge, als auch die Früchte dem muthwilligsten Raube ausgesetzet sind; so verdienen sie doch wegen des Nutzens, den sie dem Besitzer leisten, eine vorzügliche Aufmerksamkeit und fleißige Wartung, welche vornehmlich darin bestehet, daß man den Graben oft vertirfe, und den Wall verstärke, als wodurch der Zaun am besten kann wehrhaft gemacht werden.

[…]

§. 57.

Von andern Pflanzen, die man hin und wieder in den Hecken findet, als Vogelbeer, Stechpalmen, Spillbaum, Ligustrum, Wesselbeer &c. wird nicht nöthig seyn besonders zu melden, weil man sie nicht leicht in solcher Menge beisammen findet, daß ganze Hecken daraus gemacht werden könnten. Ein fleißiger und curioser Landwirth macht vieles möglich, was man sonst nicht gesehen, und endecket manchen Vortheil, den voher niemand gewußt hat. […]

[…]

§. 59.

[…] Der Anfang ist, wie in allen Dingen, sehr unvollkommen gewesen. Von den ältesten Paatwerken findet man kaum eines, das nach der Schnur angelegt wäre. Sie sind vielmehr voller Buchten und Krümmen. […] Nachhero ist man bemühet gewesen, dem Werk nach und nach eine grössere Vollkommenheit zu geben. Nunmehr ist wohl nicht leichtlich ein Land zu finden, welches ein so Gartenmäßiges Ansehen hat, als Angeln. Wäre das Werk im Anfang nach einem allgemeinen Plan vorgenommen worden, welches leicht hätte geschehen können, wenn man durch einen General=Ackerumsatz die Ländereien bis getheilt und zugleich Wege und Zäune schnurrichtig gemacht hätte, so würde man einen Garten von 7 bis 8 Meilen im Umfang gesehen haben. Doch vielleicht wird ein Gartenliebhaber nach dem neusten Geschmack die krumme Wege und Hecken noch höher schätzen, weil das Wilde in dem Künstlichen durchschimmert, und dem Reisenden immer neue Gegenstände dargestellet werden.

nicolaus oest, ‘oeconomisch-practische anweisung zur einfriedigung der ländereien […]’, flensburg, 1767.

botanik auf dem friedhof

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wildernesses / ‘the gardeners dictionary‘ von philip miller

WILDERNESSES, if rightly situated, artfully contrived, and judiciously planted, are very great ornaments to a fine garden; but it is rare to see these so well executed in gardens as could be wished, nor are they often judiciously situated; for they are frequently so situated as to hinder a distant prospect, or else are not judiciously planted; the latter of whichis farce ever to be found in any of our most magnificent  gardens, very few of their designers ever studying the natural growth of trees so as to place them in such manner, that they may not obstruct the sight from the several parts of the plantation which are presented to the view; I shall therefore briefly set down what has occurred to me from time to time, when I have considered these parts of gardens, whereby a person will be capable to form an idea of the true beauties which ought always to be studied in the contrivance of Wildernesses

1. Wildernesses should always be proportioned to the extent of the gardens in which they are made, that they may correspond in magnitude with the other parts of the garden; for it is very ridiculous to fee a large Wilderness planted with tall trees in a small spot of ground; and on the other hand, nothing can be more absurd, than to see little paltry squares, or quarters of Wilderness work, in a magnificent large garden.

2. As to the situation of Wildernesses, they should never be placed too near the habitation, becauce the great quantity of moisture which is perspired from the trees will cause a damp unwholesome air about the house, which is often of ill consequence. Nor should they be situated so as to obstruct any distant prospcet of the country, which should always be preserved wherever it can be obtained, there being nothing so agreeable to the mind as an unconfined prospect of the adjacent country; […]

3. The trees should always be adapted to the size of the plantation, for it is very absurd to see tall trees panted in small squares of a little garden; and so likewise, if in large designs are planted nothins but small srubs, it will have a mean appearance. It should also be observed, never to plant evergreen among deciduous trees, but always place the evergreens in a Wilderness, or a separate part of the Wilderness by themselves, and that chiefly in sight, because these afford a continual pleasure both in summer and winter, when in the latter season the deciduous trees do not appear so agreeable; therefore, if the borders of Wilderness quarters are skirted with evergreens, they will have a good effect.

4. The walks must also be proportioned to the size of the ground, and not make large walks in a small Wilderness (nor too many walks, though smaller) whereby the greatest part of the ground is employed in walks; nor should the grand walks of a large Wilderness be too small, both of which are equally faulty. These walks should not be entered immediately from those of the pleasure-garden, but rather be led into by a small private walk, which will render it more entertaining; or if the large walk be tutned in form of a serpent, so as not to shew its whole extent, the mind will be better pleased, than if the whole were to open to the view.

The old formal method of contriving Wildernesses was to divide the whole compass of ground, either into squares, angles, circles, or other figures, making the walks correspondent to them, planting the sides of the walks with hedges of Lime, Elm, Hornbeam, &c. and the quarters within were planted with various kinds of trees promiscuoufly without order; but this can by no means be esteemed a judicious method becauce first hereby there will be a great expence in keeping the hedges of a large Wilderness in good order by shearing them, which, instead of being beautiful, are rather the reverse; for as these parts of a garden should, in a great measure, be designed from nature, whatever has the stiff appearance of art, does by no mean correspond therewith ; besides, these hedges are generally trained up so high, as to obstrud the sight from the stems of the tall trees in the quarters, which ought never to be done.

In the next place the walks are commonly made to intersect each other in angles, which asfo shew too formal and trite for such plantations, and are by no means comparable to such walks as have the appearance of meanders or labyrinths, where the eye cannot discover more than twenty or thirty yards in length; and the more these walks are turned, the greater pleasure they will afford. These should now and then lead into an open circular piece of Grass, in the center of which may be placed either an obelifk, statue, or fountain; and if in the middle part of the Wilderness there be contrived a large opening, in the center of which may be erected a dome or banquetinghouse surrounded with a green plat of Grass, it will be a considerable addition to the beauty of the place. […]

In the distribution of these plantations, in those parts which are planted with deciduous trees, there may be planted next the walks and openings, Roses, Honeysuckles, Spiræa Frutex, and other kinds of low-flowering shrubs, which maybe always kept very dwarf, and may be planted pretty close together; and at the foot of them, near the sides of the walks, may be planted Primroses, Violets, Daffodils, and many other sorts of wood flowers, not in a strait line, but rather to appear accidental, as in a natural wood. Behind the first row of shrubs should be planted Syringas, Cytisuses, Althæa frutex, Mezereons, and other flowering shrubs of a middle growth, which may be backed with Laburnums, Lilacs, Guelder Roses, and other flowering shrubs of a large growth: these may be backed with other sorts of trees, rising gradually to the middle of the quatters, from whence they should always slope down every way to the walks.

By this distribulon you will have the pleasure of the flowering shrubs near the sight, whereby you will be regaled with their scent as you pass through the walks, which is seldom observed by those who plant Wildernesses, for nothing is more common than to see Roses, Honeysuckles, and other small flowering shrubs, placed in the middle of large quarters, under the droprping and shade of large trees, where they seldom thrive; and if they do, the pleasure of them is Iost, becaufe they are secluded from the sight. […]

But, beside these grand walks and openings, (which may be: laid with turf, and kept well mowed) there should be some smaller serpentine walks throuh the middle of the quarters, where persons may retire for privacy. […]

In the general design for these Wildernesses it should not be studied to make the several parts correspondent,for that is so formal and stiff, as to be now quite rejected. The greater diversity there is in the distribution of these parts, the more pleasure they will afford; and since, according to this method of designing and planting, the different parts never present themselves to the same views, it is no matter how different they are varied asunder; that part of them which is most in view from the house, or other parts of the garden, may be planted with evergreens, but the other parts may be planted with deciduous trees […].

The part planted with evergreens may be disposed in the follownig manner, viz. in the first line next the great walks may be placed Laurustinus, Boxes, Spurge Laurel, Juniper, Savin, and other dwarf evergreens; behind these may be planted Laurels, Hollies, Arbutuses, and other evergreens of a larger growth; next to these may be placed Alaternuses, Phyllireas, Yews, Cypresses, Virginian Cedars, and other trees of the fame growth; behind these may be planted Norway and Silver Firs, the True Pine, and other forts of the like growth; and in the middle should be planted Scotch Pines, Pinaster, and other of the largest growing evergreens, which will afford a most delightful prospect, if the different shades of their greens are curiously intermixed.[…]

In small gardens where there is not room for these magnificent Wildernesses, there may be some rising clumps of evergreens, fo designed as to make the gound appear much larger than it is in reality; and if in these there are some serpentine walks well contrived, it will greatly improve the places, and deceive those who are unacquainted with the ground as to its size. These clumps or little quarters of evergreens should be placed just beyond the plain opening of Grass before the house, where the eye will be carried from the plain surface of Grass to the regular slope ofevergreens, to the great pleasure of the beholder; but if there is a distant prospect of the adjacent country, from the house, then this should not be obstructed, but rather be left open for the prospect bounded on each side with these clumps, which may be extended to those parts of the ground, where no view is obstructed. These small quarters should not be surrounded with hedges, for the reasons before given; nor should they be cut into angles, or any other studied figures, but be designed rather in a rural manner, which is always preferable to the other, for these kinds of plantations.

In Wildernesses there is but little trouble or expence after their first planting, which is an addition to their value; the only labour required is to mow and roll the large Grass walks, and to keep the other ground walks free from weeds. And in the quarters, if the weeds are hoed down two or three times in a summer, it will still add to their neatness. The trees should also be pruned to cut out all dead wood, or irregular branches, where they cross each other, and just to preserve them with due bounds; and […], if the ground be (lightly dug between the trees, if will greatly promote their vigour. This being the whole labour of a Wilderness, it is no wonder they are so generally esteemed, especially when consider the pleasure they afford.

philip miller, ‘the gardeners dictionary: containing the best and newest methods of improving the kitchen, fruit, flower garden, and nursery; as also for performing the practical parts of agriculture: including the management of vinyards, […]. london, 1768 (8th edition).

„the orchard, a place that is not so often included“ / ‚colour in the flower garden‘ von gertrude jekyll

[…] the orchard, a place that is not so often included in the pleasure-ground as it deserves. For what is more lovely than the bloom of orchard-trees in April and May, with the grass below in its strong, young growth; in itself a garden of Cowslips and Daffodils. In an old orchard how pictorial are the lines of the low leaning old Apple-trunks and the swing and poise of their upper branches, best seen in winter when their graceful movement of line and wonderful sense of balance can be fully appreciated. But the younger orchard has its beauty too, of fresh, young life and wealth of bloom and bounteous bearing.

Then if the place of the orchard suggests a return to nearer pleasure-ground with yet some space between, how good to make this into a free garden orchard for the fruits of wilder character; for wide-spreading Medlars, for Quinces, again some of the most graceful of small British trees; for Service, Damsom, Bullace, Crabs and their many allies, not fruit-bearing trees except from the birds‘ and botanists‘ point of view, but beautiful both in bloom and berry, such as the Mountain Ash, Wild Cherry, Blackthorn, and the large-berried White-thorns, Bird-cherry, White Beam, Holly and Amelanchier. Then all these might be intergrouped with great brakes of free-growing Roses and the wilder kinds of Clematis and Honeysuckle. And right through it should be a shady path of Filberts or Cobnuts arching overhead and yielding a bountiful autum harvest.

gertrude jekyll, ‚colour in the flower garden‘, london, 1908.

querbeet im november

querbeet_nov_14

obere reihe l. die alcea rosea / stockrose blüht durch; r. die blaue echinops / kugeldistel versucht es nochmal. mittlere reihe l. der kübel der chamaerops humilis / zwergpalme… was soll man sagen? alle jahre wieder → überwintern: wenn eine orangerie nicht vorhanden ist…; r. feigenlaub & olivenbaumtriebe. unten l. hat sich hoffentlich ausgesät: dipsacus sylvestris syn. dipsacus fullonum / wilde karde & r. holly for christmas!