buxus sempervirens / buchsbaum: „die feinsten Einfassungen vorzüglich zu kleinen Gärten“ / eine pflanzanleitung von henriette davidis

der buxus sempervirens / buchsbaum ist eine konstante als beeteinfassung in der gartengeschichte. von den gärten der römischen villen über den mittelalterlichen klostergarten. von den gärten des barock bis zum bauerngarten

So ein kleiner, bescheidener holsteinischer Bauerngarten mit seinem Blumenkunterbunt, mit seinen Buchseinfassungen, dem letzten Ueberbleibsel des Versailler Parkes, […]

detlev von liliencron ‚roggen und weizen‘, 1900

cylindrocladium buxicola / triebsterben, volutella buxi / buchsbaumkrebs, fusarium buxicola / buchswelke und dem cydalima perspectalis / buchsbaumzünsler zum trotz: eine pflanzanleitung von henriette davidis oder wie sie in ihren kochbücher zu sagen pflegt: „Man nehme …“

Es ist gar nicht in Abrede zu stellen, daß Einfassungen der Beete mit Sauerampfer, Thymian, Schnittlauch u. dergl., besonders in Gärten großer Haushaltungen auf dem Lande, den größten Nutzen für Menschen und Vieh hervorbringen; zugleich werden sie den Boden am wenigsten ausmagern, sind auch leicht zu reinigen, ohne große Mühe und Kosten umzupflanzen und leicht auszubessern. Dennoch gibt man, der Schönheit und Bequemlichkeit wegen, mit Recht Einfassungen aus Buxbaum den Vorzug. Derselbe kann bei günstiger Witterung das ganze Jahr hindurch verpflanzt werden; die beste Zeit zur Anlegung ist jedoch der März oder des Anfang des April, da man alsdann sicher sein kann, daß nicht einzelne Stellen in der Einfassung verdorren, was im Spätherbst oft der Fall ist. Denn der Buxbaum bedarf einer geraumen Zeit, ehe er gehörig angewachsen und die nöthige Kraft gewonnen hat, die strenge Kälte des Winters zu ertragen, die im entgegengesetzten Fall ihn ganz zu Grunde richtet.
Buxbaum von jungem Wuchs liefert die feinsten Einfassungen vorzüglich zu kleinen Gärten; in sehr großen Gärten jedoch, wo der Buxbaum dicker gelegt wird, kann auch altstämmiger benutzt werden. Um beim Zertheilen des Buxbaums recht vorsichtig zu Werke zu gehen, nehme man dazu ein Gartenmesser und theile die Stöcke so, daß jeder Theil eine Partie Saugwurzeln behält, welches das Anwachsen um so mehr sichert. Diese Mühe aber wird nicht Jeder sich geben, vielmehr es vorziehen, zu dieser Arbeit ein Beil zu gebrauchen, wobei es dann nöthig ist, solche Theile wegzuwerfen, die nicht gehörig mit Saug- oder Neben-Wurzeln versehen sind. Zugleich werde auch ein Theil der Blätter abgehauen, und nicht versäumt, die Quecken, welche sich etwa vorfinden sollten und die sich so gern beim Buxbaum einnisten, zu entfernen. Bleiben beim Zertheilen der Stöcke die Wurzeln nicht von gleicher Länge, so thut dies gar nichts zur Sache, und kommt es hier nur darauf an, daß die Einfassung eine gleiche Richtung und eine gleiche Höhe erhält.
Darnach werde nun der Buxbaum an eine schattige Stelle gelegt, und zum Auswerfen der Furchen übergegangen. Diese werden nach der Gartenschnur in ganz gerader Linie, nach den Wegen hin etwas schrägliegend gemacht, damit die Wurzeln ihre Nahrung nicht aus den Beeten, sondern aus den Wegen ziehen. Die Pflanzen werden nun gleichmäßig in die Furchen gelegt, die Wurzeln mit Erde bedeckt und gut angedrückt.
Um den Buxbaum stets recht schön zu erhalten, muß derselbe jedes Jahr, zum wenigsten alle zwei Jahre, geschoren werden,welches aber nicht bei trockener Witterung geschehen darf, weil er dadurch gar zu sehr leidet. Auch muß die Einfassung stets von Unkraut und anliegender Erde befreit, beim Umgraben der Beete sehr geschont, bei großer Dürre zuweilen gegossen, und alle acht Jahre erneuert werden.

henriette davidis, ‚der gemüse-garten – praktische anweisung zur kultur eines gemüsegartens unter berücksichtigung der schönheit und des reichlichsten ertrages; soe wie auch das nöthige über lage, boden, umzäunung, einrichtung, dünger, garten-geräthschaften, kultur der pflanzen und […] sowohl nach eigenen, als nach den langjährign erfahrungen praktischer gartenfreunde mit besonderer berücksichtigung der anfängerinnen und angehenden hausfrauen.‘, iserlohn (vierte verbesserte und vermehrte auflage), 1859 (erstausgabe 1850).

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s