gartenbücher: superbistorta, wonder sanguisorba, spider-helianthus & die anderen

ein ratgeber? jein. nicht im klassischen sinn. kein coffeetablebook für ein wenig garten-smalltalk über blümchen mit bastelanleitung. die meisten sogenannten ratgeber sind nichts anderes, als schnell produzierte büchlein zum durchblättern: die neuesten deko-trends und die üblichen pflänzchen, die jeder baumarkt saisonal vorrätig hält. angaben von sorten sind schon zu komplex, und die seiten werden lieber mit photoshopbildchen aus den ewig gleichen bekannten gärten gefüllt. gärten und pflanzpläne, die eher einen bezug zum gartentourimus – muss man gesehen haben! – haben, als zum eigenen grundstück und dessen lage.

problemzonen hat jeder garten, wenn man ein problem daraus macht. ignoriert man das grundstück mit seinen unterschiedlichen standorten für pflanzen und will nur mal schnell die neuerwerbungen vom shoppingtrip aus dem baumarkt oder der gärtnerei (für fortgeschrittene) unterbringen, hat man bald einen „garten“ mit problemen. oder man denke an die beliebte art der gartenplanung, die darin besteht, tropische pauschalurlaubsimpressionen im eigenen mitteleuropäischen vorgarten zu dekorieren.

die beschaffenheit des bodens, schatten mit und ohne wurzeldruck von gehölzen, schlechte drainage oder, seit diesem sommer hat wohl jeder seine eigenen erfahrungen damit gemacht, trockenheit. doch lieber gleich rollrasen & schotter? es gibt eine gute nachricht: „und es wächst doch!“ stauden, gräser & gehölze.

„wie ticken pflanzen?“ fragen till hofmann und torsten matschiess zu beginn. „vorbild natur“, ohne in naturgartenromantik zu verfallen. „boden & klima“, „stress & störungen“ und „pflanzliche strategien“ sind die basics. basics, die beide aus eigener erfahrung kennen. hofman war headgardener in einem der gärten, die man gesehen haben muss: dem schau- und sichtungsgarten hermannshof in weinheim an der bergstrasse (weinbauklima). zusammen mit fine molz hat er im odenwald (mittelgebirge) eine staudengärtnerei aufgebaut, die mittlerweile nach unterfranken (weinbauklima) umgezogen ist. torsten matschiess gärtnert am niederrhein (die nordsee beeinflusst das klima an der grenze zu den niederlanden). seinen bisherigen garten, den garten alst, findet man in seinem ersten buch → gartenbücher (#avantgardening). beim neuen projekt sagt schon die flurbezeichnung, auf was man gespannt sein kann: plankenheide. erfahrungen mit unterschiedlichen böden und mit den speziellen, mikroklimatischen bedingungen in der gemässigten klimazone sind vorhanden. in den gärten (bzw. in der gärtnerei) sind einige „superhelden“ aus dem pflanzenreich zu finden. am richtigen standort. im falschen kontext klappt es auch mit „super“ nicht unbedingt …

kein ratgeber, der nach dem durchblättern im regal verschwindet. die kurzen pflanzenporträts zu den kapiteln über die standorte im garten sind etwas für den handapparat der eigenen gartenbibliothek. gerade bei der planung für das nächste gartenjahr und die damit verbundenen besuche auf den websites (oder ab dem frühjahr wieder die analoge variante) der gärtnereien, äusserst hilfreich. ein genauer blick auf das grundstück und dann erstmal in „und es wächt doch!“ blättern, bevor das dem tode geweihte blümchen im warenkorb landet …

till hofmann & torsten matschiess, ‚und es wächst doch! grüne superhelden – diese pflanzen lösen jedes gartenproblem‘, 144. s., geb., münchen: gräfe und unzer 2018, isbn 978-3-8338-6535-0

ps. dieses gartenbuch enthält keine rückstände von deko …

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