gärten in deutschland um 1800 / ‚de l’allemagne‘ von madame de staël

Les jardins sont presque aussi beaux dans quelques parties de l’Allemagne qu’en Angleterre; le luxe des jardins suppose toujours qu’on aime la nature. En Angleterre, des maisons très simples sont bâties au milieu des parcs les plus magnifiques; le propriétaire néglige sa demeure et pare avec soin la campagne. Cette magnificence et cette simplicité réunies n’existent sûrement pas au même degré en Allemagne; cependent, à travers le manque de fortune et l’orgueil féodal, on apercoit en tout un certain amour du beau qui, tôt ou tard, doit donner du goùt et de la grace, puisqu’il en est la véritable source. Souvent au milieu des superbes jardins des princes allemands l’on place des harpes éoliennes pès des grottes entourées de fleurs, afin que le vent transporte dans les airs des sons et des parfums tout ensemble. L’imagintion des habitans du nord tâche ainsi de se composer une nature d’Italie; et pendant les jours brillants d’un été rapide, l’on parvitent quelquefois à s’y tromper.

anne-louise germaine necker, baronne de staël-holstein, ‚de l’allemagne‘, paris ,1810 (auflage auf anordnung napoleons zerstört) / london, 1813.

Die Gärten sind in einigen Theilen von Deutschland fast eben so schön als in England. Immer setzt der Luxus der Gärten die Liebe zur Natur zum Voraus. In England stehen einfach gebaute Häuser mitten in den prächtigsten Parks; der Eigenthümer vernachläßigt seine Wohnung und schmückt mit Sorgfalt das Feld. Dieser Verein von Einfachheit und Pracht findet sich, obschon nicht in demselben Grade, in Deutschland wieder; gleichwohl leuchtet bei dem Mangel an großem Reichthum, verknüpft mit dem alten Adelstolz, eine gewisse Vorliebe zum Schönen hervor, welche, später oder früher, Geschmack und Grazie hervorbringen muß, weil sie die wahre Quelle beider ist. Oft stellt man in den prächtigen Gärten deutscher Fürsten, neben mit Blumen umpflanzten Grotten, Aeolsharfen auf, damit der Wind zugleich Töne und Düfte durch die Lüfte herbeiführe. Also sucht die Phantasie der Bewohner des Nordens sich eine italienische Natur nachzubilden; und an einigen glänzenden Tagen des schnell vorübergehenden Sommers gelingt es ihnen wirklich, Täuschung hervorzubringen.

anne-louise germaine necker, baronne de staël-holstein, ‚über deutschland‘, übersetzt von friedrich buchholz u.a., reutlingen, 1814.

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