malus ‚borsdorfer‘ – ‚ein erster obstgarten‘ von hans leip / ein nachtrag zur europom 2013 in hamburg

Der erste Obstgarten zu Hamburg wird in einer Urkunde des Jahres 1331 erwähnt. Da schenkte der Graf von Holstein-Stormarn den Blauen Schwestern, den Beginen in der Steinstraße gegenüber St. Jakobi, ein Pomarium, einen Apfelgarten. Es war eine wohlfeile Zeit, fünfzehn Eier kosteten einen Pfennig, das Pfund Butter zwei, und es mag sein, daß die Stämmchen, obwohl nicht in Holstein gewachsen, erschwinglich waren. Man bezog sie gern von der Saale, wo die Zisterzienser auf dem Klostergut Borsendorf eine treffliche Sorte gezüchtet hatten.
Dieser Borsdorfer wurde durch das ganze Mittelalter wegen seiner Heilkräfte und seines Aussehens und süßsäuerlichen Geschmacks gepriesen. Die Vierlande hatten jährlich den Hamburger und Lübecker Rat damit zu versorgen. Man trifft ihn um Curslack heute noch an. Ihn seiner jetzigen unzweifelhaften Verkümmerung zu entzüchten, wäre ein Verdienst.

hans leip, ‚ein erster obstgarten‘ in ‚die unaufhörliche gartenlust‘, hamburg, 1953.

europom_2013_gelber_münsterländer_borsdorfer

eine ‚borsdorfer‘-variante: der malus ‚gelber münsterländer borsdorfer‘ aus dem oldenburger münsterland, europom 2013.

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