vom ätna auf den eschberg: genista aetnensis / ätna-ginster

Die Lavaströme bieten in der ersten Zeit nach ihrer Entstehung das Bild der äussersten Öde dar. Die Schlacken, welche schollenartig die flüssige Steinmasse bedecken, schieben sich vielfach über einander, so dass eine äusserst unebene, von zahllosen rauhen, durch einander geworfenen scharfkantigen Blöcken gebildete Oberfläche entsteht. Die letzten Schollen, welche der erkaltende Strom vor sich herschiebt, strahlen keine erhebliche Hitze mehr aus; Bäume, welche vor zwei Jahren von den letzten Ausläufern eines Lavastromes umschlossen wurden, sah ich unbeschädigt fortgrünen. Vereinzelte Pflanzen siedeln sich schon in den ersten Jahren in den Spalten eines Lavastromes an; wenigstens ist dies in einer Meereshöhe von 1200 m und mehr der Fall, wo die Luft auch im Sommer feuchter ist als unten. Allmählich werden die Pflanzen zahlreicher, namentlich sind es, abgesehen von mancherlei krautartigen Gewächsen, zwei gelbblühende Ginsterarten, die sich auf der Lava heimisch machen, nämlich der gewöhnliche, am ganzen Mittelmeer verbreitete Pfriemenginster (Spartium junceum) und der dem Ätna und wenigen andern Bergen eigentümliche Ätnaginster (Genista Aetnensis). Vor Beschädigungen durch Menschen und Vieh geschützt, entwickelt sich diese letztgenannte Pflanze zu einem mässigen Bäume von höchst eigentümlicher Tracht, dessen grüne, fast laublose Zweige sich graziös abwärts neigen, so dass sie an neuholländische Kasuarinen [casuarina] erinnern. Wenn man diese merkwürdigen Bäume bei Nicolosi gesehen hat, begreift man nicht, weshalb man sie nicht auch anderswo kultiviert. Ob sie die Winter Mitteleuropas oder das feuchte Klima Englands ertragen würden, mag zweifelhaft sein, wenn auch weder die wilde Vegetation, noch die Kulturpflanzen ihrer Umgebung auf ein besonders mildes südliches Klima hinweisen. Es wird aber doch gewiss in Italien viele Plätze geben, wo sie gut gedeihen würden.

wilhelm olbers focke, ‚reiseeindrücke aus sizilien‘ in ‚deutsche geographische blätter‘, band IX., heft 3, 1886.

G. ÆTNENSIS, a native of Sicily and Sardinia, is one of the best garden plants in the genus [genestia]. […] In a young state the twigs are sparsely clothed with linear silky leaves, but when old no leaves are developed, and the green slender twigs perform the function of leaves. An old tree – for this species attains a height of 12 feet or more – is a beautiful sight in July or August when in full flower. Like many other members of the Leguminosæ, it does not appear to be long-lived, but the plant is so easily raised and grows so quickly that it is well to have a few specimens in the shrubbery.

n., ‚the genistas‘ in ‚the garden – an illustrated weekly journal of horticulture in all its branches‘ (founded by wiliam robinson), vol. XLIII, midsummer, 1893.

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die ersten blüten des genista aetnensis / ätna-ginster. vom ätna auf den eschberg. terrakotta-kübel statt lava. für die weitere lektüre: ’sulla genista aetnensis e le genista junciformi della flora mediterranea‘ (genova, 1897) von pasquale baccarini, prefetti des orto botanico dell’università di catania.

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