sommer: eryngium maritimum & sommerfrische / ’naturdenkmäler‘ von hugo conwentz

Ebenso sind bemerkenswerte Pflanzen an der Küste, im Gebirge und an anderen Stellen durch Turisten, Badegäste und Sommerfrischler bedroht. Das zierliche Wintergrün, Pirola rotundifolia, kam in den Dünentälern von Borkum, Norderney und anderen ostfriesischen Inseln einst massenhaft zwischen Salix repens und Hippophaë rhamnoides vor; aber zufolge übermässigen Abpflückens und Ausreissens ist es jetzt sichtlich seltener geworden. Ferner die Stranddistel, Eryngium maritimum, ist nahezu überall in der Nähe der Badeorte und darüber hinaus ernstlich gefährdet, da ihr von Kindern und Erwachsenen in rücksichtsloser Weise nachgestellt wird. Man kann es nicht selten beobachten, dass Riesensträusse der dekorativen Pflanze ausgerissen werden, um als Zimmerschmuck daheim oder gar unterwegs fortgeworfen zu werden. […]

Die Stranddistel, Eryngium maritimum, ist nicht blos, […], durch Badegäste etc. bedroht; stellenweise wird sie auch gewerbsmässig eingesammelt, um zu Grabkränzen verarbeitet zu werden. Dieser Export hat namentlich auf Sylt ansehnliche Dimensionen angenommen.

hugo conwentz, ‚die gefährdung der naturdenkmäler und vorschläge zu ihrer erhaltung‘, berlin 1904

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gartenbücher (wildobst: pflanze „wild“ und dornig)

ein gang durch einen supermarkt: glatte, gewachste oberflächen; keine variation in der grösse; süss, viel zu süss, bloss keine säure … wenn food designer obstsorten züchten. flug- und seemeilen im container inklusive. zu jeder jahreszeit verfügbar.

ein spaziergang durch eine kulturlandschaft mit wallhecken oder knicks: blüten im frühjahr, schatten im sommer & früchte im herbst. nicht unbedingt wild aber häufig dornig …

wild ?!

in der anglo-amerikanischen diskussion über gärten erlebt william robinson’s ‚the wild garden‘ gerade eine renaissance (deutsche übersetzung? fehlanzeige …). in deutschsprachigen raum bleibt der diskurs über „natur“ & „wild“, karl foerster nannte es wildnisgartenkunst, meist in purem romantizismus stecken oder man landet bei einem fragwürdigen vokabular wie dem von willy lange, dessen naturgartenidealismus und die propagierung von „einheimischen pflanzen“ sehr kompatibel mit nationalsozialistischen vorstellungen war … und überhaupt: was ist wild? viele heute als „einheimisch“ klassifizierte gewächse sind verwilderte pflanzen, die u.a. von den römern über die alpen gebracht wurden. es steckt viel gartenkultur in der „wilden“ „natur“.

ina sperl, die regelmässig in der frankfurter allgemeinen & im kölner stadt-anzeiger über gartenkultur, gärtner, pflanzen & den eigenen garten schreibt, gibt mit ‚wildobst: schlehe, hagebutte und co. für meinen garten‘ einen einblick in den artenreichtum des wilden obstes. ‚wildobst‘ bleibt nicht, wie viele bücher aus der rubrik „ratgeber“, im seichten das-ist-aber-lecker-do-it-yourself stecken. ein nachschlagewerk mit ihren „40 besten wildobstarten“, tipps für die gartenarbeit und einigen botanischen entdeckungen für den leser. naschkram für hecken, grosse und kleine gärten und den kübel. Weiterlesen

querbeet über den harz

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