„What is sour in the house a bracing walk makes sweet.“ / ‚wild apples‘ von henry david thoreau

All apples are good in November. Those which the farmer leaves out as unsalable, and unpalatable to those who frequent the markets, are choicest fruit to the walker. But it is remarkable that the wild apple, which I praise as so spirited and racy when eaten in the fields or woods, being brought into the house has frequently a harsh and crabbed taste. The Saunterer’s Apple not even the saunterer can eat in the house. The palate rejects it there, as it does haws and acorns, and demands a tamed one; for there you miss the November air, which is the sauce it is to be eaten with. Accordingly, when Tityrus, seeing the lengthening shadows, invites Meliboeus to go home and pass the night with him, he promises him mild apples and soft chestnuts, – mitia poma, castaneœ molles. I frequently pluck wild apples of so rich and spicy a flavor that I wonder all orchardists do not get a scion from that tree, and I fail not to bring home my pockets full. But perchance, when I take one out of my desk and taste it in my chamber, I find it unexpectedly crude, – sour enough to set a squirrel’s teeth on edge and make a jay scream.

These apples have hung in the wind and frost and rain till they have absorbed the qualities of the weather or season, and thus are highly seasoned, and they pierce and sting and permeate us with their spirit. They must be eaten in season, accordingly, – that is, out-of-doors.

To appreciate the wild and sharp flavors of these October fruits, it is necessary that you be breathing the sharp October or November air. The out-door air and exercise which the walker gets give a different tone to his palate, and he craves a fruit which the sedentary would call harsh and crabbed. They must be eaten in the fields, when your system is all aglow with exercise, when the frosty weather nips your fingers, the wind rattles the bare boughs or rustles the few remaining leaves, and the jay, is heard screaming around. What is sour in the house a bracing walk makes sweet. Some of these apples might be labelled, “To be eaten in the wind.”

henry david thoreau ‚wild apples. the history of the apple-tree‘ in ‚the atlantic der monthly‘, volume 10, no. 61, boston 1862

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frostige rauhnacht

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etwas weiss & das erste grün im „eigenen garten“: → lilium candidum / madonnen-lilie.

der erste frost…

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gefrostete ficus carica / feige. ab ins winterquartier

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& ein blick in die hanseatische gartenliteratur des 18. jh.:

Auch der Winter bringt Vergnügen;
Auch der Frost hat seine Lust.
Denen nur, die nichts betrachten,
Und auf Gottes Werck nicht achten,
Bleibt solch‘ Anmuth unbewust.
Auch der Winter bringt Vergnügen;
Auch der Frost hat seine Lust.

Itzt sieht man, wie der Frost mit Feld und Wald gehandelt,
Es scheint der Erden Bau, als wär‘ er gantz verwandelt;
Man kennet keine Bahn; der schönsten Gärten Pracht
Verschwindet und versinckt in eine weisse Nacht.

barthold heinrich brockes, ‚der winter‘, 1721, aus ‘irdisches vergnügen in gott, bestehend in physicalisch- und moralischen gedichten’, 1721 – 1748

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herbstlaub: magnolia / magnolienblätter & ein feigenblatt.

brassica oleracea var. sabellica l. / grünkohl

Grüner oder brauner Kohl ganz gekocht nach Bremer Art.
Ersterer ist vorzuziehen. Wenn der Kohl gefroren ist, wird das Herz mit den nächsten Herzblättern sammt dem Stengel, so weit er weich ist, genommen und solches ungeschnitten gewaschen. Am besten ist es, wenn man ihn Abends vorher so weit vorbereitet und ihn Nachts wieder frieren läßt. Dann wird etwas kochendes Wasser mit Gänsefett oder Schweineschmalz und Butter zu Feuer gesetzt, der Kohl lagenweise mit den nöthigen Salz (ja nicht zu viel), etwas Nelkenpfeffer, auch nach Belieben fein geschnittenen Zwiebeln und einer Pinkelwurst darin 1 ½ Stunden gekocht. Der Topf muß fest verschlossen, der Kohl zwar gahr, aber ja nicht zu weich und nicht viel gerührt werden, weil derselbe ganz bleiben muß. Fehlt ihm die gewünschte Süße, so wird zeitig ein Stück Zucker dazu gethan, so wie beim Anrichten die Brühe mit etwas Kartoffelmehl gebunden gemacht.
Man garnirt ihn mit gebratenen Kastanien, gibt gebratene Kartoffeln und als Beilage Gänsebraten, Rostbeef, Round of Beef, Rauchfleisch, Bratwurst, Schweinsrippe dazu.

henriette davidis, ‚praktisches kochbuch für die gewöhnliche und feinere küche: zuverlässige und selbstgeprüfte recepte zur zubereitung verschiedenartigster speisen […] ; mit einem anhange, enthaltend arrangements zu kleinen u. größeren gesellschaften, […]. mit besonderer berücksichtigung der anfängerinnen und angehenden hausfrauen‘, düsseldorf (dritte verbesserte und vermehrte auflage), 1847 (erstausgabe 1845) S.88ff.

grünkohl_500   ill.: vilmorin-andrieux & cie, ‚les plantes potagères‘, paris, 1904.

im münsterland „moos“ genannt. in ostwestfalen-lippe „lippische palme“ und in norddeutschland „oldenburger-“ oder „friesische palme“. andere gängige regionale bezeichnungen sind winterkohl, strunkkohl oder krauskohl.

in den niederlanden gilt boerenkoolstamppot mit gelderse rookworst als weihnachtsessen. in skandinavien gibt es den grünkohl traditionell mit weihnachtsschinken.

eine gute erweiterung des rezeptes sind „küddelbirnen“ -, z.b. die pastorenbirne – die am schluss auf dem kohl mitgekocht werden. im münsterland werden als wurst mettendchen statt pinkel (in bremen und im oldenburger land) oder bregenwurst (in niedersachsen und sachsen-anhalt) mitgekocht.

db_grünkohl_400 ill.: ernst & von spreckelsen, ‚ hamburger markt gemüse‘, hamburg, um 1900.