arboretum ellerhoop (incl. lotusblüte)

ein besuch im arboretum ellerhoop in ellerhoop-thiensen bei hamburg. am historischen münsterhof wurde 1959 ein arboretum von der baumschule timm & co aus dem benachbarten elmshorn angelegt. gemeinsam mit den dendrologen gerd krüssmann schuf der inhaber erich frahm einen 3,5 hektar grossen baumgarten. eingebettet in die (schleswig-)holsteinische knicklandschaft sind heute 7,5 von insgesamt 17 hektar für besucher zugänglich. bäume, ein bauerngarten und diverse themengärten – die bisweilen den eindruck geschrumpfter freizeitparkkulissen hinterlassen.

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eine alcea rosea / stockrose im bauerngarten mit der „gartenseite“ des münsterhofes.

ellerhoop_rudbeckia_nigella_500   ellerhoop_grüne_bohnen_500

nutz- und zierpflanzen im bauerngarten: l. rudbeckia fulgida var. sullivantii ‚goldsturm‘ / sonnenhut (eine züchtung von karl foerster & heinrich hagemann) & nigella damascena / jungfer im grünen; r. phaseolus vulgaris / grüne bohnen: die sommerhitze wird vorbeigehen und die beer’n, bohn un speck-zeit kommt…

ellerhoop_grünkohl_500   ellerhoop_leinsamen_mohn_500

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im küchengarten: o. l. vorfreude auf den ersten frost mit brassica oleracea var. sabellica ‚redbor‘ / grünkohl; o.r. linum usitatissimum / gemeiner lein, saat-lein oder flachs und papaver (rhoeas ?) / (klatsch)mohn; u.l. fagopyrum esculentum / buchweizen hinten dem staketenzaun & eine weitere alcea rosea.

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lotus-saison in ellerhoop: nelumbo nucifera / indischer lotus.

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bäume im lotusteich: taxodium distichum / sumpfzypressen.

ellerhoop_bishop_of_llandaff_500   ellerhoop_wiese_500

l. in roten garten: dahlia ‚bishop of llandaff ‚; r. nach der maat: warten auf den frühling.

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kann man eigentlich an gärtnereien einfach nur vorbeigehen? nach der → sommerfrische etwas maritim-blau-weiss gestimmt: statice bzw. limonium sinuatum / geflügelter strandflieder für den „eigenen garten“.

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bloomsday: „He went out through the backdoor into the garden: […]“ / ‚ulysses‘ von james joyce

[…]
He went out through the backdoor into the garden: stood to listen towards the next garden. No sound. Perhaps hanging clothes out to dry. The maid was in the garden. Fine morning.
He bent down to regard a lean file of spearmint growing by the wall. Make a summerhouse here. Scarlet runners. Virginia creepers. Want to manure the whole place over, scabby soil. A coat of liver of sulphur. All soil like that without dung. Household slops. Loam, what is this that is? The hens in the next garden: their droppings are very good top dressing. Best of all though are the cattle, especially when they are fed on those oilcakes. Mulch of dung. Best thing to clean ladies‘ kid gloves. Dirty cleans. Ashes too. Reclaim the whole place. Grow peas in that corner there. Lettuce. Always have fresh greens then. Still gardens have their drawbacks. That bee or bluebottle here Whitmonday.
He walked on. Where is my hat, by the way?
[…]

james joyce, ‚ulysses‘, paris, 1922

plant me to the moon: nasa meets the freyherr von münchhausen

LPX First flight of Lunar plant growth experiment
Can humans live and work on the moon? Not just visit for a few days but stay for decades? A first step in long term presence is to send plants. As seedlings, they can be as sensitive as humans to environmental conditions, sometimes even more so. They carry genetic material that can be damaged by radiation as can that of humans. They can test the lunar environment for us acting as a “canary in a coal mine”.
If we send plants and they thrive, then we probably can. Thriving plants are needed for life support (food, air, water) for colonists. And plants provide psychological comfort, as the popularity of the greenhouses in Antarctica and on the Space Station show.
Good idea, but how can we send plants to the Moon soon? Hitchhiking. Thanks to Google, there are many potential rides to the moon in the near future, with commercial spacecraft companies competing to collect the Google Lunar X-Prize in 2015.

office of the chief technologist, nasa ames research center

gemüse auf dem mond? es gibt eine möglichkeit mit hilfe von gemüse auf den mond zu kommen: forget google plant turkey-beans…

[…] but, by an unlucky turn of my arm, it [a silver hatchet] flew upwards, and continued rising till it reached the moon. How should I recover it? how fetch it down again? I recollected that Turkey-beans grow very quick, and run up to an
astonishing height. I planted one immediately; it grew, and actually fastened itself to one of the moon’s horns. I had no more to do now but to climb up by it into the moon, where I safely arrived, and had a troublesome piece of business before I could find my silver hatchet, in a place where everything has the brightness of silver; at last, however, I found it in a heap of chaff and chopped straw. I was now for returning: but, alas! the heat of the sun had dried up my bean; it was totally useless for my descent: so I fell to work, and twisted me a rope of that chopped straw, as long and as well as I could make it. This I fastened to one of the moon’s horns, and slid down to the end of it.
Here I held myself fast with the left hand, and with the hatchet in my right, I cut the long, now useless end of the upper part, which, when tied to the lower end, brought me a good deal lower: this repeated splicing and tying of the rope did not improve its quality, or bring me down to the Sultan’s farm. I was four or five miles from the earth at least when it broke; I fell to the ground with such amazing violence, that I found myself stunned, […]

rudolf erich raspe, ‚baron munchhausens narrative of his marvellous travels and campaigns in russia‘, 1785

buerger_muenchhausen_1786_ill_500   ill. von ernst ludwig riepenhausen aus ‚des freyherrn von münchhausen wunderbare reisen, […]‘

[…] allein durch einen unglücklichen allzu starken Schwung meines Armes flog die Axt in die Höhe, und hörte nicht auf zu fliegen, bis sie im Monde nieder fiel. Wie sollte ich sie nun wieder kriegen? Mit welcher Leiter auf Erden sie herunterholen? Da fiel mir ein, daß die türkischen Bohnen sehr geschwind und zu einer ganz erstaunlichen Höhe empor wüchsen. Augenblicklich pflanzte ich also eine solche Bohne, welche wirklich empor wuchs, und sich an eines von des Mondes Hörnern von selbst anrankte. Nun kletterte ich getrost nach dem Monde empor, wo ich auch glücklich anlangte. Es war ein ziemlich mühseliges Stückchen Arbeit, meine silberne Axt an einem Orte wieder zu finden, wo alle andere Dinge gleichfalls wie Silber glänzten. Endlich aber fand ich sie doch auf einem Haufen von Spreu und Häckerling. Nun wollte ich wieder zurückkehren, aber ach! die Sonnenhitze hatte indessen meine Bohne aufgetrocknet, so daß daran schlechterdings nicht wieder herabzusteigen war. Was war nun zu thun? – Ich flocht mir einen Strick von dem Häckerlinge, so lang ich ihn nur immer machen konnte. Diesen befestigte ich an eines von des Mondes Hörnern und ließ mich daran herunter. Mit der linken Hand hielt ich mich fest und in der rechten führte ich meine Axt. Sowie ich nun eine Strecke hinunter geglitten war, so hieb ich immer das überflüßige Stück über mir ab, und knüpfte dasselbe unten wieder an, wodurch ich denn ziemlich weit herunter gelangte. Dieses wiederhohlte Abhauen und Anknüpfen machte nun freylich den Strick eben so wenig besser, als es mich völlig herab auf des Sultans Landgut brachte. Ich mochte wohl noch ein Paar Meilen weit droben in den Wolken seyn, als mein Strick auf einmal zerriß und ich mit solcher Heftigkeit herab zu Gottes Erdboden fiel, daß ich ganz betäubt davon wurde. […]

anonym (gottfried august bürger), ‚des freyherrn von münchhausen wunderbare reisen, aus dem englischen, mit kupfern. wunderbare reisen zu wasser und lande, feldzüge und lustige abentheuer des freyherrn von münchhausen, wie er dieselben bey der flasche im cirkel seiner freunde selbst zu erzählen pflegt.‘, 1786

in dem 1936 gedrehten ufa-film ‚münchhausen‚ (hans albers als münchhausen, drehbuch von erich kästner nach den vorlagen von raspe und bürger), bekommt man schon eine vorstellung wie ein mond-garten aussehen könnte…

phaseolus_coccineus_250   phaseolus multiflorus lam. syn. phaseolus coccineus l. / türkische oder feuerbohne

„Sinnend geh ich durch den Garten unsrer deutschen Politik;…“ / ‚feldfrüchte‘ von kurt tucholsky

Feldfrüchte

Sinnend geh ich durch den Garten,
still gedeiht er hinterm Haus;
Suppenkräuter, hundert Arten,
Bauernblumen, bunter Strauß.
Petersilie und Tomaten,
eine Bohnengalerie,
ganz besonders ist geraten
der beliebte Sellerie.
Ja, und hier –? Ein kleines Wieschen?
Da wächst in der Erde leis
das bescheidene Radieschen:
außen, rot und innen weiß.

Sinnend geh ich durch den Garten
unsrer deutschen Politik;
Suppenkohl in allen Arten
im Kompost der Republik.
Bonzen, Brillen, Gehberockte,
Parlamentsroutinendreh . . .
Ja, und hier –? Die ganz verbockte
liebe gute SPD.
[…]

theobald tiger (kurt tucholsky), ‚feldfrüchte‘ in ‚die weltbühne‘, 21. september 1926, nr. 38