arne jacobsen, gartner

Arne Jacobsens Vorliebe für das Grüne umfasst sein ganzes Dasein. Er war u.a. ein leidenschaftlicher Gartenliebhaber und sagte mehrmals: „In einem nächsten Leben möchte ich Gärtner sein.“ Er legte in seinem Leben mehrere Gärten an, der bekannteste von ihnen ist der nur 300 m² große Garten mit 300 verschiedenen Pflanzenarten, der zu seinem eigenen Reihenhaus in der Siedlung Søholm I [in Klampenborg] gehörte.

Ein anderer Aspekt der Liebe zum Grünen und zur Natur drückt sich in seiner lebenslangen Neigung zur Naturstudien im Aquarell aus, sozusagen „vor Ort“. […]

Abgesehen von seinem eigenen Gärten wirkte Jacobsen auch im hohen Maß als Gartenarchitekt in Verbindung mit eigenen Bauprojekten. […]

[…] Auf der übergeordneten Ebene war [der Garten in Søholm] räumlich durch freistehende parallele Hecken aufgeteilt, die wie eine grüne Ebene oder Mauer die Architektur des Hauses sozusagen fortführten und somit einen Übergang zwischen Haus und Garten schufen.

Doch im Garten zeigte sich auch, wie bei den Aquarellen, den Stoffmuster [mit stilisierten Naturstudien, zusammen mit seiner zweiten Frau Jonna, einer gelernten Stoffdruckerin] und den Fotografien [angelehnt an Karl Blossfeldt], dass es vor allem Farben, Formen und Konturen der Pflanzen waren, die Jacobsen interessierten.Und er schien mit den Pflanzen so wie mit den Farben in den Aquarellen zu arbeiten – stellte die eher wildwachsenden Pflanzen neben die präzisen Linien und Flächen der Hecken, spielte insgesamt gesehen mit den Kontrasten auf dieselbe Weise, wie er später vor allem im SAS-Haus, mit dem Verhältnis zwischen den organisch geformten Möbeln und der strukturellen Regelmäßigkeit der Räume spielte. Der Garten von Søholm kann als das Labor betrachtet werden, von dem aus Jacobsen Motive und Pflanzen in spätere Gärten übertrug. […]

Jacobsens letzte große Garten Anlage ist der Park um das St. Catherine’s College in Oxford. Ein langes Wasserband mit angegliederten Terrassen entlang des einen Gebäudeflügels erweitert hier das Repertoire. Mauersequenzen schieben sich hinaus in den Park. Aus dem Søholm-Garten stammen die parallelen Hecken, jetzt jedoch strenger zu Reihen aus wechselweise freistehenden Eibenhecken und Mauern angeordnet. Hier verschmilzt der Raum der Architektur mit dem des Gartens.

carsten thau und kjeld vindum, ‚tonalitäten – schwerelosigkeit, muster, botanik‘ im katalog ‚arne jacobsen. absolut modern‘.

austellung im louisiana museum of modern art, humlebæk und in den deichtorhallen, hamburg.

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