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Gartenzwerg, Zwerge sind im Verhältnis zur Größe des Menschen winzige Phantasiegestalten, die in Märchen und Sagen auftauchen. In den Gestaltungen zum Garten- und Parkzwerg wurden die Erd-, Bergmännlein und Gnome entzaubert und verkitscht. Die Herstellung von Porzellanzwergen durch die Kaiserliche Hofmanufaktur Wien erreichte zwischen 1744 – 1750 ihren Höhepunkt. Ende des 18. Jh.s produzierte die Firma Derby in England eine Serie von Gartenzwergen. Nach dem allmählichen Verschwinden des Zwergenwesens in architektonischen Gärten des Barock taucht es als menschenfreundliches Wesen im Bürgergarten wieder auf. Als ihr Erfinder gilt Sir Charles Edmund Isham (1819-1903). Ausdrücklich empfohlen wird die Belebung eines Gartens mit Zwergenfiguren von John Claudius → Loudon in seiner Encyclopedia of Gardening von 1850. Berühmt ist das „Zwergenreservat“ [The Gnome Reserve & Wild Flower Garden] von North-Devon in Südengland mit über 1000 Zwergenfiguren. Vgl. zu den Zwergenzyklen in der Gartenskulptur auch →Calotzwerge.

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Callotzwerg, fester Begriff der spätbarocken Ikonographie, der sich herleitet aus der Serie der gobbi (ital., „Bucklige“) aus dem Jahr 1616 von Jacques Callot (1592/1593 – 1635). Von Callot ausgehend, entstehen Gartenfiguren aus dem Alltags- und Volksleben in Zwergengestalt. Zahlreiche Beispiele dafür finden sich im Veneto [Italien], beispielsweise im Garten der Villa Valmarana ai Nani in Vicenza. In Deutschland sind als Beispiele in der Skulptur der Zwergenreigen in Schloß Öttingen, der „Zwerglgarten“ von Schloß Mirabell bei → Salzburg und insbesondere die zwergenhaften Karikaturen des Hofstaates im Schloßgarten von → Weikersheim in Franken (1709) zu nennen. → Gartenzwerg

‚wörterbuch der europäischen gartenkunst‘ von gabriele uerscheln und michaela kalusok, stuttgart, 2011.

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